Schritte fuer den Frieden in Libyen?

  • Nicht nur im Zuge der gestrigen Libyen-Konferenz in Berlin ist und war in den Medien zu lesen und zu hoeren, dass mit der Konferenz vor allem das Ziel verbunden sei, ein zweites Syrien zu verhindern.

    Was eigentlich ist damit gemeint?

    Auch in Libyen herrscht seit neun Jahren Krieg. Zigtausende Menschen sind auf der Flucht, das Land ist zerfallen und gespalten. Machhaber Gaddhafi wurde gestuerzt und getoetet. Ein funktionierender Staat existiert seit langem nicht mehr. Das Ausmass der humanitaeren Katastrophe ist gewaltig. Vielleicht nicht ganz so schlimm wie in Syrien . Dennoch frage ich mich was es bedeuten soll, dass man in Libyen ein zweites Syrien verhindern wolle.

  • Was iich an diesem Thema zynisch finde..


    Es ist die Rede, dass dort seit 2011 ein Bürgerkrieg herrscht.

    So weit, so ungut.

    Nur vergessen die Medien gern, dass dieser Bürgerkrieg erst durch westliche Maßnahmen (Flugverbotszone) gefüttert wurde. Denn das Eingreifen der Westmächte hat den Sturz Gaddafis erst möglich gemacht. Der war aber der Stabilitätsfaktor in dem von Stämmen dominierten Land.


    Nun haben die freien Lauf und wollen ihre Chancen natürlich nutzen. Mal von der schlichten Tatsache ab, dass jener Haftar dazumal von den USA unterstützt wurde.


    Ein Spiel, dass so enden wird, wie jedes andere auch. Ein Land wird entrechtet, es wird Chaos verbreitet und nun ist es "Freiwild" für alle möglichen Optionen.

    Danke westliche Wertegemeinschaft und Danke an unsere Presse, die jene Realität verzerrt, dei uns gern und immer wieder einholt.


    mfg

  • Dem "Dank" an unsere westliche Wertegemeinschaft und an unsere Medien moechte ich mich anschliessen.

    Nun feiert man das Ergebnis der Konferenz und klopft sich gegenseitig auf die Schulter und glaubt, Schritte fuer den Frieden eingeleitet zu haben.

  • In Lybien war's der böse Gadafi,in Syrien der üble Assad und woanders waren es andere "Schurken".Die mussten natürlich beseitigt werden und der grosse Bruder jenseits der grossen Pfütze spielte sich allenthalben als der demokratische Heilsbringer auf und vernichtete die Satane.Seither herrscht in besagten Regionen ein mörderischer Frieden.Besonders die Zivilbevölkerung erfreut sich täglich an den pyrotechnischen Sensationen ,wenn wieder mal 'ne Rakete,Bombe oder Granate das Wohnzimmer heimelig erleuchtet und die Möbel umstellt.Dann hat die Mama nicht so viel zu schleppen,gelle! Und das tägliche Leben wird endlich spannend gestaltet,da Strom,Wasser und Lebensmittel nur nach erfolgreichen Geländespiel habhaft gemacht werden können.

    Aber: die pöhsen Schurken- die gibt' nicht mehr.

    Wat'n Glück!! Die Demokratie lebt.....[Blockierte Grafik: https://www.smilies.4-user.de/include/Militaer/smilie_mil_071.gif]

  • Bei den Nachdenkseiten wird auch der in den MSM fehlende Hintergrund thematisiert. Natürlich ist der immer wichtig, um Situationen einschätzen zu können.

    An einigen Beispielen (Irak/Libyen) wird deutlich gemacht, wie Situationen erst entstanden und außer Kontrolle geraten sind. ...wenn dies "außer Kontrolle" mal nicht das Ziel war!


    Zitat


    Bei der öffentlichen Debatte zur Libyen-Konferenz in Berlin wie auch in der Debatte um die Hinrichtung des iranischen Generals Soleimani in Bagdad und in den Überlegungen, ob der Westen der Bitte des irakischen Parlaments nachkommen will, die Streitkräfte aus dem Irak abzuziehen, immer können wir und müssen wir feststellen, dass die Vorgeschichten nicht zur Sprache kommen – obwohl sie zur Beurteilung wichtig sind. Auf diesen Mangel möchte ich Sie aufmerksam machen. Wir sollten unsere Urteile und Bewertungen nicht treffen, ohne wenigstens ein bisschen zurück zu denken.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=57828


    Wer Entwicklungen ausblendet, seinen Fokus nur auf Resultate richtet, ohne zu schauen, wie diese zustande gekommen sind, der betrachtet Geschichte durch einen Fokus, der Zusammenhänge nicht darstellt. So kann man Populismus und Propaganda auch betreiben.

    Einseitigkeit fällt dem Geschichtsselektierer immer auf die eigenen Füße....sei es auch Jahre später.


    mfg

  • In Lybien war's der böse Gadafi, in Syrien der üble Assad und woanders waren es andere "Schurken".Die mussten natürlich beseitigt werden und der grosse Bruder jenseits der grossen Pfütze spielte sich allenthalben als der demokratische Heilsbringer auf und vernichtete die Satane. Seither herrscht in besagten Regionen ein mörderischer Frieden.[Blockierte Grafik: https://www.smilies.4-user.de/include/Militaer/smilie_mil_071.gif]

    Wäre es für alle Beteiligen nicht das kleinere Übel gewesen, wenn man die diversen Despoten nicht gestürzt hätte? War es damals ein riesiger Fehler, den Sturz vom Schah von Persien zuzulassen?

    Die Libyen Konferenz in Berlin halte ich für eine Farce. Die deutsche Motivation ist wohl die Angst vor einer neuen Migrations- bzw. Flüchtlingswelle. Da macht man ein einzigartiges Asylgesetz, das von Deutschland unmöglich eingehalten werden kann. Deutschland kann unmöglich alle Asylberechtigten aufnehmen und schon gar nicht alle Migranten die gerne nach Deutschland kommen würden. Heuchlerisch versucht man mit allen Mitteln den Rechtsanspruch der Berechtigten zu verhindern. Man zahlt nicht nur dem Erdogan Milliarden und macht ihn dadurch stark. Jetzt will man in der undurchsichtigen Gemengelage auch noch Soldaten nach Libyen schicken.

  • Wäre es für alle Beteiligen nicht das kleinere Übel gewesen, wenn man die diversen Despoten nicht gestürzt hätte?

    Das Problem ist, dass mit "hätte" und "wäre" die konkret jetzt existierenden Probleme nicht gelöst werden. Man sollte sich aber endlich dazu aufraffen, aus der Geschichte zu lernen und nicht die gleiche Scheiße immer wieder versuchen. Derzeit wohl der Topkandidat auf der Liste für solch einen weiteren Scheiß dürfte ja wohl der Iran sein.

    Zitat

    War es damals ein riesiger Fehler, den Sturz vom Schah von Persien zuzulassen?

    Es war ein Fehler, diesen Blutsäufer mit Hilfe der CIA und MI6 überhaupt erst an die Macht zu bringen.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Wäre es für alle Beteiligen nicht das kleinere Übel gewesen, wenn man die diversen Despoten nicht gestürzt hätte? War es damals ein riesiger Fehler, den Sturz vom Schah von Persien zuzulassen?

    Geniale Frage ! Egal wie Sie über den großen Kamm geschert daherkommt.


    Lybien, Irak, Syrien oder Afghanistan etc. waren Versuche, hier jetzt westlicherseits den jeweiligen, dort herrschenden Despoten zu stürzen und mit einem dem eigenen Interessen wohlgesonnenden Despo... schulligung, Kleptokratie zu ersetzen.


    So, und das geehrter Brummelbär ist dank der völligen Ahnungslosigkeit , des akuten Unwissens, der Dämlichkeit der jeweiligen Thinktanks in D.C. und/ oder Downingstreet über die jeweilige, vorherrschende, politische, ethnische und sonstige Gemengelage in diesen Ländern, in dieser Region grandios in die Hose gegangen.


    Ebenso katastrophal schlecht war wohl damals die Situationsanalyse zu den Zuständen im Iran.


    Sprich man war dermassen überrascht von dem Sturz des Shah's bzw. dessen Flucht das man sogar vergass die Amerikaner in den jeweiligen CIA Horchposten Richtung SU dort im Nordiran darüber in Kenntnis zu setzen.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind