Demokratie, Kommunismus, Monarchie und Diktatur.

  • So weit mir bekannt ist, ging es darum, dass niemand anderes Anspruch auf den Thron stellen konnte, wenn die politischen Loyalitäten der Fürsten in Schieflage geraten sollten. Es durfte kein Nachkomme übrignleiben der die Einigkeit des Reiches gefährden könnte und somit die Macht des Sultans. Darum war es geradezu gefordert seine Geschwister umzubringen.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Brudermord_(Osmanisches_Reich)


    Man muss sich nichts schönsaufen.

    Die Wikipedia bietet für Laien eine halbwegs vernünftige Richtschnur und ist kein Ersatz für historische Dokumente aus dem osmanischem Reich, die in türkischer Sprache niedergeschrieben worden sind. Ich habe die Originale gelesen. In 3 Jahrhunderten kam es nur zu vereinzelten Taten dieser Richtung vor. Eine Tat belegte einen tatsächlichen Brudermord, der als Vormachtstellung in der Erbfolge zu definieren war. Die anderen Kinder wurden im Kindesalter von rivalisierenden Frauen des Sultans verübt. Die dritte Tat spricht von einem Mord an einem Onkel des Erbfolgers, der ihm das strittig gemacht hat. Also waren diese Taten nur vereinzelte Gegebenheiten, die in anderen Monarchien auch vorgekommen sind.

  • Ich bevorzuge eine parlamentarische Demokratie, in der eine ausgewogene Gewaltenteilung herrscht und in der politische Ämter zeitlich begrenzt sind.

    Das Grundübel hier sind in der Gegenwart aber Parteien und deren Vorfeldorganisationen in Verbindung mit dem aufgebauten Machtsystem. Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Schon allein deshalb, weil im Laufe der Jahrzehnte umfangreiche Netzwerke entstanden sind, die auch in Presse, Justiz oder Behördenleitungen reichen. Das war ursprünglich in dieser Form so wohl nicht vorgesehen. In den Vorschlägen der Parteien für höhere Weihen tauchen ausschließlich Menschen auf, die hauptberuflich auf Partei machen und eigentlich auch nie etwas anderes gemacht haben. Sie kennen nichts anderes als die Blase. Fachliche Kompetenz tritt in den Hintergrund, weil Kandidaten teilweise nicht nach Fähigkeit, sondern nach Geschlecht ausgewählt werden. Unter solchen Umständen hilft auch eine Begrenzung der Zeit in politischen Ämtern nicht. Der ehemalige Amtsinhaber verschwindet ja nicht, sondern bleibt in bestimmenden Führungsgremien in der Partei, in UN oder EU, im Vorstand von Stadtwerken oder als Polizeipräsident- Quereinsteiger erhalten.

  • Das Grundübel hier sind in der Gegenwart aber Parteien und deren Vorfeldorganisationen in Verbindung mit dem aufgebauten Machtsystem. Das wird sich so schnell auch nicht ändern.

    Was Forist Schopenhauer schon schrieb, die ..Ausgewogenheit. Und die fehlt in der beschriebenen "Causa" immer mehr. Hatten wir im Nachkriegsdeutschland West bis in die 70er, 80er Jahre Politiker die sich einerseits in Partei/Gewerkschaftsarbeit aber auch in richtiger Arbeit und Profession, ihre Vita sich erworben haben, so fehlt das heute immer mehr. Natürlich war das damals auch einhergehend mit Befehlsempfängern der Wirtschaft, Netzwerkern wie Lambsdorff oder "freigestellten" Bankern etc. Oder man war Ziehkind einzelner, aber strippenziehender Industrieller wie eben Helmut Kohl.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Das Grundübel hier sind in der Gegenwart aber Parteien und deren Vorfeldorganisationen in Verbindung mit dem aufgebauten Machtsystem. Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Schon allein deshalb, weil im Laufe der Jahrzehnte umfangreiche Netzwerke entstanden sind, die auch in Presse, Justiz oder Behördenleitungen reichen. Das war ursprünglich in dieser Form so wohl nicht vorgesehen. In den Vorschlägen der Parteien für höhere Weihen tauchen ausschließlich Menschen auf, die hauptberuflich auf Partei machen und eigentlich auch nie etwas anderes gemacht haben. Sie kennen nichts anderes als die Blase. Fachliche Kompetenz tritt in den Hintergrund, weil Kandidaten teilweise nicht nach Fähigkeit, sondern nach Geschlecht ausgewählt werden. Unter solchen Umständen hilft auch eine Begrenzung der Zeit in politischen Ämtern nicht. Der ehemalige Amtsinhaber verschwindet ja nicht, sondern bleibt in bestimmenden Führungsgremien in der Partei, in UN oder EU, im Vorstand von Stadtwerken oder als Polizeipräsident- Quereinsteiger erhalten.

    Da du mir kein System nennen können wirst, wo solche Strukturen mit fortschreitender Zeit nicht entstehen, bewerte ich diesen Umstand als menschliche Strukturschwäche, welche sich von der Argrargesellchsft bis heute durch die menschliche Geschichte hindurchzieht.


    Es geht immer nur um die Balance, welche man unermüdlich anstreben muss.

  • Es geht immer nur um die Balance, welche man unermüdlich anstreben muss.

    Diese Balance wird aber immer mehr zerstört - siehe die Beispiele oben. Sicher gibt es Möglichkeiten, das zu ändern. Es funktioniert aber offensichtlich nur dann, wenn Parteien in ihren Machtmöglichkeiten erheblich beschränkt werden. Weit über Amtszeitbeschränkungen hinaus.

  • Da du mir kein System nennen können wirst, wo solche Strukturen mit fortschreitender Zeit nicht entstehen, bewerte ich diesen Umstand als menschliche Strukturschwäche, welche sich von der Argrargesellchsft bis heute durch die menschliche Geschichte hindurchzieht.

    Es geht immer nur um die Balance, welche man unermüdlich anstreben muss.

    Naja, es kommen wohl schon ein paar mehr Umstände hinzu die genau diese Balance auch zum kippen bringen kann. Das heißt ein zurück zu einer Ausgewogenheit ist erstrebenswert, aber nicht automatisch. Oder so, irgendwann sind Einladungen der "Bilderberger" an die Grünen halt kein Aufreger mehr. Bzw. verfliegen die Skrupel.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Wenn man sich die skandinavischen Länder wie: Schweden, Norwegen oder Dänemark anschaut, wo auch eine gewisse Art von Monarchie existiert, ist die Bevölkerung mit der Regierungsform sehr zufrieden. Auch in den Niederlanden scheint die Monarchie die Bevölkerung sehr anzusprechen. Nur in Spanien scheint da etwas schiefgelaufen zu sein. Wenn man den Blick in den Arabischen Raum wendet, sind die Länder mit Monarchien stabiler, als der Rest. Ich nenne z.B. Jordanien oder Marokko. Kann es sein, dass das Königshaus irgendeine Art von Stabilitätsfaktor sein kann, - und diese auf die Bevölkerung überträgt? Manche Bayern oder Österreicher würden sich gerne die Monarchie auch zurückwünschen.

  • Nur in Spanien scheint da etwas schiefgelaufen zu sein. Wenn man den Blick in den Arabischen Raum wendet, sind die Länder mit Monarchien stabiler, als der Rest.

    Spanien scheint aber ein Sonderfall,weil dort der Monarch in vielen Fällen die königliche Sau rausgelassen hat und das Volk ihm dies- sehr zu Recht!-übel nahm.

  • Das ändert aber nichts daran, dass der Mensch als solcher sich immer einen Leithammel oder -wolf wünscht, irgendeine Art von Hierarchie. Das liegt in seiner Natur - und damit auch, sich gerne zum Leitwolf machen zu wollen. Deshalb ist es schwierig bis unmöglich, eine Gesellschaft der Gleichen formen zu wollen, was der Kommunismus eindrucksvoll gezeigt hat.


    Insofern finde ich es fast besser, man hat irgendwelche machtlosen Trullalas als Königsdarsteller, an deren Wohl und Wehe sich das Volk ergötzen oder stören kann, denn so lange man ihnen echten Einfluss verwehrt, schaden sie nicht weiter, außer dass sie Geld kosten. Aber der Vatikan kostet auch...Gepränge gehört irgendwie dazu.


    Immerhin, der junge Juan Carlos hat den Spaniern die Diktatur erspart, auch wenn er offenbar später gemeint hat, damit muss des Guten nun genug sein.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Wenn man sich die skandinavischen Länder wie: Schweden, Norwegen oder Dänemark anschaut, wo auch eine gewisse Art von Monarchie existiert, ist die Bevölkerung mit der Regierungsform sehr zufrieden. Auch in den Niederlanden scheint die Monarchie die Bevölkerung sehr anzusprechen. Nur in Spanien scheint da etwas schiefgelaufen zu sein. Wenn man den Blick in den Arabischen Raum wendet, sind die Länder mit Monarchien stabiler, als der Rest. Ich nenne z.B. Jordanien oder Marokko. Kann es sein, dass das Königshaus irgendeine Art von Stabilitätsfaktor sein kann, - und diese auf die Bevölkerung überträgt? Manche Bayern oder Österreicher würden sich gerne die Monarchie auch zurückwünschen.

    Die genannten Monarchien sind aber auch volksnäher oder haben sich vorallen in Krisen ( wie eben der 2 WK ) als Identitätstiftende Institution für das Volk bewährt. Zunmindest Dänemark, Norwegen und Holland. Neben den legitimierten Demokratien diezeitgleich von allen als Machtmonopol anerkannt und akzeptiert wurden. Das gab es so hier in D, Österreich etc. so nicht.

    Naja, und die Bayern....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Sag nix gegen die Bayern :aggro:

    Die bayerischen Könige waren eher volksnah, es sei denn, sie hatten einen Klaps, und der mit dem größten Vogel hat immerhin Schlösser gebaut, an denen Bayern bis heute viel Geld verdient. Ganz anders als dieser dauergrinsende Preußenabkömmling, der sich alles, aber auch alles ersetzen lassen will, was seine Vorfahren zusammengerafft haben.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Sag nix gegen die Bayern :aggro:

    Die bayerischen Könige waren eher volksnah, es sei denn, sie hatten einen Klaps, und der mit dem größten Vogel hat immerhin Schlösser gebaut, an denen Bayern bis heute viel Geld verdient. Ganz anders als dieser dauergrinsende Preußenabkömmling....

    Ja mei, der Kini. Fakt ist das zwar der Bayernstaat jetzt ( Betonung ) mit den Immobilien des Königs Geld verdient, der damals aber das Land schon kräftigst ruinierte. Und seine Auffassung von absoluter Regentschaft a la Ludwig der Sonnengöttige machte Ihn neben vielen anderen, leicht durchgeknallten Ansichten von seiner Warte her nicht unbedingt volksnaher.....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Nein, volksnah war der nicht, eher menschenscheu, was er aber zeitlich begrenzt für Begegnungen mit strammen Jungbuben überwand.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Sag nix gegen die Bayern :aggro:

    Die bayerischen Könige waren eher volksnah, es sei denn, sie hatten einen Klaps, und der mit dem größten Vogel hat immerhin Schlösser gebaut, an denen Bayern bis heute viel Geld verdient. Ganz anders als dieser dauergrinsende Preußenabkömmling, der sich alles, aber auch alles ersetzen lassen will, was seine Vorfahren zusammengerafft haben.


    Ja mei, der Kini. Fakt ist das zwar der Bayernstaat jetzt ( Betonung ) mit den Immobilien des Königs Geld verdient, der damals aber das Land schon kräftigst ruinierte. Und seine Auffassung von absoluter Regentschaft a la Ludwig der Sonnengöttige machte Ihn neben vielen anderen, leicht durchgeknallten Ansichten von seiner Warte her nicht unbedingt volksnaher.....

    Meine Herren... Die Bayern haben längst einen neuen König. 8)


    [Blockierte Grafik: https://www.saarbruecker-zeitu…32fe-279f2e21e329a088.jpg]


    Zitat

    Söder wird neuer Bayern-König

    https://www.saarbruecker-zeitu…bayern-koenig_aid-6910620

  • Und wie sieht es mit den ganzen royalen Benefits aus, dem Privateigentum und dem royalen "Restwurf"?

    Allerdings sieht es bei den Skandinaviern deutlich besser aus.

    sage ich doch, die Parlamente bestimmem. Privateigentum? Der norwegische Koenig kommt ursptuenglich von Daenemark. Die Frage ist wieviel Eigentum vorhanden war bevor man den Thron bestieg. Viel ist es eigentlich nicht.

    GB ist wohl eine andere Sache, das Vermoegen wurde jahrhundertelang zusammen geraubt.

    Schweden, Haus Bernadotte. Altes Adelgeschlecht, Wenn man sie vom Thron holt werden sie ja nicht aermer, das Privatvermoegen bleibt ja.

    Der alte Hochadel in Deutschland, Hohenzollern, Thurn und Taxis, ....... sind ja auch nicht gerade arm, ohne Krone auf dem Haupt.


    Monarchie, oder Republik? Das sollen die Staaten selbst regeln. Wenn die Briten ihr Koenigshaus behalten wollen sollen sie es haben.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Das Vermögen der Queen soll sich auf 410 Millionen Euro belaufen. Wenn sie für diese vergleichsweise lächerliche Summe Jahrhunderte gebraucht hat zusammen zu rauben, dann war das britisch Empire ziemlich blöd. Im Gegensatz dazu beläuft sich das Vermögen des Russischen Präsidenten Wladimir Putin auf 40 Milliarden Dollar. Der ehemalige KGB - Agent kann diese Summe von seinem Gehalt unmöglich zusammen gespart haben. ;)

  • Monarchie, oder Republik? Das sollen die Staaten selbst regeln. Wenn die Briten ihr Koenigshaus behalten wollen sollen sie es haben.

    Das wird dann in GB wohl in Degenerationen nochmals überdacht werden (im Sinne von "denken") müssen

  • Das Vermögen der Queen soll sich auf 410 Millionen Euro belaufen. Wenn sie für diese vergleichsweise lächerliche Summe Jahrhunderte gebraucht hat zusammen zu rauben, dann war das britisch Empire ziemlich blöd. Im Gegensatz dazu beläuft sich das Vermögen des Russischen Präsidenten Wladimir Putin auf 40 Milliarden Dollar. Der ehemalige KGB - Agent kann diese Summe von seinem Gehalt unmöglich zusammen gespart haben. ;)

    Ebend. Ob weltlich oder religiös, gegenüber so manchen und oft mir so vor kommend als Negativbeispiel herhaltenen "Royal" ist das kleptokratische dagegen nahezu gigantisch.


    Erinnert sich z.B. jemand an den ehemaligen, iranischen Staatspräsidenten Rafsandschani ? Dem, bzw. der Familie dieses dann verblichenen "Geistlichen" wurden in London 1,7 Milliarden (!!!) Euro eingefroren....


    https://www.handelsblatt.com/p…milliardaere/3207414.html


    Und der wird weltweit noch diverse Konten sein eigen genannt haben.....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Sogar der verhältnismäßig unbedeutende Terroristenführer der Hamas: Chalid Maschal soll stolze 2,5 Milliarden US Dollar besitzen. Aber die britische Queen hat ihre vergleichsweise lächerlichen 410 Millionen über Jahrhunderte zusammen geraubt. Die Betonung liegt auf Rauben. Die pöhse Elisabeth auch. Pfui und nochmals pfui. X/

  • Diese Balance wird aber immer mehr zerstört - siehe die Beispiele oben. Sicher gibt es Möglichkeiten, das zu ändern. Es funktioniert aber offensichtlich nur dann, wenn Parteien in ihren Machtmöglichkeiten erheblich beschränkt werden. Weit über Amtszeitbeschränkungen hinaus.

    Davor habe ich keine Angst mehr, weil es ein Vorgang ist welcher unaufhaltsam ist. Aber danach beginnt sich wieder eine neue Balance einzustellen.