Die tägliche Sau durchs Dorf gib uns heute...

  • Jeder ist zu was nutze. Vielleicht soll er ja als Ablenkung dienen. Dann wäre er wenigstens für manche ein Gewinn, wenn auch für die Falschen.



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Jeder ist zu was nutze. Vielleicht soll er ja als Ablenkung dienen. Dann wäre er wenigstens für manche ein Gewinn, wenn auch für die Falschen.

    Ein Land, in dem solch ein Versager wie Scheuer scheinbar trotz seines Versagertums unbeschadet die Ausübung seines Ministeramt ausfüllen kann, braucht die Politik sich keinerlei Sorgen mehr wegen eventueller Rücktitte zu machen. In dieser Pattex-Republik kann jeder depperte Parteisoldat Karriere machen, wenn er oder sie den Interessen der Privatwirtschaft dienlich kommt. Echte Roboter würden sich über solch eine Fremdbestimmung schämen.

  • Auf dem Weg in die "autofreie" Innenstadt wagt das rot-grün-regierte Hamburg den nächsten Schritt: Noch während die Einkaufsmeile Mönckebergstraße wegen geschlossenen Einzelhandels sowieso menschenleer ist, wird die Aufenthaltsqualität dort nochmals verbessert, indem auch der Linienbusverkehr in die parallel dazu verlaufende Steinstraße verlegt wird, dessen neu einzurichtende Busspuren von verbreiterten Fahrradspuren flankiert werden, so dass der Autoverkehr in die bereits überlasteten Hauptverkehrsachsen gezwungen wird… dort werden dann wohl weitere Luftmessstationen hingestellt, um einen Vorwand zu schaffen, auch dort den Verkehr auszusperren.


    Ich warte jetzt darauf, dass Hamburgs Ortstafeln mit dem vom Einzelhandel bekannten "Wir müssen draußen bleiben"-Zusatzschild versehen werden.

  • Auf dem Weg in die "autofreie" Innenstadt wagt das rot-grün-regierte Hamburg den nächsten Schritt: Noch während die Einkaufsmeile Mönckebergstraße wegen geschlossenen Einzelhandels sowieso menschenleer ist, wird die Aufenthaltsqualität dort nochmals verbessert, indem auch der Linienbusverkehr in die parallel dazu verlaufende Steinstraße verlegt wird, dessen neu einzurichtende Busspuren von verbreiterten Fahrradspuren flankiert werden, so dass der Autoverkehr in die bereits überlasteten Hauptverkehrsachsen gezwungen wird… dort werden dann wohl weitere Luftmessstationen hingestellt, um einen Vorwand zu schaffen, auch dort den Verkehr auszusperren.


    Ich warte jetzt darauf, dass Hamburgs Ortstafeln mit dem vom Einzelhandel bekannten "Wir müssen draußen bleiben"-Zusatzschild versehen werden.

    Die Grünen, die das forcieren, sind eine einzige Katastrophe.

    „Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“

    Kurt Tucholsky, (09.01.1890 bis 21.12.1935)

  • Endlich mal Altmaier mit einem völlig neuen Konzept: Wir beleben Innenstädte. […]

    Als Politiker muss man halt Vorschläge bieten… dennoch bleibt offen, was denn nun eigentlich, der in dem ZEIT-Artikel erwähnte attraktive, zeitgemäße Einzelhandel an Waren vorhalten soll… iPhones? Fahrräder? Gutscheinkarten für Streamingdienste? Mund-Nasenschutzmasken?


    Schräg gegenüber der ZEIT-Redaktion befindet sich das bei Wiederaufbau entdeckte Fundament des Bischofsturms aus der Frühzeit Hamburgs - dieses Baudenkmal war zuletzt über die Geschäftsräume einer Bäckerei zu betrachten… aber die Filiale einer Bäckereikette ist geschlossen worden.


    Was das Stadtzentrum für die nicht so zentrumsnah lebenden Einwohner attraktiv machte, war die Tatsache, dass dort dicht an dicht Waren aller Art angepriesen wurden. Und zudem wandelte man durch ein vertrautes Stadtbild. Mit der Postmoderne hat sich dies extrem gewandelt: Man sieht meist zugeklebte Schaufenster (Geschäftsaufgabe, Umbau oder Neugründung), die Einzelhandelsgeschäfte gehren denselben Ketten an, von denen auch eine Filiale im jeweiligen Stadtteil anzutreffen ist, ein wachsender Teil der Bevölkerung verfügt ohnehin nicht über die Liquidität, die einen vergnüglichen Shoppingbummel ermöglichte, und der Besuch der City würde zusätzlich den Parkschein oder das ÖPNV-Ticket kosten, selbst, wenn man mit leeren Händen wieder heimkehrte…

  • Als Politiker muss man halt Vorschläge bieten… dennoch bleibt offen, was denn nun eigentlich, der in dem ZEIT-Artikel erwähnte attraktive, zeitgemäße Einzelhandel an Waren vorhalten soll…

    Es ist mir eigentlich egal, was die da verkaufen. Es geht eher ums Prinzip. Fakt ist, Corona hat die Entwicklung in den Innenstädten nur beschleunigt. Die Probleme waren ja schon vorher da und sind mehr als einmal beklagt worden. Und die Ursachen wurden dabei auch klar benannt. Die Probleme sind also nicht vom Himmel gefallen. Sie sind das Ergebnis der Wünsche einer Mehrheit der Stadtbewohner*innen. Ich sehe es nicht als nationale solidarische Aufgabe der Gesamtbevölkerung des Landes, die negativen Auswirkungen der Wünsche in der Stadt wegzufinanzieren. Das wird aber so kommen - unter dem Vorwand Corona.

  • […] Die Probleme sind also nicht vom Himmel gefallen. Sie sind das Ergebnis der Wünsche einer Mehrheit der Stadtbewohner*innen. […]

    Dass die Verödung der Stadtzentren seit längerer Zeit zu beklagen ist, stimmt - die Ursachen sind vielfältig ("Strukturwandel" fasst das Problem griffig zusammen), aber dass die Mehrheit der Stadtbewohner*innen "gewünscht" hätte, es möge so kommen, stimmt sicher nicht… zumal auch die Belegschaften der nunmehr "nicht mehr am Markt bestehenden" Einzelhandelsgeschäfte Stadtbewohner sind…


    Und die Erhaltung dessen, was Städte verkörperten ist sehr wohl eine Aufgabe im öffentlichen Interesse - auch, um der weiteren Zersiedelung im Rahmen der Erschließung weiterer Bebauungsgebiete "im Grünen" vor den Toren der Stadt Einhalt zu gebieten.

  • Dass die Verödung der Stadtzentren seit längerer Zeit zu beklagen ist, stimmt - die Ursachen sind vielfältig ("Strukturwandel" fasst das Problem griffig zusammen), aber dass die Mehrheit der Stadtbewohner*innen "gewünscht" hätte, es möge so kommen, stimmt sicher nicht… zumal auch die Belegschaften der nunmehr "nicht mehr am Markt bestehenden" Einzelhandelsgeschäfte Stadtbewohner sind…

    Natürlich haben sie sich nicht gewünscht, dass es so kommt. Sie haben nur kräftig daran mitgewirkt. Etwas, was eine Mehrheit in der Stadt bis heute scheinbar nicht bereit ist in Betracht zu ziehen.


    Und die Erhaltung dessen, was Städte verkörperten ist sehr wohl eine Aufgabe im öffentlichen Interesse

    Das ist doch zuerst mal die Aufgabe der jeweiligen Stadt selbst und nicht des bundesdeutschen Steuerzahlers. Es bringt doch nichts, ständig neue Subventionstöpfe zur Erhaltung von Dingen auszukippen, die nicht zu erhalten sind.

  • Natürlich haben sie sich nicht gewünscht, dass es so kommt. Sie haben nur kräftig daran mitgewirkt. Etwas, was eine Mehrheit in der Stadt bis heute scheinbar nicht bereit ist in Betracht zu ziehen.


    Das ist doch zuerst mal die Aufgabe der jeweiligen Stadt selbst und nicht des bundesdeutschen Steuerzahlers. Es bringt doch nichts, ständig neue Subventionstöpfe zur Erhaltung von Dingen auszukippen, die nicht zu erhalten sind.

    Schon mal daran gedacht, dass es oft die an die Städte grenzenden Gemeinden gewesen sind, die auf ihrem Gebiet die netten Einkaufszentren genehmigten und somit zu einem erheblichen Teil dazu beigetragen haben, den Einzelhandel in den Städten zu killen?

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Schon mal daran gedacht, dass es oft die an die Städte grenzenden Gemeinden gewesen sind, die auf ihrem Gebiet die netten Einkaufszentren genehmigten und somit zu einem erheblichen Teil dazu beigetragen haben, den Einzelhandel in den Städten zu killen?

    Ja Dio, das nennt sich Wettbewerb. Offensichtlich haben es die Menschen vorgezogen, in größerem Umfang dort einzukaufen und eben nicht in der Innenstadt. Das muss dann ja Ursachen gehabt haben, die mit der Befriedigung von Bedürfnissen zu tun haben. Dem kann man nicht damit begegnen, diese Einkaufszentren per Subventionierung oder mit Verboten zu bekämpfen.

  • Ja Dio, das nennt sich Wettbewerb. Offensichtlich haben es die Menschen vorgezogen, in größerem Umfang dort einzukaufen und eben nicht in der Innenstadt. Das muss dann ja Ursachen gehabt haben, die mit der Befriedigung von Bedürfnissen zu tun haben. Dem kann man nicht damit begegnen, diese Einkaufszentren per Subventionierung oder mit Verboten zu bekämpfen.

    Nana, die Dinger wurden oftmals ja genauso subventioniert - verbilligte Grundstücke, niedriger Hebesatz Gewerbesteuer etc.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Natürlich haben sie sich nicht gewünscht, dass es so kommt. Sie haben nur kräftig daran mitgewirkt. Etwas, was eine Mehrheit in der Stadt bis heute scheinbar nicht bereit ist in Betracht zu ziehen. […]

    Dass es so gekommen ist, liegt natürlich auch am mehrheitlichen Konsumverhalten - sonst wären diese "ein-Euro-Läden", die "Flagshipstores" und die "Outlets" nicht auf der Erfolgsspur… die klassische Versandhausklientel, von der Quelle, Neckermann, Bader, Klingel usw. gelebt haben, ist im Zusammenhang mit dem Nachwachsen zweier neuer Generationen von der Bildfläche verschwunden.
    Die traditionellen Kaufhäuser, die ja ebenfalls den Massenmarkt mit günstigen Preisen, aber Markenware für sich gewinnen wollten, haben sich mit der Ausweitung ihrer Filialnetze übernommen - und galten spätestens ab Mitte der 90er Jahre nicht mehr als chic. Die in mehreren Generationen inhabergeführten Fachgeschäfte scheiterten zumeist daran, keinen Nachfolger gefunden zu haben…


    Wenn dem Bürger aber die Stadt, in der lebt, egal ist, und die Innenstädte nur noch über den Massen- und Shoppingtourismus zu beleben sind, mag die die Tendenz verstärken, dass der Einheimische sich nach den Shoppingzentren in den Außenbezirken hin orientiert… selbst die Stadtteilzentren veröden längst in vergleichbarer Weise wie die Ballungsraum-Kerne.

    Die Städte, die ich besser kenne, weil ich wiederholt dort aus verschiedenen Anlässen gewesen bin, mit genügend Zeit und Muße, größere Teile von ihnen auch als Fußgänger zu erkunden, u.a. Lübeck, Kiel, Flensburg, Husum, Neumünster, Rendsburg, Mölln, Bremen, Hannover, Celle, Braunschweig, beide Oldenburgs, Hameln, Goslar, Göttingen, Kassel usw. usf. bis hinab nach Stuttgart, Tübingen, Breisach und Freudenstadt zeigen architektonisch und städtebaulich eine jeweils spezifische Mischung einstigen Stolzes und eines ehrgeizigen Modernisierungsschubs, der etwa mit der Ölkrise 1973 abebbte und der hohlen Prunksucht von Investitionsruinen wich… kein Wunder also, dass auch das "individuelle Konsumverhalten" dieser epochalen Disparation sich anglich.


    Die Fluktuation der Wohnungs- und Arbeitsplatzwechsel, wie sie früheren Generationen beinahe unvorstellbar gewesen ist (mal abgesehen von der Landflucht in der Zeit früher Indusstrialisierung, der Auswandererwelle im 19. und frühen 20. Jahrhundert und den Flüchtlingsströmen Mitte des 20.) tut ein Übriges, dass Anschaffungen nicht mehr "für's Leben" getätigt werden, und deswegen, der Ephemerisierung sämtlicher Lebensbereiche entsprechend, einerseits viel Geld für kurzlebigen oder modischen Kram ausgegeben wird, und andererseits nichts mehr übrig ist, um bleibende Werte besitzen zu wollen - die Wertschätzung des Angeschafften bemisst sich nur nach am kurzfristigen Nutzwert, und das ist zumeist nur eine impulsive Übersprungshandlung oder die mit dem erworbenen Objekt konnotierte Außenwirkung, vulgo: Der in ihm ausgedrückte soziale Status.


    Somit ist der stationäre Einzelhandel, der Ware bevorratet, nicht mehr dem Tempo dieser Zeit gewachsen. Ware, die der Kunde im Laden anschauen, betasten, sich vom Fachpersonal vorführen oder erklären lassen kann, ist somit gar nicht mehr zeitgemäß, was sich auch im Run auf neu erscheinende Produkte seinen Ausdruck findet.

    Wollen Städte also wieder attraktiver werden, müssten sie das Ambiente für die stadtlebenstaugliche Mentalität buchstäblich rekonstruieren.