Ende Militäreinsätze: Überlasst Drittländer ihrer eigenen Dynamik, bei der Entwicklung zu einer friedlicheren Zivilisation. Auch wenn es weh tut.

  • Fast 20 Jahre lang war die Bundeswehr im Militäreinsatz in Afghanistan. Im März 2021 stimmte der Bundestag erneut für eine Verlängerung des Mandats für diesen Einsatz. Dann kam Biden und erklärte, dass die USA sich innerhalb dieses Jahres aus Afghanistan zurückziehen würden. Das bedeutete das Ende des Bundeswehreinsatzes. Ein Einsatz, welcher der deutschen Öffentlichkeit seit 2001permanent als wichtig für uns und Afghanistan erklärt wurde. Ich kann aber naht erkennen, dass die mit diesem Einsatz verbundenen Ziele erreicht worden wären und damit bekommt die deutsche Außen-und Sicherheitspolitik für milch ein neues Glaubwürdigkeitsproblem.

    Das soll der Politik verdeutlicht werden.

    https://www.abgeordnetenwatch.…r/fragen-antworten/584686


    (Tippfehler wurden korrigiert)

    Was den deutschen Einsatz betrifft, so ging es mMn in erster Linie nie um ein wirksames Nationbuilding in Afghanistan. Die Bundesregierung hat Hilfsttruppen (Auxiliartruppen) gestellt als Loyalitätsbeweis gegenüber Washington. Die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik war schon immer auf die USA ausgerichtet - besonders unter Merkel. Realpolitisch gesehen finde ich das noch nicht einmal besonders verwerflich Man legt sich nicht mit der Schutzmacht und dem Hegemon an, vor allem wenn man sicherheitspolitisch komplett von diesem abhängig ist. Und da die deutsche Öffentlichkeit im Punkt Sicherheitspolitik nunmal komplett infantil ist, wurde dem Volk die Beteiligung an diesem Einsatz mit Menschen. und Frauenrechten, Demokratieaufbau und Nationbuilding verkauft. Wahrscheinlich glaubt man mittlerweile selbst ein bisschen dran...

    Ich bin nur für das verantwortlich was ich schreibe, nicht für das was du verstehst!


    "Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild."

  • ...

    In Syrien ist diese Schizophrenie noch markanter. Zwei Apache Hubschrauber kreisen minutenlang über einen Konvoi der ISIS. Kein Schuss fällt. Der Konvoi der ISIS fühlt sich auch nicht angegriffen und folgt relaxt seines Weges. Warum auch? Diese Terrororganisation ist der Nachfolger der Al - Kaida, die von den Clintons erschaffen wurde. Herrlich. Die Kurden sollen jedoch ganz, aber ganz sicher gegen die ISIS gekämpft haben, deren Hauptverbündeter die USA sind. Fakt ist jedoch, dass die meisten Kurden der PKK/YPG Mitglieder der ISIS waren. Der Kreis schließt sich.

    ISIS dürfte wohl eher ein saudische Produktion (mit amerikanischen Co-Produzenten aus der CIA heraus) sein. General Wesley Clark hat diese Entwicklungen schon im Jahr 2007 im Interview mit Democracy Now angedeutet (ab 6:25):


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    ISIS ist nicts anderes als der Versuch den iranischen Einfluss in der Region durch sunnitische Dschihadisten zu stoppen. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher ob es 2006 oder 2007 war, als Cheney nach Riad reiste und einem tobenden saudischen König beichten musste, dass man den Irak wohl an die Schiiten, die Badr-Brigaden und damit an den Iran verloren hatte.

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  • ISIS dürfte wohl eher ein saudische Produktion (mit amerikanischen Co-Produzenten aus der CIA heraus) sein. General Wesley Clark hat diese Entwicklungen schon im Jahr 2007 im Interview mit Democracy Now angedeutet (....=

    Das würde erklären. warum für die angeblichen Attentate Osama bin Ladens nicht die Saudis büßen mussten, sondern die Afghanen.

  • Das würde erklären. warum für die angeblichen Attentate Osama bin Ladens nicht die Saudis büßen mussten, sondern die Afghanen.

    Weil Osama ein Feind des saudischen Königshauses war (zumindest wurde er unbotmäßig) und das Haus Saud ihn gerne los werden wollte. Weil das Haus Saud ein enger Verbündeter der USA war und ist. Zudem hatten die USA 2001 längst US-Basen in Saudi-Arabien. Genau das war ein Stein des Anstoßes von Al Qaida und Osama Bin Laden ("Ungläubige Besatzer im heiligen Land!"). Auch Osama wollte unbedingt in Afghanistan kämpfen, um die Amerikaner ähnlich wie die Russen in Afghanistan (vor allem finanziel) auszubluten. Das hat er sogar Mullah Omar in einem Brief geschrieben. Mullah Omar war bewusst das er mit OBL und Al Qaida ein Problem im Land hatte, wurde diesesaber aufgrund des Paschtunwali (und Geldzuwendungen an verschiedene Talibanfraktionen) aber nicht los ("He's like a chicken bone caught in my throat.I can't swallow it or cough it up").


    https://www.newsweek.com/afgha…qaeda-would-go-away-64379

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  • Weil Osama ein Feind des saudischen Königshauses war (zumindest wurde er unbotmäßig) und das Haus Saud ihn gerne los werden wollte. Weil das Haus Saud ein enger Verbündeter der USA war und ist. Zudem hatten die USA 2001 längst US-Basen in Saudi-Arabien. Genau das war ein Stein des Anstoßes von Al Qaida und Osama Bin Laden ("Ungläubige Besatzer im heiligen Land!"). Auch Osama wollte unbedingt in Afghanistan kämpfen, um die Amerikaner ähnlich wie die Russen in Afghanistan (vor allem finanziel) auszubluten. Das hat er sogar Mullah Omar in einem Brief geschrieben. Mullah Omar war bewusst das er mit OBL und Al Qaida ein Problem im Land hatte, wurde diesesaber aufgrund des Paschtunwali (und Geldzuwendungen an verschiedene Talibanfraktionen) aber nicht los ("He's like a chicken bone caught in my throat.I can't swallow it or cough it up").


    https://www.newsweek.com/afgha…qaeda-would-go-away-64379


    Zudem haben die Taliban nach dem 11. September relativ weitrechende Schritte in dem Versuch unternommen OBL loszuwerden. Erst hieß es man werde OBL nach Vorlage von Beweisen seiner Schuld an ein islamisches Land ausweisen, aber nicht direkt an die USA. Also auch an beispielswese Jordanien oder Marokko, diese hätten ihn dann an die USA überstellen können. Dann ließ man den Zusatz mit den Beweisen fallen, also nur noch die Auslieferung an ein islamisches Land. Zum Schluss ließ man auch das fallen, es blieb die Auslieferung an ein Land, aber nicht direkt an die USA oder Israel. Zudem gab es auch immer wieder kaum verhüllte Einladungen an die Amerikaner ihn zu entführen. Man wisse derzeit nicht, wo sich OBL aufhalte oder er sei seinen afghanischen Bewachern auf der Falkenjagd verloren gegangen. Mit anderen Worten, holt ihn doch euch, wir gucken währenddessen angestrengt in die andere Richtung. Das war alles nicht gut genug für die USA.

    Wieso also der Einmarsch nach Afghanistan? Denn das eigentlich Ziel der amerikanischen Neocons unter Bush Jr., so wissen wir heute, war der Irak und indierekt der Iran. Schon zwei Tage nach den Anschlägen einigte man sich in Camp David ja mehr oder minder darauf, den Irak anzugreifen, obwohl man schon damals wusste das der Irak bzw. Saddam mit den Anschlägen nichts zu tun hatte. Um militärische Basen im Rücken des Iran zu haben und diesen damit einzukreisen? Durchaus möglich, allerdings denke ich das der Hauptgrund westliche und speziell amerikanische Hybries war. Afghanistan sollte ein schneller Auftaktsieg werden, um sich danach den eigentlichen Zielen zuzuwenden. Mit diesen paar Sandalen tragenden Steinzeitkrieger würde man leicht fertig, danach wäre dann das amerikanische Militär voll kriegsbereit und könne mit breiter Unterstützung in der Öffentlichkeit den Umbau des mittleren Ostens beginnen. Selten ging ein Schuss so nach hinten los.

    Ich bin nur für das verantwortlich was ich schreibe, nicht für das was du verstehst!


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  • Mit diesen paar Sandalen tragenden Steinzeitkrieger würde man leicht fertig, danach wäre dann das amerikanische Militär voll kriegsbereit und könne mit breiter Unterstützung in der Öffentlichkeit den Umbau des mittleren Ostens beginnen. Selten ging ein Schuss so nach hinten los.

    Du beschreibst das Afghanistanabenteuer ziemlich gut und ich will da auch nicht viel kritisieren, aber eine Sache finde ich trotzdem erwähnenswert, nämlich die Höhe des Einsatzes. Vergleichen wir mal die Anzahl der amerikanischen Soldaten in Europa gegen Ende des WK II (3 Millionen), in der Besatzungszeit 600.000 und vielleicht noch die Anzahl amerikanischer Soldaten zu Hochzeiten im Vietnamkrieg (ca. 600.000) mit Afghanistan (12.000), dann kann man schon auf die Idee kommen, dass auch Sandalenkrieger so nicht zu besiegen sind, auch bei totaler Luftüberlegenheit nicht.

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  • Du beschreibst das Afghanistanabenteuer ziemlich gut und ich will da auch nicht viel kritisieren, aber eine Sache finde ich trotzdem erwähnenswert, nämlich die höhe des Einsatzes. Vergleichen wir mal die Anzahl der amerikanischen Soldaten in Europa gegen Ende des WK II (3 Millionen), in der Besatzungszeit 600.000 und vielleicht noch die Anzahl amerikanischer Soldaten zu Hochzeiten im Vietnamkrieg (ca. 600.000) mit Afghanistan (12.000), dann kann man schon auf die Idee kommen, dass auch Sandalenkrieger so nicht zu besiegen sind, auch bei totaler Luftüberlegenheit nicht.

    Mal davon ab was der eigentlich Grund oder Gründe ( hier gibt es immer noch die chinesische Variante mit einem Zugang zum Golf, zum Energierohstoff die aufgehalten bzw. verlangsamt werden sollte ) waren, vergessen sollten wir nicht das große Geheimnis wo den die einstigen "Verbündeten" der Koalition, die Warlords mit Ihren Abertausenden von Bewaffneten hin verschwunden sind.... und dann das plötzliche Aufpoppen der ganz vielen Taliban.....8)

    Was noch anzumerken wäre ist das auch die anfängliche, beidseitige Euphorie, die Anrainerstaaten mit ins grosse Ganze einzubinden ja schon nach kürzerer Zeit zerbröselte.... daher war der angedachte, enge Gürtel um.... was auch immer.... ja dann ziemlich lose....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • und dann das plötzliche Aufpoppen der ganz vielen Taliban...

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das aktuelle Vorgehen der Taliban den Absprachen zum Rückzug der westlichen Alliierten entspricht. Ein paar ordentliche Luftschläge um die Moral der Regierungstruppen zu stärken, fände ich durchaus angebracht. Zumal die Taliban sich ja jetzt so schön offen zeigen, also angreifbar sind.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass das aktuelle Vorgehen der Taliban den Absprachen zum Rückzug der westlichen Alliierten entspricht. Ein paar ordentliche Luftschläge um die Moral der Regierungstruppen zu stärken, fände ich durchaus angebracht. Zumal die Taliban sich ja jetzt so schön offen zeigen, also angreifbar sind.

    Die derzeitige Regierung in Kabul ist vom Westen komplett aufgegeben worden. Diese Scheinheiligkeit kann man ja gut daran erkennen wie heimlich mit den Taliban von Hinz bis Kunz verhandelt wird.


    Also, Business as usual.

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  • Was für ein Schxxx-Geschäft und ziemlich unehrenhaft, also geschäftsschädigend noch dazu. :opa:

    Bin mal gespannt ob sie wenigstens unsere bundesdeutschen "Hiwi's" mitnehmen. Denn deren Schicksal und das deren Familien sollte bei einem Verbleib vor Ort klar sein.


    Ich hatte damals noch mit einigen Alten der KNIL ( Holl. Armee ) in Indonesien sprechen dürfen und damals wurden sehr, sehr viele zurück gelassen.

    Was Tausenden ( Plus der ehem. Zivilangestellten ) das Leben gekostet hat und lebenslange Einschränkung der Bürgerrechte mit sich brachte.

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  • Bin mal gespannt ob sie wenigstens unsere bundesdeutschen "Hiwi's" mitnehmen. Denn deren Schicksal und das deren Familien sollte bei einem Verbleib vor Ort klar sein.

    Das wäre wirklich Ehrensache, allen Hilfskräften mit Angehörigen ein unbürokratisches Aufnahmeverfahren zu sichern. Da gäbe es für mich überhaupt keine Diskussion.

  • Das wäre wirklich Ehrensache, allen Hilfskräften mit Angehörigen ein unbürokratisches Aufnahmeverfahren zu sichern. Da gäbe es für mich überhaupt keine Diskussion.

    Naja... wenn ich an die unbürokratische Hilfe der BW erinnern darf welche Sie den eigenen Versehrten, ob nun aktuell aus Afghanistan oder anderen Einsätzen angedient hatte ( oder auch nicht ).....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Wenn man unsere Kommentare von vor 11 Jahren mit heute vergleicht kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus:D8o.


    Ich bin froh, dass dieser Bullshit jetzt vorbei ist! Und es zeigt sich, dass die Welt mental und geistig genauso gespalten ist wie vor hundert Jahren, als der weiße Großwildjäger und Missionar den vermeintlich "wilden Nackedeis" einen Besuch abgestattet hat. Wir haben da nichts zu suchen und wir werden da auch nichts finden!


    Die letzten Dokumentationen über Afghanistan, wo vorallem politisch aktive Frauen zu Wort kamen sind erleuchtend! Wer die Dokumentation auf ARTE über den Irak gesehen hat braucht keine Fragen mehr zu stellen. Eine der besten Dokumentaionen die ich je gesehen habe in allen Aspekten.


    https://www.arte.tv/de/videos/…s-war-einmal-im-irak-1-3/


    Und wer sich fragt wie weit wir von Saudi Arabien entfernt sind braucht sich nur die Dokumentation vom niederländischen Journalisten Sinan Can anschauen.

    https://www.zdf.de/dokumentati…ft-neue-freiheit-100.html


    Wir sollten die Erwartungshaltungen deutlich herunterschrauben...


    Und die Amis begreifen vielleicht irgendwann in ferner Zukunft, dass einige nie dort ankommen werden, wo wir jetzt sind.

  • War ja auch mehr theoretisch gemeint. Unbürokratisches in Deutschland zu verlangen, ist so etwas wie es Ketzerei im Mittelalter war. 8)

    Bevor irgend etwas in Deutschland "unbürokratisch" gehandhabt wird gelingt die Quadratur des Kreises.

  • Wir sollten die Erwartungshaltungen deutlich herunterschrauben...

    Mit dem "wir" meinst Du aber eher die bass erstaunte Öffentlichkeit, bzw. gewisse Mietmedienschreiber die Ihre Euphorie bei vielen Pazifikationen, vom Irak, über Lybien, Afghanistan etc. etc. völlig unerwartet gedämpft am Ende etwas sahen ? Sarkasmus aus....


    Und die Amis begreifen vielleicht irgendwann in ferner Zukunft, dass einige nie dort ankommen werden, wo wir jetzt sind.

    Wo "die" sind. Also die Amerikaner.... weil wir sind ja bekanntlich auch schon ....woanders als die und die.... Amerikaner.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Mit dem "wir" meinst Du aber eher die bass erstaunte Öffentlichkeit, bzw. gewisse Mietmedienschreiber die Ihre Euphorie bei vielen Pazifikationen, vom Irak, über Lybien, Afghanistan etc. etc. völlig unerwartet gedämpft am Ende etwas sahen ? Sarkasmus aus....


    Wo "die" sind. Also die Amerikaner.... weil wir sind ja bekanntlich auch schon ....woanders als die und die.... Amerikaner.

    Mit "wir" meine ich alle, in der westlichen Welt. Ja, in vielen Bereichen sind wir schon woanders als die Amis, aber ich weiß auch, dass in den USA 340 Millionen Menschen leben und dieses Land so divers ist, dass sie jetzt eine turbulente Zeit erleben werden.


    Youtube gibt neben dem hate eine Einsicht in die Welt von dem die Altvorderen nur träumen konnten. Erfahrungen und Informationen werden dort aus allen Perspektiven geteilt und regen zum Nachdenken an. Ich persönlich habe dort Sachen gesehen und gehört über die ich vorher überhaupt nicht nachgedacht habe, weil mir einfach die Vergleichsmöglichkeiten und Erfahrungen fehlten.

  • Mit "wir" meine ich alle, in der westlichen Welt. Ja, in vielen Bereichen sind wir schon woanders als die Amis...

    Ja. Und nein. ich erinnere da nur an die ..Pazifikation Lybiens. Journalistisch, hier in Richtung Investigativ ein Trauerspiel. Nee, ein Debakel um es freundlich aussehen zu lassen. Lybien deswegen weil zeitlich überschaubar und kompakt, z.b. im Spiegel mit Liveticker, aktuellsten Nachrichten immer ganz oben etc. und allen was dazu gehört um es an den Mann/Frau zu bringen. Bis ca. 1 Monat nach der plakativen Pfählung Gadaffi's das Interesse an diesem Konflikt erlahmte und komplett verschwand.

    Ich will das jetzt nicht wieder alles aufdröseln aber jeder der lesen wollte, jeder mit etwas wacheren Verstand konnte schon zeitgleich im englisch sprachigen Raum, sogar in der ollen BBC viel mehr an Widersprüchlichkeiten, an Fakten aufnehmen worum es dort geht, wer da die wirklichen Akteure sind etc. etc.


    Also was hier bei uns mit der üblichen, mehrmonatlichen Verspätung ( und daher als Neuigkeit kalt und Uninteressant ) aufgeschlagen ist und dann höchstens in irgendeinem "kritischen" Kommentar verwurstet wurde.


    Also sind, bzw. können wir doch leider ganz schön dicht bei den Amis sein wenn es um "Öffentlichkeitsarbeit" geht.


    Youtube gibt neben dem hate eine Einsicht in die Welt von dem die Altvorderen nur träumen konnten. Erfahrungen und Informationen werden dort aus allen Perspektiven geteilt und regen zum Nachdenken an. Ich persönlich habe dort Sachen gesehen und gehört über die ich vorher überhaupt nicht nachgedacht habe, weil mir einfach die Vergleichsmöglichkeiten und Erfahrungen fehlten.

    Aber auch damit ( Youtube etc. ) muss man "umgehen" können. Und wie man zunehmend hier auch sieht ( Wochenende, Berlin ) können das immer mehr Menschen nicht.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind