Rassismus und seine Ausprägungsformen in der Gegenwart und Historie

  • Gun0815, ich habe ueber diese deine Frage nachgedacht und denke, dass du sie laengst selbst beantwortet hast. Die Freude des Vaters ueber "den Fremden" wird sich in Grenzen halten, ohne dass man ihm deswegen Fremdenfeindlichkeit nachsagen koennte.

    Fremdenfeindlichkeit, Rassismus sieht anders aus.

    Glauben kann jeder was er moechte, wenn er aber verbreitet, dass Gewalt und Missachtung gegenueber Frauen ein typisches Merkmal von Maennern aus einem bestimmten Kulturkreis geschuldet ist, so ist er M.m.n. nicht sehr weit von rassistischem Gedankengut entfernt. Im Hervorheben des besseren Menschen unseres Kulturkreises (der selbsternannte Antirassist wird es niemals unserer "Rasse" nennen), erniedrigt er pauschal Menschen des anderen Kulturkreises.

    Sei dir sicher, dass ich mir diese Frage schon sehr lange und sehr befriedigend beantwortet hab.

    Ja, wir reden hier von zwei Begriffen. Was Rassismus ist, das brauchen wir wohl wirklich nicht ausführlich zu diskutieren. In wie weit Fremdenfeindlichkeit schon Rassismus ist oder eben nur eine Vorstufe oder ein kleiner Teilaspekt, dass kann man sicherlich vortrefflich auseinander nehmen.


    Meine Anregungen dazu sind auch genau das, sie sind Anregungen.


    Als ich mit 8 Jahren in ein anderes Dorf gezogen bin, von der Distanz her nicht mal der Rede wert aber ich bin vom Vorharz/Einetal ins Mansfelder Land gezogen und das sind kulturell und sprachlich WELTEN! ;) ...begegnete mir auch "Fremdenfeindlichkeit".

    Mein Dialekt war nicht der gleiche, ich war eh etwas anders und dann noch die kuschelige Dorfgemeinschaft. Das war eine Zeit, die echt schwer war.

    Nach und nach zog Normalität ein und ich bemühte mich, zumindest ähnlich zu kakeln (sprechen). :)


    Wenn nun ein Mensch der Meinung ist, es gäbe sowas wie Menschenrassen (ich bin ja dafür, dieses Wort zu verwenden und nicht nur das Wort Rasse), dann kannst du dir sicher sein, dann denkt er, er gehöre zu einer besseren. Das haben alle Rassisten gemein.


    Da ich aber schon immer ein Kind der Natur war und bis heute bin, weiß ich auch seit vielen Jahren, dass der Begriff "Rasse" nur verwendet wird, wenn man von Menschen gezüchtete und domestizierte Tiere spricht. Nicht mal im Wildtierbereich spricht ein Biologe von "Tierrassen". Dort differenziert man etwas wissenschaftlicher, indem man in Arten, Unterarten, Familien und den Tribus unterscheidet.

    Das ist logischer, als wenn Menschen wegen der Farbe der Haut (Das Fell) in verschiedene Rassen einteilt.

    Denn nehmen wir die Definition, dass eben Rassen bei von Menschen domestizierten und gezüchteten Haus-/Nutztiere existieren, dann müßten Menschen vom Menschen gezüchtet werden, um jenen Begriff sachgemäß anzuwenden.

    Wir wissen aber auch, dass ein enger Genpool bei der Zucht immer problematisch ist. Vielfalt ist hier der Schlüssel für den evolutionären Erfolg. Das lehrt uns unsere Geschichte.

    Rassisten sind für mich deshalb Menschen, die den Schuß nicht gehört haben und der Evolution die Stirn bieten wollen. Wie dumm das ist, können gern, sofern sie intellektuell dazu in der Lage sind, Kommunen zB in den USA bezeugen, da gibt es ja religiöse Eigenbrödler, die bedingt durch ihre eigene Form der Fremdenfeindlichkeit Fremden gegenüber eher skeptisch gegenüber stehen und mit einem solch engen Genpool zu kämpfen haben. ...also ein Schuß ins eigene Knie. :)


    Die Basis ist die, dass sich Menschen einfach für besser halten, als andere.

    Dies aber nicht auf Grund von mehr Wissen, bessere Ausbildung und/oder der gesellschaftlichen Stellung, sondern durch Genetik. Wie dämlich das ist, kann die Wissenschaft schon seit sehr langer Zeit bestätigen.

    Ich sehe aber Fremdenfeindlichkeit als Vorstufe zu einem Rassismus, der in der Paupertät steckt.

    In dieser Phase entscheidet es sich, ob ein Fremdenfeindlicher zum Rassisten wird oder ob er Einsicht zeigt und sich seiner Verirrung bewußt wird. Letztlich ist hier auch das Umfeld wichtig.


    mfg

  • Ich faende es gut, wenn es hier noch mehr derlei Anregungen gaebe. Wann hoert die "pubertaere" Fremdenfeindlichkeit auf, wann beginnt Rassismus. ?

    Ich glaube, dass Rassismus sehr unterschiedlich definiert wird.

    Wenn Menschen sich einfach fuer besser halten als andere, dann mag das einerseits als menschliche Eigenschaft betrachtet werden, andererseits ist "sich besser zu halten als andere" der Kern des Stoffes, aus dem Rassismus gemacht ist.

    Das Umfeld ist, wie so oft, als Entscheidende.

    Mein Grossvater hatte ein Maedchen aus dem Nachbardorf geheiratet, das war eine "Auswaertige". Sie war die Fremde, die zunaechst mit Argusaugen beobachtet wurde. Wer anders sprach als badisch, sprich hochdeutsch, war eine "Vornehme" und vor der Akzeptanz stand das Erlernen des Dialektes. Das war sicherlich kein Rassismus sondern einer Zeit geschuldet, als die Menschen noch weit von der heutigen Mobilitaet entfernt waren und nichts weiter kannten als ihre kleine Welt.

    Die Moeglichkeiten fuer die Menschen des 21. Jahrhunderts sind fast unbegrenzt. Man kann durch die Weltgeschichte reisen, Menschen kennenlernen aus anderen Kulturen und entdecken, dass es ueberall solche und solche gibt. Rassismus in unserer Zeit schlicht und einfach eine sehr beschraenkte Weltansicht - und eine gefaehrliche dazu.

  • Gun0815, ich habe ueber diese deine Frage nachgedacht und denke, dass du sie laengst selbst beantwortet hast. Die Freude des Vaters ueber "den Fremden" wird sich in Grenzen halten, ohne dass man ihm deswegen Fremdenfeindlichkeit nachsagen koennte.

    Fremdenfeindlichkeit, Rassismus sieht anders aus.

    Aber was ist, wenn der Papa seiner Tochter verbietet den Fremden zu heiraten, weil dieser eine andere Religion oder Hautfarbe hat?

    Ist der Vater jetzt rassistisch oder fremdenfeindlich weil er seine Art zu leben als gegeben erachtet und sich das Recht herausnimmt, dies auf seine Tochter zu projezieren, mit der Nachhaltigkeit der brutalen Wahl?

    Ich sehe eher die kleine Verurteilung in der charackterlichen Beurteilung des Fremden durch den Vater und (vielleicht) warnender Worte.

  • Aber was ist, wenn der Papa seiner Tochter verbietet den Fremden zu heiraten, weil dieser eine andere Religion oder Hautfarbe hat?

    Ist der Vater jetzt rassistisch oder fremdenfeindlich weil er seine Art zu leben als gegeben erachtet und sich das Recht herausnimmt, dies auf seine Tochter zu projezieren, mit der Nachhaltigkeit der brutalen Wahl?

    Ich sehe eher die kleine Verurteilung in der charackterlichen Beurteilung des Fremden durch den Vater und (vielleicht) warnender Worte.

    "Brutale Wahl", was ist damitgemeint?? Verbieten geht gar nicht, Schopenhauer, doch Rassist waere er trotz eines Verbots nicht, denn es ist nun mal eine Eigenschaft vieler Eltern zu glauben, besser als das "Kind" zu wissen, was fuer dieses besser ist oder nicht. Es sind nicht Gruende, dass Eltern ihre Art zu leben als gegeben erachten, das glaube ich weniger. Wenn allerdings die Hautfarbe mit ins Spiel kommt, dann ist Rassismus angesagt. Unterschiedlicher kultureller Hintergrund, eine andere Religion sind Punkte, die es zu diskutieren gilt . Aber letztendlich muss die Entscheidung der Tochter ueberlassen werden und jeder Papa sollte aus seiner Erziehungserfahrung gelernt haben, dass Verbote wenig hilfreich sind und am allerwenigsten gegenueber einer erwachsenen Tochter.

  • Wer mehr ueber Rassismus erfahren moechte, sollte Alice Hasters Buch gelesen haben: "Was weisse Menschen nicht ueber Rassismus hoeren wollen, aber wissen sollten."" . Es geht um Alltagsrassismus und Menschen, die den eigenen Rassismus nicht zu erkennen vermoegen.


    "Rassismus gedeiht, wo er geleugnet wird." (Doudou Diene, ehemaliger Sonderbereichterstatter der Vereinten Nationen)

  • "Brutale Wahl", was ist damitgemeint?? Verbieten geht gar nicht, Schopenhauer, doch Rassist waere er trotz eines Verbots nicht, denn es ist nun mal eine Eigenschaft vieler Eltern zu glauben, besser als das "Kind" zu wissen, was fuer dieses besser ist oder nicht. Es sind nicht Gruende, dass Eltern ihre Art zu leben als gegeben erachten, das glaube ich weniger. Wenn allerdings die Hautfarbe mit ins Spiel kommt, dann ist Rassismus angesagt. Unterschiedlicher kultureller Hintergrund, eine andere Religion sind Punkte, die es zu diskutieren gilt . Aber letztendlich muss die Entscheidung der Tochter ueberlassen werden und jeder Papa sollte aus seiner Erziehungserfahrung gelernt haben, dass Verbote wenig hilfreich sind und am allerwenigsten gegenueber einer erwachsenen Tochter.

    Mit brutaler Wahl meine ich die Drohung, dass sie dann nicht mehr zur Familie gehört und der Kontakt abgebrochen wird. Ich finde es völlig unzureichend, den Begriff Rassismus hier nur anzuwenden, wenn es um die Hautfarbe geht.

    Es gibt nur einen Unterschied zwischen dem kulturellen Rassismus und dem ethnischen (Hautfarbe) Rassismus. Deine Religion kannst du wechseln, deine Hautfarbe allerdings nicht. Und doch sind beide Formen extrem ausgrenzend und tragen zum alltäglichen Rassismus bei und verhärten die Fronten.


    Der Vater, welcher seiner Tochter verbietet interkulturell zu heiraten mag verschiedenen Rechtfertigungen unterliegen.


    1. Er glaubt an die religiösen Konventionen und lebt danach

    2. Er unterliegt den Normen und Konventionen seiner Community und fürchtet die
    Auseinandersetzung

    3. Er will seiner Tochter die Auseinansetzung ersparen und glaubt fürsorglich zu handeln


    In allen Fällen nimmt der Rassismus eine tragende Rolle ein und leitet die Entscheidungsfindung. Wir können an dieser Stelle lange darüber diskutueren ob es richtig oder falsch ist (was es nach meiner persönlichen Meinung natürlich ist) aber diese Form des Rassismus aus Bequemlichkeit, Konventionen oder tiefer Überzeugung ist genauso weit verbreitet wie Rassimus aufgrund der Hautfarbe, wenn nicht noch mehr.


    Zitat

    Wer mehr ueber Rassismus erfahren moechte, sollte Alice Hasters Buch gelesen haben: "Was weisse Menschen nicht ueber Rassismus hoeren wollen, aber wissen sollten."" . Es geht um Alltagsrassismus und Menschen, die den eigenen Rassismus nicht zu erkennen vermoegen.


    "Rassismus gedeiht, wo er geleugnet wird." (Doudou Diene, ehemaliger Sonderbereichterstatter der Vereinten Nationen)


    Aus diesem Grunde mag es vielleicht interessant sein deine Buchempfehlung zu lesen aber sie geht grundlegend an der Materie vorbei, weil sie sich nur einen Teil der Menschheit herausgreift. Warum soll ich mich mit einem verengten Teil von Rassismus auseinandersetzen (der übrigens schon sehr gut dokumentiert ist), wenn er den grundlegenden Rassismus (in seinen verschiedenen Formen) der in allen Menschen wohnt außen vorläßt?

    Wie rassistisch und ausgrenzend der religiöse/kulturelle Rassismus ist wird in dieser kleinen Dokumentation über die evangelikalische Bewegung gezeigt. Allerdings ist evangelikal hier mit jeder anderen Form von stark regelbasierter Religion austauschbar. Und selbst in der schwächsten Form (sehr liberal) bis du schon mit gewisser Ablehnung, in einer interkulturellen Beziehung, konfrontiert, wenn es sich nicht um deinen engsten Freundeskreis handelt.


    https://www.zdf.de/dokumentati…ikale-in-den-usa-100.html


    Diesen Aspekt will ich von der Neurologie und Soziologie dargestellt bekommen und nicht die einseitige Darstellung über eine Ethnie, denn die ist auch zukünftig austauschbar.

  • Zunaechst hattest du die Frage gestellt, was ist, wenn der Papa der Tochter verbietet den Fremden zu heiraten, weil er eine andere Religion oder Hautfarbe hat.

    Du fuehrst den Rassismus der evangelikalischen Bewegung an und erwaehnst ganz richtig, dass dieser mit jeder anderen Form von stark regelbasierter Religion austauschbar sei. Wir koennten demnach nun ueber christliche Missionierung, ueber Missionierung allgemein, ueber Kolonialismus, Skalvenhandel und und und diskutieren. Man kann Unheil in der Bibel, im Koran und sicher noch in anderen Schriften finden und alles unter der Ueberschrift "Rassismus"einordnen.


    Nichtsdestotrotz moechte ich dem strengen Herrn Papa, den du als Beispiel anfuehrtest, nicht per se Rassismus unterstellen. Es stimmt, die Hautfarbe kann man nicht wechseln, deswegen ist die Ablehnung eines Menschen, die nichts weiter als dessen Hautfarbe begruendet , purer Rassismus.

    Ich bleibe auch dabei, dass " Ausschluss aus der Familie", wie du es nennst, nicht hinnehmbar ist. Ich sprach von- aus meiner Sicht - begruendeten Vorbehalten, die gegenueber der fremden Kultur und Religion verankert ist.

    Ein Neurologe oder Soziologe bin ich nicht, dass ich wissenschaftliche Erklaerungen liefern kann. Aber ich koennte dir unzaehlige Fallbeispiele erzaehlen , weshalb ich mit deinen "Beispiel-Vater" nicht per se in den Rassismus - Topf stecken moechte.

    Ich denke dabei zuallerest an binationale Ehen, Die Verbindung zweier Partnern aus unterschiedlichen Kulturkreisen kann eine grosse Bereicherung sein, sie bildet aber auch viel Potential fuer kulturelle Probleme. denn Je gravierender die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Partner ist, desto groesser ist das Konfliktpotential. Wenn die beiden Partner nicht nur aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, sondern auch unterschiedlichen Religionen angehoeren, dann ist das Risiko des Scheiterns erheblich.

    Das Scheidungsrisiko bei einer binationalen Ehe ist aufgrund kultureller Probleme angeblich um 64 % hoeher als bei deutschen Partnern. Noch mehr Einfluss auf die Scheidungsrate hat die unterschiedlichre Religionszugehoerigkeit.

    Zum Gelingen einer binationalen Ehe gehoert viel Neugier und Toleranz auf BEIDEN Seiten.

    Das moegen die Ueberlegungen "deinses" Vaters sein.


    Ich denke immer an die Worte einer Freundin, die einen Sudanesen geheiratet hat und in dessen Heimat gezogen ist. Sie hat sich sehr gut integriert und dennoch wuenschte sie im Nachhinein, dass ihr jemand vor dieser Heirat eine Grenze gezogen haette. Sicherlich nicht wegen der schwarzen Hautfarbe des Auserwaehlten, sondern weil der Preis fuer die Heirat einfach zu hoch war.

  • Von Rassismus spricht man gemeinhin, wenn eine Diskriminierung aufgrund biologischer Merkmale, z.B. der Hautfarbe, stattfindet.

    Von Fremdenfeindlichkeit, wenn es sich um eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft, Kultur oder Religion handelt.

    Heutzutage wird meist nicht unterschieden, was auch daran liegen mag, dass der Begriff "Rassismus" härter und "böser" klingt als "Fremdenfeindlichkeit".

    Tatsächlich lässt sich doch beides oft gar nicht trennen.

    Beides - Rassismus und Fremdenfeindlichkeit- beweisen klar erkennbare Zusammenhänge. Allgemein können Fremde anders aussehen als die ansässige Bevölkerung, Aber allein die Andersartigkeit müsste und sollte eigentlich kein Problem sein, den auch die ansässige Bevölkerung war und ist vielfältig,. Andersartigkeit (oft willkürlich definiert) war und ist aber ein für viele Menschen bestimmendes Problem und das gerade in Deutschland.


    Selten habe ich mich als Neuling in bestimmten Gruppenkontexten so mies behandelt gefühlt wie in diesem in dieser Hinsicht sonderbaren Deutschland. Wo mir im Ausland eher mit Neugier und Gastfreundschaft begegnet wurde und wird, gelten in Deutschland dumme Anmache, subtil oder direkt schnell als allgemeine Begrüßung. Wenn man nicht so ist wie die anderen vorgeben zu sein oder einen aus deren Sicht niederen sozialen Status markiert (obwohl man den nicht markieren will) oder nicht als Mittel zum Zweck deren Geschäftstüchtigkeit dienen kann (oder will), dann begegnen einem hier schnell Überheblichkeit und dumme Sprüche.


    Ein Fahrradclub vor Ort hatte sich zum Refugium von sozialer Intelligenz befreien Wohlstands-Rentnerdeppen entwickelt. Auch ein intaktes Fahrrad, dass nicht deren 2000 € teurem Beuteschema entsprach, konnte da schnell zum Dauerbrenner blöder Anmache gereichen. Ich bin da resistent gegen solche Anmache, aber die Arschlöcher kamen von ihrem dummen Egotrip gar nicht mehr runter,die Anmache meiner Person entwickelte sich da zur Stiftung einer Gruppenidentität, die nie die meine sein wird, so dass in Folge die dummen Opas und Omas( vermutlich sind sie das nicht einmal auf Grund ihres affigen "No kids-double income" Geschisses) nun unter sich bleiben und ihren Popo gegen den jeweils 100 Hühner teuren Gelsattel schmieren dürfen bis der Scheißverein ausgestorben sein wird.


    Deutschland war ist eine Klappse was das soziale Miteinander angeht.Früher der Westen, inzwischen wiedervereinigt. Auf dem Land geht es vielleicht mitunter noch solider ab.


    Privater Geltungsdrang,Angeberei und eine teils ekelhafte Dominanz von wohlhabenden oder richtig reichen Vollpfosten versauen hier seit Jahrzehnten das gesellschaftliche Klima, das von Lügenpresse, Staatsfunk, schmierigen Kirchen, Parteien und Verbänden schön gelabert wird, obwohl der gesellschaftliche Zerfall satt zunimmt. Deutschland leidet seit Jahr und Tag unter einem ökonomischen Rassismus, hier werden Frauen im Job verascht, Männer zunehmend auch und Menschen vorwiegend nach ihrer jeweiligen ökonomischen Verwertbarkeit beurteilt. Auch die Glüchtlonge galten und gelten hier nie wirklich als willkommen. Das Gros der Flüchtlinge dürfen irgendwelche billigen Drecksjobs machen, für die dieses dumme Land nicht mehr genügend Bewerber/innen innerhalb der ansässigen Bevölkerung findet.


    In so einem kranken Land gehören Rassismus und Fremdenfeindlichkeit neben der vielen weiteren menschlichen Kälte trotz der brisanten deutschen Historie zum Alltagsprogramm,

    auch wenn die vielen politisch Blinden in diesem Land das nicht wahrhaben wollen.

    Gegen die fremdenfeindliche AfD hetzten wird dieses kranke Land nicht gesund machen. Der Erreger von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und allgemeiner Fremdelei steckt tiefer und in fast jedem von uns.

  • Wenn diese "Kulturkreise" innerhalb einer Nation existieren und einem größerem Kultur-Duktus untergeordnet sind ist es für mich genau das- Rassismus. Du kannst es aber auch einfach Feigheit oder Angst vor dem anderen nennen.

    Es steht jedenfalls für mich fest das diese "Gruppenbildung" im ausgrenzenden Sinne die Keimzelle des immer wiederkehrenden Rassismus und Chauvinismus ist.


    Dein Beispiel hinkt an der Stelle, wo sie den übergeordneten Kulturkreis verlassen und in einen anderen überwechseln (Sudan). Ich rede aber nicht von Menschen die in andere Länder emigieren, sondern von Menschen die in dem gleichen Land geboren sind und somit den übergeordneten Kulturkreis jeden Tag erleben, aber durch ihre Peer-Group durch religiöse/kulturelle Konventionen getrennt sind.

  • Der Vater, welcher seiner Tochter verbietet interkulturell zu heiraten mag verschiedenen Rechtfertigungen unterliegen.


    1. Er glaubt an die religiösen Konventionen und lebt danach

    2. Er unterliegt den Normen und Konventionen seiner Community und fürchtet die
    Auseinandersetzung

    3. Er will seiner Tochter die Auseinansetzung ersparen und glaubt fürsorglich zu handeln

    Als vierte Möglichkeit sehe ich, er ist noch stark dem in seiner Community üblichen Clan-Denken verhaftet. Und wer in diesen Clans ausschließlich Negatives sieht, sollte sich die mangelnde familiäre Unterstützung vergegenwärtigen, die in unserer Gesellschaft z.B. alte Leute erfahren.

  • Ich weiß nicht, warum das so dramatisiert wird. in Amerika leben viele "Kulturkreise" friedlich nebeneinanderher, es gibt ganze italienische Stadtteile, andere sind asiatisch dominiert, und kein Mensch macht eine Weltanschauung daraus. Die Weltanschauung wird zur Keule eher zwischen Weißen...

    Vielleicht ist Europa zu klein für diese amerikaniusche Art von Toleranz, die auch Gleichgültigkeit sein könnte, es sei denn, es handelt sich um den "selbstgezüchteten" Kulturkreis derer, die immer noch als eine Art Sklaven betrachtet werden.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Nein, nicht überall. Die Trennlinien verlaufen anders. Ich würde "schwarze" Amerikaner keinem anderen Kulturkreis zuordnen, wohl aber die erwähnten Italo-Amerikaner und die Asiaten.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Menschen, die im gleichen Land geboren wurden, aber ungleiche Wurzeln haben, so verstehe ich dich jetzt. Haettest du auch gleich einschraenkend sagen sollen, Schopenhauer, als du von der Heirat mit einem "Fremden" geschrieben hast. Was soll dabei die Trennungslinie bilden? Ein Ahne einer der Partner hat in den deutschen Kulturkreis gewechselt, in den dieser hinein geboren wurde. Allein diesen als "Fremden" zu bezeichnen, spricht fuer eine gehoerige Portion Rassismus. dazu gibts eigentlich nicht sehr viel zu diskutieren, m.M.n.

  • Als vierte Möglichkeit sehe ich, er ist noch stark dem in seiner Community üblichen Clan-Denken verhaftet. Und wer in diesen Clans ausschließlich Negatives sieht, sollte sich die mangelnde familiäre Unterstützung vergegenwärtigen, die in unserer Gesellschaft z.B. alte Leute erfahren.

    Ich finde das ich das mit Punkt 2 abgedeckt habe. Ich habe extra keine Religionsgemeinschaft genannt, um das offen und allgemein zu halten. Deinen Punkt sehe ich aber und finde das dies ein soziales Problem ist welchem sich die gesamte Gesellschaft stellen muss. Denn diese Loslösung von der Großfamilie war der Preis für die unglaubliche Dynamik, Flexibilät und Wachstum welchen unsere Gesellschaft in den letzten 75 Jahren erlebt hat. Es gibt nichts umsonst in dieser Welt- leider.

  • Ich weiß nicht, warum das so dramatisiert wird. in Amerika leben viele "Kulturkreise" friedlich nebeneinanderher, es gibt ganze italienische Stadtteile, andere sind asiatisch dominiert...

    Eben un teils sich komplett abgeschlossen und abseits der USA in einer eigenen Parallelwelt. Beschönigend im Neusprech Communities genannt. Mit Menschen die kaum der Landessprache mächtig sind.

    Wäre für mich weniger als Vorbild dienend.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Ich weiß nicht, warum das so dramatisiert wird. in Amerika leben viele "Kulturkreise" friedlich nebeneinanderher, es gibt ganze italienische Stadtteile, andere sind asiatisch dominiert, und kein Mensch macht eine Weltanschauung daraus. Die Weltanschauung wird zur Keule eher zwischen Weißen...

    Vielleicht ist Europa zu klein für diese amerikaniusche Art von Toleranz, die auch Gleichgültigkeit sein könnte, es sei denn, es handelt sich um den "selbstgezüchteten" Kulturkreis derer, die immer noch als eine Art Sklaven betrachtet werden.

    Das ist richtig aber wir können ja nun auch festhalten das dies nicht komplett problemlos funktioniert wie wir gerade erleben. Allerdings kann man auch festhalten das in den USA die interreligiöse und interethnische Paarbildung höher ist als bei uns in Deutschland. Im Endeffekt zählt dann doch eher die überlagerte amerikanische Kultur den Subkulturen. Bei den Extremen verhält es sich aber wie bei uns.

  • Allerdings kann man auch festhalten das in den USA die interreligiöse und interethnische Paarbildung höher ist als bei uns .

    Ist das so bzw. seid wann ? Die letzten Gesetze übrigens die z.B. "interethnische" Ehen ( South Carolina ? ) unter Strafe stellen wurde erst in der Clintonära abgeschafft. Diese wurden zwar seit langen nicht angewendet aber über die Abschaffung wurde abgestimmt.

    Und eine nicht unerhebliche Anzahl der Wähler hat gegen eine Annullierung gestimmt.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Ist das so bzw. seid wann ? Die letzten Gesetze übrigens die z.B. "interethnische" Ehen ( South Carolina ? ) unter Strafe stellen wurde erst in der Clintonära abgeschafft. Diese wurden zwar seit langen nicht angewendet aber über die Abschaffung wurde abgestimmt.

    Und eine nicht unerhebliche Anzahl der Wähler hat gegen eine Annullierung gestimmt.

    In einer Doku wurde auf diese "Towns" eingegangen und deren Funktionsweise erklärt. Während die erste Generation mit Sprachschwierigkeiten den Schutz dieser Communitys sucht, ist die 2 Generation schon dabei sich über das ganze Land zu verteilen.

    Bei der weißen Bevölkerung zeugen nur noch die Namen für die ehemalige Herkunft und die Latinos dringen in diese Gruppe vermehrt hinein. Ebenso die asiatischen Immigranten. Die einzige Ausnahme bilden die Afro-Amerikaner aber das wird sich auch geben.

  • Bei der weißen Bevölkerung zeugen nur noch die Namen für die ehemalige Herkunft und die Latinos dringen in diese Gruppe vermehrt hinein. Ebenso die asiatischen Immigranten. Die einzige Ausnahme bilden die Afro-Amerikaner aber das wird sich auch geben.

    Ja ? Als ich mal diese Immigration Card mit Bleistift ausgefüllt hatte und ich dann eine neue suchte und nicht fand, ich dreist genug war die etwas "kompakte" uniformierte Lady zu fragen ob sie eine englische Version hätte, blaffte sie mich mit den Worten " if you come to Miami you have to speak spanish..." an.


    Und in Chinatown musste auch oft genug in irgendeinem Laden der jüngste Enkel fürs übersetzen herhalten...

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind