Karikaturen - lustig oder beleidigend, erlaubt oder nicht?

  • Zur Zahlung von etwa 40 000 Euro hat ein Gericht in Kopenhagen die Zeitung "Berlingske"verurteilt.

    Was ist geschehen?

    Die Zeitung hat das beruehmte Wahrzeichen der daenischen Hauptstadt gleich 2 Mal daemonisiert.

    Wer die Kleine Meerjungfrau als Corona-Symbol zeigt, sie politisch in die rechte Ecke stellt oder sonst wie mit dem Boesen in Verbindung bringt, muss in Daenemark teuer dafuer bezahlen.


    Wie ist das mit der viel gepriesenen Meinungs, - Kunst - und Pressefreiheit zu vereinbaren, wenn daemonische Karikaturen ihres Wahrzeichens in Daenemark streng verboten sind. ?


    Was nun hat das mit dem Islam zu tun?


    Daenemark ist immerhin das Land, in dem die Mohammed - Karikaturen erscheinen durften mit der Begruendung," auch Muslime muessen sich daran gewoehnen, verhoehnt, verspottet und laecherlich gemacht zu werden."

    (Dieser Karikaturist hat uebrigens aus den Haenden von Frau Merkel und Herrn Gauck einen Medienpreis erhalten.)


    Wie nennt man so etwas? Welche Lektion sollten Muslime tatsaechlich lernen? Sollen sie sich daran gewoehnen, dass "Freiheit" nicht gleich Freiheit bedeutet?



    https://www.fr.de/panorama/die-kleine-daemonin-90114455.html

  • Zur Zahlung von etwa 40 000 Euro hat ein Gericht in Kopenhagen die Zeitung "Berlingske"verurteilt.

    ...

    Wie nennt man so etwas?

    Absurdes Urteil?


    Ich konnte noch nie verstehen, weshalb Menschen Flaggen, Wappen, Wahrzeichen, sonstige Symbole etc. verehren (sind die wichtiger als Menschen?) oder bestimmten, ausgewählten sichtbaren (Menschen, z. B. Politikern, Diktatoren/'Führern' oder Herrschern wie dem thailändischen König usw.) oder unsichtbaren (Göttern, verstorbenen Propheten, Geistern, Dämonen) 'Machtinstanzen' mit einer über jedes normale Maß hinausgehenden Ehrfurcht begegnen. ;)


    Sie sollten sich stattdessen gegenseitig respektieren (der eine 'kleine' Mensch den anderen 'kleinen' Menschen), dann wäre schon viel gewonnen.

  • Ueber das Urteil zu urteilen war primaer nicht mein Anliegen.

    Nur die Frage, wie sollen wir angesichts dieses Urteils kuenftig den unaufgeklaerten Muslimen unsere hohen westlichen Werte wie die Meinungs- Kunst- und Pressefreiheit vermitteln?

    Wie wir hier sehen, wird der eine Zeichner fuer seine Kunst gefeiert, der andere bestraft und mitunter auch gefeuert.

    Meinungsfreiheit die ich meine - oder kommt ganz darauf an, auf wen Satire und Spott abgerichtet ist.

  • Wie wir hier sehen, wird der eine Zeichner fuer seine Kunst gefeiert, der andere bestraft und mitunter auch gefeuert.

    Oder auch enthauptet.


    Ich kann nur von mir selbst sprechen. Ich habe keines der hier genannten Beispiele gefeiert.


    Unabhängig davon bin ich für eine möglichst weitgehende Meinungsfreiheit, wobei ich Beleidigungen oder gar Bedrohungen realer, lebender Personen schlimmer finde als von sonstigen "Dingen".


    Für eine möglichst weitgehende Meinungsfreiheit zu sein bedeutet nicht, es sinnvoll zu finden, sie stets auszureizen, nur weil man es darf.

  • Ich sprach von den Karikaturisten, Jaki.

    Um die beiden Beispiele genauer zu benennen: Der daenische Mohammed- Karikaturist durfte in Daenemark seine Zeichnung veroeffentlichen, ungeachtet der Tatsache, dass sie aus muslimischer Sicht weit die Grenze des guten Geschmacks ueberschritt, schliesslich herrscht im Staate Daenemark Meinungs - und Pressefreiheit, daran sollten sich Muslime langsam, aber sicher gewoehnen.

    Die Verhoehnung der kleinen Meerjungfrau, dem Wahrzeichen der daenischen Hauptstadt, man lese und staune, setzt man der dieser Freiheit eine Grenze, und zwar mit einer saftigen Geldstrafe.

    Wie ist das nun mit der Meinungsfreiheit? Satire darf alles- solange man nicht selbst betroffen ist?

  • Die Verhoehnung der kleinen Meerjungfrau, dem Wahrzeichen der daenischen Hauptstadt, man lese und staune, setzt man der dieser Freiheit eine Grenze, und zwar mit einer saftigen Geldstrafe.

    Man staune gar nicht. Nimm zB. Deutschland, § 90a, Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole ...

    https://dejure.org/gesetze/StGB/90a.html

    Im deutschen StGB wirst du aber nix bezüglich mo'fu**ing Mohammed finden. Not our business!

    Halt wie in Dänemark.

    Ich hoffe jetzt staunst du nichr mehr so. :)

  • Welche Lektion sollten Muslime tatsaechlich lernen?

    Dass sie die Vorstellung, dass religiöse Gesetze den weltlichen Gesetzen übergeordnet sind, überzeugend in großer Mehrheit ablehnen. Dazu würde gehören sich jede, wirklich jede Einmischung von religiösen Vertretern in die Lebensführung von Muslimen abzulehnen, was ja ein Wesenskern des politischen Islam ist und genau das ist ja das Feindselige, bezogen auf den säkularen Staat.

  • Dass sie die Vorstellung, dass religiöse Gesetze den weltlichen Gesetzen übergeordnet sind, überzeugend in großer Mehrheit ablehnen. Dazu würde gehören sich jede, wirklich jede Einmischung von religiösen Vertretern in die Lebensführung von Muslimen abzulehnen, was ja ein Wesenskern des politischen Islam ist und genau das ist ja das Feindselige, bezogen auf den säkularen Staat.

    Meine Frage bezog sich auf das daenische Beispiel, das in Sache Meinungsfreiheit NICHT UEBERZEUGT. . Jede Gesellschaft hat so etwas wie einen " Lernbedarf, " Wer eine andere belehren moechte, sollte seinen eigenen Laden aufrauemen oder zumindest mit gutem Beispiel vorangehen.


    Ja, Muslime koennen von uns eine Menge lernen, keine Frage. Aber umgekehrt wir von ihnen auch.

  • Dass sie die Vorstellung, dass religiöse Gesetze den weltlichen Gesetzen übergeordnet sind, überzeugend in großer Mehrheit ablehnen. Dazu würde gehören sich jede, wirklich jede Einmischung von religiösen Vertretern in die Lebensführung von Muslimen abzulehnen, was ja ein Wesenskern des politischen Islam ist und genau das ist ja das Feindselige, bezogen auf den säkularen Staat.

    Eben. Aber aber auch hier die Frage wo wird es dann überhaupt erst "politisch" ?


    Hier mal die Verfassung des Iraks von 2005 , die ersten 3 Artikel als Beispiel....



    Article 1

    Republic of Iraq is a single federal, independent and fully sovereign state inwhich the system of government is republican, representative, parliamentary, and democratic, and this Constitution is a guarantor of the unity of Iraq.

    Article 2

    First, Islam is the official religion of the State and is a foundation source of legislation:

    A.No law may be enacted that contradicts the established provisions of Islam

    B.No law may be enacted that contradicts the principles of democracy.


    C.No law may be enacted that contradicts the rights and basic freedomsstipulated in this Constitution.Second•Freedom of religionThis Constitution guarantees the Islamic identity of the majority of the Iraqi peopleand guarantees the full religious rights to freedom of religious belief and practice ofall individuals such as Christians, Yazidis, and Mandean Sabeans.


    Article 3

    Regional group(s)Iraq is a country of multiple nationalities, religions, and sects. It is a founding andactive member in the Arab League and is committed to its charter, and it is part ofthe Islamic world.

    (....)


    Mann ersehe hier schon das "Kontradiktum" der Sache, bzw. das Mißverständnis in dieser Diskussion.

  • Meine Frage bezog sich auf das daenische Beispiel,

    Ja ich weiß. Ich habe es (absichtlich) etwas allgemeiner ausgelegt, sonst hätte ich ja meinen schlauen Satz nicht abladen können. ;)


    Es macht nie einen guten Eindruck andere mit Belehrungen nerven, :substi: das ist richtig. Aber wie sonst, soll man die islamistische Kuh vom Eis kriegen, als dadurch dass sie daran gehindert wird auf die Lebensführung von Muslimen politisch Einfluss zu nehmen ? In dem Zusammenhang bringt ein Vergleich der Schwellwerte der jeweiligen Empörung über die eine oder andere "Beleidigung" nicht viel weiter. Dem dänischen Beispiel fehlt auch die religiöse Seite. Das ist eine rein rechtliche Angelegenheit.

  • Hier:

    Eben. Gefolgt von: "No Law may be enacted that contradicts the principles for democracy"... das meinte ich mit Kontradiktum, bzw. da geht es denn schon los. Natürlich wird jetzt darauf folgen das es genügend "christliche Aspekte" in diversen Verfassungen der westlichen Welt gebe... Nur wäre dann aber die Antwort ... 2005. Wenn bei uns entweder in dem Jahr oder im Hier undn Jetzt eine "neue" Verfassung aufgesetzt werden würde, was würde da alles drin bzw,. nicht drin stehen ?

  • Ja, Muslime koennen von uns eine Menge lernen, keine Frage. Aber umgekehrt wir von ihnen auch.

    Vor allem sollten Muslime lernen, dass ihre religoesen Gesetze in der westlichen Welt nicht gelten. Schon mal gar nicht fuer Nichtmuslime.

    Irdische Gesetze in einem Staat gelten allerdings auch fuer Muslime. Anscheinend verstehen das viele Glaeubige nicht ( Nicht nur Muslime)


    Beispiel Deutschland



    Aber es soll ja westliche Staatsbuerger geben die Muslimen Sonderrechte geben wollen.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

    Einmal editiert, zuletzt von Wudi ()

  • Aber es soll ja westliche Staatsbuerger geben die Muslimen Sonderrechte geben wollen.

    Das sind die krankhaft humanistischen....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Eben. Gefolgt von: "No Law may be enacted that contradicts the principles for democracy"... das meinte ich mit Kontradiktum, bzw. da geht es denn schon los.

    Ich würde das jetzt so auslegen:

    "Es darf kein Gesetz geben, welches den festgelegten Bestimmungen des Islam widerspricht" impliziert dass es Bestimmungen des Islam gibt die der Verfassung übergeordnet sind. Außerdem ist diese Aussage ziemlich klar und eindeutig in Bezug darauf was Vorrang hat.


    "Es darf kein Gesetz geben, welches den Prinzipien der Demokratie widerspricht" impliziert dass es irgendwie demokratisch zugehen soll, ohne zu sagen wie genau das gemeint ist.


    Ein Kontradiktum oder zwei klar gegensätzliche Positionen erkenne ich da nicht.

  • Ein Kontradiktum oder zwei klar gegensätzliche Positionen erkenne ich da nicht.

    Na, erstmal darf es kein Gesetz geben was weder dem Islam noch der Demokratie wiederspricht. Also mal ganz ohne Sarkasmus, kann das ja wohl kaum Ernst gemeint sein...

    Und kurz danach wird zwar anderen religiösen Ausrichtungen ihre freie Ausübung versprochen aber alles unter dem großen Dach des Islams der an erster Stelle steht...

  • Dass sie die Vorstellung, dass religiöse Gesetze den weltlichen Gesetzen übergeordnet sind, überzeugend in großer Mehrheit ablehnen.

    Das hängt von der Stärke der Frömmigkeit des Gläubigen ab. Die große Mehrheit der Muselmanen in westlichen Ländern liebt das Diesseits mehr als Allah und seine Regeln. Doch es gibt auch eine Minderheit, für die die Religion das Wichtigste im Leben überhaupt ist. Für eben diese ist das Leben im Diesseits ein Test*. Das wahre Leben beginnt für sie erst nach dem Tod.


    *) Beispiel Behinderung: Ein Moslem der mit einer schweren Behinderung geboren wird, oder diese durch einen Unfall erleidet, muss dieses Schicksal akzeptieren (falls das nicht heilbar ist). Keinesfalls darf er sich den Tod wünschen, oder gar Selbstmord begehen.


    *) Beispiel Homosexualität: ein streng gläubiger Moslem, der schwul ist, betrachtet dies als eine spezielle Aufgabe, die Allah nur jenen stellt, denen er besonders gute Leistungen zutraut. So wie ein Lehrer, der seinen Musterschülern in der Klausur Aufgaben höheren Schwierigkeitsgrades anbietet, die sie freiwillig lösen dürfen, um Extrapunkte abzugreifen. Der schwule Moslem ist also gefordert, ein enthaltsames Leben zu führen, d.h. nicht zu heiraten und vor allem keinen außerehelichen Sex mit einem Mann zu haben. Wenn er das sein ganzes Leben lang durchhält, dann kommt er auf jeden Fall ins Paradies und erhält eine große Belohnung dafür.

    Ja, Muslime koennen von uns eine Menge lernen, keine Frage. Aber umgekehrt wir von ihnen auch.

    Geduld und Mäßigung. Hast du schon mal einen orthodoxen Muslim (Salaaf us-Saalih, jene die die Religion nach dem Vorbild der Altvordern leben, zumindest bilden sie sich das ein) getroffen? Diese Leute strahlen eine unglaubliche Ruhe aus. Das liegt an deren Fatalismus, der Vorstellung, dass Allah schon alles vorherbestimmt hat und der Mensch nichts daran ändern kann.

  • Das hängt von der Stärke der Frömmigkeit des Gläubigen ab. Die große Mehrheit der Muselmanen in westlichen Ländern liebt das Diesseits mehr als Allah und seine Regeln. Doch es gibt auch eine Minderheit, für die die Religion das Wichtigste im Leben überhaupt ist. Für eben diese ist das Leben im Diesseits ein Test*. Das wahre Leben beginnt für sie erst nach dem Tod.

    Die Stärke des Glaubens bei jedem einzelnen Individuum bestimmt den Grad des individuellen Islamismus und somit gibt es kein gesellschaftliches/politisches Problem, weil das nur bei einer Minderheit ins Extreme abgleitet ? So ungefähr ?


    Es gibt aber ein politisches Problem, wenn zum Beispiel die DITIP über die Religion in Deutschland türkische Politik macht.