Nachrichten die kein Mensch braucht

  • Naja, aus dem Artikel ist ja auch herauszulesen, worum es den beiden Damen ging. Von daher ist Todenhöfers Vergleich ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

    Den Vergleich finde ich auch nicht sonderlich gut. Passt irgendwie nicht. Dennoch finde ich es legitim, in diesem Zusammenhang die moralische Instanz des Staates zu hinterfragen.

  • […] der Thread sollte mittlerweile besser heißen "Nachrichten, die kein Mensch hören will".

    Keineswegs. Kleinloks Intention betraf schließlich die Lancierung von "Nachrichten", deren Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem üblichen Tagesgeschehen aus Politik, Wirtschaft, Sport und der marktgängigen Kultur jenen Dingen eine Bühne bieten, die letztlich weder gesellschaftlich relevant sind noch zur Nachahmung empfohlen

    Die Zeitung, als mittlerweile länger als Dreihundert Jahre hatte schließlich ursprünglich die Aufgabe, Informationen aus geographisch weit entfernten Gegenden bekanntzugeben, das bloße Spektakel stand zunächst nicht im Mittelpunkt.


    Nachrichten, auch Nachrichtenbörsen, befassten sich zunächst einmal das Stadtgespräch in Hafenstädten - welche Schiffe waren neu eingetroffen, welcherlei Waren verfügbar, wo bahnen sich Konflikte an, wo breitete sich Goldgräberstimmung aus?

  • Keineswegs. Kleinloks Intention betraf schließlich die Lancierung von "Nachrichten", deren Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem üblichen Tagesgeschehen aus Politik, Wirtschaft, Sport und der marktgängigen Kultur jenen Dingen eine Bühne bieten, die letztlich weder gesellschaftlich relevant sind noch zur Nachahmung empfohlen…

    Auf Kleinloks Intention habe ich mich auch nicht bezogen, sondern auf das, was du daraus gemacht hast.

  • Hat der Staat eine moralische Instanz? Wie äußert sich die?

    Ich finde, dass hier einfach die falsche Tat kriminalisiert wird.


    Im Uebrigen gibt es Laender, in denen Supermaerkte bestraft werden, wenn sie geniessbare Lebensmittel wegwerfen.

    Eine armselige Gesellschaft, die keine dauerhaften und wirksame Mittel gegen die moralisch verwerfliche Vernichtung geniessbarer Lebensmittel findet.

  • Ich finde, dass hier einfach die falsche Tat kriminalisiert wird.


    Im Uebrigen gibt es Laender, in denen Supermaerkte bestraft werden, wenn sie geniessbare Lebensmittel wegwerfen.

    Eine armselige Gesellschaft, die keine dauerhaften und wirksame Mittel gegen die moralisch verwerfliche Vernichtung geniessbarer Lebensmittel findet.

    Das ist keine Antwort auf meine Frage.


    Aber dein zweiter Absatz stimmt. Es fehlt nur - mal wieder - die zweite Seite der Medaille. Ein Blick in die Müll- und Biotonnen genügt, um sie zu erkennen. Erlaubt sei auch die Frage, für wen all die Lebensmittel in den Geschäften vorgehalten werden.

  • Ich finde, dass hier einfach die falsche Tat kriminalisiert wird.


    Im Uebrigen gibt es Laender, in denen Supermaerkte bestraft werden, wenn sie geniessbare Lebensmittel wegwerfen.

    Eine armselige Gesellschaft, die keine dauerhaften und wirksame Mittel gegen die moralisch verwerfliche Vernichtung geniessbarer Lebensmittel findet.

    Einerseits. Wie im angesprochenen Frankreich wo Lebensmittelkonzerne verpflichtet sind aus den Handel genommene Lebensmittel an Tafeln abzugeben. Aber eben auch nur die, die dafür gesetzlich taugen. Und das Sind nicht alle. Das wird sowieso irgendwann EU weit umgesetzt.


    Andererseits sind die grössten Lebensmittelverschwender immer noch die privaten Haushalte....

  • Einerseits. Wie im angesprochenen Frankreich wo Lebensmittelkonzerne verpflichtet sind aus den Handel genommene Lebensmittel an Tafeln abzugeben. Aber eben auch nur die, die dafür gesetzlich taugen. Und das Sind nicht alle. Das wird sowieso irgendwann EU weit umgesetzt.

    Das Problem ist die MHD- Angabe. Die Regelungen hierfür gehören ausgemistet und angepasst. Es ist nicht einzusehen, wieso Speisesalz in entsprechenden Behältnissen nur 10 Jahre halten soll. Gefriergetrocknete und anständig vakuumierte Konserven dito. Andererseits vermag ich aus Sicht von Lebensmittelsicherheit (und den entsprechenden Regeln dazu) nicht einzusehen, weshalb es jetzt dem Kunden überlassen bleiben soll, durch Riechen, Schmecken oder sonst wie zu bestimmen, wie weit der Produzent die Spanne bei der MHD- Angabe gesehen hat. War er sehr vorsichtig oder nur vorsichtig? Jedem sollte einleuchten, dass das Gänseschmalz in OVP am Tag nach dem MHD nicht ungenießbar ist. Bei vielen anderen Lebensmitteln wäre ich mir da so sicher nicht. Selbstgebackenes Brot kann ich problemlos über eine Woche verzehren. Brot mancher Sorte vom Discounter dagegen... Bei dem Umsatz, den Discounter generieren, wäre es wohl sofort erfolgreich, wenn kleinere Verpackungseinheiten von Lebensmitteln angeboten würden. Insbesondere von solchen, die von Haus aus nur eine sehr begrenzte Haltbarkeit haben.

  • Zu den in ihrem Nachrichtenwert fragwürdigen Meldungen zählen sicher die regelmäßig im Tagesgeschehen aufleuchtenden Ermittlungserfolge von Zoll und Polizei, über die oftmals erst geraume Zeit später berichtet wird… dass peruanische Katzenstreu en gros auffallen müsste, hätte man sich auch so denken können. Aber jetzt beginnt sicher die massenweise Inhalation des Reststaubs in gereinigten Katzenklos!