Muss die UN von Grund auf reformiert werden?

  • Wo saudische Petrodollar, wo Lobbyisten und ein maechtiger Freund im Weissen Haus das oeffentliche Anprangern von Verbrechen an Kindern zur Farce werden, waere es hoechste Zeit, ueber eine Reformierung der UN nachzudenken,

    Just am gleichen Tag, als vier unschuldige Kinder im Jemen getoetet wurden, strichen die UN die Saudi-Emirate von ihrer Liste von Verantwortlichen fuer Kriegsverbrechen an Kindern, der sogenannten "Liste der Schande", "obwohl die Koalition allein im letzten Jahr 222 Kinder getoetet oder schwer verletzt hat und die nunmehr fuenfjaehrige Bombardierung allem voran ein Krieg gegen Jemens Kinder ist. '

    Auch wir sind nicht frei von Verantwortung. Deutschland gehoert mit seinen fortgesetzten Waffenlieferungen zu den groessten Komplizen dieser Verbrechen Aus dem kuerzlich erschienen Ruestungsbericht 2019 geht hervor, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr mit Ruestungsguetern im Wert von ueber acht Milliarden an 131 Laender so viel genehmigte wie seit mindestens 25 Jahren nicht mehr. Ueber 1,2 Milliarden gingen dabei allein an die acht Laender der Anti-Jemen - Koaltion.


    Hier mehr dazu:https://www.nachdenkseiten.de/…4-4qkWygrZzAE05xmL_70iemo

  • Reformen der UN wären dringendst nötig,aaber:so lange es die Möglichkeit gibt,ein Veto einzulegen,so lange bleiben Reformen Utopie,günstigstenfalls eine Marginalie.Leider werden die Veto-Mächte einen Teufel tun als einer solchen Reform zuzstimmen.

    Hinsichtlich derartiger Umstrukturierung ist meine Skepsis weltumspannend. Leider!

  • Es ist so, dass die ueberwiegende Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen eine Reform des Sicherheitsrates befuerwortet, allein es fehlt die Einigkeit darueber, wie diese aussehen soll.

    Der Legitimitaet und Autoritaet wegen muss eine Anpassung an die heutigen geopolitischen Realtitaeten erfolgen. Zahlreiche Mitgliedsstaaten betrachten das Vetorecht als das, was es ist: anachronistisch. Es gibt Initiativen, das Veto-Recht im Falle von Massengraueltaten nicht anzuwenden. Zielfuehrender waere es, die Moeglichkeit eines Veto gaenzlich abzuschaffen. Dazu teile ich Seiferts Skepsis.

  • Der UN-Generalsekretär verzichtet damit darauf, die Koalition für Angriffe auf Kinder in Wohnhäusern und Schulen verantwortlich zu machen. Das zeigt, dass er politische Erwägungen über das Wohl der Kinder stellt und dass Staaten mit mächtigen Verbündeten straflos davonkommen, selbst wenn sie Kinderleben zerstören.


    https://www.savethechildren.de…liste-der-schande-der-un/


    Es darf nicht sein, dass fuer einen UN-Generalsekretaer, der fuer die Ideale der Vereinten Nationen und Interessen der Voelker der Welt, insbesondere der Armen und Schwachen unter ihnen, politische Erwaegungen an oberster Stelle stehen. Wo bleibt da auch nur ein Hauch von Glaubwuerdigkeit?

  • Wie soll ein Sicherheitsrat funktionieren, wenn die Mitglieder dieses Gremiums sich spinnefeind sind?Ausgestattet mit einem Veto der jedwedes vorrankommen verhindert?


    Durch den Brexit haben wir einen weiteren Kasper der mit dem Slogan "take back control" für weiteren Unmut sorgen wird.

    Schon im alten Forum haben wir die Unsinnigkeit des Sicherheitsrates thematisiert und als Relikt des WII identifiziert.

    Die einzige faire Entscheidungsfindung ist, nach einer ausführlichen Debatte in der Vollversammlung, mittels einer 2/3 Mehrheit zu einer Entscheidung zu kommen- innerhalb der Vollversammlung.


    Ob die Abstimmung geheim oder transparent behandelt werden sollte ist der Diskussion zuzuführen. Beide Formen enthalten pros und contras.


    Hier die größten Waffenlieferanten der Welt (nach offiziellen Angaben)

    20170110_waffen_0.jpeg



    2011.jpeg


    https://www.capital.de/wirtsch…oessten-ruestungskonzerne

    Zitat

    Die USA sind laut einer Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri unangefochtener Spitzenreiter der Rüstungsindustrie. Auf US-Unternehmen entfallen Umsätze in Höhe von 217 Mrd. Dollar. Das sind fast 60 Prozent des gesamten Volumens im Rüstungsgeschäft. Stärkstes europäisches Land ist Großbritannien, das etwa zehn Prozent der internationalen Rüstungsumsätze einfährt. Die Exportnation Deutschland hingegen stellt vergleichsweise wenige Rüstungsgüter her. Gerade mal 1,6 Prozent des weltweiten Rüstungsmarkts bedienen deutsche Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall oder Krauss-Maffei Wegmann.

    Die Sipri-Studie beleuchtet auch die aufstrebenden Militärnationen. Südkorea, die Türkei und Brasilien zählen zu dieser Riege. Sie verzeichnen beachtliche zweistellige Wachstumszahlen. In Südkorea stieg der Umsatz mit Militärequipment um 20 Prozent. in der Türkei waren es beinahe 28 Prozent. In Zahlen wie diesen kann man durchaus einen politischen Seismografen sehen. Während sich in Korea die Auseinandersetzung um Kims Raketentests zuspitzte, rüstete Erdogan nach dem Putsch des Militärs und der Gülen-Bewegung auf, um seine Macht mit Waffengewalt zu schützen. Auch Israel ist trotz seiner geringen Größe verhältnismäßig stark am internationalen Rüstungsgeschäft beteiligt. Umgeben von potentiellen Feinden hat Israel neben einem exzellenten Geheimdienst, eine wehrhafte Rüstungsindustrie im Land aufgebaut.

    Russland ist mit einem Anteil von sieben Prozent der drittgrößte Rüstungsproduzent. Größter Rüstungsproduzent ist der Flugzeugbauer United Aircraft, der unter anderem die Mig-Kampfflugzeuge herstellt. Mit Erlösen in Höhe von knapp 5,2 Mrd. Dollar liegt das Unternehmen auf Rang 13 der größten Rüstungskonzerne. Größter deutscher Rüstungsproduzent ist Rheinmetall: Rund 3,3 Mrd. Dollar setzte der Konzern im Rüstungsgeschäft um, Platz 26 im Ranking. Die Top Ten werden von Unternehmen aus den USA dominiert:

    Und wenn ein Land demnächst überall an der Spitze stehen will, dann ist es wohl China...

    https://www.faz.net/aktuell/po…er-der-welt-16602783.html

    Zitat

    Chinas Rüstungsindustrie besteht laut den Forschern aus zehn großen Waffenkonzernen sowie einem Forschungsinstitut. Von vier dieser Unternehmen fanden sie Daten mit verlässlichen Finanzinformationen. In diesen Berichten waren die Rüstungsverkäufe zwar nicht explizit aufgelistet, konnten laut Tian aber dennoch schätzungsweise berechnet werden – meistens deutete die Verkaufskategorie „andere“ in diesen Berichten auf Waffen oder Rüstungsgüter hin.

    Der tatsächliche Wert der Waffenverkäufe der gesamten chinesischen Rüstungsindustrie dürfte noch etwas höher und insgesamt zwischen 70 und 80 Milliarden Dollar liegen, sagte Tian. Für ein vollständiges Bild müssten weitere Informationen zu den anderen sechs chinesischen Rüstungsunternehmen gefunden werden. Platz zwei unter den weltweiten Rüstungsproduzenten habe China aber bereits anhand der Werte der vier analysierten Konzerne sicher.

    Die Grafik innerhalb des Artikels zeigt deutlich welche Rüstungsunternehmen den Markt beherrschen und dominieren. Die Airbus Group kommt abgeschlagen an 10 Stelle als EU-Konglomarat. Und darin liegt auch das Problem, es unterliegt nicht mehr der Oberaufsicht der Bundesregierung, sondern der Abstimmung der teilnehmenden EU-Länder. Unter den ersten 21 Unternehmen taucht ein reines deutsches Unternehmen gar nicht erst auf.


    Allerdings gebe ich dir recht, dass die Bundesregierung die Ausfuhren besagter deutscher Unternehmen untersagen sollte und diese stattdessen in die Bundeswehr umleiten sollte, wenn denn Bedarf besteht eine eigene Rüstungsindustrie für die Selbstverteidigung aufrecht zu erhalten.


    Die "Master des Todes" sind Deutschland und seine Unternehmen allerdings schon lange nicht mehr. Da sind ganz andere Nationen federführend und kompetent, welche demnächst vermehrt durch "lustige" China-Böller im Portfolio erweitert werden:whistling:.

  • Bisher viel gutes hier....


    Aber bedenkt nur mal, welche "Macht" denn seiner "Entmachtung" zustimmen will/wird?

    Welches Veto-Land will denn dieses Recht verlieren?

    Mal von der Tatsache wech, dass UN-SR schon immer zahnlos war. Ein buntes Plakat für den Michel zum staunen und vorzeigen aber mit wenig Inhalt.

    Schaut man sich die Liste der Kriegsverbrechern an, dann findet man meist diese VETO-Staaten und denen passiert ja nix.


    ...

  • Man kann sie ihnen nur wegnehmen, eine andere zielführende Vorgehensweise fällt mir nicht ein. Da kommt natürlich sofort die berechtigte Frage, wie soll das gehen?


    Über ein langes hin und her und der Macht des moralischen Zeigefingers! In einer Welt wo Informationen permanent abgerufen und getauscht werden können ist die moralische Entrüstung des Emotionstierchens Homo Sapiens ein Dauerbrenner und die langfristig einzig wirkungsvolle Waffe zum Einlenken zu bewegen.

    Das führt nicht immer zum Erfolg aber es ist die einzige die mir einfällt welche vom friedlichen Erfolg gekrönt sein könnte.

    Selbst der dickste Brocken bekommt irgendwann Probleme, wenn er von allen anderen "gehasst" wird. In freien Gesellschaften leidet ein großteil der Bevölkerung ständige Ablehnungen zu erfahren und in Diktaturen wird es langfristig immer schwerer die Chirade aufrecht zu erhalten.

    Ich wage mich mal weit aus dem Fenster und prognostiziere, dass ich noch erleben werde wie in Nord-Korea die Herscherfamilie ein unrühmliches Ende erleben wird.

  • In solch Überlegung muß auch die Einflußnahme eben jener VETOianer berücksichtigt werden. Wo sichern sich diese solches und wie machen die das? Da darf man natürlich nicht nur die USA und ihre "Hinterhof-Politik" nennen, da sind sie alle mit im Boot.


    Wer sich auf solch Art und Weise "Stimmen" sichert, der kann bislang noch ruhig schlafen. Erst wenn die "Front" breiter wird und wirklich konsequent zur Tat schreitet, dann werde auch ich wieder ein Hoffender.


    So wie das alles im Jetzt strukturiert ist, kann ich aber den Silberstreif am Horizont noch nicht erkennen.


    Es bedarf mMn noch viel Mut und Durchsetzungsvermögen, um endlich etwas zu konstruieren, dass die Werkzeuge, die es in die Hand bekommt auch zu nutzen vermag.


    mfg

  • Es müssen natürlich welche vorangehen und diese Diskussion anstoßen. Da kommen nicht viele Länder in Frage welche eine gewisse Reputation haben und gleichzeitig kein Mitglied des SR sind.


    Ein Land welches mir spontan einfällt beharrt leider auf seiner unabänderlichen Neutralität und läßt sich dazu wahrscheinlich nicht bewegen. Allerdings wären da noch Canada, Neuseeland, Australien, Norwegen, Schweden und noch einige andere welche gemeinsam eine Diskussion anstoßen könnten.

    Aus dem SR selbst fällt mir nur ein Land ein welches eventuell aus dem Inneren heraus solch eine Diskussion anstoßen könnte. Dies wäre nach meiner Eischätzung Frankreich und hier wäre ein Umdenken schon schwer zu erwarten. Schaue ich mir die anderen an- no way.

  • Ich wage mich mal weit aus dem Fenster und prognostiziere, dass ich noch erleben werde wie in Nord-Korea die Herscherfamilie ein unrühmliches Ende erleben wird.

    Frage: wie alt biste und wie lange willste/musste bis dahin machen?? Es gab ja schon diverse Prognosen in Bezug auf Nordkorea,aber diese Sippe herrscht immer noch. Ungehindert und in Saus und Braus. Leider ist der Druck im nordkoreanischen Topf noch nicht annähernd so hoch,dass die ganze Blase in die Luft geht.

  • Nach Ende des WKII sagte Winston Churchill: Die UNO wurde nicht gegruendet, um uns den Himmel zu bringen, sondern um uns vor der Hoelle zu bewahren."


    Es ist aber leider nicht gelungen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus den Vertraegen des Voelkerrechts und anderen Quellen gewahrt werden. Folglich erleben immer noch zu viele Voelker eine Hoelle auf Erden.

  • Als erstes müßten das Vetorecht abgeschafft und der Sicherheitsrat neu gestaltet werden. Dann bedarf eine Weltorganisation einer gesicherten Finanzierung, der sich kein Staat entziehen kann .Des Weiteren sollte die UNO eine ausreichende Friedentruppe bekommen, die auf dem neuesten Stand der Militärtechnik ausgerüstet ist und über ein robustes Mandat verfügt, wenn Staaten oder Organisationen sich weigern , Sicherheitsratsbeschlüsse umzusetzen. Der Internationale Strafgerichtshof sollte auf Antrag der UNO grundsätzlich gegen jeden vorgehen müssen, ungeachtet seines Status, wenn Völkerrecht oder Menschenrechte verletzt werden. Politiker, die sich gegen Völkerrecht verhalten, Menschenrechte verletzen, müssen international verfolgt werden und dürfen sich nirgends mehr einer immunität erfreuen.

  • Die grundlegende Basis für eine Reform der UNO ist, dass sich alle Mitgliedsstaaten den Beschlüssen der UNO unterwerfen. Wenn das nicht der Fall ist, kann man sich jegliche Diskussion über Reformen sparen. Dann hilft es auch nicht, dass das Vetorecht abgeschafft ist. Das möchte ich sehen, dass die USA, China, Russland etc. zulassen, dass bei ihnen UN Truppen stationiert werden.


    Das sind alles schöne Träume, die sich nicht erfüllen werden.

  • Die grundlegende Basis für eine Reform der UNO ist, dass sich alle Mitgliedsstaaten den Beschlüssen der UNO unterwerfen. Wenn das nicht der Fall ist, kann man sich jegliche Diskussion über Reformen sparen. Dann hilft es auch nicht, dass das Vetorecht abgeschafft ist. Das möchte ich sehen, dass die USA, China, Russland etc. zulassen, dass bei ihnen UN Truppen stationiert werden.


    Das sind alles schöne Träume, die sich nicht erfüllen werden.

    Auch die USA, China, Russland, etc. haben differenzierte Interessen, die mit einer reformierten UNO und ihren Unterorganisationen besser realisiert werden könnten. Keiner dieser Staaten ist so mächtig, dass er gegen die Völkergemeinschaft bestehen könnte, wenn diese sich in entscheidenden Fragen einig würde. Wenn der US-$ z.B. aufgrund der Verschuldung der USA nicht mehr als WeltWährung akzeptiert würde, wäre die Dominanz der USA dahin.

  • Sorry kater aber da träumst du dir was zusammen.

    BISMARCK: "Politik ist die Kunst des Möglichen!" Leider aber lassen wir uns von politischen Zwergen regieren, die die umfassenden Möglichkeiten weder erfassen, noch zu nutzen vermögen und ihre Unfähigkeit als "alternativlos" verkaufen!