Alles rund um die Eisenbahn

  • Die DB betrieb bis in die 1960er Jahre 2 Bahnstrecken, die abschnittsweise mit einer Zahnstange ausgerüstet waren.

    Eine davon war die Strecke Reutlingen-Kleinengstingen wo zwischen den Stationen Honau und Liechtenstein der Albaufstieg mit Zahnraddampflos oder mit Zahnradantrieb ausgestatteten Schienenbussen bewältigt wurde.


    Ein Film, der die letzten Tage auf dieser Bahn dokumentiert.


  • Aber aufregen, Dieter? Wie soll jemand, der noch nie im 'Cockpit' (Führerstand?) einer Lok saß (also vermutlich die Mehrheit aller Menschen), die exakten Fachbegriffe für die verschiedenen Bremsarten eines Zuges kennen (wenn er nicht zufällig das Glück hatte, auf Politopia nachlesen zu können)? ;) Selbst Wikipedia, die ich als 'Bremslaie' nun zu Rate gezogen habe, lehnt den Begriff der "Vollbremsung" als "höchste Betriebsbremsstufe" offenbar nicht gänzlich ab. Ich glaube dir aber gern, dass der Begriff unter mit der Materie näher Befassten normalerweise nicht verwendet wird, freut mich also, etwas gelernt zu haben.

    Die Aufregung kommt von Berufs wegen :smilewinkgrin: Selbst in Sachverhalten und Pressemeldungen der mit Bahn befassten Behörden (ausgenommen das EBA) kam häufiger und durchaus regelmäßig der Klassiker "Der Zugführer leitete eine Vollbremsung ein". Dicht gefolgt vom "unbeschrankter Bahnübergang". Beides ist grober Unfug. Begriffe gibt es nun mal, um eine Sache auch eindeutig zu beschreiben.


    Im Falle des Bremsen während des Betriebes gibt es nur die genannten Varianten. Betriebsbremsung ist klar. Macht der Triebfahrzeugführer. Nicht der Zugführer, der kümmert sich um die Reisenden. Er macht das mit dem Bremshebel, an dem er die entsprechende Bremsstufe wählt. Mit Ausnahme der letzten Stellung. Das sorgt dafür, dass die Reisenden nicht unnötigen Belastungen ausgesetzt werden, Die letzte Stufe am Bremshebel ist die bewusste Schnell- oder Gefahrenbremsung. Der Triebfahrzeugführer "reißt durch". Technisch wird da im Personenverkehr auch nicht das letzte Quentchen Bremsleistung herausgekitzelt, sondern nur Verzögerungswerte, die Verletzungen bei den Reisenden weitgehend ausschließen sollen. Ob parallel auch automatisch gesandet wird, hängt vom Fahrzeugtyp ab. Auch der Einsatz der Magnetschienenbremse ist fahrzeugabhängig. Es gelten gesonderte Regelungen nach der Benutzung der Schnellbremsung. Aufgezeichnet wird das eh alles.


    Dann wäre da noch die Notbremsung. Die löst der Reisende aus, indem er den entsprechenden Griff zieht. Der Triebfahrzeugführer hat die Möglichkeit, der Notbremsüberbrückung. Er kann die Notbremsung also unwirksam machen. Dafür gibt es Signale. Das soll verhindern, dass der Zug beispielsweise in einem Tunnel oder auf Brücken zum Stehen kommt.


    Letzte Bremsart ist die Zwangsbremsung. Die wird ohne Zutun des Triebfahrzeugführers durch die Technik ausgelöst. Nichtbetätigen der Sicherheitsfahrschaltung, Überfahren Halt zeigender Signale, keine Bestätigung Halt ankündigender Vorsignale, keine Geschwindigkeitsreduzierungen... Ist eine lange Liste. Es gelten besondere fahrdienstliche Vorschriften, wenns passiert ist.


    Abweichungen vom oben beschriebenen gibt es nur auf Strecken mit einer zulässigen Geschwindigkeit > 160 kmh. Hängt mit der Art des Sicherungssystems (LZB oder ETCS vorgeschrieben) zusammen.

  • Wie ich zwischenzeitlich erfahren habe, hat die DB AG ihr Kundenmagazin "Mein Einkaufsbahnhof" eingestellt - dank Lockdown, Reiseverkehrsbeschränkungen und sonstigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens lohnt es wohl nicht mehr, die Shoppingmöglichkeiten und gastronomischen Angebote in den Verkehrsknotenpunkten größerer Städte im gratis ausliegenden Hochglanzheft anzupreisen...


    Wer mit der Bahn fährt, wird künftig (?) nur mit Impfnachweis und medizinisch maskiert die Reisezugwagen betreten/nutzen dürfen... da bliebe eh keine Hand mehr frei, um in den fröhlich bunten Seiten zu blättern.

  • Die Neue Zürcher Zeitung berichtet euphorisch über Italiens Hochgeschwindigkeitszug, den Frecciarossa. Wie in Frankreich der TGV konkurriert der schienengebundene Verkehr mit der Luftfahrt - und nimmt letzterem zunehmend Marktanteile ab. Aber der ästhetische Reiz der Eisenbahnreise geht in den Großraumwagen, den Schnellfahrstrecken und den Bahnhöfen, die zunehmend Shoppingmalls mit Gleisanschluss sind, flöten.

  • Die Neue Zürcher Zeitung berichtet euphorisch über Italiens Hochgeschwindigkeitszug, den Frecciarossa. Wie in Frankreich der TGV konkurriert der schienengebundene Verkehr mit der Luftfahrt - und nimmt letzterem zunehmend Marktanteile ab. Aber der ästhetische Reiz der Eisenbahnreise geht in den Großraumwagen, den Schnellfahrstrecken und den Bahnhöfen, die zunehmend Shoppingmalls mit Gleisanschluss sind, flöten.

    Ich bin ein Freund des Shinkansen. Die maximale Verspätung sind vier (4) Sekunden!

    «Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen.» Der Dichter Dostojewski (1821–1881) liefert uns mit diesem Zitat den Beleg, dass menschliche Einfalt sich früher wie jetzt so verhält wie Unkraut: Sie vergeht nicht.

    https://www.solothurnerzeitung…hlichen-winden-ld.2188327

  • Aber der ästhetische Reiz der Eisenbahnreise geht in den Großraumwagen, den Schnellfahrstrecken und den Bahnhöfen, die zunehmend Shoppingmalls mit Gleisanschluss sind, flöten.

    Erklär doch bitte mal etwas genauer,was "der ästhetische Reiz" einer Eisenbahnreise ist oder sein sollte.

  • Erklär doch bitte mal etwas genauer,was "der ästhetische Reiz" einer Eisenbahnreise ist oder sein sollte.

    Das muss Dir erklärt werden? Du müsstest doch eigentlich auf eigene Erinnerungen an die Bahn der 60er und 70er Jahre zurückgreifen können - an Fahrten in UIC-X-Wagen oder im Bnb. an den Blick aus dem Abteilfenster auf die durchfahrene Landschaft, an Bahnsteigsperren und ans in den Reisezügen gratis ausliegende Faltblatt "Ihr Zugbegleiter", in dem die Zugnummer, die Zwischenhalte inklusive der planmäßigen Ankunfts- und Abfahzeiten, der von Zughalt zu Zughalt zurückzulegenden Entfernungen, der Anschlussverbindungen und die Ausstattung des Zuges (etwa Kurs- und Speisewagen) sauber aufgelistet waren.


    Auch der Bahnbetrieb selbst bot dem Auge mehr - die Vielzahl an Lokomotiven, Bahndienstfahrzeugen und sonstigem rolling stock. Aber auch entlang der Strecken war für Abwechslung gesorgt. Manchenorts waren die mechanisch zu stellenden Weichen und Formsignale noch nicht durch ihre elektrisch betriebenen Nachfolger ersetzt, hie und da benachbarte ein Dampflok-BW mit Wasserkran, Drehscheibe und Bekohlung den örtlichen Bahnhof, malerische Bahnwärterhäuschen flankierten den Schienenstrang, wo sich die Abstände zwischen den Ortschaften dehnten. Und noch in den entlegensten Siedlungen, in denen nur selten ein Personen- oder Nahverkehrszug hielt, strahlte das Empfangsgebäude als Repräsentant des technischen Fortschritts und der infrastrukturellen Versorgung eine gewisse Strenge und Würde aus, die man am verwahrlosten Baubestand heutiger, meist unter Graffiti camouflierter Behelfsbauten, die bestenfalls den defekten Fahrkartenautomaten und einen Fahrradständer notdürftig vor Regen zu schützen vorgeben, nicht mehr wahrnehmen kann.

  • Erklär doch bitte mal etwas genauer,was "der ästhetische Reiz" einer Eisenbahnreise ist oder sein sollte.

    Zur Zeit dürfte es wohl die Maskenpflicht sein, die die eventuelle Schönheit verdeckt und das Reisen zum Gräuel macht, weshalb ich keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutze und schon gar nicht mehr fliege! Es gibt zum Auto derzeit keine sinnvolle Alternative. Und angesichts der Reisebeschränkungen muss man froh sein, ein gemütliches Heim im Grünen außerhalb der Städte zu haben!

  • Die Stadt Hamburg, die Deutsche Bahn AG und die Entscheider der örtlichen oder sonst zuständigen Bau- und Verkehrsbehörden sind sich einig: Hamburg braucht mehr Glas, und unter Denkmalschutz gestellte Gebäude müssen bis zur Unkenntlichkeit mit An- und Erweiterungsbauten dem Zeitgeschmack angepasst werden… und noch bevor der erste Spatenstich für den neuen Bahnhof Altona erfolgt ist, wird jetzt der vor wenigen Jahren erst sanierte Hauptbahnhof Hafen-City-alike aufgepeppt. Die auf der Südseite der historischen Bahnhofshalle entstehende Verbindung zwischen Alt- und Neubau wird dann noch den wettergeschützten Umstieg in die Busse vermöglichen; der benachbarte ZOB allerdings bleibt mit seiner kühn geschwungenen Andeutung einer Überdachung dem Regen schutzlos ausgesetzt…

    Er hat ja eine bewegte Geschichte hinter sich, was ihm aber jetzt angetan wird, das hat er nicht verdient.

  • Eines der ältesten Bahnhofsgebäude auf dem Stadtgebiet Hamburgs wird demnächst abgerissen: Zughalte in Wandsbek (an der Strecke Hamburg-Lübeck) waren ohnehin selten geworden, und der Restaurantbetrieb im Empfangsgebäude dürfte seine lebhafteren Zeiten auch schon längst hinter sich haben.

    Was macht denn AMTRAK in Wandsbek? Ansonsten finde ich alle Bahnhofsschließungen traurig.

    «Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen.» Der Dichter Dostojewski (1821–1881) liefert uns mit diesem Zitat den Beleg, dass menschliche Einfalt sich früher wie jetzt so verhält wie Unkraut: Sie vergeht nicht.

    https://www.solothurnerzeitung…hlichen-winden-ld.2188327

  • Amtrak war nur der Name eines Speiselokals im Bahnhofsgebäude, das vor einigen Jahren durch eines mit bayrischen Speisen abgelöst wurde… Hier die Mitteilung eines örtlichen Anzeigenblattes mit aktuellerem Foto.

    Danke, Substitute.


    Mit AMTRAK sind wir 1981 von Washington nach New York gefahren ...

    Zitat

    Das amerikanische Unternehmen National Railroad Passenger Corporation betreibt unter dem Markennamen Amtrak seit 1971 den Großteil des schienengebundenen Personenfernverkehrs innerhalb der USA.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Amtrak


    Das ständige Tuten an Bahnübergängen fiel mir auf.

    «Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen.» Der Dichter Dostojewski (1821–1881) liefert uns mit diesem Zitat den Beleg, dass menschliche Einfalt sich früher wie jetzt so verhält wie Unkraut: Sie vergeht nicht.

    https://www.solothurnerzeitung…hlichen-winden-ld.2188327

  • Mit AMTRAK sind wir 1981 von Washington nach New York gefahren […]

    Dass der Name Amtrak für eine US-amerikanische Bahngesellschaft steht, die, vor allem an der Ostküste noch Personenzüge betreibt, dürfte Eisenbahnfans bekannt sein; das gleichnamige Lokal im Bahnhofsgebäude der ehemaligen Kreisstadt Stormarns ist, wie gesagt, seit Jahren Geschichte - und in diesem Thread wäre also eher daran zu erinnern, dass die Zeit der früher doch üblich Bahnhofsgaststätten ebenfalls längst passé ist. Auch, wenn in Meißen ein Wirt diese Tradition zu erhalten versucht.