Soziale Gerechtigkeit in Deutschland

  • Du hast keine Ahnung von Menschen, die du da billig und mies zu diffamieren versuchst.


    Hast du jemals von staatlicher Alimentierung leben müssen?

    Oder jemals mit einem so geringen Einkommen auskommen müssen, das dieser Alimentierung entspricht?

  • Ich sage ja nicht, dass die Mehrheit der Hartzer Nörgler sind. Aber es gibt sie, und diese sind verdammt ekelhaft. Wer von (staatlichen) Almosen lebt, sollte dankbar sein, dass die Gesellschaft ihn finanziell unterstützt und nicht auch noch mehr fordern.

    Hast du überhaupt gelesen was Seifert schrieb?


    Zur Erinnerung:


    Zitat von Seifert

    Wie viele von diesen Leuten kennst Du überhaupt??

    Du trägst Stereotype vor,die durch nichts hinterlegt sind.


    Beruflich habe ich über 40 jahre mit diesem Klientel gearbeitet,daher kann ich Dir versichern,dass von den Alg II-Beziehern nicht einmal 5 % zu diesen Nörgeltypen zählen.Sie sind,nahezu samt und sonders,sehr unfreiwillig in diese missliche Lage geraten und würden alles tun,um da schnellstens wieder heraus zu kommen.

    Deine Rede dass du nicht sagen würdest, dass die Mehrheit der Hartzer Nörgler wären passt nicht zu deinen von Diffamierungen und Beleidigungen geschwängerten Unterstellungen. Die sind so pauschal angelegt, dass sie suggestiveren, dass 90% der Hartzer so mies drauf wären, wie du unterstellst. Und zwischen diesen suggestiveren 90% und den plötzlich von dir in den Raum gestellten 5 % liegen 85% bzw. deine Suggestion schießt zu 1900% über das angeblich von dir gewollte Maß hinaus.

  • Hast du jemals von staatlicher Alimentierung leben müssen?

    vor ca. 30 Jahren (bin nicht mehr der Jüngste), war ich immer mal kurz davor. Es hat sich dann aber immer wieder was ergeben, wo wieder Geld reingekonmen ist. Ich war schon extrem arm, aber hatte immer schnell Aushilfsjobs gefunden, die teilweise am gleichen Abend bezahlt wurden. Mal Hilfsarbeiter auf dem Bau, oder Müll aufsammeln im Stadion, mal Supermärkte mit Bierkisten beliefern, u.ä. Tagelöhner-Jobs.


    Einmal durfte ich ein riesiges Schild in luftiger Höhe mit gelber Farbe anpinseln. Dafür gab's 300 Deutschmark bar auf die Kralle. Ich habe etwa 20 Stunden dafür gebraucht. Kein schlechter Stundenlohn für einen Tagelöhner, oder?

  • vor ca. 30 Jahren (bin nicht mehr der Jüngste), war ich immer mal kurz davor. Es hat sich dann aber immer wieder was ergeben, wo wieder Geld reingekonmen ist. Ich war schon extrem arm, aber hatte immer schnell Aushilfsjobs gefunden, die teilweise am gleichen Abend bezahlt wurden. Mal Hilfsarbeiter auf dem Bau, oder Müll aufsammeln im Stadion, mal Supermärkte mit Bierkisten beliefern, u.ä. Tagelöhner-Jobs.


    Einmal durfte ich ein riesiges Schild in luftiger Höhe mit gelber Farbe anpinseln. Dafür gab's 300 Deutschmark bar auf die Kralle. Ich habe etwa 20 Stunden dafür gebraucht. Kein schlechter Stundenlohn für einen Tagelöhner, oder?

    15 Mark waren in frühen 90ern ein halbwegs guter Satz. Ich habe in Berlin 1989 bei der Bundespost Pakete ausgefahren, da gab es mit Berlinförderung 16,40 DM. Bei DHL kommst du heute gerade mal für den gleichen Job auf 12 € - also etwa 75% der Kaufkraft die der Lohn in 1989 hatte.


    Es macht einen Unterschied ob man temporär und begrenzt auf Grund einer bestimmten aber veränderbaren Lebenssituation kleine Brötchen backen muss oder ob eine prekäre Lebenssituation zum Normalfall und ein gutes Leben zum Prinzip "Endstation Sehnsucht" degradiert wird und beides ist heute für rund 1/4 der Gesellschaft Usus geworden.


    Und da stimme ich der von dir verlinkten Bewegung vollends zu, dass man sich diese zugemuteten prekären Verhältnisse nicht gefallen lässt. Es ist genug für alle da.


    Es fegt nicht um Alimente, sondern um faire Zugänge zur Wortschöpfung und deren Verteilung. In einem reihen Land darf es nicht nur darum gehen, dass man so gerade überleben, sondern dass man ordentlich leben kann. Das geht- aber unter anderem nur mit fairen Jobs und nicht mit mies bezahlter Beschäftigungstherapie oder Ausbeuterarbeit.

  • Ich habe in Berlin 1989 bei der Bundespost Pakete ausgefahren, da gab es mit Berlinförderung 16,40 DM.

    Bei der Post war ich auch mal. Auf dem Bahnhof. Ich durfte Pakete in Eisenbahnwaggons hineinschmeißen und aus anderen Pakete rausholen.


    Ganz seltsame Dienstzeiten: 3 Schichten hintereinander a 10 Stunden und zwischen 2 Schichten eine Pause von 5 Stunden. Danach 3 volle Tage frei. Stundenlohn war nicht so toll, aber die Nacht- und Feiertagszuschläge waren üppig. Im Schnitt waren das um die 2000 DM im Monat. Nach 2 Monaten habe ich hingeschmissen, weil der Job auf Dauer zu nervig war. Das ging aber sehr vielen so.


    Btw, den coolsten Aushilfsjob den ich je hatte war Pizza ausfahren. Die Firma hatte Fiat Pandas, die in der ganzen Gegend bekannt waren. Nicht nur wegen der Bemalung und dem aufälligen Schild auf dem Dach, sondern auch wegen der riskanten Fahrweise, die der übliche Pizzakurier an den Tag legte. Eine Schicht dauerte 12 Stunden, von 11 Uhr vormittags bis 11 Uhr nachts. Bezahlt wurde 9 DM/Stunde. Schwarz natürlich. Mit Trinkgeld kam man locker auf über 150 DM/Tag. Natürlich alles am Finanzamt vorbei.

  • da gab es mit Berlinförderung 16,40 DM.

    Na da hast du ja mal richtig Geld verdient, oder?

    Oder war das deiner Meinung nach immer noch zu wenig?

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....


    Ich bin zum Glück KEIN Europäer.....



  • Es war Gerhard Schröder selbst, der die Agenda 2010 abgesegnet, - und diese Armut ermöglicht hat. Er versteht sich zudem sehr gut mit dem laufenden Meter Putin, der in seiner Amtszeit über 40 Milliarden Dollar erschlichen hat. Frage bitte mal deinen Genossen Putin, ob er nur einen Cent mit den Armen teilen würde? ;)

    Woher Kennst Du die Konten des Herrn Putin so gut? und hat Dich schon mal gestört, dass Leute, wie Musk, Bezos etc. hunderte Milliarden US-$ sich angeeignet haben, während ihre Beschäftigten teils vor Armut ihre Familien kaum ernähren können. Zudem ist Putin nicht mein Genosse!:(:(:(:!:

  • Hallo,

    was ist eigentlich per Definition sozial gerecht? Wer verhält sich sozial gerechter? Ist derjenige, der mehr Abgaben zahlt als ein anderer, sozial gerechter als dieser oder ist derjenige, der weniger oder kaum Abgaben bezahlt, sozial gerechter? Oder ist derjenige, der diese Abgaben verteilt, sozial gerechter?

  • was ist eigentlich per Definition sozial gerecht?

    Soziale Gerechtigkeit ist eigentlich nur eine leere Floskel, die gern von Politikern verwendet wird, um ihrem Wortschwall den Anschein zu geben, das Schicksal der Bevölkerung sei ihnen wichtig.

    Zitat
    Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit bezieht sich auf gesellschaftliche Zustände, die hinsichtlich ihrer relativen Verteilung von Rechten, Möglichkeiten und Ressourcen als fair oder gerecht bezeichnet werden können. Was genau Inhalt und Maßstab dieser Form von Gerechtigkeit sei, ist aber seit jeher umstritten und vielschichtig.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gerechtigkeit

  • Hallo,

    was ist eigentlich per Definition sozial gerecht? Wer verhält sich sozial gerechter? Ist derjenige, der mehr Abgaben zahlt als ein anderer, sozial gerechter als dieser oder ist derjenige, der weniger oder kaum Abgaben bezahlt, sozial gerechter? Oder ist derjenige, der diese Abgaben verteilt, sozial gerechter?

    Bevor hier wieder eine manisch durch geknallte Diskussion startet, in der mit heillosen pseudo-philosophischen Fantasien die Definition sozialer Gebrechlichkeit ad absurdum geführt bzw. gar als unmöglich erklärt werden soll, fange ich einmal ganz simpel an:


    a) alle Mensch haben unisono Bedürfnisse, davon existentiell wichtige Grundbedürfnisse.


    b) alle Menschen sind gefordert die Deckung dieser Bedürfnisse zu organisieren und dafür zu arbeiten. Das bedingt eine Wertschöpfung die die Befriedigung der in a) benannten Momente ermöglichen kann.


    c) alle Menschen, die eine auf b) bezogene Einsicht entwickeln, diese befolgen und dafür arbeiten, haben ein Recht auf eine angemessene Verteilung der von ihnen erarbeiteten bzw. erwirtschaftenden Wertschöpfung.


    Nur wenn diese 3 Aspekte erfüllt werden, kann von sozialer Gerechtigkeit gesprochen werden.


    Schon die in a) benannten Momente werden in Deutschland im Fall von Millionen Menschen verletzt, obwohl b) von fast allen verlangt wird.


    Und c) wird im Fall der Mehrheit außer Kraft gesetzt.


    Nur da in Drittländern die dortigen Bevölkerungen und in Deutschland niedrig entlohnte Arbeitnehmer schamlos ausgebeutet werden (darunter gerade Arbeitsmigranten), wird die Kaufkraft der hier mittelprächtig verarschten Bevölkerungsanteile wieder so gestärkt, so dass die meisten davon ihre Klappe halten und somit der omnipräsente Beschiss munter weitergehen kann. Verarschen und verarscht werden als Grundprinzip einer androgen gemachten Evolution. Das führte aber schon immer in die Sackgasse und hat mit sozialer Gerechtigkeit definitiv nichts zu tun, egal wie viele Nebelkerzen von den Architekten bzw. Profiteuren dieser bekloppten androgen gemachten Evolution gezündet werden.

  • c) alle Menschen, die eine auf b) bezogene Einsicht entwickeln, diese befolgen und dafür arbeiten, haben ein Recht auf eine angemessene Verteilung der von ihnen erarbeiteten bzw. erwirtschaftenden Wertschöpfung.

    Recht auf Verteilung ist zu wenig. Sie haben jedes Recht auf die von ihnen erarbeitete Wertschöpfung. Die neu geschöpften Werte gehören dem Wertschöpfer. Nur er allein sollte darüber bestimmen, was mit diesen Werten geschieht.

  • Recht auf Verteilung ist zu wenig. Sie haben jedes Recht auf die von ihnen erarbeitete Wertschöpfung. Die neu geschöpften Werte gehören dem Wertschöpfer. Nur er allein sollte darüber bestimmen, was mit diesen Werten geschieht.

    DAs widerspricht der MARX´schen Reproduktionstheorie, da nicht nur die lebendige Arbeit reproduziert werden muss, sondern auch die Wertübertragung der vergegenständlichten Arbeit und der verbrauchten Materialien reproduziert werden muss. Desweiteren ist es erforderlich, Reserven zu bilden, die die erweiterte Reproduktion finanzieren und den Fortschritt ermöglichen!:):):)

  • DAs widerspricht der MARX´schen Reproduktionstheorie,

    Mag sein. Ist das ein Problem?

    Desweiteren ist es erforderlich, Reserven zu bilden, die die erweiterte Reproduktion finanzieren und den Fortschritt ermöglichen!

    Ob und wie viele Reserven jemand bildet, ist doch seine Sache.

  • Recht auf Verteilung ist zu wenig. Sie haben jedes Recht auf die von ihnen erarbeitete Wertschöpfung. Die neu geschöpften Werte gehören dem Wertschöpfer. Nur er allein sollte darüber bestimmen, was mit diesen Werten geschieht.

    Und was ist mit /derdem,/deider die erforderlichen Mittel (Werkzeuge,Materialien,energie usf.) für diese Wertschöpfung zur Verfügung stellt?? Oder bringt der "Wertschöpfer" alles mit ??

  • Und der Staat spielt dabei keine Rolle? Wie in anderen tollen Berechnungen, wo es Folgen staatlichen Handelns quasi nicht gibt?

    Der Staat spielt eine gewichtige Rolle. Er definiert und gestaltet die Rahmenbedingungen, in denen diese 3 Aspekte entweder umgesetzt oder (zumindest teilwiese) nicht umgesetzt werden.

    Der demokratische Staat nimmt die Aufgabe wahr, dass er sich für alle Bürger/innen um Gerechtigkeit und damit die Erfüllung der genannten 3 Aspekte kümmert. Das kann er, wenn die politisch Verantwortlichen das wirklich wollen, denn es ist mehr als genug für alle da, so dass Gerechtigkeit kein Fremdwirt für Menschen bleiben muss, die in einem solchen Staat leben. Armut in einem der reichsten Länder bzw. G-7 Staat ist eine Schande für uns alle. Denke daran wer morgen wählen geht.