Medien - Sammelthread

  • Was ist ueberhaupt Zivilcourage?

    Was ist "ziemlich religioes"?


    Welche "Ansichten" sollte Frau El-Hassan "geaendert"haben und wie soll sie dies glaubhaft beweisen, um eine wissenschaftliche Sendung moderieren zu duerfen?


    Einer der in der Vergangenheit Polizisten verpruegelte - auf einer nicht genehmigten Demonstration, konnte es problemlos zum Aussenminister bringen, in Deutschland.


    Im Gaza-Krieg 2014 starben viele palaestinensische Zivilisten . Das hatte Methode, sagten selbst Insider der Israelischen Armee, ueber ein bislang nie dagewesenes Ausmass an Todesopfern und Zerstoerung.


    Die zwanzigjaehrige Nemi El - Hassan mit palaestinensischen Wurzeln beteiligte sich damals an einer - genehmigten - Demonstration. Sie hat damit aus ihrem im Grundgesetz verbrieften Recht Gebrauch gemacht. Frau El-Hassan distanzierte sich spaeter davon und nannte ihre Teilnahme als einen Fehler.


    Ueber was sollte spaeter Gras wachsen? Die BILD laesst immerzu neues wachsen und immerzu eine neues Exempel statuieren um kuenftig Demonstranten und Israelkritikern Angst machen und in die Schranken zu weisen.

    Wenn dieser Fall El-Hassan gaengige Rechtssprechung wuerde, wie viele Politiker und Wissenschaftler muessten sich dann von ihrer Vergangenheit distanzieren.??


    Nemi El-Hassan wurde 2018 mit dem Europaeischen CIVIS Medienpreis fuer ihre herausragende journalistische Arbeit ausgezeichnet.

  • Wenn bestechliche Politiker Finanzminister werden, randalierende Demonstranten Außenminister, dann ist dieser "Fall" (der eigentlich nur einer ist, weil die BILD mal wieder Stimmung machen will, Hetze betreibt, wie man es von ihr gewohnt ist) nichts weiter, als ein Versuch der Denunziation von Menschen, deren Meinung als "falsch" deklariert wird.


    Und das in einem Land, wo die Meinungsfreihet und das Demonstrationsrecht zwar hoch gehalten wird, aber ständig kategorisiert, eingestuft, beurteilt und bei Bedarf aus dem Kasten geholt wird, wenn eine Person unangenehm werden soll.


    Springer Strategie seit den 50ern. Für geistige Simplinge immer gern als Aufreger hergenommen.


    In so fern, nix neues in D.

  • Als Zivilcourage würde ich das nicht unbedingt bezeichnen wollen, aber gut. Wer an solchen Demos teilnimmt, hat zumindest im ÖRR nichts zu suchen.

    Das solltest Du schon begründen können, denn es gibt das Recht auf gewaltfreie Demonstrationen grundgesetzlich und auch die Meinungsfreiheit ist dort gesetzlich garantiert. Wer sich gegen die Politik des Regimes in Israel wendet, tritt für Völkerrecht, Menschenrechte und die Selbstbestimmung des Palästinensischen Volkes ein, dem mit der NAKBA sein Land geraubt wurde und noch immer geraubt wird, ist gegen völkerrechtswidrige ethnische Säuberungen, sowie gegen die völlig überzogene Gewalt, die den Menschen in Palästina von den Zionisten zugefügt wird! Solche aufrichtigen Menschen würden dem ÖRR sehr gut tun, weil sie Lügen und Verdrehungen des Narrativs über Israel aufdecken und der Hasbara entgegentreten!

  • Warum die Frau sich von ihrer Teilnahme distanziert hat, ist fragwürdig, denn die Demonstration war rechtlich richtig! Man wird wohl erheblichen Druck angewendet haben! Und ob sie überhaupt religiös ist, zumal der Islam keineswegs derart wissenschaftsfeindlich war und ist, im Gegensatz zum Christentum, hat hier nicht zur Diskussion zu stehen, denn es herrscht Religionsfreiheit in Deutschland!

  • Das solltest Du schon begründen können, denn es gibt das Recht auf gewaltfreie Demonstrationen grundgesetzlich und auch die Meinungsfreiheit ist dort gesetzlich garantiert.

    Es ging nicht darum, also mir jedenfalls, ob sie da teilnehmen kann oder nicht. Sie kann. Und sie darf. Die Frage war, ob sie mit einer solchen Nähe zu terroristisch eingestuften Vereinigungen tatsächlich geeignet ist, im ÖRR tätig zu sein. Aus meiner Sicht ist sie das nicht.

  • Es ging nicht darum, also mir jedenfalls, ob sie da teilnehmen kann oder nicht. Sie kann. Und sie darf. Die Frage war, ob sie mit einer solchen Nähe zu terroristisch eingestuften Vereinigungen tatsächlich geeignet ist, im ÖRR tätig zu sein. Aus meiner Sicht ist sie das nicht.

    Wenn Du solchen Einstufungen anhängst, dann lies Dir Mal den heutigen Beitrag im Palästina-Forum zur Thematik durch, eventuell bekommt dann Deine Sichtweise Impulse zu klarem Denken!

  • Es ging nicht darum, also mir jedenfalls, ob sie da teilnehmen kann oder nicht. Sie kann. Und sie darf. Die Frage war, ob sie mit einer solchen Nähe zu terroristisch eingestuften Vereinigungen tatsächlich geeignet ist, im ÖRR tätig zu sein. Aus meiner Sicht ist sie das nicht.

    Inwiefern ist El-Hassan eine "solche Naehe zu terroristisch eingestuften Vereinigungen" zu unterstellen?

    Nochmals: Sie nahm von ihrem Recht Gebrauch, an einer genehmigten Demonstration teilzunehmen. Oder weil sie mal Kopftuch trug ist sie per se "islamistisch und gefaehrlich" ? Aus meiner Sicht ist das rassistisch und dumm dazu.

  • Was ist ueberhaupt Zivilcourage?

    Was ist "ziemlich religioes"?

    Zur Zivilcourage habe ich nichts geschrieben. Ist aber sicher ein interessantes Thema. Ich will aber vorerst darauf antworten, was in Bezug zu meinem Kommentar steht.


    Was die Religiosität betrifft, habe ich doch bereits ein typisches Beispiel genannt. Religiosität steht m. E. der Moderation einer Wissenschatssendung dann im Wege, wenn sie dazu führt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus religiösen Gründen zu negieren.


    Einer der in der Vergangenheit Polizisten verpruegelte - auf einer nicht genehmigten Demonstration, konnte es problemlos zum Aussenminister bringen, in Deutschland.

    Ich bin im Allgemeinen dafür, Menschen eine zweite Chance zu geben, wenn sie sich ändern und nachdem sie die juristischen Konsequenzen ihres Handelns getragen haben. Wie erstarrt wäre eine Gesellschaft, die es niemandem erlaubte, sich weiterzuentwickeln? Es gibt sicherlich schwerwiegende Fälle, wo ich bestimmte Menschen bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausüben lassen würde.

    Welche "Ansichten" sollte Frau El-Hassan "geaendert"haben ...?

    "Die Mittel waren die falschen, das sage ich heute mit Nachdruck. Ich distanziere mich daher klar und ausdrücklich von den Al-Kuds-Demos sowie weiteren Demonstrationen in einem ähnlichen Kontext. Ich verurteile jegliche antisemitischen Äußerungen und Aktionen, sämtliche Arten von Gewalt und insbesondere die Gewalt, die auf diesen Demos stattgefunden hat."

    ... und wie soll sie dies glaubhaft beweisen ...?

    Nun, zunächst einmal reicht es mir, wenn sie es nachdrücklich versichert und ihre Aussagen nicht selbst durch irgendwelche unpassenden Aktivitäten unglaubwürdig macht.

  • Aus meiner Sicht ist das rassistisch und dumm dazu.

    Ich wusste bis jetzt nicht, dass muslimische Aktivist*innen eine Rasse sind. Und so wird sie selbst in der diesbezüglich völlig unverdächtigen Wiki bezeichnet. Meinetwegen kann sie auch nachts Kopftuch tragen und erst recht auf Demos auftauchen, die von Leuten organisiert sind, die in Teilen die militärische Beseitigung Israels fordern. Muss mir nicht gefallen, ist aber nun mal ihr gutes Recht. Wogegen ich aber etwas habe ist, dass im ÖRR zunehmend irgendwelche Aktivist*Innen auftauchen und dort ihrer Agenda folgen können. Das ist so etwas wie der 68-er Marsch durch die Institutionen. Der ÖRR hat eine Funktion. Und die ist nicht, irgendwelchen Aktivisten, Linken, Rechten, Reichsbürgern oder Außerirdischen eine Plattform zu geben, öffentliche Meinung zu beeinflussen. Die sollen eigentlich objektiv informieren. Und genau das spreche ich den Angehörigen dieser Gruppen ab. Allen.

  • Du glaubst doch nicht im Ernst, dass eine Demonstration in Deutschland genehmigt wurde, die "in Teilen die militaerische Beseitigung Israels fordert".. Abi Melzer sagt richtig, dass die zionistische Presse "die umstrittene Demonstration als antisemitisch disqualifiziert hat.

    Ist es etwa "ausserirdisch", gegen die Politik der Besatzungsmacht zu demonstrieren, explizit im Jahr 2014 nach einem haesslichen Krieg, bei dem gezielt Wohnhaueser, Schulen und Krankenhaueser angegriffen wurden. ?

    https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=294485

    Wie gesagt, war die Demonstration genehmigt, Frau El-Hassan hat von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch gemacht. Die Demonstration war ueberwiegend friedlich, dabei soll es allerdings zu haesslichen antisemitischen Ausfaellen einiger weniger Demonstranten gekommen sein, die man gewiss nicht der uebergrossen Anzahl friedlicher Demonstranten, darunter Frau El-Hassan nun anlasten kann.


    Frau El Hassan ist Journalistin, Medienmacherin und Aerztin, Ihre erste Sendung sollte im November anlaufen ueber das Thema "Augen, warum wir immer schlechter sehen." Muss niemand gefallen oder interessieren, ist eh erst mal abgesagt. Ist nicht zu erwarten, dass eine "Islamistin objektiv" etwas zu diesem Thema etwas zu sagen hat. Ob ihr der Medienpreis CIVIC fuer hervorragende journalistische Arbeit von 2018 nun aberkannt wird, ist nicht bekannt. Ihre Nominierung fuer den Grimme-Preis 2020 muss ein Irrtum gewesen sein.

  • Nein, sie kann nicht, sie darf nicht.... eine wissenschaftliche Sendung im WDR moderieren.

    Jetzt hat die BILD - Zeitung "problematische bzw. "verfaengliche" Likes auf Instagram von Frau El-Hassan. "aufgedeckt". Diese bezogen sich auf den Account der israelkritischen Gruppe "Jewish Voice for Peace" , eine der groessten Friedensorganisationen in den USA, deren Kuratorium u. A. die Autorin Naomi Klein und dem Drehbuchautor Tony Kushner angehoert.

    Wie steht es mit der Meinungsfreiheit, wenn man sich nicht frei bewegen kann in den Medien?


    Die Logik, mit der El - Hassan nun der Job als Moderatorin verweigert wird, spiegelt sich auch in anderen Bereichen:

    Zitat: " Vor wenigen Wochen bat ich etwa die Philosophin Judith Butler um ein Interview. Es sollte um Debatten gehen, die in den letzten Monaten unter dem Stichwort des „Zweiten Historikerstreits“ diskutiert wurden: Debatten über eine erneuerte Erinnerung an den Holocaust in Rückkopplung an die Kolonialgeschichte – sowie über die Abwehr jener Zugänge als vermeintliche Holocaust-Verharmlosung oder Antisemitismus. Die Philosophin antwortete knapp: „Ich spreche oder schreibe über dieses Thema nicht mehr im deutschen Kontext.“ Man könnte es ironisch finden, wenn es einen nicht so verzweifelt stimmte: In unserer germano-zentrischen Sichtweise haben „wir“ Deutsche es fertiggebracht, was sonst wohl in kaum einem anderen Land denkbar wäre: eine der wichtigsten jüdischen Intellektuellen der Jetztzeit aus „unserem“ Diskurs auszuschließen."


    https://www.berliner-zeitung.d…-qmRw8qlAZeBIW8bhyG4ve6bo


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