Corona auf dem Weg um die Welt

  • Die Hysterie bezüglich der Nutzlosigkeit selbst- oder fremdgenähter Masken verstehe ich nicht. Denn: Alles ist besser als nix! Schon in Vor-Coronazeiten wurde schon jeder ermahnt, in die Armbeuge zu niesen, also muss selbst das schon ein Schutz gewesen sein - kann man sich ja auch vorstellen.


    Normale "Handarbeits"masken sind selbstverständlich schon ein gewisser Schutz, wenn man nicht gerade von Boris angeniest wird. Sie halten das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Abstandwahrung wach und man fasst sich nicht dauernd ins Gesicht, was JEDER tut, man muss sich nur mal selbst eine Weile beobachten.


    Ich bin ein Fan von "WENIGSTENS". Wenn jeder wenigstens etwas tut, ist schon sehr viel getan.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • […] Schon in Vor-Coronazeiten wurde schon jeder ermahnt, in die Armbeuge zu niesen […]

    Ja, das belebte die Nachfrage nach Oberbekleidung… der gewissermaßen zeitlos geschnittene Herrenanzug erfreut sich schließlich viel zu langer Nutzungszeiträume!

    Bei den üblichen Hinweisen auf Coronainfetions-Symptome war übrigens immer zu lesen, dass eher trockener Husten ohne Auswurf aber mit leichtem Fieber einherginge. Wer niest, ist also nur erkältet, und stellt insoweit mit weitaus geringerer Wahrscheinlichkeit eine Gefahr dar.

  • BEI 700% ABSATZ von TOILETTENPAPIER in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr kann kein Mangel herrschen.:):):)

    Ich glaube, diese Toilettenpapiergeschichte wird bald unser geringstes Problem sein. Wobei ich mir den Mehreinkauf auch nur sehr eingeschränkt erklären kann. Allerdings tun sich langsam, aber sicher, ja auch andere Versorgungsprobleme auf, die weit über Nudeln, Mehl, Konserven, Masken, Schutzhandschuhe etc. hinausgehen. Einhergehend mit saftigen Preisaufschlägen. Insbesondere die größeren Ketten scheinen zunehmend mit der Kombination viele Leute dauerhaft zu Hause (stark gewachsener Bedarf) UND Feiertage entgegen aller Beteuerungen völlig überfordert zu sein. Das nimmt der Bürger derzeit noch hin. Einsicht in die Notwendigkeit und so. Von Dauer wird das aber nicht sein. Zumal es ein selbstverstärkendes Problem ist wie beim Toilettenpapier. man kann nur hoffen, dass das nach den Feiertagen irgendwie stabilisiert werden kann.

  • Ich glaube, diese Toilettenpapiergeschichte wird bald unser geringstes Problem sein. Wobei ich mir den Mehreinkauf auch nur sehr eingeschränkt erklären kann. Allerdings tun sich langsam, aber sicher, ja auch andere Versorgungsprobleme auf, die weit über Nudeln, Mehl, Konserven, Masken, Schutzhandschuhe etc. hinausgehen. Einhergehend mit saftigen Preisaufschlägen. Insbesondere die größeren Ketten scheinen zunehmend mit der Kombination viele Leute dauerhaft zu Hause (stark gewachsener Bedarf) UND Feiertage entgegen aller Beteuerungen völlig überfordert zu sein. Das nimmt der Bürger derzeit noch hin. Einsicht in die Notwendigkeit und so. Von Dauer wird das aber nicht sein. Zumal es ein selbstverstärkendes Problem ist wie beim Toilettenpapier. man kann nur hoffen, dass das nach den Feiertagen irgendwie stabilisiert werden kann.

    Ich habe eher den Eindruck, die Händler wollen uns Kunden erziehen: Nehmt Ihr uns nicht den Nippes ab, dann verknappen wir halt das, was Ihr grundsätzlich wollt. Das gepaart mit einem (nicht) erstaunlich gewachsenen Selbstbewusstsein des vorhandenen Personals ergibt eine Mischung, die ich einerseits befürworte, aber die mich auch ärgert, weil man sich wieder einmal am Endverbraucher austobt, statt sich politisch/gewerkschaftlich zu engagieren. Der Endverbraucher ist immer schuld.


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • @ Kater: Das sah gestern gegen 1900 in einem großen Markt hiesiger Gegend ganz anders aus. Die Göttergattin war einkaufen. Naja, wollte sie. Die kam mit herzinfarktähnlichen Befunden zurück, nachdem sie einen Eintrag im Gästebuch hinterlassen hatte und vom Chef mit ein paar Blumen zur Beruhigung beglückt wurde. Nun ist es nicht so, dass wir verhungern oder verdursten werden. Obwohl, Bier gabs auch keines mehr :) Ich werde also morgen auf die Kolchose fahren und Kräuter und Gemüse holen. Da hab ich eh zu tun. Karnickel ist noch in der Truhe und Brot muss halt selbst gebacken werden. Auf Käse werden wir verzichten müssen. Nochmal: Davon sterben wir nicht und die Erde wird sich auch weiter drehen. Nur muss die Situation stabilisiert werden. Was wir können, können halt nicht alle.

  • Küchenrolle ist aus. Aber sowas von. Ich fühl mich schon ein wenig erzogen und steige jetzt um. Z. B. auf Putzlappen aus Stoff, aus echtem Stoff, statt Küchenrolle aus Papier für den schnellen Wisch und Weg. Koch ist mein Mann, der backt zwar noch kein Brot, aber er beginnt merklich, im Garten einige Basic zu züchten, die vorher nicht da waren. Luxusprobleme. Noch. Ich weiß. :)


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • weil man sich wieder einmal am Endverbraucher austobt, statt sich politisch/gewerkschaftlich zu engagieren. Der Endverbraucher ist immer schuld.

    Auch Christiane. Ich halte das aber für den Teil, wo die Nerven zunehmend blank liegen. Die hatten allerdings in meinem Beispiel wirklich nichts mehr, was sie hätten rausstellen können. Und ein Blumenkohl für knapp 4 Euro oder getrocknetes Suppengrün für den doppelten Preis im Vergleich mit vor 10 Wochen ist nicht unbedingt der Verkäuferin anzulasten. Vom Suppengrün gabs übrigens trotzdem nur noch das Preisschild.

  • Auch vor Corona war um 19 Uhr in Supermärkten manches nicht mehr zu bekommen.

    Richtig. Manches. Ich schrieb aber von fast allem. Gemüse, Butter, Konserven, Brot, nicht zu vergessen: Bier! :P Das wird man zwingend ändern müssen. Nicht wegen mir, sondern weil es in einer sich ständig aufgeheizteren Stimmung der weitgehenden Isolation kein gutes Karma bringt. Und nebenbei sich selbst verstärkende Effekte, die die Situation nicht unbedingt abschwächen.

  • Man kann aus alledem immerhin den Schluss ziehen, dass die Leute jetzt gezwungen sind, zu kochen. Und da das nicht mehr jedermanns Kernkompetenz ist, erklärt sich daraus möglicherweise der enorme Verbrauch von Klopapier.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Dieser Beitrag ist überfällig und ich stimme deinen Aussagen zu 100% zu. Ich sehe es als mal wieder typisch und peinlich, dass die Schieflage bei Landwirtschaft und im Lebensmittelmarkt bezogen auf Preise, Löhne und Produktionsstandards bei dem aktuellen Gejammer, dass den Bauern Erntehelfer fehlen, kaum eine Rolle spielt.


    Seit Jahrzehnten wird in der Landwirtschaft auf billige Arbeitskräfte aus Osteuropa gesetzt. Auch in anderen Bereichen sollen billige Migranten die Arbeitskosten drücken und daran stört sich dieses Land kaum. Aktuell wird viel von systemrelevanten Berufen geschwätzt, dass aber diejenigen, die in diesen systemrelevanten Berufe arbeiten meist gar nicht ordentlich entlohnt werden, das scheint nicht zu stören. Un das alles während unsere parlamentarischen Sesselpupser sich jedes Jahr eine satte Diätenerhöhung gönnen und sich so mancher Investmentbanker seine Mouseclicks vergolden lässt.


    Wir brauchen dringend einen Mindestlohn, der um die 14€ liegt und das Geld dafür wäre längst da. Es fehlt aber generell am politischen Willen eine gerechtere Umverteilung zu bewegen. Von denjenigen, die von der aktuellen Ungerechtigkeit monetär profitieren, scheinen nicht wenige daran interessiert zu sein, dass diese Ungerechtigkeit bleibt. Das sagen die nicht laut aber unterstützen eine Politik, die diese Ungerechtigkeit fortsetzt. Die Verlierer scheinen schlecht aufgestellt um sich wirklich effizient zur Wehr zu setzen und dem weiteren gesellschaftlichen Rest scheint es egal zu sein.


    Da stimme ich der Kritik einer Krankenpflegerin zu, welche das als Danke an die Pflegekräfte verstandene Balkonklatschen als unaufrichtig verurteilt. Nur von einer wirklichen Anerkennung und durch einen gerechten Lohn ausgedrückte Wertschätzung haben diejenigen etwas, deren Arbeit so überaus wichtig für uns ist. Von lauwarmen Worten kann niemand seine Wohnung heizen geschweige denn deren Miete bezahlen.


  • Hamburger Hochbahn, HNV, ... - wenn du jetzt zu jedem Nahverkehrsunternehmen einen Link bringst, kommt noch einiges auf die Leser zu ...

    ... das sind die von diesem User gewöhnt. Der wird noch seine eigene Todesanzeige verlinken und ist unsterblich in Tante google verliebt.

  • ... Wir brauchen dringend einen Mindestlohn, der um die 14€ liegt und das Geld dafür wäre längst da. Es fehlt aber generell am politischen Willen eine gerechtere Umverteilung zu bewegen. Von denjenigen, die von der aktuellen Ungerechtigkeit monetär profitieren, scheinen nicht wenige daran interessiert zu sein dass diese Ungerechtigkeit bleibt. Das sagen die nicht laut aber unterstützen eine Politik, die diese Ungerechtigkeit fortsetzt. Die Verlierer scheinen schlecht aufgestellt um sich wirklich effizient zur Wehr zu setzen und dem weiteren gesellschaftlichen Rest scheint es egal zu sein...

    Egal würde ich nicht sagen, eher, dass jeder zusieht, dass er selber die "Kurve" noch kriegt, um eben nicht durch das Raster zu fallen. Hinzu kommt, dass Tafeln u. ä. und das diesbzgl. Ehrenamt mittlerweile so selbstverständlich geworden sind, dass sie sogar politisch ausgezeichnet werden dürfen und es kräht kaum ein Hahn wegen dieser Borniertheit. Wer hat eigentlich erwartet, dass Lebensmittelgutscheine zur Grundsicherung gehören dürfen? Und nun haben die Tafeln auch noch die Stirn und beliefern die Menschen vor Ort, als seien sie der Kategorie Caterer zugehörig. Wir lassen uns doch immer mehr in Grund und Boden solidarisieren.


    Frdl. Grüße

    Christiane

    Einmal editiert, zuletzt von Dieter () aus folgendem Grund: Trennung Zitat - Beitrag

  • Egal würde ich nicht sagen, eher, dass jeder zusieht, dass er selber die "Kurve" noch kriegt, um eben nicht durch das Raster zu fallen. Hinzu kommt, dass Tafeln u. ä. und das diesbzgl. Ehrenamt mittlerweile so selbstverständlich geworden sind, dass sie sogar politisch ausgezeichnet werden dürfen und es kräht kaum ein Hahn wegen dieser Borniertheit. Wer hat eigentlich erwartet, dass Lebensmittelgutscheine zur Grundsicherung gehören dürfen? Und nun haben die Tafeln auch noch die Stirn und beliefern die Menschen vor Ort, als seien sie der Kategorie Caterer zugehörig. Wir lassen uns doch immer mehr in Grund und Boden solidarisieren.


    Frdl. Grüße

    Christiane

    Ich habe kein Verständnis für die reale oder scheinbare Gleichgültigkeit, mit der große Teile der hiesigen Bevölkerung der klar erkennbaren sozialen Schieflage begegnen. Es ist doch extrem opportunistisch, wenn eher jeder zusieht, dass er selber die "Kurve" noch kriegt, um eben nicht durch das Raster zu fallen.


    Erst einmal gibt es noch mehr als genügend Menschen, denen es gut bis sehr gut geht. Die dicken relativ neuwertigen PKWs, die mir jeden Tag begegnen, die bilde ich mir bestimmt nicht ein. Auch das viele Gejammer, das Menschen nicht in Urlaub fahren, nicht einkaufen oder ins Konzert oder Essen gehen können, kommt ja von denjenigen, die sich so etwas im Alltag leisten können. Denen ging es zumindest in der Zeit vor dem Virusalarm in aller Regel gut genug, so dass sie bis dato nicht gerade mal so eben noch selber die "Kurve" bekommen mussten. Und wo haben die sich wirklich für die Probleme derjenigen interessiert, die zu dem Drittel der Abgehängten gehören, die für die Zwei-Drittel Gesellschaft typisch sind, die als Folge der "Reformen" der letzten 30 Jahre gelten muss?


    Es wäre kein Fing der Unmöglichkeit gewesen sich dieser Entwicklung entgegen zu stellen, stattdessen haben viele Bürger/innen die Politik immer wieder neu gewählt, welche die zunehmende Ungerechtigkeit etabliert und ausgebaut haben. Und vermutlich werden diese Murmeltiere auch aus der aktuellen Krise genauso wenig lernen wie sie aus vorherigen Krisen nichts gelernt haben.

  • Gibts denn so etwas? Gibts in Leipzig keine Corona- Krise? Letzte Woche sollen sich dort auf dem Wochenmarkt Menschen dicht an dicht gedraengt haben - und das ohne Mundschutz und Handschuhe. Sind die Menschen unbelehrbar?


    Ohne Mundschutz und ohne Handschuhe , dafuer mit Mundkommunion, - der Priester legt die Hostie auf die Zunge, - feierte eine Gemeinde in Berlin letztes Wochenende die Messe. Sie soll gegen "Gottesdienstverbote" geklagt haben. Ein gefaehrliches Beispiel zur Osterzeit, in der sich auch glaeubige Christen von ihren oesterlichen Brauechen fernhalten sollten in Zeiten von Corona.

    Ein Aufschrei seitens der Politik an die Markhaendler oder Richtung Kirchen - Fehlanzeige.

    Bleibt die Hoffnung, dass in Zeiten von Ostern die Berliner Gemeinde eine Ausnahme bzw. Einzelfall ist.


    In vorauseilendem Gehorsam erhebt dagegen die Integrationsstaatsministerin Widmann -Mauz, angesiedelt im Kanzleramt den mahnenden Zeigefinger Richtung der Muslime in Deutschland, zwei Wochen vor Beginn des Ramadan Kontaktverbote einzuhalten. Sie werde mit den Verbaenden per Video-Konferenz darueber sprechen, was ab dem Ramadan -Beginn zu beachten sei.

    Was auch gleich folgendermassen und aehnlich kommentiert wurde: "Widmann-Kauz nimmt vor Ramadan die Muslime in die Pflicht".


    Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor kommentiert das so:"Bravo. Frau Widmann-Mauz reproduziert damit altbekannte islamfeindliche Narrative und verbreitet Vorurteile. Rassisten, Rechtsradikale und Islamfeinde deuten ihre Worte so: Muslime sind unzivilisiert, radikal und eine Gefahr für Deutschland. Da hilft es nichts, dass sie später auf Twitter klarstellen muss: "Selbstverständlich gilt das für alle Religionen."


    https://www.t-online.de/nachri…wAR3rFCk92wd0dfd839dESGMM