Demokratie, Kommunismus, Monarchie und Diktatur.

  • Welches Regierungssystem bevorzugen die Politopia - Mitglieder und welche Spannungsfelder sind aus den jeweiligen Ideologien zu resümieren? Natürlich gibt es zu jedem der Regierungssysteme Untergruppierungen. Um die Diskussion halbwegs beschaulich zu halten, halten wir uns an die Vorgaben. Ich bevorzuge eine parlamentarische Monarchie, wie in England seit Jahrhunderten praktiziert wird. Vorteil: Die Königsfamilie im Hintergrund steht als moralische Instanz über der Regierung. Nachteil: fast keine. Eure Meinung würde mich sehr interessieren.

  • Monarchie -besteht da nicht die Gefahr,sich eine staatsschmarotzende Sippe anzuzüchten? Da ist mir die Präsidiallösung lieber.Zwei mal max.fünf Jahre (teuer genug!) und Schluss ist's ohne dass sich mehr oder weniger intelligente Blagen kronprinzentümelnd am Volksvermögen gütlich tun. An einer Apanage kämen wir vermutlich nicht vorbei. Bei Präsidenten ist auch nicht die Gefahr der familiären Degeneration gegeben.

  • Monarchie -besteht da nicht die Gefahr,sich eine staatsschmarotzende Sippe anzuzüchten? Da ist mir die Präsidiallösung lieber.Zwei mal max.fünf Jahre (teuer genug!) und Schluss ist's ohne dass sich mehr oder weniger intelligente Blagen kronprinzentümelnd am Volksvermögen gütlich tun. An einer Apanage kämen wir vermutlich nicht vorbei. Bei Präsidenten ist auch nicht die Gefahr der familiären Degeneration gegeben.

    Och, die Monarchen bekommen bei uns soviel wie ihnen das Parlament gibt. Kein Unterschied zu Praesidenten. Schau mal wieviele ehemalige in Deutschland immer noch auf der Gehaltsliste stehen.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Sorry, ich habe das Kalifat vergessen. Seinerseits von den Osmanen praktiziert, das zur damaligen Zeit der europäischen Herrschaftsform in jeder Hinsicht überlegen war.

    Welches meinst Du da ? Auch hier muss man doch das jeweilige Zeitfenster betrachten den irgendwann stand man als "kranker Mann vom Bosporus" da und das war nicht nur ein beliebtes Schlagwort der damaligen westlichen Welt. Das war Fakt. Und galt schon ab Mitte des 19 Jahrhunderts....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Welches meinst Du da ? Auch hier muss man doch das jeweilige Zeitfenster betrachten den irgendwann stand man als "kranker Mann vom Bosporus" da und das war nicht nur ein beliebtes Schlagwort der damaligen westlichen Welt. Das war Fakt. Und galt schon ab Mitte des 19 Jahrhunderts....

    Von den notwendigen Brudermorden, die im Osmanischen Reich erforderlich waren, um die Macht zu sichern, hat unser Freund wohl nichts gehört!

  • Welches Regierungssystem bevorzugen die Politopia - Mitglieder und welche Spannungsfelder sind aus den jeweiligen Ideologien zu resümieren? Natürlich gibt es zu jedem der Regierungssysteme Untergruppierungen. Um die Diskussion halbwegs beschaulich zu halten, halten wir uns an die Vorgaben. Ich bevorzuge eine parlamentarische Monarchie, wie in England seit Jahrhunderten praktiziert wird. Vorteil: Die Königsfamilie im Hintergrund steht als moralische Instanz über der Regierung. Nachteil: fast keine. Eure Meinung würde mich sehr interessieren.

    Ich lehne eine parlamentarische Monarchie aufgrund der Verletzung der Menschenwürde ab und ganz besonders dient dabei das Beispiel UK.

    https://www.washingtonpost.com…oyal-hbo-series-backlash/


    Wenn ein Mensch in etwas hineingeboren wird was er nicht wählen kann, dann sind seine Persönlichkeitsrechte missachtet und wenn er doch wählen (Abdankung bevor Antritt) würde wäre diese Institution sinnlos.

    Hinzu kommt die Determinierung, dass jemand über den Dingen steht nur aufgrund seiner Abstammung. Das zementiert im weiteren Verlauf alles was unterhalb dieser Ebene angesiedelt ist.


    Ich bevorzuge eine parlamentarische Demokratie, in der eine ausgewogene Gewaltenteilung herrscht und in der politische Ämter zeitlich begrenzt sind.

    Die moralischen Instanzen sollten vielfältig aus der Gesamtheit der Gesellschaft kommen und die gesellschaftliche Entwicklung reflektieren.

    Ob König oder Präsident, beide geben diese Entwicklung in ihren Reden nur wieder (welche in den meisten Fällen von mehreren Menschen erarbeitet wird).

    Die rührselige Anteilnahme an Glitzer und Dschingarassabums zeigt nur, wie weit wir noch zu gehen haben. Im Übrigen weiß man nie wie der nächste blaublütige "Wurf" in der nächsten Generation denn so ausfallen wird und wie die Sidekicks in ihrer royalen Blase so damit klarkommen.


    Unsere Grüßauguste/innen sind wir nach 2x los.

  • Och, die Monarchen bekommen bei uns soviel wie ihnen das Parlament gibt. Kein Unterschied zu Praesidenten. Schau mal wieviele ehemalige in Deutschland immer noch auf der Gehaltsliste stehen.

    Und wie sieht es mit den ganzen royalen Benefits aus, dem Privateigentum und dem royalen "Restwurf"?

    Allerdings sieht es bei den Skandinaviern deutlich besser aus.


    3 stehen noch auf der Pensionsliste.


    Dem kann man mit einem Mindestalter entgegenwirken und die anschließende Pension in einem zu vertretenden Maße gestalten. Die Pension könnte wie die eines Bundesverfassungsrichters aussehen und dann lebt man immer noch fürstlich in D.

  • Sorry, ich habe das Kalifat vergessen. Seinerseits von den Osmanen praktiziert, das zur damaligen Zeit der europäischen Herrschaftsform in jeder Hinsicht überlegen war.

    Meinst du die legitimierte und praktizierte Ermordung aller männlichen Geschwister zur Ersteigung des Thrones oder die vorbildliche Verwaltung, oft besetzt mit vormals geraubten Kindern mit Zwangskonvertierung?

    Die Osmannen waren erfolgreich zum Höhepunkt ihrer Macht und anderen überlegen, wurden dann aber schnell eingeholt.

  • Nicht so schnell... Wulff, Köhler und Gauck können Ehrensold + Spesen kassieren. Wenn jetzt noch der Steindingens dazukommt, könnten wir uns auch locker einen Kaiser leisten. :D


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    Darum schrieb ich ja Pension und eine Anpassung dieser Bezüge.


    Wenn ich Willy sehe, muss ich immer daran denken warum er nur mit diesem Arm geboren werden musste (die Limeyärzte konnten ihn noch nicht mal auf die Welt holen) und er später diese komische Frau heiraten musste.

    Die hätten ihn einfach länger bei seiner sexsüchtigen und tyrannischen Oma lassen sollen, vielleicht hätte er dann andere Komplexe entwickelt.

  • Die hätten ihn einfach länger bei seiner sexsüchtigen und tyrannischen Oma lassen sollen, vielleicht hätte er dann andere Komplexe entwickelt.

    Oder einfach länger in einem britischen Eliteinternat verbracht. Wäre das gleiche Ergebnis geworden. Peitsche und Fetisch gab es damals ja auch.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Welches meinst Du da ? Auch hier muss man doch das jeweilige Zeitfenster betrachten den irgendwann stand man als "kranker Mann vom Bosporus" da und das war nicht nur ein beliebtes Schlagwort der damaligen westlichen Welt. Das war Fakt. Und galt schon ab Mitte des 19 Jahrhunderts....

    Auf Deine Frage zu antworten ist etwas schwierig. Hierzu müsste man Vergleiche zwischen der christlicher und osmanischer Gesellschaftsformen im Mittelalter ziehen. Dass die christlichen Herrscher damals demokratisch dem Volk gedient haben, kann man wohl schlecht erwarten. Zudem hatten die Päpste Anspruch auf Allmacht. Also war Europa nicht weltlich, sondern religiös geprägt. Das war im osmanischem Reich auch nicht anders. Das muss man klar herausstellen. Der Unterschied lag jedoch an der Tatsache, wie die Andersgläubigen auf beiden Seiten behandelt wurden. Während es im christlichem Europa Zwangstaufen gab, wurde im osmanischem Reich das "Millet - System" installiert. Nach diesem System durften die Christen und Juden autonom leben, ihre Synagogen und Kirchen weiter bauen. Kritiker würden jetzt sagen, dass sie Bürger zweiter Klasse waren und mehr Steuern als die Türken bezahlen mussten. Dieser Einwand ist durchaus berechtigt. Jedoch im Vergleich zu der europäischen Umgang eher zu vernachlässigen. Man kann durchaus gerne Bürger zweiter Klasse sein und autonom Leben, als wie in Europa verfolgt und getötet zu werden. Aus den Archiven der Habsburger ist folgendes zu entnehmen: Im Grenzbereich zwischen den Habsburger und türkischen Machtbereich war es der Bevölkerung egal, von welcher Seite sie regiert wurden. Die Osmanen waren in religiöser Hinsicht oft toleranter, als die christlichen Herrscher. Dieser Fakt ist trotz jahrhundertelanger Anti - Türkenpropaganda nicht zu widerlegen. Auch im 15. Jahrhundert standen die sephardischen Juden vor der Wahl. Entweder Zwangschristianisierung, oder Exil. Sie haben das Exil ins osmanische Reich mit dem Wissen vorgezogen, dass ihnen dort besser gehen wird, als im spanischen Europa. Auch Mitte des 20. Jahrhunderts, als im Europa der Antisemitismus wütete und die Juden kurz vor der Vernichtung standen, war das Ziel der Nachfolgestaat des osmanischen Reiches. Nämlich die Türkei. Das ist natürlich ein grober Umriss der Geschichte. Wenn wir die Gegenwart hinsichtlich Regierungsform fokussieren, spielt das Kalifat natürlich keine Rolle mehr. Kommunismus und Diktatur ist kategorisch auszuschließen. Bleiben nur noch die Regierungssysteme Demokratie und parlamentarische Monarchie übrig. Meine Wahl ist im Eingangsbeitrag zu lesen. Es ist auch interessant, wie sich der bisherige Diskussionsverlauf gestaltet hat.

  • Auf Deine Frage zu antworten ist etwas schwierig. Hierzu müsste man Vergleiche zwischen der christlicher und osmanischer Gesellschaftsformen im Mittelalter ziehen. Dass die christlichen Herrscher damals demokratisch dem Volk gedient haben, kann man wohl schlecht erwarten. Zudem hatten die Päpste Anspruch auf Allmacht. Also war Europa nicht weltlich, sondern religiös geprägt. Das war im osmanischem Reich auch nicht anders. Das muss man klar herausstellen. Der Unterschied lag jedoch an der Tatsache, wie die Andersgläubigen auf beiden Seiten behandelt wurden. Während es im christlichem Europa Zwangstaufen gab, wurde im osmanischem Reich das "Millet - System" installiert. Nach diesem System durften die Christen und Juden autonom leben, ihre Synagogen und Kirchen weiter bauen. Kritiker würden jetzt sagen, dass sie Bürger zweiter Klasse waren und mehr Steuern als die Türken bezahlen mussten. Dieser Einwand ist durchaus berechtigt. Jedoch im Vergleich zu der europäischen Umgang eher zu vernachlässigen. Man kann durchaus gerne Bürger zweiter Klasse sein und autonom Leben, als wie in Europa verfolgt und getötet zu werden. Aus den Archiven der Habsburger ist folgendes zu entnehmen: Im Grenzbereich zwischen den Habsburger und türkischen Machtbereich war es der Bevölkerung egal, von welcher Seite sie regiert wurden. Die Osmanen waren in religiöser Hinsicht oft toleranter, als die christlichen Herrscher. Dieser Fakt ist trotz jahrhundertelanger Anti - Türkenpropaganda nicht zu widerlegen. Auch im 15. Jahrhundert standen die sephardischen Juden vor der Wahl. Entweder Zwangschristianisierung, oder Exil. Sie haben das Exil ins osmanische Reich mit dem Wissen vorgezogen, dass ihnen dort besser gehen wird, als im spanischen Europa. Auch Mitte des 20. Jahrhunderts, als im Europa der Antisemitismus wütete und die Juden kurz vor der Vernichtung standen, war das Ziel der Nachfolgestaat des osmanischen Reiches. Nämlich die Türkei. Das ist natürlich ein grober Umriss der Geschichte. Wenn wir die Gegenwart hinsichtlich Regierungsform fokussieren, spielt das Kalifat natürlich keine Rolle mehr. Kommunismus und Diktatur ist kategorisch auszuschließen. Bleiben nur noch die Regierungssysteme Demokratie und parlamentarische Monarchie übrig. Meine Wahl ist im Eingangsbeitrag zu lesen. Es ist auch interessant, wie sich der bisherige Diskussionsverlauf gestaltet hat.

    Die Päpste hatten nie die weltliche Macht in Europa!!!!Das haben sie zwar versucht, sind aber pausenlos gegen germanische Betonköpfe gelaufen welche ihre Macht nicht teilen wollten.


    Einer musste zwar nach Canossa krabbeln, hatte es dem Papst aber später doppelt heimgezahlt. Einige wurden einfach in Avignon eingesperrt und wollten später gar nicht mehr weg aus dem "Sündenpfuhl" Frankreich. Und dann gab es auch mal 3 Päpste.


    Jesus hatte einen fatalen Satz gesagt "Gib dem Kaiser was des Kaiser ist und Gott was Gottes ist" und das ist bis heute der große Unterschied zwischen der islamischen und christlichen Welt.


    Da haben auch keine Exkommunikationen geholfen. Die einzige Theokratie in Europa ist das United Kingdom;(8o.

  • Die Osmanen waren erfolgreich zum Höhepunkt ihrer Macht und anderen überlegen, wurden dann aber schnell eingeholt.

    Genau das darf man ja nicht aus dem Auge lassen und hier werden daraus gern irgendwelche Mythen, Legenden gestrickt.

    Das sogenannte Weltreich der Portugiesen fand gerade mal 100 Jahre statt, sprich genau bis 1578 als die gesamte adelige Führungsschicht inkl. König in der Schlacht von Alcacer in Marokko auf komplett dämlich dahingemetzelt wurde.


    Die erfolgreiche Reconquista z.B. war ja dem Umstand geschuldet weil das dortige Großreich der Mauren schon nach über einen jahrhundert in kleine Fürstentümer zerbröselte und man sich in unzähligen Kleinkriegen aufrieb. Und während dieser Zeit der Gewalt war das ausbalancierte Miteinander der verschieden Bevölkerungsgruppen auch verschwunden, sprich man war brutal gegen andere wie das Gegenüber.

    Und die Mär vom toleranteren Islam damals fällt auch mit dem Wissen das damalige (christliche ) Gefangene nach einer Schlacht auch hier nur die Wahl hatten zwischen Konvertierung oder Richtschwert. Im günstigsten Falle.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Meinst du die legitimierte und praktizierte Ermordung aller männlichen Geschwister zur Ersteigung des Thrones oder die vorbildliche Verwaltung, oft besetzt mit vormals geraubten Kindern mit Zwangskonvertierung?

    Die Osmannen waren erfolgreich zum Höhepunkt ihrer Macht und anderen überlegen, wurden dann aber schnell eingeholt.

    Da war nichts legitimiert. Es ging um Vormachtstellung der Erbfolge des Sultans. Die verschiedenen Frauen des Sultans wollten damals, dass ihre Kinder das höchste Amt im osmanischem Reich bekleiden. Man kann durchaus davon ausgehen, dass diese Morde von den Frauen ausgingen. Mit den Janitscharen hast du womöglich recht. Den Osmanen ist jedoch zu Gute zu halten, dass sie diese christlichen Knaben nicht getötet, sondern zur Elite des osmanischen Reiches erzogen haben. Sie waren die tapfersten und loyalsten Soldaten des Sultans. Mit Gewalt und Unterdrückung hätte der Sultan sie nie halten können. Also muss man davon ausgehen, dass es ihnen sogar besser ging, als den türkischen Kämpfern. Nachzutragen ist, dass Juden und Christen im osmanischem Reich die höchsten Ämter bekleidet haben. Das dürfte jedoch nicht der Tatsache geschuldet sein, dass der Sultan barmherzig war, sondern im persönlichen Interesse des Sultans waren. Sie waren deutlich gebildeter und fähiger, als die Auswahl unter den Türken und Arabern. Somit kann man resümieren, dass der Sultan um die Fähigkeit der abendländischen Menschen wusste.

  • Da war nichts legitimiert. Es ging um Vormachtstellung der Erbfolge des Sultans. Die verschiedenen Frauen des Sultans wollten damals, dass ihre Kinder das höchste Amt im osmanischem Reich bekleiden. Man kann durchaus davon ausgehen, dass diese Morde von den Frauen ausgingen. Mit den Janitscharen hast du womöglich recht. Den Osmanen ist jedoch zu Gute zu halten, dass sie diese christlichen Knaben nicht getötet, sondern zur Elite des osmanischen Reiches erzogen haben. Sie waren die tapfersten und loyalsten Soldaten des Sultans. Mit Gewalt und Unterdrückung hätte der Sultan sie nie halten können. Also muss man davon ausgehen, dass es ihnen sogar besser ging, als den türkischen Kämpfern. Nachzutragen ist, dass Juden und Christen im osmanischem Reich die höchsten Ämter bekleidet haben. Das dürfte jedoch nicht der Tatsache geschuldet sein, dass der Sultan barmherzig war, sondern im persönlichen Interesse des Sultans waren. Sie waren deutlich gebildeter und fähiger, als die Auswahl unter den Türken und Arabern. Somit kann man resümieren, dass der Sultan um die Fähigkeit der abendländischen Menschen wusste.

    So weit mir bekannt ist, ging es darum, dass niemand anderes Anspruch auf den Thron stellen konnte, wenn die politischen Loyalitäten der Fürsten in Schieflage geraten sollten. Es durfte kein Nachkomme übrignleiben der die Einigkeit des Reiches gefährden könnte und somit die Macht des Sultans. Darum war es geradezu gefordert seine Geschwister umzubringen.


    Zitat

    Der Brudermord (türkisch kardeş katli; auch şehzâde katli ‚Prinzenmord‘ oder evlât katli ‚Deszendentenmord‘) war eine im Osmanischen Reich übliche, oft präventive Maßnahme zur Lösung von Erbstreitigkeiten innerhalb des Herrscherhauses. Neben der Vermeidung von Sukzessionskriegen sollte dadurch insbesondere die Unteilbarkeit des Erbes gesichert, mithin Landesteilungen verhindert werden. Im osmanischen Zusammenhang umfasst der Begriff des Brudermordes daher entgegen der Bezeichnung nicht nur die Tötung des (Halb-)Bruders, sondern auch die eines beliebigen erbberechtigten Blutsverwandten. Wurde ein Prinz hingerichtet, so teilten in der Regel auch dessen Söhne das gleiche Schicksal.

    Bereits der Dynastiebegründer Osman I. soll im Zwist um die unangefochtene Stammesführerschaft seinen greisen Onkel eigenhändig umgebracht haben. Die ersten belegten Brudermorde fallen in die Herrschaftszeit Murads I., der 1360 zwei aufständische Brüder und 1385 einen rebellierenden Sohn hinrichten ließ. Beim Herrschaftsantritt Bayezids I. 1389 erfolgte erstmals die präventive Tötung eines nicht aufrührerischen Prinzen.

    In den letzten Jahren der Regentschaft Mehmeds II., vermutlich zwischen 1477 und 1481, wurde die Tötung der Brüder „um der Ordnung der Welt willen“ (niẓām-ı ʿālem içün) ausdrücklich für angemessen und damit das Opfern bestimmter Einzelner zugunsten des Gemeinwohls für zulässig erklärt. Ihren Höhepunkt erreichte die Praxis unter Mehmed III., der 1595 bei seiner Thronbesteigung 19 Brüder und 1603 seinen ältesten Sohn hinrichten ließ. Mit der Thronbesteigung Mustafas I. im Jahr 1617 wurde zum ersten Mal die Erbfolge vom Vater auf den Sohn durchbrochen und nach dem Prinzip des Seniorats vorgenommen. Eine sowohl von Abdülmecid I. als auch Abdülaziz angestrebte Einführung der Primogenitur blieb letztlich aus, sodass in der neuen Verfassung von 1876 das Seniorat gesetzlich festgelegt wurde.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Brudermord_(Osmanisches_Reich)


    Man muss sich nichts schönsaufen.

  • (....)


    Jesus hatte einen fatalen Satz gesagt "Gib dem Kaiser was des Kaiser ist und Gott was Gottes ist" und das ist bis heute der große Unterschied zwischen der islamischen und christlichen Welt.


    Da haben auch keine Exkommunikationen geholfen. Die einzige Theokratie in Europa ist das United Kingdom;(8o.

    Wenn die Päpste nichts zu sagen hatten, warum wurde dann soviel Wert auf Zwangschristianisierung gelegt? Die Hexenverbrennungen dürften aus weltlicher Sicht auch keine logische Berechtigung haben. Deine Abneigung gegen die Briten ist m.E. unbegründet und ist der aufgebauschten "Feindschaft" zwischen beiden Ländern geschuldet.

  • Wenn die Päpste nichts zu sagen hatten, warum wurde dann soviel Wert auf Zwangschristianisierung gelegt? Die Hexenverbrennungen dürften aus weltlicher Sicht auch keine logische Berechtigung haben.

    Das war aber nicht überall so, sprich nicht überall war die Konfession das alles bestimmende Mittel. Die Holländer z.B., hatten bei Ihren Eroberungen oft genug jüdische Kaufleute im Gefolge die sie erfolgreich für sich einzusetzen wussten. So ist die älteste Synagoge Südamerikas in Recife ( Brasilien ) zu finden welches die Holländer für einige Jahrzehnte den Portugiesen geklaut haben. Nicht umsonst erklären die Brasilianer historisch gesehen die kurze Zeit der Holländer dort eine viel fruchtbarere als die gesamte Zeit der Portugiesen dort.

    Schon mit der zweiten Welle der neuen Besitzer kamen Ingeneure, Architekten und Stadplaner und besagte Juden inkl. der damaligen ,für die Niederlande in Ihren Kolonien typischen "Prefab-Häusern" und durch Ihre enorme Geschwindigkeit der Umsetzung, schiffbare Kanäle, Kanalisation, Brücken etc. das Stadtbild Recife's bis heute prägen.


    Das ging den voherigen Besitzern der Region völlig ab, bzw. beschränkte sich nur auf die Verwaltung und Ausbeutung der Plantagen.


    Die Portugiesen hingegen ""konnten" nur in Kirchen und Klöstern die Sie in Ihrem bis zum Schluss sattsam bekannten Neobarock überall über die jahre hinterlassen haben.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Wenn die Päpste nichts zu sagen hatten, warum wurde dann soviel Wert auf Zwangschristianisierung gelegt? Die Hexenverbrennungen dürften aus weltlicher Sicht auch keine logische Berechtigung haben. Deine Abneigung gegen die Briten ist m.E. unbegründet und ist der aufgebauschten "Feindschaft" zwischen beiden Ländern geschuldet.

    Aus dem gleichen Grund warum es für den Islam so wichtig war.Ein Reich, eine Religion und ein Führer. Alles andere ist eben anstregend und schwieriger zu kontrollieren.

    Natürlich hatten die Päpste was zu sagen, dass hielt sich aber in Grenzen.Spätestens dann, wenn sie dem Machtbereich eines anderen Potentaten zu nahe kamen.

    Die Hexenverbrennungen sind der Kirche entsprungen und hatten ihre höchste Durchschlagskraft unter weltlichen Gerichten. Da hatte der Fürst aber weniger Einfluß, sondern es oblag der Gerichte diesen Umstand zu klären.

    Du solltest hierbei auch nicht das Eigenverständnis der Könige und Kaiser missverstehen. Sie sahen sich von Gott berufen und nicht vom Papst.


    Ich habe keine Abneigung gegen die Engländer. Nur gegen Menschen die mit dem Finger auf andere zeigen und in der Nachbetrachtung weiterhin an die "Bürde des weißen Mannes" glauben und die eigene Geschichte als ungetrübten Fortschritt betrachten.