Freund oder Feind USA vs. Russland - Antiamerikanismus vs. Russlandfeindbild

  • Osterweiterung der Nato, ein massiver Vertrauensbruch, und die Erweiterung der EU sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Das Baltikum, Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien hätten auch ohne NATO Beitritt zur EU kommen können.

    Wäre eine mögliche Daseinsberechtigung als neutraler Cordon Sanitaire, als Puffer so sexy für diese Staaten gewesen, man hätte wohl auf diese Option zugegriffen.


    Nur leider negierst Du das die meisten Länder die Schnauze so dermassen gestrichen voll von ihrer einstigen Besatzungsmacht hatten, zumal die "Befreiung" ja oft nicht gerade freiwillig von statten ging, das Sie auf solche unsichere Aussicht keinerlei große Gelüste hegten. Ganz das Gegenteil.


    Letztendlich war die Osterweiterung und die Einbindung mit oder ohne Nato auch nur eine Frage der Zeit.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Vollkommen richtig. Die Welt ist zu kompliziert als das man das so einfach einteilen kann. Leider tun das manche


    Russland ist nicht mehr kommunistisch. Das ist doch längst vorbei.


    Merkst du was? Osten ist für die Meisten immer noch alles Kommunismus und der Feind. Genau so wie Sozialismus und die Linken. Wird alles in einen Topf geworfen.

    Deshalb ist es mir unverständlich, wie links denke Leute immer noch Länder wie Russland oder manche auch China, verteidigen. Für die Auseinandersetzung Kapitalismus vs. Sozialismus sind diese Länder vollkommen ungeeignet.


    Tun sie das? Mag sein. Und wenn ist das wohl der Tatsache geschuldet, dass sich dieses schwarz-weiß Denken in die Hirne gebrannt hat. Sagt eine Merkel was sozialistisch angehauchtes, wird es anders interpretiert, als wenn das ein SPDler oder gar die Linke sagt.

    Ein anderer Fehler ist, man setzt Kapitalismus mit Freiheit und Demokratie gleich. China ist ein gutes Beispiel dafür, dass dem nicht so ist. Ebenso rechte Diktaturen bevorzugen ein kapitalistisches System.


    Das würde ich Stamokap nennen.

    Was den Sozialismus als solchen angeht. Ich habe große Zweifel, dass das funktioniert. Hat es ja auch noch nie so richtig.


    Könnte, wenn man an die echte Soziale Marktwirtschaft strengere Kriterien ansetzt und Verantwortung einfordert, ergänzt mit gewisser Verstaatlichung und Vergesellschaftung wichtiger Bereiche, die die Grundversorgung der Bevölkerung und Staatsfürsorge, also klare Staatsaufgaben betreffen. (ÖPNV, Gesundheit, Feuerwehren...gerne auch bis hin zu Energie und Kommunikation)

    Das ist jedenfalls meine Vorstellung von praktizierbarem Sozialismus. Auch wenn das in den Lehrbüchern nicht so vorgesehen und definiert wird.


    Edward Snowden:

    Arguing that you don't care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say.

  • Könnte, wenn man an die echte Soziale Marktwirtschaft strengere Kriterien ansetzt und Verantwortung einfordert, ergänzt mit gewisser Verstaatlichung und Vergesellschaftung wichtiger Bereiche, die die Grundversorgung der Bevölkerung und Staatsfürsorge, also klare Staatsaufgaben betreffen.

    Das geht nur mit Gewalt. Ein anderes Wort dafür ist "Enteignung".

    Sowas ist typisch für Sozialismus. :(

  • Der Unterschied der beiden ist, dass der eine Staat von einem Diktator, der andere von einem gewählten Präsidenten regiert wird.

    Nicht nur das. Die Amis haben uns nach dem WW2 wieder aufgepäppelt, mit Marshall Plan und Rosinenbombern. Der sowj. Teil Deutschlands hingegen wurde geplündert und versklavt. So gesehen hat der eine gewaltige Vorschußlorbeen geerntet, während man dem anderen mit Mißtrauen begegnet. Und dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist, beweist er jedes Mal aufs Neue.


    Hinzu kommt, dass die Amis uns im Fühlen und Denken sehr ähnlich sind. Der Großteil von ihnen hat westeuropäische Vorfahren. 42% sind sogar deutschstämmig. Der Russkie hingegen ist uns grundsätzlich fremd.

  • Das geht nur mit Gewalt. Ein anderes Wort dafür ist "Enteignung".

    Sowas ist typisch für Sozialismus. :(

    Umsiedlungen wegen Dreckschleuder und Klimaschädling Nr. 1 Kohlesgewinnung ist im Grunde auch Enteignung.

    Alternativ ist es Verteibung aus der Heimat.

    Gaaanz böse!

    Man könnte s auch Körperverletzung nennen. Sowohl für die, die ihr Heim verlassen müssen und auch die, die durch die Immissionen geschädigt werden.

    Raub ist es, weil uns unser Wald genommen wird.


    Den Anspruch auf Alg1 als Versicherungsleistung (!) nach jahrzehntelanger Beitragszahlung auf maximal 2 Jahre zu kürzen und dann in H4 zu fallen und seine komplette private Rentenvorsorge aufbrauchen zu müssen ist auch Enteignung.


    Gemeindeeigentum, sprich Allgemeineigntum/Allgemeingut also das "Tafelsilber" (Wohnungen, Häuser, Grundstücke) an Konzerne zu verscherbeln ist auch Enteignung.


    Trifft es die Kleinen schreit keiner. Trifft es die, die eh viel zu viel haben, ist das Geschrei nach Enteignung groß.

    Fordert man von den Großkapitalisten Verantwortung und erinnert daran, dass Eigentum verpflichtet und dem Gemeiwohl dienen soll, wird das Grundgesetz plötzlich total vergessen und so getan als gäbe es diesen Absatz gar nicht.

    Edward Snowden:

    Arguing that you don't care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say.

  • Den Anspruch auf Alg1 als Versicherungsleistung (!) nach jahrzehntelanger Beitragszahlung auf maximal 2 Jahre zu kürzen und dann in H4 zu fallen

    2 Jahre sind ja wohl viel Zeit, um einen neuen Job zu finden. Gerade wenn man frisch arbeitslos geworden ist.


    Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern ein Paradies für Arbeitslose. Sogar für solche, die einfach nur keinen Bock haben, einen Finger krumm zu machen. Und trotzdem ist dieses Land ziemlich reich.

  • Putin und Hitler auf eine Stufe zu stellen ist ein bisschen übertrieben.

    Der eine ein Diktator, die anderen lupenreine Demokraten - das ist es, was ich anzweifle.

    Eines haben die beiden gemeinsam, nach und nach die Demokratie auszuhebeln um dadurch die Macht zu sichern.

    Hitler hatte es, nach dem verlorenen Weltkrieg, und der Wirtschaftskrise, nur leichter.


    Wenigstens ist Putin nicht dem Rassenwahn verfallen, das kaeme in seinem Vielvoelkerstaat auch nicht gut an. Vielleicht braucht Russland gerade deshalb eine starke Hand.


    Ich mag Putin nicht und sehe nur eines positiv, ein politisch stabiles Russland.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Oh Mann, vielleicht sollte sich Pittbull nur noch aufs Bellen beschränken; käme mehr bei rum... 8-)


    Es ist doch ganz einfach: Da haben wir auf der einen Seite einen Staat mit käuflicher Pseudo-Demokratie, der seit über hundert Jahren willkürlich Länder, die ihm nicht passen oder wo es was zu holen gibt, das man dort nicht einfach so herzugeben bereit ist, kreuz und quer auf dem Globus wirtschaftlich, diplomatisch/politisch und militärisch belästigt, gängelt, erpreßt, überfällt, erobert, unter Druck setzt, zu isolieren versucht, etc.. Und das alles, um seine imperialistische Macht sowie seine gierigen wirtschaftlichen Interessen zu sichern bzw. weiter auszubauen. Die Liste der Länder, die von den USA überfallen und in schnellen Terroranschlägen, verdeckten Operationen oder auch offenen imperialistischen Kriegen belästigt sowie mit Gewalt überzogen wurden, ist verdammt lang und wird immer länger. Oder zumindest mit der wirtschaftlichen Art, Krieg zu führen: Sanktionen, Blockaden, Embargos und Boykotten. Dabei ist es der gestörte Ami, von dem Payback 9/11 (wenn wir mal von der offiziellen Version ausgehen) und dem kleinen Überfall bei Pearl Harbour, was auch ziemlich weit draußen liegt, abgesehen, gewöhnt, daß die USA immer schön bequemt weit weg von Zuhause "verteidigt werden". Die da drüben in ihrem verlogenen Welt-Irrenhaus wollen jedem ihre pervertierte Form der (käuflichen) "Freiheit" und ihre sozialdarwinistisch-wirtschaftsfaschistische neoliberale "Denk"weise aufzwängen - und ihre cleverste Form der Diktatur: die manipulierte "Demokratie", bei der das Volk denken soll, der verzapfte Murks da oben, von dem nur eine winzige Minderheit letztlich profitiert, sei auch noch sein eigener Wille und seine freie Wahl... 8-) Ich verzichte! Und wir sehen anhand etlicher Beispiele in Lateinamerika oder auch Vietnam, wo Diktatoren gestützt bzw. erst an die Macht gebracht wurden, wie weit her es mit deren "Freiheit" und "Demokratie" ist, die sie angeblich schaffen wollen und im Sinne haben. Die USA und der Heuchler-Westen generell legen es sich gern so zurecht, wie es ihnen grad in den Kram paßt, und messen mit zweierlei Maß. Was wurde beim "arabischen Frühling" vom Westen Reue und Besserung geheuchelt, und jetzt kuscheln sie mit dem neuen Diktator Ägyptens oder auch den Saudis weiter wie zuvor (ohne Putin davon freisprechen zu wollen, aber da wirkt es wenigstens weniger geheuchelt). Jämmerliche, verlogene Opportunisten und Marktsektierer!


    Und dann haben wir da eine zunehmend vom wortbrüchigen Westen bedrängte Großmacht Eurasiens, die zwar auch gelegentlich imperialistische Züge erkennen läßt, sich aber weitgehend damit auf ihre Interessen in direkter Nachbarschaft beschränkt - und zwar eher aus einer defensiven und nicht offensiven Position heraus. Nun gut, die Wahlen dort mögen noch etwas eingeschränkter vonstatten gehen, aber angesichts enger Verfassungskorsetts, neoliberaler Parteienkartelle, auch im Westen manipulativer, recht einseitiger Medien, die größtenteils von betuchten Chefs und Chef-Redakteuren mit persönlichen Interessen geleitet werden, und somit keiner unbeinflußten bzw. wenigstens vielseitiger beeinflußten Meinungsbildung als Grundvoraussetzung einer mündigen Wahlentscheidung ist das beim Westen auch nicht so weit her. Und von solch absolutistischen Wahlsystemen wie denen in den USA oder GB muß ich wohl gar nicht erst anfangen - oder davon, daß man für die Präsidentschaft in den USA bereits einen Arsch voll Geld mitbringen muß. Und politische Morde sind beiden Seiten zuzutrauen und sicher bereits oft erfolgt.


    Also, ich jedenfalls weiß, wer da die größte Bedrohung für Welt und Weltfrieden ist - nämlich Kriegstreiber-Nation Nr. 1: die USA. 8-) Da genügt ein Blick in die Geschichte. Zudem als Imperium im Niedergang begriffen sowie innerlich zerrissen in ihrer darwinistischen "Gesellschaft", und wie die dabei möglicherweise noch mal um sich schlagen, das will man vielleicht gar nicht wissen.

    Anstatt sich von den Amis weiter als Vorposten und Pufferzone sowie Lakai in Europa mißbrauchen und gegen Rußland ausspielen zu lassen (und DAS war der Grund für den Marshall-Plan; man wollte im eigenen Ego-Interesse ein europäisches Bollwerk und Handelspartner!), sollte man sich lieber endlich von den irren Intriganten aus Washington emanzipieren und buchstäblich näherliegende mögliche Partner suchen...


    Ami go home - or should I say to hell then? 8-)

  • Die Liste der Länder, die von den USA überfallen und in schnellen Terroranschlägen, verdeckten Operationen oder auch offenen imperialistischen Kriegen belästigt sowie mit Gewalt überzogen wurden, ist verdammt lang und wird immer länger.

    Am meisten stört dich doch, dass sie Hitlerdeutschland mit Gewalt überzogen und zerschlagen haben. Ist es nicht so?


    Dabei hat Hitler sie sogar eingeladen, indem er ihnen eine Kriegserklärung schickte. Aber der böse Ami ist ja immer die Ursache allen Übels.


    Du bist wirklich ein leuchtendes Beispiel des Antiamerikanismus. :)

  • Am meisten stört dich doch, dass sie Hitlerdeutschland mit Gewalt überzogen und zerschlagen haben. Ist es nicht so?

    Kaum - das war wohl ihre letzte gute Tat im letzten Jahrhundert - bis heute.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Oh Mann, Bitpull, du bist und bleibst ein Spamclown der inhaltslosen Sparzeiler auf Geh-doch-nach-drüben-Niveau und kannst dich somit dem (Af)D-Club getrost anschließen. 8-)


    ...Und nun langweilst du mich leider bereits. ;- )

  • [...]

    Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern ein Paradies für Arbeitslose. Sogar für solche, die einfach nur keinen Bock haben, einen Finger krumm zu machen. Und trotzdem ist dieses Land ziemlich reich.

    Das ist das Paradies?


    Absicherung von Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen in Deutschland kaum über internationalem Durchschnitt

    „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

  • Das bringt einiges auf den Punkt.

    USA als Negativbeispiel und die wahre Fratze.


    https://www.freitag.de/autoren…brauchen-wir-die-usa-noch

    Hervorhebungen von mir


    Der Ami hat uns nach dem WK2 geholfen und nun ist er in den Köpfen für immer der Gute.

    Der Russe hat die Menschen in der DDR unterdrückt, überwacht und ist auf ewig der Böse.


    Das selbe Phänomen sehe ich in Sachen Israel.

    Hitler hat dieser Religionsgemeinschaft extremst viel Leid zugfügt. Nun stehen wir ewig in deren Schuld und jedewede Kritik ist ein Tabu.

    Edward Snowden:

    Arguing that you don't care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say.

  • Das selbe Phänomen sehe ich in Sachen Israel.


    Hitler hat dieser Religionsgemeinschaft extremst viel Leid zugfügt. Nun stehen wir ewig in deren Schuld und jedewede Kritik ist ein Tabu.

    Das ist bei mir nicht so. Israel ist mir nicht sehr sympatisch. Mich nervt deren Menschenverachtung gegenüber den Palästinensern. Ich unterstütze diesen Verein: https://bdsmovement.net/

  • Es geht um die Definition "Diktator" nicht darum was die Leute so getrieben haben.

    Auch ein zukünftiger Diktator kann demokratisch gewählt worden sein.

    Es kommt dann nur auf den Verlauf an.

    Schaut man sich die Entwicklung Hitlers an, dann hat er sich selbst Legitimität verschafft, indem vor Auseinandersetzungen mit den bösen Kommunisten gewarnt hat und danach seine Bräunlinge los schickte, um die Kommis aufzumischen. Er hat also eine Eskalationsspirale selbst initiiert.


    Putin mag auch demokratisch ins Amt gewählt worden sein. Was nachfolgende Wahlen angeht, so ist mir selbst keine wirkliche Manipulation bekannt. Spekulationen ml außen vor.


    Beide sind aber auf Machterhalt aus gewesen, haben eher nationalistische Tendenzen nur die Konsequenzen und Handlungen sind nicht gleich. So hat Putin nicht durch eine Kriegsrhetorik geglänzt.

    Er hatte den Jelzin-Trümmerhaufen zu beseitigen und hat sich damit, ob das hier nun einige glauben oder nicht, Respekt bei einem großen Teil der Bevölkerung verdient.

    Klar ging das einigen Oligarchen zu weit, die ja prächtig verdienten. Aber diese wurden nicht in Lager verfrachtet und in Massen umgebracht.


    Und schaut man sich an, wie Russland außenpolitisch agiert, dann ist der Unterschied noch großer.


    Hier geht es aber um Russen und USA. Und da wird der Unterschied noch viel größer. Einen Counter will ich jetzt hier mal doch anbringen.

    Denn schaut man sich an, in wie vielen Länder die USA intervenierte, seit Hitler nich mehr ist, dann kann man sich nicht wehren und muß hier die USA als Top Player im großen Spiel der Kriege führen.

    Da kann Russland nun mal nicht mithalten.

    Gern werden dann solch undurchsichtige Kleinkriege mit ehemaligen Satelliten angeführt, die nach dem Bruch absehbar waren. Vor der Abspaltung solcher Staaten hat sich leider niemand für die Spannungen, die Religion (fast der komplette Südteil der ehem. UdSSR sind immerhin muslimische Regionen) und Politik dort verursachten, dort interessiert. Erst als diese Länder als Einflußbereich erkannt wurden, um sich so dicht wie möglich militärisch zu positionieren und natürlich auch um Routen für Pipelines zu planen. Grad hier kollidieren Interessen und genau das hat auch zum neuen Russenhass geführt, den der Westen hier neu entflammen ließ. Denn man arbeitet ja nicht mit solch einem Land zusammen. Geht gar nicht!


    Lieber werden Terrororganisationen unterstützt oder sogar einfach neu gegründet.

    Da braucht man sich nur die Geschichte der Mudschaheddin anzuschauen und die Anfänge des Afghanistan-Krieges.


    Putin ist auf jeden Fall ein Autokrat, den Sprung zum absoluten Diktator hat er noch nicht gewagt.

    Machterhalt ist eine Sache, das Gebaren eine andere. Man muß das nicht mögen, nur schauen wir uns doch an, mit wem wir Geschäfte machen. Ist Saudi Arabien eine royale Diktatur?

    Waren die rechten Regime in Südamerika Diktaturen? Wenn der Rubel, respektive der Dollar, rollt, dann verschwinden manchmal moralische und ethische Grundsätze auf magische Weise. Die Propaganda nennt gern Dinge beim Namen, solange uns das nicht auf die Füße fällt. Nur scheinen wir schon dermaßen blaue Zehen zu haben, dass die Einschläge langsam aber stetig die alten Schmerzen in Erinnerung rufen.


    Für mich ist da nur wichtig, Politik von Propaganda zu unterscheiden. Man kann sich seine Partner gern aussuchen. Nur sollte man vermeiden, dass bei Klogriffen nicht dumm relativiert wird, sondern aus solchen Fehlern etwas gelernt wird.

    Es bringt also nix sich über Diktatoren und Terroristen zu unterhalten, wenn man sich nicht bewußt ist, wer hier die Definitionshoheit hat, solche als solche zu bezeichnen.


    mfg

  • gun0815


    Nun im Speziellen geht es ja um die beiden Präsidenten USA/Russland. Unbestritten ist, dass das Wahlsystem in den USA noch ziemlich viel Luft nach oben hat. Trotzdem kann ein Oppositioneller sich in den USA zu Wort melden ohne dass er sich fürchten muss. Du wirst zugeben, dass das in Russland nicht so ist.


    Ja die USA haben bis heute ganz schön die Sau rausgelassen und sich nicht mit Ruhm bekleckert. Mehr als Russland. Das stimmt. Doch bleibt Unrecht eben Unrecht. Egal wer jetzt mehr verbrochen hat.


    Davon abgesehen muss man sich die Länder auch als solches anschauen. Ja Putin wird gewählt. Frei? Demokratisch? Um das zu glauben bedarf es schon einer gewissen Naivität.


    Du sagst selber:

    Zitat

    ...

    Für mich ist da nur wichtig, Politik von Propaganda zu unterscheiden. Man kann sich seine Partner gern aussuchen. Nur sollte man vermeiden, dass bei Klogriffen nicht dumm relativiert wird, sondern aus solchen Fehlern etwas gelernt wird.

    Es bringt also nix sich über Diktatoren und Terroristen zu unterhalten, wenn man sich nicht bewußt ist, wer hier die Definitionshoheit hat, solche als solche zu bezeichnen.

  • Davon abgesehen muss man sich die Länder auch als solches anschauen. Ja Putin wird gewählt. Frei? Demokratisch? Um das zu glauben bedarf es schon einer gewissen Naivität.

    Oligarchenführer Putin hat seine Amtszeit eigenmächtig verlängert. Davon kann Donald Trump nur träumen.


    In der jetzigen Situation würde er sein ganzes Vermögen für diese Möglichkeit hergeben. :D

  • Nun im Speziellen geht es ja um die beiden Präsidenten USA/Russland. Unbestritten ist, dass das Wahlsystem in den USA noch ziemlich viel Luft nach oben hat. Trotzdem kann ein Oppositioneller sich in den USA zu Wort melden ohne dass er sich fürchten muss. Du wirst zugeben, dass das in Russland nicht so ist.

    Da kann man sich ja mal mit Oppositionellen in Russland beschäftigen. Die gibt es und viele davon wurde nicht ermordet oder es wurde versucht sie zu ermorden. Ich will hier nix schön oder schlecht reden.

    Ja, hier ist es möglich. In den USA sogar noch viel mehr, weil es weniger Tabus gibt.

    Nur ist es eben auch so, dass Andersdenkende im "Westen" schnell einen Stempel bekommen, dem sie nicht mehr entfliehen können und der auch manchmal gar nicht stimmt.

    Denunziation ist hier das Stichwort. Wer hört einem zu, wenn man als Terrorist, Kommunist oder Rechts/Links-Radikaler abgestempelt wurde? ;)


    Es funktioniert immer! In dem Land so und in einem anderen eben anders. ;)

    Doch bleibt Unrecht eben Unrecht. Egal wer jetzt mehr verbrochen hat.

    Vollkommen richtig! Das wurde, jedenfalls von mir, nie bestritten. Nur ist es eben die eigenen Sicht und die der Potentaten, die hier sehr unterschiedlich ist. Warum sind werden Kriege der USA fast immer von der Wertegemeinschaft mitgetragen, während jene der Russen immer schlecht und böse sind.

    Warum dürfen die USA Menschen ohne Probleme inkl aller Kollateralschäden ermorden, die Russen aber nicht? Warum dürfen US Geheimdienst in anderen Ländern Menschen töten, die man selbst als Terroristen definiert hat, die Russen aber nicht? Dürfen die Russen nicht definieren, wer ein Terrorist ist? Und wenn ja, warum?


    Ich kritisiere fast immer nur diese Sicht der Dinge, nicht die Taten der Beschuldigten. Morde gehen gar nicht! Völkerrechtsverletzungen auch nicht. Illegale Kriege sind ein No Go! Wirtschaftliche Erpressung, erst recht unter Verbündeten, sind eine Sauerei!


    Davon abgesehen muss man sich die Länder auch als solches anschauen.

    Jup, sollte man. Da scheint aber der Westen leider ein verzerrtes Bild zu haben, denn wer hat sich denn wirklich und sachlich mit der ehem. UdSSR befasst? Und Russland hat das gleiche Problem. Niemand interessiert es wirklich, ob eine Mehrheit für oder gegen Putin ist.

    Selbst wenn eine Wahl völlig korrekt abgelaufen ist und keiner etwas beanstanden könnte, wird das Ergebnis angezweifelt werden oder schlecht geredet.

    Denn man hat die Wähler ja alle manipuliert. Solch oder ähnliche Rhetorik stellt die Wähler als dumme Menschen dar. Da spiele ich leider nicht mit. Mir ist es eigentlich egal welchen Präsidenten sich ein Land wählt. Der Umgang mit diesem im internationalen, politischen Spiel ist es, auf den es ankommt.

    Und genau da fängt dann bei einigen Propaganda an und hört bei Denunziation der Wähler auf.

    Wurden die Wähler in Israel kritisiert, die sich einen Obersten wählen, der wegen Korruption vor Gericht steht? ;)


    Uns sollte kein "Anti" antreiben, sondern immer ein "PRO", also ein Miteinander. Wenn das nciht geht, dann ist das eben so und dann sollte man auch die Konsequenz besitzen, mit solchen Staaten keine Verbindungen zu pflegen. Isolation ist zwar nicht das beste Mittel aber es ist geeignet, um im Land selbst eine Stimmung zu erzeugen, die Veränderungen anstoßen und vllt sogar umsetzen kann.

    Sich in diesen Prozess einzumischen und den Potentaten einzusetzen, den man selbst für den besseren hält, ist leider auch nicht konstruktiv. Denn dann könnte man das Gefühl erzeugen, dass man vereinnahmt wurde. Was das schon angerichtet hat, kann man sich in der Geschichte zu Hauff anschauen.


    mfg

  • Warum sind werden Kriege der USA fast immer von der Wertegemeinschaft mitgetragen, während jene der Russen immer schlecht und böse sind.

    Warum dürfen die USA Menschen ohne Probleme inkl aller Kollateralschäden ermorden, die Russen aber nicht? Warum dürfen US Geheimdienst in anderen Ländern Menschen töten, die man selbst als Terroristen definiert hat, die Russen aber nicht? Dürfen die Russen nicht definieren, wer ein Terrorist ist? Und wenn ja, warum?

    Die Überschrift dieses Threads macht eine Einordnung nicht besonders leicht. ;)


    Geht es darum, was unter der herrschenden Meinung die USA dürfen und Russland nicht darf ? Ist es antiamerikanisch auf ein Ungleichgewicht bei dieser Betrachtung hinzuweisen ? Auf was bezieht man Freund oder Feind ? Gibt es unter Staaten Freunde ? Irgendein US-Diplomat soll mal einen schwärmenden Transatlantiker daraufhin zurechtgewiesen haben, dass die USA keine Freunde kennt, sondern nur Geschäftspartner. Auf dieser Ebene, also nicht im Kriegszustand, haben Staaten auch keine Feinde, sondern sie sind Konkurrenten. Das ist die Ebene USA vs. Russland.


    Wer Russland oder die USA regiert ? Wie das Regierungsoberhaupt gewählt wird ? Ob es diktatorisch regiert oder ob es die Größe hat die Macht auch wieder abzugeben, wie das in Demokratien üblich ist - das kann man zwar positiv oder negativ beurteilen, aber das ist für mich auf Geschäftsebene keine Kategorie für eine Einordnung in Freund oder Feind.


    Antiamerikanismus und Russlandfeindbild betrifft die persönliche Ebene der einzelnen Mitglieder der Bevölkerung, hier im speziellen der deutschen Bevölkerung, das ist das worüber wir hier dauernd streiten und dabei alles auftischen, was "seit zwanzigtausend Jahren" so alles passiert ist, um das Eine oder Andere zu rechtfertigen. Was ich als freundlich oder feindlich auch persönlich einordnen kann, ist das Maß der Bedrohung. Fühle ich mich durch russische Politik bedroht ? Fühle ich mich durch amerikanische Politik bedroht ? Kann ich das Maß der Bedrohung hinter der ganzen Propaganda überhaupt durchschauen ?