Rassismus und seine Ausprägungsformen in der Gegenwart und Historie

  • Da ich keinen eigenen aktuellen Thread zu diesem Thema gefunden habe welcher noch zu bearbeiten ist habe ich einen neuen erstellt.


    Hier soll über alle Formen von Rassismus und Diskriminierung diskutiert werden und aus welchen menschlichen Veranlagerungen und Emotionen sie entstehen. Gleichzeitig soll eine Einschätzung oder Ausblick diskutiert werden, ob dieses menschliche Verhalten eine grundsätzliche Veränderung erfahren kann, oder ob wir vielmehr neue Strategien entwickeln mit diesen Ausgrenzungen auf einem "zivilisierteren" Niveau zu leben, der ein relativ friedliches Miteinander ermöglicht. Dabei soll Rassismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen diskutiert werden, vom zwischenmenschlichen Rassismus über Peer-Groups bis hin zum ideologisch geführten staatlichen Rassismus.


    Als Einstieg möchte ich den Rassimus welche deutsche Auswanderer in den Anfangsjahren in den USA erlebten als Beispiel nehmen. Ich habe mich für dieses Beispiel entschieden weil es so große Parallelen zu der heutigen Zeit aufweist und verschiedene Migrantengruppen in Deutschland mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Das diese ethnische Migrantengruppe heute in den USA nicht mehr hervorsticht ist 2 außergewöhnlichen Umständen (WWI, WWII) zu verdanken, welche quasi eine Totalassimilierung in die multiethnische Bevölkerung der USA zur Folge hatte. Dies hatte für die Nachkommen dieser Ethnie zur Folge das sie nicht mehr Gegenstand des politischen Ärgernisses waren und durch Annahme der englischen Sprache und Heirat in der dominierenden weißen Bevölkerungsmehrheit aufgegangen sind. Der rudimentäre Rückblick auf ihre Herkunft wird zwar oftmals betont hat aber im alltäglichen Leben und in die Zukunft geschaut keinerlei Bedeutung mehr für die jungen ("Deutsch")- Amerikaner. Dies spiegelt sich auch in der nicht vorhandenen deutschen Sprachkompetenz wieder, mit Ausnahme einiger religiöser Isolationisten.


    Wie sich das aber am Anfang darstellte zeigt die Meinung von B.Franklin recht deutlich. Diese Rede eines angesehnen Gründervaters und Politikers könnte auch heute direkt aus einer Parteizentrale einer deutschen Partei stammen. Ihre erschreckende Zeitlosigkeit ist so aktuell, dass man davon ausgehen kann, dass sie auch in 200 Jahren so prässentiert werden könnte.


    Zitat

    M3a: Benjamin Franklin über deutsche Einwanderer, 1753 Die meisten Deutschen, die nach Amerika kommen, sind sehr ungebildet und einfältig. Leider hängen viele von ihnen aufgrund ihrer eigenen Dummheit Vorurteilen an. Sie lassen sich von Gaunern gutgläubig betrügen und begegnen aufrichtigen Menschen mit unbegründetem Misstrauen. Da die Deutschen kaum Englisch sprechen, können sie weder englische (einheimische) Zeitungen lesen, noch die Predigten des Pfarrers verstehen. ... Auf dem Land lernen sehr wenig deutsche Kinder Englisch. Sie lesen Bücher, die sie sich aus Deutschland schicken lassen oder drucken eigene. So gibt es unter den sechs Druckereien in der Region zwei vollkommen deutsche, zwei zweisprachige, die halb auf Deutsch und halb auf Englisch drucken und nur zwei ganz englische. Die Deutschen haben eine deutsche und eine zweisprachige Zeitung Deutsch – Englisch. Anzeigen werden auf beiden Sprachen gedruckt. Wegweiser und Straßenschilder sind in beiden Sprachen – stellenweise aber auch nur auf Deutsch beschriftet. ... Kurzum, wenn die Einwanderermassen nicht von dieser in andere Kolonien umgeleitet werden, werden die Engländer, also Einheimischen, bald in der Minderheit sein. Damit wird die englische Sprache zu einer Minderheitensprache werden und evtl. ganz verschwinden. Selbst die Regierung wird dann in Gefahr geraten. (Quelle paraphrasiert, umformuliert und zusammengefasst nach: Charnitzky, Jürgen, Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien, S. 37–38)


    M3c: Gottlieb Mittelberger berichtet über die Deutschen in Philadelphia, 1751 Warum sollen wir Einheimischen hinnehmen, dass die „pfälzischen Bauerntrampel“ in unsere Siedlungen einfallen und durch ihre Zusammenrottungen uns ihre Sprache, ihre Sitten und ihre Kultur aufzwingen? Wieso sollte Pennsylvania, das doch von den Engländern gegründet wurde, eine „Kolonie“ der fremden Ausländer werden? Diese Fremden werden in kurzer Zeit so zahlreich sein, dass sie uns „germanisieren“,anstatt dass wir sie „anglisieren“. (Quelle paraphrasiert und ergänzt nach: Knauf, Diethelm: Deutsche Auswanderer in den USA, Praxis Geschichte 1/1992. Westermann, Braunschweig S. 47)

    https://www.schule-bw.de/faech…jh-im-schwarzwald/ab9.pdf


    Dass es trotzdem Initiativen gibt welche sich um das historische Erbe dieser Einwanderungsgruppe kümmert sollte nicht davon ablenken das sie für den weiteren Werdegang der USA keinerlei Relevanz mehr hat. In diesem kleinen Youtube-Beitrag (auf englisch) wird das oben angesprochene Thema beleuchtet und in Beziehung zu dem noch "existierenden" pennsylvania-dutch gesetzt welches mittlerweile innerhalb der deutschen Sprachfamilie eine eigene Stellung einnimmt.

  • Bei meinem Kanada-Urlaub in 2019 hatte ich desöfteren Gelegenheit der französischen Sprache und der französischen Kultur zu begegnen und habe mich dabei selbstverständlich gefragt, wieso trotz deutscher Migration nach Amerika die es von Anfang an gab, die deutsche Kultur dort so völlig assimiliert werden konnte, während die französische so umfassend erhalten blieb.


    Nach dem was ich in Kanada so alles gesehen, gehört und gelesen habe, ist dieser Assimilationsprozess nicht nur dem WK I und dem WKII zuzuschreiben, auch wenn es heißt dass die größte deutsche Einwanderungswelle erst Ende des 19. Jahrhunderts stattfand. Diese beiden Kriege haben der deutschsprachigen Kultur in den USA und in Kanada vielleicht den Rest gegeben, bis auf die paar streng religiösen Enklaven, aber die Ursache dürfte noch weiter zurückgehen. Anders als bei der deutschen Kleinstaaterei, hat es sowohl in England als auch in Frankreich Jahrhunderte lang einen starken Nationalstaat gegeben, bevor die Deutschen sich ihrer Nation überhaupt bewusst wurden. Dementsprechend gab es keine Unterstützung aus der Heimat, wie sie die Franzosen von ihrem König selbstverständlich erhielten. Deutsche Fürsten haben die USA schon früh gegen Deutsche aufgebracht, weil sie Militär an die Engländer vermietet haben. Im Grunde auch so etwas wie Sklavenhandel mit Leibeigenen und wirtschaftlich Abhängigen. Vielleicht habe ich ja einen entfernten hessischen Verwandten, der als Millitärsklave dorthin “vermittelt“ wurde und ich kann jetzt hunderte Jahre später als entfernter Nachfahre Ansprüche an England oder die hessische Landesregierung geltend machen ?? :/ ^^


    Spaß beiseite. Was ich sagen wollte ist – die Ursache für die Assimilierung der Deutschen liegt darin, dass sie sich gar nicht als “Deutsche“ fühlten, sondern als Hessen oder Pfälzer oder Schwaben und dass das einzig gemeinsame die Sprache war. Einen deutschen König, der sich für sie zuständig fühlte, gab es nicht und diese Dinge waren bei den Franzosen anders. Mir wurde das ziemlich klar, als ich die Geschichte hörte, wie Quebec an die Engländer fiel, nachdem die Franzosen eine Schlacht um die Stadt verloren hatten. Warum diese Schlacht trotz erheblicher strategischer Vorteile verloren ging, wurde mir bei der Erzählung allerdings nicht so richtig klar. Es ist aber auch zweitrangig, denn als Hauptbegründung wurde die mangelnde Unterstützung des französischen Königs beklagt, auf die alle gehofft hatten und als Rache erkannten sie an, dass die Provinz Quebec an England fiel. England gestand dafür das Recht an der eigenen Kultur und der eigenen Sprache zu. So zahlte sich die Verbundenheit mit der Heimat letztlich doch aus, auch wenn der französische König versagt hatte, aber allein deshalb weil es einen französischen Nationalstaat überhaupt gab, waren die Franzosen deutlich aufgewertet.


    Was Benjamin Franklin über die Deutschen abgelassen hat, würde ich nicht als Rassismus, sondern als Fremdenfeindlichkeit einordnen und die gab und gibt es praktisch überall in Europa und auf der Welt. Der Wunsch dass sich die eigene, englische, Sprache und Kultur in den USA durchsetzen möge, überrascht mich dabei auch nicht besonders und ordne ich auch nicht als Rassismus ein. Das wird auch auf deutscher oder französischer Seite so gewesen sein. Es scheint mir aber, dass Fremdenfeindlichkeit im Westen immer mehr mit Rassismus gleichgesetzt wird, was in meinen Augen falsch aber wohl eine gewollte Entwicklung ist.

  • BudSpencer


    Ich denke nicht das der Unterschied hier an der Unterstützung eines starken Nationalstaates lag, wie du ja selber herausgearbeitet hast (der König hat versagt) sondern an dem Abkommen mit den Engländern und der schieren Anzahl der französisch sprechenden Einwohner der Provinz Quebec. Man sollte auch nicht vergessen das Kanada weiterhin eine Kolonie war und die USA langsam im Begriff waren eine eigene Nation zu werden.

    Quebec war war eine schon prosperierende Kolonie bevor die Briten kamen. Anders erging es den Niederländern mit New York welches als Tauschobjekt herhalten musste, umbenannt wurde und an Anzahl von englischen Kolonisten langsam übernommen wurde.

    Die Deutschen welche nach Amerika auswanderten wollten ja gerade dieser monarchistischen Kleinstaaterei entfliehen und ein neues Leben beginnen. Sie nahmen aber ihre Sprache und Kultur mit und pflegten diese sehr ausgiebig bis zum Eintritt in den 1. Weltkrieg. Hier entstand tatsächlich ein Kulturbruch der sich an Verbot von Sprache orientierte und zu massenhaften Namensänderungen führte . Die Einbußen deutschstämmiger Unternehmer waren erheblich und alles was irgendwie mit deutsch sein zu tun hatte wurde verboten oder geschmäht, von Gesangsvereinen über deutsche Zeitungen, deutschem Bier und deutschem Essen.

    Man kann diesen Bruch ganz klar an der Anzahl der vorher veröffentlichen deutschen Zeitungen sehen und deren Anzahl danach. Deutsch wurde quasi über Nacht ausradiert und ein bekannter amerikanischer Präsident sagte später das man so nicht wieder mit einer ethnischen Gruppe in den USA verfahren darf. Dauerte leider nur bis zum 2. Weltkrieg, dann waren die Japaner dran.


    Fremdenfeindlichkeit liegt nahe am Rassismus und wie weit heute Rassimus definiert wird wollen wir hier ja diskutieren.Definitionen verändern sich, nehmen neue Punkte auf und passen sich den gegenwärtigen Gegebenheiten an.

    Ich sehe keinen Unterschied zwischen einer Beleidigung aus dem 18. Jahrhundert (dumme pfälzische Bauerntrampel) und dem heutigen türkischen Kanaken. Besonders wenn man bedenkt welche Klientel dies zumeist benutzt.

  • Interessantes Statement von dir. Ich war auch in Kanada und habe ähnliches festgestellt.

  • Ich denke nicht das der Unterschied hier an der Unterstützung eines starken Nationalstaates lag, ...


    Fremdenfeindlichkeit liegt nahe am Rassismus und wie weit heute Rassimus definiert wird...

    Du hast sicher Recht damit, dass die deutschen Einwanderer nach dem WK I besonders zu leiden hatten und dass dieser Bruch sogar messbar ist, wie an den deutschstämmigen Unternehmern oder an deutschen Zeitungen. Ich will den Nationalstaat und seine Wirkung aber trotzdem nicht ganz außer Acht lassen. Die deutschen Einwanderer hatten jedenfalls keinen oder die späten Einwanderer hatten ihn gerade erst seit kurzer Zeit. Was sie hatten, waren ihre Bräuche und ihre Sprache und die Erinnerung an einen Flickenteppich von Fürstentümern, eine Heimat aber kein Land - und das ist vielleicht, trotz sehr hoher Einwanderungszahlen nicht genug für ein Selbstbewusstsein, wie es Engländer und Franzosen hatten.



    Fremdenfeindlichkeit liegt nahe am Rassismus ? Oder ist Rassismus ein Teil von Fremdenfeindlichkeit ? Welcher Begriff beinhaltet den anderen oder setzt man beides doch einfach gleich ? Ich sah Fremdenfeindlichkeit immer als Ablehnung von Fremdem im Kleinen. So etwa in der Richtung, dass man eine typische Musik die Fremde abspielen nicht mag oder Ausdünstungen von bestimmten Kochgewohnheiten oder auch nur den Klang der fremden Sprache oder das unterschiedliche Temperament. Rassismus habe ich immer als Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Typen von Menschen verstanden, was ja irgendwie nahe liegt. Die überlegene Rasse eben.

  • BudSpencer


    Die Deutschen welche nach Amerika auswanderten wollten ja gerade dieser monarchistischen Kleinstaaterei entfliehen und ein neues Leben beginnen.

    Abgesehen von den Auswanderungswellen nach der gescheiterten Revolution 1848 waren die meisten doch ökonomischer Natur und nicht politisch motiviert. Bauern die z.B. die aufgrund der Erbfolge und Landverteilung null ökonomische Perspektive hatten und schlicht auswandern mussten. Natürlich auch wegen der fürchterlichen Kleinstaaterei und gepaart mit Großgrundbesitz und Adel.


    Aber auch viele mit erfolgreichen Studium die in der neuen Welt ganz andere Chance hatten sich zu verwirklichen, wirtschaftlich in kürzester Zeit prosperierten

    ( auch vielfach dank familiärer Unterstützung ) und damit auch Inovationen wieder nach Europa zurück brachten. Die neue Welt war damals halt wirklich "the place to be".

    Fremdenfeindlichkeit liegt nahe am Rassismus ? Oder ist Rassismus ein Teil von Fremdenfeindlichkeit ? Welcher Begriff beinhaltet den anderen oder setzt man beides doch einfach gleich ? Ich sah Fremdenfeindlichkeit immer als Ablehnung von Fremdem im Kleinen. So etwa in der Richtung, dass man eine typische Musik die Fremde abspielen nicht mag oder Ausdünstungen von bestimmten Kochgewohnheiten oder auch nur den Klang der fremden Sprache oder das unterschiedliche Temperament. Rassismus habe ich immer als Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Typen von Menschen verstanden, was ja irgendwie nahe liegt. Die überlegene Rasse eben.

    Ich denke da hat vieles einen fliessenden Übergang. Wenn ich mir die Briefe, aber auch ganz oft signierte bzw. rückseitig beschriftete Photos aus Großvaddern's Zeit als Westküsten- Südamerikafahrer in den 1920er/1930ern anschaue.....man trieb sich als Landgänger wohl in den dortigen

    Auswandererkolonien rum ( aber nicht nur..)... teilweise wirklich skuril, man zog über die Einwohner her aber auf den Bildern war nun wirklich nicht der große Unterschied ( besserer Hausstand zu sehen. Und natürlich waren einige am Ende mit ...... gezeichnet oder gleich der Aufmarsch der hiesigen Ableger....Kurz, man war in der Fremde aber wünschte sich wohl nichts sehnlicher als das zu Hause. Und in der Konsequenz für keinen gut war.

  • Kurz, man war in der Fremde aber wünschte sich wohl nichts sehnlicher als das zu Hause. Und in der Konsequenz für keinen gut war.

    Ich finde dass man die Möglichkeiten der Sprache legitim nutzt, wenn man Fremdenfeindlichkeit und Rassismus differenziert, aber die Grenze zu ziehen ist wie so oft wenn es etwas schwammig wird schwer. Die aktuelle Diskussion jedenfalls ignoriert die Fremdenfeindlichkeit und versucht den Rassismus neu zu definieren. Da ist plötzlich alles verdächtig. Musik, Filme, Literatur, sogar Kinderbücher. Es geht nicht darum ob Rassismus ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Anderen ist, sondern um eine große noch unvollständige Liste mit Dingen, die plötzlich mit einem Tabu belegt werden sollen und bestimmtes Verhalten als kulturelle Aneignung gilt. Das alles kommt mir dermaßen überzogen vor, ja geradezu verrückt, dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis das Pendel zurückschlägt.

  • Da ist plötzlich alles verdächtig. Musik, Filme, Literatur, sogar Kinderbücher. Es geht nicht darum ob Rassismus ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Anderen ist, sondern um eine große noch unvollständige Liste mit Dingen, die plötzlich mit einem Tabu belegt werden sollen und bestimmtes Verhalten als kulturelle Aneignung gilt. Das alles kommt mir dermaßen überzogen vor, ja geradezu verrückt, dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis das Pendel zurückschlägt.

    Und ich überlege ob jenes eine normale Zeiterscheinung ist oder doch irgendetwas anderes, tiefer liegendes. Diese Kompromisslosigkeit die bis zu einem gewissen Grad förderlich, aber hier den Bogen auch zum eigenen Nachteil hoffnungslos überspannt.


    Letztens konnte ich mit ein paar "Millenials" ( oder ein bisschen davor ) mich länger austauschen ( die das ganze auch eher skeptisch sehen ) die aber auch eben nicht wussten das diese Diskussion immer wieder in einem gewissen Zeitrhythmus aufgeworfen und eben nicht so neu ist wie Sie momentan vermarktet wird.


    Seien es das Auseinandersetzen mit den Massakern an den Herero's ( als Bsp. dt. Kolonialgeschichte ), die mit den Denkmälern oder Symbolen aus alten Zeiten im öffentlichen Raum oder selbst der Rassismus in den USA und vieles anderes.

  • Oder ist Rassismus ein Teil von Fremdenfeindlichkeit ?

    Fremdenfeindlichkeit ist nur der politisch korrekte Ausdruck für Rassismus. ;)


    Da es ja, und wir wissen es ja nun ganz genau, keine Rassen gibt, können wir auch Fremdenfeindlichkeit sagen. Obwohl es der Begriff Rassismus besser trifft, denn Menschen, die Fremden mit Feindseligkeit begegnen, sind, bewußt oder unterbewußt, sehr dicht an der Ideologie, dass es Rassen gibt und das einige davon weniger Wert sind, als man selbst.


    War mein Versuch, die Frage zu beantworten für dich irgendwie befruchtend? ;)


    mfg

  • Ja, auch in Kanada findet man trotz hoher Einwanderungszahlen nur wenig Deutsches.

    Mal davon ab.


    Ich war ja auch einen Monat in diesem schönen Land.

    Gut, ich war nicht in der frnz. Hälfte, sondern in Zentral-Kanada. Also dort, wo es noch viele Nativ`s gibt.


    Da hab ich etwas andere Erfahrungen gemacht. Eben diese waren natürlich betroffen von "Rassismus" und den üblichen Vorurteilen.


    Es scheint halt immer darauf anzukommen, wie die Verhältnisse vor Ort sich zeigen.

    In Gesprächen kam aber deutlich zum Vorschein, dass die deutschen Soldaten, die dort regelmäßig einziehen, offener sind, als die einheimischen "Weißen".


    mfg

  • Es ist eine uralte Erfahrung des Menschen in der Phylogenese, dass Fremde die Lebensbedingungen verändern, eventuell Ansprüche stellen, die den eigenen Wohlstand beeinflussen können oder sogar feindlich gesinnt sind, so dass sie den Untergang der indigenen Bevölkerung verursachen .Fremde können jedoch auch kooperativ sein, neues Wissen, erweiterte Erfahrungen und fortschrittliche Technologien einbringen, die für alle zu einer signifikanten VErbesserung des Lebensstandards führen. Leider war Letzteres selten der Fall, was eben dazu führte, den Fremden zuerst als Bedrohung zu empfinden und Xenophobien zu entwickeln. Heute ist das allerdings kontraproduktiv, weil die umfassenden Chancen der Kooperation zu ungeahntem Wohlstand für alle führen würden und unser Planet nur so lebenswert erhalten werden kann.

  • Fremdenfeindlichkeit ist nur der politisch korrekte Ausdruck für Rassismus. ;)


    Da es ja, und wir wissen es ja nun ganz genau, keine Rassen gibt, können wir auch Fremdenfeindlichkeit sagen. Obwohl es der Begriff Rassismus besser trifft, denn Menschen, die Fremden mit Feindseligkeit begegnen, sind, bewußt oder unterbewußt, sehr dicht an der Ideologie, dass es Rassen gibt und das einige davon weniger Wert sind, als man selbst.

    Ja, ich dachte mir schon dass Du das so sehen wirst. ^^


    Wenn die Entwicklung so weiter geht, wird Fremdenfeindlichkeit wahrscheinlich verschwinden können, denn wenn man Rassismus so weit auslegt dass es auch bei Abneigung passt, dann kann man damit einfach alles erschlagen. :kopfkratz2: Es ist aber schon irgendwie blöd, dass Rassismus kaum ohne Rasse auskommt, auch wenn es gar keine Rassen gibt... :/ Das muss unbedingt noch korrigiert werden mit der Rasse in Rassismus. :biggrin:

  • Was sie hatten, waren ihre Bräuche und ihre Sprache und die Erinnerung an einen Flickenteppich von Fürstentümern, eine Heimat aber kein Land - und das ist vielleicht, trotz sehr hoher Einwanderungszahlen nicht genug für ein Selbstbewusstsein, wie es Engländer und Franzosen hatten.

    Und das haben sie ja relativ lange durchgehalten, trotz aller Umstände und der kritischen Betrachtung englischsprachiger Politiker. Allerdings kam dann der Bruch. Heute hast du nur noch Restbestände, die sich in einem volkloristischen Entertainment (Bierfeste, ein wenig kulinarisches, und Touri-Orte) stark verzehrt und punktuell in die Konsumangebotswelt einreiht.

    Im Endefekt ist es ja auch das, was eine Aufnahmegesellschaft einfordert und für die jungen Amerikaner ist D so weit weg wie der Mond. Die Auseinandersetzung mit dieser Kultur erfogt wie bei allen anderen jetzt über Schule, Selbstbildung, Militärdienst und Urlaub.

  • Ja, ich dachte mir schon dass Du das so sehen wirst. ^^


    Wenn die Entwicklung so weiter geht, wird Fremdenfeindlichkeit wahrscheinlich verschwinden können, denn wenn man Rassismus so weit auslegt dass es auch bei Abneigung passt, dann kann man damit einfach alles erschlagen. :kopfkratz2: Es ist aber schon irgendwie blöd, dass Rassismus kaum ohne Rasse auskommt, auch wenn es gar keine Rassen gibt... :/ Das muss unbedingt noch korrigiert werden mit der Rasse in Rassismus. :biggrin:

    Man könnte sich ja auf eine Form von Rassismus einigen?:/


    Darum habe ich ja im ersten Beitrag über die verschiedenen Formen geschrieben, die natürlich auch in ihrer Intensität in verschiedenen Kategorien einzuordnen sind. Nicht alles endet im Völkermord.

    Darum ist es nach meiner Meinung auch wichtig hier Unterschiede zu machen, um überhaupt zu einem Fortschritt und positiven Ergebnissen zu kommen.

  • Es ist aber schon irgendwie blöd, dass Rassismus kaum ohne Rasse auskommt, auch wenn es gar keine Rassen gibt...

    Deshalb nennt man Rassisten auch Rassisten. Denn weil es keine Rassen gibt, jene sich aber so verhalten und so argumentieren, kann und darf man diese Rassisten nennen. Es gibt ja auch keinen Kommunismus und man nennt sie dennoch Kommunisten. Schon blöd, irgendwie, nich?


    Aber gut. was sind denn Fremdenfeidliche? Menschen, die Fremden feindlich gegenüber stehen. Warum tun sie das? Weil sie sich selbst als besser einschätzen? Weil sie einer besseren Rasse angehören? Das gilt es zu ergründen. Erst dann kann man da wirklich etwas analysieren.


    Was ich mich grad frage... Wen ein Fremdenfeind von seiner Tochter den Schwiegersohn in Spe präsentiert wird, der aber ein Fremder ist, bekommt dann die Tochter die volle Wucht der Fremdenfeindlichkeit des Vaters zu spüren? Der würde ja jeden Fremden feindlich gegenüber stehen. :/


    ....da sollte man mal drübber nachdenken.


    mfg

  • Deshalb nennt man Rassisten auch Rassisten. Denn weil es keine Rassen gibt, jene sich aber so verhalten und so argumentieren, kann und darf man diese Rassisten nennen. Es gibt ja auch keinen Kommunismus und man nennt sie dennoch Kommunisten. Schon blöd, irgendwie, nich?


    :D Ja, diese Logik finde ich unwiderstehlich. Es gibt aus einem ähnlichen Grund Rassisten, aus dem es auch Kommunisten gibt. :lol: ;)



    Aber gut. was sind denn Fremdenfeidliche? Menschen, die Fremden feindlich gegenüber stehen. ...


    Da sind wir schon grundsätzlich auseinander. Ich interpretiere Fremdenfeindlichkeit nicht mit Feindschaft. Meiner Meinung nach ist es falsch, das wörtlich auszulegen. Ich interpretiere es viel mehr in Richtung Abneigung. So kleine Dinge die man einfach nicht leiden kann und an die man sich nur schwer gewöhnt. Meistens ist es nach der schweren Eingewöhnung aber auch gut. Das ist jedenfalls keine Feindschaft und gibt dem Schwiegersohn in Spe eine Chance.

  • Ich interpretiere es viel mehr in Richtung Abneigung.

    Also ist eine Feindlichkeit nix, was mit Feindlichkeit zu tun hat, sondern eher was mit Abneigung? Dann wäre es ja Fremdenabgeneigtheit...


    Man, du machst es aber wieder echt kompliziert. ;)


    mfg