Gesundheitswesen

  • Mal zwei Zahlen zum Vergleich, Personalschluessel Pflegepersonal in Krankenhaeusern:

    Deutschland: 13 Patienten pro Vollzeitstelle.

    Norwegen: 4,4 " " "

    Trotzdem beschwert sich das Pflegepersonal in Norwegen. 8o....

    Gesamt Norwegen hat ja noch weniger Einwohner als Niedersachsen, insofern soll das dortige Pflegepersonal mal schön die Füsse still halten....8)

  • Dann sollte man vielleicht überlegen, ob man deutsche Ärzte nicht so bezahlt und vor allem auch die Arbeitsbedingungen in den Kliniken so gestaltet, dass sie nicht in die Schweiz oder nach Skandinavien auswandern.

    https://www.faz.net/aktuell/wi…elios-stark-16622924.html

    Eins meiner Kinder hat den steinigen und teuren Weg eingeschlagen und das Ziel erreicht. Ich finde, Ärzte werden in Deutschland zu Recht nicht schlecht bezahlt. Wenn’s mehr Ärzte geben würde, müsste keiner am Hungertuch nagen. Allerdings wären die Arbeitsbedingungen besser!

    Ergo: Mehr Ärzte ausbilden. Es gibt genug junge Leute, die gerne den Arztberuf erlenen würden!

  • Der deutsche Kardinalfehler: man machte aus dem Gesundheitswesen eine Menge von Profitcentern. Es ist nicht vorrangig, zur Gesundung von Patienten beizutragen,sondern man will Profit machen,möglichst unbegrenzt.

    Ich meine,dass die Volksgesundheit nicht geeignet ist,Geldgierigen ihre Gelüste zu befriedigen.

  • Ergo: Mehr Ärzte ausbilden. Es gibt genug junge Leute, die gerne den Arztberuf erlenen würden!

    Es ist auch eine Frage, wo Ärzte nach dem Studium und der Facharztausbildung hingehen! Und hinzukommt, dass eben der Arztberuf nicht von jedem ausgeübt werden kann, denn die Voraussetzungen/Anforderungen für ein Medizinstudium sind zu Recht außerordentlich hoch, auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Abitur mit Höchstpunktzahl bei weitem keine Garantie darstellt, dass man ein guter Arzt werden kann.

  • Und hinzukommt, dass eben der Arztberuf nicht von jedem ausgeübt werden kann, denn die Voraussetzungen/Anforderungen für ein Medizinstudium sind zu Recht außerordentlich hoch, auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Abitur mit Höchstpunktzahl bei weitem keine Garantie darstellt, dass man ein guter Arzt werden kann.

    Es ist für mich nicht einsichtig, wieso jemand mit einem Abitur-Notendurchschnitt von 1,9 ein schlechterer Mediziner werden soll als jemand mit 1,0. Auch wenn im Ausland andere Kriterien als Studienvoraussetzungen zu Grunde gelegt werden, heißt das nicht, dass dort ausgebildete Ärzte schlechtere Mediziner sind als die 1,0 Menschen in Deutschland. Diese hohen Hürden wurden bewusst festgelegt, um die Zahl der Studienplätze und damit die Zahl der Ärzte zu begrenzen. Es gab auch Theorien, dass mehr Ärzte mehr Patienten generieren würden.

  • Es ist längst erwiesen, dass Einser-Abiturienten nicht zwangsläufig die besseren Ärzte werden. Das zeigt auch der Patienten-Zulauf bei den Heilpraktikern.


    Es fehlen aber bislang aussagekräftige Zulassungsbedingungen, denn wie will man derzeit anhand nachprüfbarer Kriterien die Befähigung einigermaßen realistisch ermitteln?

  • Es ist längst erwiesen, dass Einser-Abiturienten nicht zwangsläufig die besseren Ärzte werden. Das zeigt auch der Patienten-Zulauf bei den Heilpraktikern.


    Es fehlen aber bislang aussagekräftige Zulassungsbedingungen, denn wie will man derzeit anhand nachprüfbarer Kriterien die Befähigung einigermaßen realistisch ermitteln?

    Zum Arztberuf gehört eben doch eine ganze Menge mehr, als nur ein sehr gutes Abitur. Hinzu kommt, dass vielfach die Gymnasiallehrpläne die Naturwissenschaften arg vernachlässigen. Bestimmte menschliche Eigenschaften kann man auch nicht erlernen, die müssen eben vorhanden sein oder das bisherige Leben zumindest geprägt haben.

  • Hinzu kommt, dass vielfach die Gymnasiallehrpläne die Naturwissenschaften arg vernachlässigen. Bestimmte menschliche Eigenschaften kann man auch nicht erlernen, die müssen eben vorhanden sein oder das bisherige Leben zumindest geprägt haben.

    Ja, allerdings sind die naturwissenschaftlichen Anforderungen auch im Medizinstudium selbst nicht besonders hoch. Da kommt auf jeden angehenden Biologen, Chemiker oder Physiker weitaus mehr zu. Eine Hürde dürfte jedoch die schiere Masse des auswendig zu lernenden Stoffs (z. B. in Anatomie!) sein.

    Ich könnte allein schon der psychischen Belastung wegen, jeden Tag mit Krankheit, Blut oder Tod konfrontiert zu sein, nie als Arzt arbeiten.

  • Ich könnte allein schon der psychischen Belastung wegen, jeden Tag mit Krankheit, Blut oder Tod konfrontiert zu sein, nie als Arzt arbeiten.

    Ich bin kein Arzt, aber diese Dinge hatte ich jahrzehntelang fast arbeitstäglich. Glaub mir, man gewöhnt sich daran. Die Frage ist tatsächlich, wie man das verarbeitet. Die meisten (in meinem Job jedenfalls) haben ihre Lösung gefunden. Die ist wenig einfühlsam, aber hilfreich... Und nach mehreren Aufenthalten auf Intensivstationen glaube ich, das trifft auch auf Ärzte zu...

  • Ich bin kein Arzt, aber diese Dinge hatte ich jahrzehntelang fast arbeitstäglich. Glaub mir, man gewöhnt sich daran. Die Frage ist tatsächlich, wie man das verarbeitet. Die meisten (in meinem Job jedenfalls) haben ihre Lösung gefunden. Die ist wenig einfühlsam, aber hilfreich... Und nach mehreren Aufenthalten auf Intensivstationen glaube ich, das trifft auch auf Ärzte zu...

    Du hast einerseits sicher zum Teil Recht: Wäre ich gezwungen, als Arzt oder Polizist zu arbeiten, würde ich vermutlich aus purem Selbsterhaltungstrieb heraus ganz unbewusst Strategien entwickeln, mit der Situation irgendwie umzugehen.


    Allerdings gibt es andererseits aber wohl auch Gründe dafür, weshalb sich Menschen für bestimmte Berufe entscheiden. Ein angehender Polizist macht sich sicherlich Gedanken darüber, was ihn später wohl erwarten wird und entscheidet sich trotzdem für diese Tätigkeit ... vielleicht bist du ja von Natur aus hartgesottener als ein 'Online-Krieger' wie ich es bin? ;)

  • ... Ein angehender Polizist macht sich sicherlich Gedanken darüber, was ihn später wohl erwarten wird und entscheidet sich trotzdem für diese Tätigkeit

    Leider bei weitem nicht alle.

    Zitat

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.


    Abraham Lincoln

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Ja, allerdings sind die naturwissenschaftlichen Anforderungen auch im Medizinstudium selbst nicht besonders hoch. Da kommt auf jeden angehenden Biologen, Chemiker oder Physiker weitaus mehr zu. .........................

    Die naturwissenschaftlichen Kenntnisse eines Abiturs sind höchstens eine Basis, nicht nur für Ärzte, sondern auch für Biologen, Genetiker, Chemiker, Physiker etc.. Und wenn man heute als Arzt nur mittelmäßig naturwissenschaftlichen Durchblick hat, dürfte man wohl kaum ein guter Arzt sein. Moderne Diagnostik und noch mehr moderne Therapien erfordern ein interdisziplinäres Wissen und Verständnis der Naturwissenschaften, bis hinein in die Molekulargenetik.

  • Die naturwissenschaftlichen Kenntnisse eines Abiturs sind höchstens eine Basis ...

    Natürlich, was auch sonst?

    Und wenn man heute als Arzt nur mittelmäßig naturwissenschaftlichen Durchblick hat, dürfte man wohl kaum ein guter Arzt sein. Moderne Diagnostik und noch mehr moderne Therapien erfordern ein interdisziplinäres Wissen und Verständnis der Naturwissenschaften, bis hinein in die Molekulargenetik.

    Gut und schön, aber die Realität ist, zumindest an der Uni, an der ich früher teilweise verzweifelten (deutschen) Medizinstudenten half (und dann später nicht wenige M-Kurs Feststellungsprüfungen für ausländische Medizinstudiumsanwärter erstellte), dass in Mathematik letztlich nichts verlangt wird (höchstens als rudimentär zu beherrschende Hilfswissenschaft), und die zu lösenden Physik- und Chemieaufgaben der Mediziner eben nicht mit dem vergleichbar sind, was 'echte' Naturwissenschaftler im Studium erwartet.

    Natürlich ist es schön, wenn Ärzte tiefergehende Ahnung von Naturwissenschaften haben, aber als Regel würde ich es nicht bezeichnen.


    Davon unabhängig ist die Tatsache, dass Ärzte, je nachdem, in welchem Bereich sie Tätig sind, über Spezialwissen bezüglich bestimmter Krankheiten und ihrer Diagnose, der Bedienung medizintechnischer Geräte, Bereichen der Genetik oder Neurophysiologie und Psychologie etc. verfügen, das einem 'normalen' Biologen (wenn er nicht wiederum entsprechende Nebenfächer belegt hat) oder gar Chemiker/Physiker völlig fehlt.


    Es geht mir nicht darum, Berufe in 'besser' oder 'schlechter' einzuteilen.