Existiert noch die DDR?

  • Ein grauer kater hat mit dem "links- bourgeoisen Salon" nichts gemein, zudem sieht er MARX nicht als Heiligen an. Nur die gegenwärtige überzogene Diskussion, wer und was alles "antisemitisch" war oder sei, ist einfach völlig abwegig, wenn man der rechtsradikalen Politik Israels stetig Freibriefe erteilt, deren Apartheidsgesetz unerwähnt lässt, sich aber über die Ausdehnung der Souveränität Chinas über Hongkong massiv aufregt, obwohl jeder denkende Mensch schon bei der Übergabe der Kronkolonie wissen hätte können, dass die Chinesen diesen Zustand nicht ewig dulden würden.

  • Ein grauer kater hat mit dem "links- bourgeoisen Salon" nichts gemein, zudem sieht er MARX nicht als Heiligen an. Nur die gegenwärtige überzogene Diskussion, wer und was alles "antisemitisch" war oder sei, ist einfach völlig abwegig, wenn man der rechtsradikalen Politik Israels stetig Freibriefe...

    Israel hat nun definitv nichts mit Marx'sens Weltanschauung zu tun und tut in dieser Diskussion auch überhaupt nichts zur Sache. Das hier zu tun deucht ein wenig nach Ablenkung.


    Und nochmal, wenn man völlig zu Recht bei anderen Kindern dieser Zeit Antisemitismus diagnostiziert muss man das auch bei Leuten wie Marx gestatten. Was nun mal Fakt ist. Ob man deswegen deren literarische/geschriebene Hinterlassenschaften dann aus den bis dato anerkannten Wertekanon streichen muss stand doch gar nicht zur Debatte. Bzw. wird doch erst jetzt dank der Übernahme des infantilen gesellschaftlichen Diskurses in den USA durch unsere Millennials hier jetzt erst versucht.

  • Man muss Menschen in der Zeit beurteilen, in der sie gelebt haben. Und MARX ist nun mal ein GROSSER Genius in der Philosophie sowie der Ökonomie gewesen. Auch Luther oder Arndt wird heute Einiges angekreidet, um auf Antisemitismus zu verweisen.NUr dürfte das alles der falsche Weg sein, wenn man heutigen Antisemitismus bekämpfen will. Da wäre es viel wirksamer, realistisch über die zionistischen Machenschaften des Zionistischen Regimes zu informieren, die heute dazu beitragen, das Lebenn jüdischer Mitbürger zu erschweren, selbst dann, wenn sie den Zionismus nicht unterstützen.

    Der Mensch als solcher ist ausgesprochen inkonsequent und läuft immer den Leuten nach, die laut zu rufen verstehen. Jetzt stürzen sie die Denkmäler von Leuten, die Großes vollbracht und als Kinder ihrer Zeit gleichzeitig Juden schikaniert haben. Danach gehen sie hin und stimmen im Stadtrat gegen ein Flüchtlingsheim.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Der Mensch als solcher ist ausgesprochen inkonsequent und läuft immer den Leuten nach, die laut zu rufen verstehen. Jetzt stürzen sie die Denkmäler von Leuten, die Großes vollbracht und als Kinder ihrer Zeit gleichzeitig Juden schikaniert haben. Danach gehen sie hin und stimmen im Stadtrat gegen ein Flüchtlingsheim.

    Flüchtlinge sollten in die Gesellschaft integriert und nicht in Flüchtlingsheimen isoliert werden. Dazu bedürfte es der Paten, die helfen, dass die Menschen sich in unserer Gesellschaft zurecht finden.

  • .... Jetzt stürzen sie die Denkmäler von Leuten, die Großes vollbracht und als Kinder ihrer Zeit gleichzeitig Juden schikaniert haben....

    Ich habe kein Problem damit, eine Statue eines Kolonialisten/Sklavenhändlers/Kriegsverbrechers stehen zu lassen, wenn dort, wo sie steht deutlich gemacht wird, dass es sich um ein Mahnmal und nicht um ein Denkmal handelt. Das kann durch verschiedenste Maßnahmen geschehen, z.B. durch eine simple Beschriftung des Sockels, aus der knapp aber deutlich hervorgeht, wofür derjenige verantwortlich war.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)


  • Ich habe kein Problem damit, eine Statue eines Kolonialisten/Sklavenhändlers/Kriegsverbrechers stehen zu lassen

    Das wäre noch zu ertragen, wenn er dort in einer lächerlichen Pose dargestellt wäre, z.B. auf dem Klo sitzend. Aber nicht in einer herrschaftlichen Pose.

    Ein kleines Schild mit einer knappen Beschriftung würde von den meisten gar nicht zur Kenntnis genommen und allenfalls von Anhängern regelmäßig beschädigt werden. So würde sich gegenüber dem jetzigen Zustand nichts ändern. Ein paar wenige aufgeklärte Zeitgenossen wissen über die Geschichte Bescheid, die große Mehrheit hält den betreffenden Kolonialisten, Sklavenhändler oder Kriegsverbrecher für einen großen Deutschen.

  • Ehrlich gesagt, ist mir völlig wurscht, welcher Johannes der Drehbare auf irgendeinem Sockel vor sich hin sitzt oder steht. Mir geht es um Stadtmöblierung - meist stehen sie gestalterisch richtig auf einem Platz, struktuieren ihn und nehmen ihm die Langeweile. Sie nehmen den Plätzen die Banalität. Es könnte ja auch eine moderne Skulptur an ihrer Stelle sein, aber denke ich an das berüchtigte "Schneewittchen" (Substi wird es sicher alsogleich verlinken), wird mir angst und bange. Lieber nicht.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Ich stimme dir da insofern zu, dass es auf die Gestaltung ankommt. Allerdings möchte ich dazu etwas aus eigener Erfahrung anmerken. Auf dem Weg zum Einkaufen hier im Ort komme ich regelmäßig an einer Gedenkstätte für die im 1. und 2. Weltkrieg Gefallenen des Ortes vorbei. Über die letzten 12 Jahre bin ich dort nun hunderte von Malen vorbeigekommen, und egal ob ich bewusst hinschaue oder es eher unbewusst wahrnehme, die Gestaltung und die Inschrift prägt sich über die Zeit ein. Sicherlich nicht bei jemandem, der hier nur ein Mal im Jahr zu Besuch kommt oder im Urlaub ist, aber derjenige hat in der Nähe seines Wohnortes vielleicht ebenfalls solch einen Ort.

    Wenn also nicht nur der Name auf einem Denk-/Mahnmal sondern in kurzen Worten auch seine guten und schlechten Taten vermerkt sind, wird das Auswirkungen haben. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ist der Sockel leer lernt niemand mehr etwas, insofern begreife ich unter Denkmal vielleicht auch die Anregung, es nicht nur als Ge-Denkmal zu sehen sondern wirklich als etwas, was zum Denken auffordert.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)


  • aber denke ich an das berüchtigte "Schneewittchen" (Substi wird es sicher alsogleich verlinken)

    Warum tust du es nicht? Ich stehe im Moment jedenfalls auf dem Schlauch.

    Ich halte manche modernen Kunstwerke eher für Verarschung, aber das ist kein Grund, einem Verbrecher weiterhin die Ehre zu erweisen.

  • Ach du liebe Zeit. Als ob irgendeinem steinernen Umhang- oder Uniformträger die Ehre erwiesen würde. Eher bin ich bei Dio und dafür, dass man die Inschriften inhaltlich ändert. Das ist meist ohne großen Aufwand möglich.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Auch dem Menschen wird nicht die Ehre erwiesen, wenn man nur an seinem Denkmal vorbeiläuft. Selten weiß oder liest jemand überhaupt, wessen Denkmal das ist.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Das wäre noch zu ertragen, wenn er dort in einer lächerlichen Pose dargestellt wäre, z.B. auf dem Klo sitzend. Aber nicht in einer herrschaftlichen Pose.

    Ein kleines Schild mit einer knappen Beschriftung würde von den meisten gar nicht zur Kenntnis genommen und allenfalls von Anhängern regelmäßig beschädigt werden. So würde sich gegenüber dem jetzigen Zustand nichts ändern. Ein paar wenige aufgeklärte Zeitgenossen wissen über die Geschichte Bescheid, die große Mehrheit hält den betreffenden Kolonialisten, Sklavenhändler oder Kriegsverbrecher für einen großen Deutschen.

    Für welche der üblen Typen stehen denn überhaupt noch Denkmäler in Deutschland. Zumindest in der DDR wurden nach 1945 die meisten beseitigt. Und wenn heute selbst Luther oder Arndt, die durchaus "große Deutsche" waren, aufgrund eines zur damaligen Zeit vorhandenem Zeitgeistes zu Antisemiten erklärt werden, ist das wohl kaum verständlich.

  • Was ist denn der Grund, wenn man einem Menschen ein Denkmal errichtet? Nur einen Platz schaffen, auf den die Tauben kacken können?

    Ja, so ist es. Wo sollen die armen Tauben denn sonst hin?



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)