Rassismus und seine Ausprägungsformen in der Gegenwart und Historie

  • Wenn die Entwicklung so weiter geht, wird Fremdenfeindlichkeit wahrscheinlich verschwinden können, denn wenn man Rassismus so weit auslegt dass es auch bei Abneigung passt, dann kann man damit einfach alles erschlagen. :kopfkratz2: Es ist aber schon irgendwie blöd, dass Rassismus kaum ohne Rasse auskommt, auch wenn es gar keine Rassen gibt... :/ Das muss unbedingt noch korrigiert werden mit der Rasse in Rassismus. :biggrin:

    Ich habe es schon mal zitiert: Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz definiert Rassismus als "die Überzeugung, dass ein Beweggrund wie Hautfarbe, Sprache, Religion, Staatsangehörigkeit oder nationale oder ethnische Herkunft die Missachtung einer Person oder Personengruppe oder das Gefühl der Überlegenheit gegenüber einer Person oder Personengruppe rechtfertigt". Klar stammt der Begriff aus einer Zeit, als man noch davon ausging, dass es unterschiedliche Menschenrassen gab, die sich in der Physiognomie und insbesondere in der Hautfarbe äußerten. Mittlerweile hat sich der Begriff "Rassismus" verselbständigt; wenn dir ein besserer einfällt, nur zu. "Fremdenfeindlichkeit" ist mir zu lasch.

  • Mittlerweile hat sich der Begriff "Rassismus" verselbständigt; wenn dir ein besserer einfällt, nur zu. "Fremdenfeindlichkeit" ist mir zu lasch.

    Dann sehen wir den Begriff "Fremdenfeindlichkeit" sicher ähnlich. Es ist bestimmt sinnlos ein anderes Wort für Rassismus zu suchen. Es könnte auch ohne dass es Rassen gibt jeder wissen was gemeint ist, wenn die von Dir genannte Definition einfach so gelten würde. Die Verselbständigung die zur Zeit stattfindet halte ich eher für kontraproduktiv. So in etwa wie das Kind mit dem Bade auszuschütten. Und ihren Ursprung hat diese ganze Übertreibung in dem von links betriebenen Aktivismus die Menschen über die Sprache erziehen zu wollen, was letztlich auch im Rahmen von immer kleingeistigerer identitärer Abgrenzung, bis zu einer Art shitstormgesteuerten Twitterlynchjustiz an öffentlichen oder auch weniger öffentlichen Personen geführt hat. Im Ergebnis von all diesem Mist bleibt die Definition von Rassismus völlig offen und kann sich täglich ändern.

  • Und ihren Ursprung hat diese ganze Übertreibung in dem von links betriebenen Aktivismus die Menschen über die Sprache erziehen zu wollen, was letztlich auch im Rahmen von immer kleingeistigerer identitärer Abgrenzung, bis zu einer Art shitstormgesteuerten Twitterlynchjustiz an öffentlichen oder auch weniger öffentlichen Personen geführt hat. Im Ergebnis von all diesem Mist bleibt die Definition von Rassismus völlig offen und kann sich täglich ändern.

    Die sogenannte Übertreibung hat mit der Definition von Rassismus gar nichts zu tun. (Übertreibung ist für mich, wenn man sich jetzt schon über einen "rassistischen Fotoautomaten" lustig macht.) Sie basiert einfach auf der Tatsache, dass Rassismus immer klein anfängt. Kinder sind keine Rassisten, sondern werden dazu erzogen, und Sprache trägt dazu bei, den alltäglichen Rassismus bei uns von klein auf langsam aber stetig gesellschaftsfähig zu machen. Aber alte weiße Männer (und Frauen) wird man mit solchen Argumenten nicht mehr erreichen. Und wer der Meinung ist, über Twitter fragwürdige Formulierungen verbreiten zu müssen, soll dann auch nicht so wehleidig sein und über einen Shitstorm jammern.

    Richtig, es gibt keinen juristisch bindenden Gesetzestext zu Rassismus. Aber im Kern sind alle Vorstellungen darüber gleich.

  • Von Rassismus spricht man gemeinhin, wenn eine Diskriminierung aufgrund biologischer Merkmale, z.B. der Hautfarbe, stattfindet.

    Von Fremdenfeindlichkeit, wenn es sich um eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft, Kultur oder Religion handelt.

    Heutzutage wird meist nicht unterschieden, was auch daran liegen mag, dass der Begriff "Rassismus" härter und "böser" klingt als "Fremdenfeindlichkeit".

    Tatsächlich lässt sich doch beides oft gar nicht trennen.

  • Dann sehen wir den Begriff "Fremdenfeindlichkeit" sicher ähnlich. Es ist bestimmt sinnlos ein anderes Wort für Rassismus zu suchen. Es könnte auch ohne dass es Rassen gibt jeder wissen was gemeint ist, wenn die von Dir genannte Definition einfach so gelten würde. Die Verselbständigung die zur Zeit stattfindet halte ich eher für kontraproduktiv. So in etwa wie das Kind mit dem Bade auszuschütten. Und ihren Ursprung hat diese ganze Übertreibung in dem von links betriebenen Aktivismus die Menschen über die Sprache erziehen zu wollen, was letztlich auch im Rahmen von immer kleingeistigerer identitärer Abgrenzung, bis zu einer Art shitstormgesteuerten Twitterlynchjustiz an öffentlichen oder auch weniger öffentlichen Personen geführt hat. Im Ergebnis von all diesem Mist bleibt die Definition von Rassismus völlig offen und kann sich täglich ändern.

    Das mag daran liegen, dass diese Vorarbeit "nicht mehr" von Frauen und Männern in der Öffentlichkeit geführt werden die wiklich was zu sagen haben. Also Menschen, die einen geistigen und wissenschaftlichen Hintergrund haben und zumindest fundiert belegen können wovon sie reden. Wie ich im Digital-Thread schrieb ist mittlerweile jeder Internet-Konsument ein Harvard Absolvent in Teutonien und der Welt.

    Die "Geistesgrößen" oder eher die zweite Reihe wird im spätabendlichen Programm versteckt, welches unsere Smartphone-Lümmel-Generation eh nicht mehr schaut, und da meistens von eher mäßigen Moderatoren interviewt. Die Aufklärung findet heute eher durch Dokus und Reportagen auf Netflix statt oder durch solche Koryphäen wie Dr. Bannon im WWW. Zu Büchern greift die Jugend auch immer weniger, um wenigstens erstmal einen Grundstock der kritischen Betrachtung zu erlangen.

    Wo sind die Freaks im Format eines Prof. Dr. Jürgen Habermas, die in der Tradition der deutschen Philosophie und Sozialwissenschaften stehen und eine gewisse Autorität, in dem was sie sagen, ausstrahlen? Was wir neben dem ganzen Hass im Internet und den Gesellschaften erleben verläuft parallel zu der Verachtung der Wissenschaften und der erarbeiteten geistigen Leistung unserer akademischen Mitmenschen.

  • Die sogenannte Übertreibung hat mit der Definition von Rassismus gar nichts zu tun. (Übertreibung ist für mich, wenn man sich jetzt schon über einen "rassistischen Fotoautomaten" lustig macht.) Sie basiert einfach auf der Tatsache, dass Rassismus immer klein anfängt.

    Es gibt keine rassistischen Fotoautomaten, sondern nur solche mit unausgegorenen Algorithmen. Vielleicht ist auch einfach den Cross-Race-Effect (womit es mir gelungen ist wieder das Wort Rasse einzuflicken ^^) vom weißen Gehirn des Entwicklers auf die zuständige KI hochgeladen worden. Aber auch das wäre noch lange nicht rassistisch, sondern einfach eine lückenhafte Software. Es ist auch nicht rassistisch dass ein solcher Automat so lange in einer Behörde steht, sondern das ist modernes Vergaberecht, bei dem die unmittelbar betroffenen Behördenmitarbeiter die allerletzten sind, die über die Beschaffung einer solchen Maschine etwas zu sagen haben und wann sie wiederbeschafft wird und welche Vorgaben an die Software dabei gemacht werden. Von daher kann man sich durchaus über so etwas lustig machen.


    Bei den Twitterhinrichtungen habe ich eher darauf angespielt, dass jetzt anscheinend Zeitungsredakteure ihren Job über Twitter verlieren können, wenn sie "unliebsame" Artikel zulassen und nicht das gegenseitige Shitstormgeplänkel und das macht auch die Übertreibung so offensichtlich und ich denke sie wird auch jungen Leuten immer offensichtlicher und nicht nur den überflüssigen alten weißen Überlebenden des letzten Jahrhunderts. 8o

  • Das mag daran liegen, dass diese Vorarbeit "nicht mehr" von Frauen und Männern in der Öffentlichkeit geführt werden die wiklich was zu sagen haben. Also Menschen, die einen geistigen und wissenschaftlichen Hintergrund haben und zumindest fundiert belegen können wovon sie reden.

    Du jammerst nach alten weißen Männern - und Frauen. 8o


    Aber vielleicht hast Du Recht. Diese intellektuelle Führerschaft hat alles viel einfacher gemacht und einen Rahmen hergegeben, in dem man sich sicher bewegen konnte. Die durch das Netz aufgeklärte Bevölkerung hat aber Gefallen am "Selberdenken" gefunden und gibt nicht mehr viel auf "gelehrtes Geschwätz". Darüber kann man dann auch sicher wieder geteilter Meinung sein. Jedenfalls hat der Pfarrer die Kanzel verlassen. In Bayern vielleicht noch nicht, aber das ist nur eine Frage der Zeit. :D

  • Die "Geistesgrößen" oder eher die zweite Reihe wird im spätabendlichen Programm versteckt, welches unsere Smartphone-Lümmel-Generation eh nicht mehr schaut, und da meistens von eher mäßigen Moderatoren interviewt. Die Aufklärung findet heute eher durch Dokus und Reportagen auf Netflix statt oder durch solche Koryphäen wie Dr. Bannon im WWW.

    Eben, versteckt. Das erinnert mich an die Golfkriege wo man bis 23.00 Uhr warten musste um dann in den Talkrunden zu hören das die gerade angefangene Geostrategie für den A... ist....

    Zu Büchern greift die Jugend auch immer weniger, um wenigstens erstmal einen Grundstock der kritischen Betrachtung zu erlangen.

    Gibt es denn noch so radikalaufklärerische Bücher bzw. Autoren mit Format ? Ich meine wir haben hier in anderen Threads von Bernt Engelmann gesprochen dessen Bücher teils 50 jahre alt sind. Da rollen sich jedem Millenial die Fußnägel hoch.....

    Wo sind die Freaks im Format eines Prof. Dr. Jürgen Habermas, die in der Tradition der deutschen Philosophie und Sozialwissenschaften stehen und eine gewisse Autorität, in dem was sie sagen, ausstrahlen?

    Ist es denn wirklich die Frage ob es Sie gibt, sondern nicht eher warum Sie momentan nicht gehört werden ?


    Deswegen ja auch meine Kritik z.B. auch bei der FfF Bewegung die, wie gesagt auch nicht unbedingt als Alleinstellungsmerkmal aber ähnlich den Futuristen des beginnenden 20 Jahrhunderts alles Alte kategorisch ablehnt.


    Nur hier ist mir da jetzt vieles zu offensichtlich, zuviel Kalkül, zuviel einen anderen Zweck folgend weil ja eigentlich genau diese Mixtur, wie es eben Habermas und andere für die Studenten damals bedeutete.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • ... Die durch das Netz aufgeklärte Bevölkerung hat aber Gefallen am "Selberdenken" gefunden und gibt nicht mehr viel auf "gelehrtes Geschwätz"....

    Der Witz war echt gut.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Du jammerst nach alten weißen Männern - und Frauen. 8o


    Aber vielleicht hast Du Recht. Diese intellektuelle Führerschaft hat alles viel einfacher gemacht und einen Rahmen hergegeben, in dem man sich sicher bewegen konnte. Die durch das Netz aufgeklärte Bevölkerung hat aber Gefallen am "Selberdenken" gefunden und gibt nicht mehr viel auf "gelehrtes Geschwätz". Darüber kann man dann auch sicher wieder geteilter Meinung sein. Jedenfalls hat der Pfarrer die Kanzel verlassen. In Bayern vielleicht noch nicht, aber das ist nur eine Frage der Zeit. :D

    Diese geistige Intelligenz muss nicht unbedingt alt sein, sie sollte aber ein Wissen und Erfahrungsschatz haben von dem die meisten Menschen noch nicht einmal Ansatzweise die Spur einer Ahnung haben. Man kann zu jedem Thema eine Meinung haben, aber in den seltesten Fällen hält man in diesen einen Dr.-Titel.

    Unsere gesamte Zivilisation beruht auf dieser Vorarbeit und dem Vertrauen, dass einige Menschen eventuell in bestimmten Themen besser Bescheid wissen. Und diesen Umstand wird auch unsere Twitter-Generation nicht aushebeln können, eher gibt es eine Bauchlandung. Ich bin aber froh das du das Selberdenken in Anführunszeichen gesetzt hast8o- wir verstehen uns schon ganz gut Buddy.

  • Kann ich dir nicht sagen Bicycle. Ich bewege mich momentan nicht in den Kreisen der abgeschotteten akademischen Elite. Aber kannst du mir eine heutige Geistesgröße eines Wittgensteins nennen, der seinem welbekannten Doktorvater B. Russel und dem 2 Prüfer nach der Vorstellung seiner Theorien und Prüfung direkt ins Gesicht gesagt hat das sie das nie verstehen werden^^.

  • Kann ich dir nicht sagen Bicycle. Ich bewege mich momentan nicht in den Kreisen der abgeschotteten akademischen Elite. Aber kannst du mir eine heutige Geistesgröße eines Wittgensteins nennen, der seinem welbekannten Doktorvater B. Russell und dem 2 Prüfer nach der Vorstellung seiner Theorien und Prüfung direkt ins Gesicht gesagt hat das sie das nie verstehen werden^^.

    Also wartest Du auf ein neues "Jahrhundertgenie"...😉

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Diese geistige Intelligenz muss nicht unbedingt alt sein, sie sollte aber ein Wissen und Erfahrungsschatz haben von dem die meisten Menschen noch nicht einmal Ansatzweise die Spur einer Ahnung haben. Man kann zu jedem Thema eine Meinung haben, aber in den seltesten Fällen hält man in diesen einen Dr.-Titel.

    Unsere gesamte Zivilisation beruht auf dieser Vorarbeit und dem Vertrauen, dass einige Menschen eventuell in bestimmten Themen besser Bescheid wissen.

    Die geistige Intelligenz schottet sich gerne vom gewöhnlichen Fußvolk im Elfenbeinturm ab und schaut vom höchsten Balkon verächtlich nach unten. Das war viele Jahrhunderte bis Jahrtausende so und wurde von Priestern und Königen so lange erhalten wie es nur ging und irgendwann gab es den Buchdruck und viele Geheimnisse wurden offenbart. So gesehen sind die Aufklärung mitsamt Deinen philosophischen Helden nur ein Vorläufer des Informationsdingens vom DurchBlick und jeder spürt auch, dass das Internet unsere Welt verändert und schon sehr verändert hat.


    So ein Genie wie Wittgenstein würde im heutigen, inzwischen zu einem orkanartiken Brausen angeschwollenen Twittergewitter, wahrscheinlich gar nicht mehr hervorstechen können und wenn er es doch schaffen würde, könnte er immer noch niedergetrollt werden. Jeder dahergelaufene vegane Kochbuchschreiber, würde seinen Geniestreichen irgendetwas Belangloses entgegenhalten und es auf diese Weise in den Mahlstrom des unendlichen elektronischen Geschwätzes reißen. Das traue sogar ich mir zu. :diabolo:


    Es ist daher fraglich ob einzelne Genies es noch werden reißen können. Und wenn überhaupt müssten es ja, nach aktuellem Trend, PoC-Genies mit etwa hunderttausend Followern sein, um überhaupt ein "Recht" zu haben, eine Meinungsführerschaft für sich zu proklamieren – womit ich trotz meines Geschwalls noch sehr elegant die Kurve zum Rassismus gekriegt habe. ^^

  • Die geistige Intelligenz schottet sich gerne vom gewöhnlichen Fußvolk im Elfenbeinturm ab und schaut vom höchsten Balkon verächtlich nach unten. Das war viele Jahrhunderte bis Jahrtausende so und wurde von Priestern und Königen so lange erhalten wie es nur ging und irgendwann gab es den Buchdruck und viele Geheimnisse wurden offenbart. So gesehen sind die Aufklärung mitsamt Deinen philosophischen Helden nur ein Vorläufer des Informationsdingens vom DurchBlick und jeder spürt auch, dass das Internet unsere Welt verändert und schon sehr verändert hat.


    So ein Genie wie Wittgenstein würde im heutigen, inzwischen zu einem orkanartiken Brausen angeschwollenen Twittergewitter, wahrscheinlich gar nicht mehr hervorstechen können und wenn er es doch schaffen würde, könnte er immer noch niedergetrollt werden. Jeder dahergelaufene vegane Kochbuchschreiber, würde seinen Geniestreichen irgendetwas Belangloses entgegenhalten und es auf diese Weise in den Mahlstrom des unendlichen elektronischen Geschwätzes reißen. Das traue sogar ich mir zu. :diabolo:


    Es ist daher fraglich ob einzelne Genies es noch werden reißen können. Und wenn überhaupt müssten es ja, nach aktuellem Trend, PoC-Genies mit etwa hunderttausend Followern sein, um überhaupt ein "Recht" zu haben, eine Meinungsführerschaft für sich zu proklamieren – womit ich trotz meines Geschwalls noch sehr elegant die Kurve zum Rassismus gekriegt habe. ^^

    Wir sollten aber nun nicht so garstig werden und die politische und religiöse Intelligenz mit der Intelligenz der modernen Wissenschaft zu vermengen. Die heutige Wissenschaft hat einen völlig anderen Anspruch und Vorgaben, um eine Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit zu gewährleisten.

    Gerade in Zeiten wo Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wieder aktuelles Thema werden wäre eine wissenschaftliche Einschätzung der Lage durch die Soziologie wünschenswert. Das mag nicht allen gefallen und die Gegenmeinung folgt auf dem Fuße, aber es wäre hilfreich. Gerade was dieses Thema angeht gibt es ja auch in der Wissenschaft könträre Meinungen und nicht wenige werden als Rassisten betitelt. Aber immerhin folgt daraus eine Diskussion in der mit wissenschaftlichen Mitteln und Methoden zitiert wird und eine Argumentationskette aufgebaut wird.


    "Alles Kanacken" ist halt kein Argument.


    Man beruft sich halt in Diskussionen auf andere, um seine Argumentation zu untermauern und das wird durch die Digitalisierung ja nicht aufgehoben. Nur heute verlinkt oder zitiert man halt Online-Medien oder Social-Media. Allerdings ist die Unterstreichung des Arguments auf die Berufung eines akademischen Titelträgers (der sich selber der kritischen Betrachtung seiner Kollegen stellen musste) eine andere Qualität als die auf Forenuser XYZ bei Facebook oder der Daily Mail.


    Die Corona-Krise zeigt uns ganz deutlich, dass die Mehrheit der Bevölkerungen genau diese Frauen und Männer braucht und fordert die ihnen diese Ausnahmesituation einigermaßen verständlich erklärt. Denn wenn der reale Kontrollverlust einsetzt nützen lustige Twitter und Facebookbeiträge nicht mehr. Schwieriger wird es halt bei Themen wie der Klimakrise und Rassimus, weil hier die unmittelbare Lebensbedrohung entfällt und die eigene Person an Veränderung gebunden ist. Aber gerade in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Rassismus und den daraus entstehenden Spannungen und Stress wäre es von Nöten, wenn ein paar Geistesgrößen Ausblicke und Erkenntnisse vermitteln könnten wie ein Staatswesen und die Gesellschaft damit umgehen könnten und welche Erkenntnisse uns die Geschichte hinsichtlich dieser Thematik zeigt.

  • Es muss nicht gleich ein Jahrhundertgenie sein.

    Ein Jahrhundertgenie würde in unserem politischen System nie in eine Position kommen, wo Er/Sie positiv die gesellschaftliche Entwicklung beeinflussen könnte. Ein MARX oder ENGELS wäre im Realsozialismus entweder auf einen hohen Sockel gestellt worden oder völlig einflusslos im Gefängnis oder Gulag gelandet, wenn er der Parteilinie nicht hätte folgen wollen. Und die heutigen Parteien handeln zwar etwas eleganter, dennoch verschwinden wirklich kluge Köpfe schnellstmöglich von der Karriereleiter bevor sie die erste Sprosse erklimmen konnten. Als Hoffnungsträger gelten dann eher aalglatte Typen, wie der Geölte oder der lütte Philip, wenn sie sich nicht gerade selbst ein Bein stellen.

  • Fremdenfeindlichkeit ist nicht dasselbe wie Rassismus, denn auch wenn es in Wahrheit keine Rassen gibt, haben die Menschen jahrtausendelang geglaubt, dass es solche gibt. Und sie haben mit ihrer Feindschaft die überzogen, die gemeinsame, fremde - äußere! - Merkmale hatten.


    Fremdenfeindlichkeit findet (oder fand) man auch in entlegenen Dörfern, da, wo die Leute "unter sich" bleiben wollen. Und wo man schon eine andere Sprache oder einen anderen Glauben nicht akzeptiert, also kulturelle Unterschiede. Da glaubt ja niemand, dass Tschechen und Kroaten unterschiedliche Rassen sind, die Ablehnung ist nicht Rassismus, sondern eben Fremdenfeindlichkeit.


    Ich weiß aus vielen Erzählungen, dass zu Kriegsende, als die vielen Flüchtlinge aus Ostpreußen und Schlesien kamen, viele unserer Dörfler ihnen gegenüber sehr reserviert bis feindselig gegenüberstanden. Das waren eben Fremde, sie sprachen komisch, waren abgebrannt und abgemagert, das alles war unangenehm, aber niemand wäre auf die Idee gekommen, in ihnen eine andere Rasse zu sehen.


    Ich halte es für einen großen Fehler, die Maßstäbe unserer Altvorderen an unsere heutigen Maßstäbe anzulegen und die Denkmäler - auf einem bestimmten Gebiet - herausragender Persönlichkeiten zu schleifen, weil sie, Kinder ihrer Zeit, auf anderen Gebieten nicht unseren heutigen Maßstäben genügen. Abgesehen davon, dass es von uns ganz schön arrogant ist, weil sie wenigstens auf einem Gebiet besonders waren und die meisten von uns auf keinem, ist es auch völlig geschichtsvergessen, und das tut keinem Volk gut. Wenn einer auf dem Sockel steht, der ausnahmslos nichts gemacht hat außer Sauereien, wozu ich unterdrückende Kolonialherren zähle, kann man seinen Sockel für einen anderen Typen hernehmen, aber sonst?

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Gun0815, ich habe ueber diese deine Frage nachgedacht und denke, dass du sie laengst selbst beantwortet hast. Die Freude des Vaters ueber "den Fremden" wird sich in Grenzen halten, ohne dass man ihm deswegen Fremdenfeindlichkeit nachsagen koennte.

    Fremdenfeindlichkeit, Rassismus sieht anders aus.

    Glauben kann jeder was er moechte, wenn er aber verbreitet, dass Gewalt und Missachtung gegenueber Frauen ein typisches Merkmal von Maennern aus einem bestimmten Kulturkreis geschuldet ist, so ist er M.m.n. nicht sehr weit von rassistischem Gedankengut entfernt. Im Hervorheben des besseren Menschen unseres Kulturkreises (der selbsternannte Antirassist wird es niemals unserer "Rasse" nennen), erniedrigt er pauschal Menschen des anderen Kulturkreises. Zur Untermauerung dieses Aussage wird das Beispiel der Horror - Silvesternacht von Koeln

    aufgegriffen, in der die schaurigsten "Pegida-Fantasien" Wirklichkeit geworden scheinen. (Gelesen andernforums.)

    Der Autor des nachstehenden Artikels. Walter von Rossum , moechte gewiss nicht die Ereignisse dieser Nacht relativieren oder gar verharmlosen.

    Es ist nichts weiter als ein Beitrag vom " Schmieden von Mythen, bevor die Tatsachen sie erkalten lassen, " um sie dann immer wieder aufzuwaermen".. Wozu? Um zu wissen, dass Rassismus nicht aus dem Bauch kommt?


    Vielleicht hilft folgender Artikel weiter beim Nachdenken darueber.:


    https://www.nachdenkseiten.de/?p=34759