Frankfurter Buchmesse

  • Was du da als "Mode" zu entwerten suchst,

    ist ein Vorgang der vor hundert Jahren und mehr Sinn gemacht hätte:


    Darüber nachzudenken, welche menschenverachtenden Denk-und Handlungsweisen das eigene staatliche, gesellschaftliche und private Agieren betreffen.


    Die Kolonisation hat einen verheerenden Schaden in Afrika und Lateinamerika angerichtet, dessen Folgen bis heute erkennbar sind und den dort lebenden heutigen Bevölkerungen das Leben teils schwer machen. Die ehemaligen Kolonien wurden grö0tenteils, wenn nicht alle, in einem Zustand "Freigegeben", in dem schnell antidemokratische und korrupte neue Machthaber das entstandene Machtvakuum besetzten - zum Leide der dann meist despotisch regierten Normalbevölkerung. Viele Länder Afrikas leiden bis heute unter dieser Entwicklung. Die Kolonialherren kamen, plünderten und versklavten und als sie dann endlich gingen überließen sie die von ihnen ramponierten Staatengebilde einer üblen Entwicklung, die sie in einem sehr hohen Maß mit zu verantworten haben.


    Davon wollen du und eigentlich fast alle nichts von wissen. Psychologisch verständlich, aber in Bezug auf die Menschenrechte nicht zu rechtfertigen. Was da in Afrika und auch in vielen weiteren Entwicklungs- bzw. Schwellenländern der gesamten Welt lief und läuft ist so unappetitlich so dass viele feige den Kopf in den Sand stecken.


    Deswegen läuft die weltweite Versklavung, Ausbeutung und Plünderung, wenn auch unter anderem Markennamen bis heute schamlos munter weiter, weil damit satter Gewinn gescheffelt und den dummen Verbrauchern der westlichen Welt der für diese billige Konsum gesichert werden kann, Wer wo, wie und weshalb darunter schwer leiden muss, interessiert die Profiteure und Mitläufer in diesem miesen Spiel größtenteils einen Dreck. Die empathielose Dummheit, die uns hier begegnet scheint schier grenzenlos- wir machen fast alle einen auf die berühmt-berüchtigten drei Affen= nichts sehen, nichts hören und nichts sagen zu allem Beschiss, den wir und unsere Vorgänger seit Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten zulassen bzw. unterstützen.


    Es ist augenfällig dass das Thema einer gerechten Welt bzw. Weltwirtschaftsordnung im diesjährigen Wahlkampf kaum eine Rolle spielte. Die Parteien streichelten mit ihren Versprechungen die Popos der Wahlvolkes, so dass dieses bezogen auf diese Thematik schön weiter seine Köpfe ducken und in dem Sand stecken lassen kann.


    Und wenn dann doch so dann und wann selbiges Volk auf diese Thematik gestoßen wird, z.B. weil mal wieder Flüchtlinge in größerer Anzahl ertrunken sind oder wenn erneut einem Rettungschiff eine menschenverachtende Odyssee entlang der südeuropäischen Küste zugemutet wird, weil kein Land die Menschen haben will, die wegen einer Not fliehen an denen wir in aller Regel mitverantwortlich sind, dann kommen die bekannten wenig menschenfreundlichen Schutzreflexe. Dafür liefert dein Beitrag und fast jeder des Technofix das beschämende Beispiel.

  • Ich halte mich für einen durch und durch Demokraten.

    Dazu gehört freie Meinungsäußerung.

    Die legt das BVerfG extrem hoch! (Wink an die Foreninhaber und Mods *wegrenn*)


    Demokratie = Ertragen zu einer Minderheit zu gehören und mich Regeln unterordnen zu müssen die mir ganz und gar nicht schmecken.

    Demokratie = Andere, auch radikale Meinungen zu ertragen und mich ihnen zu stellen, alternativ mich mit ihnen abzufinden, oder sie mit rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen.


    Demokratie ist die Unterdrückung der Minderheit?

    Dank der Meinungsfreiheit eigentlich Nein. Wenn man sie ernst nimmt und hoch hält.

    Moderne Demokratie wie ich sie verstehe, MUSS Minderheitsmeinungen Platz geben. Minderheiten einbeziehen.


    Grenze für mich ist Volkshetze.

    Irrwitziger Weise gehört streng nach Wortlaut dazu auch, gegen die Gruppe der Nazis (rassisch, national) aufzustacheln?

    https://dejure.org/gesetze/StGB/130.html

    Zitat

    ...den öffentlichen Frieden zu stören,

    1. gegen eine nationale, rassische,.. Gruppe

    Der Begriff "rassisch" im Gesez ist mehr als bedenklich.

    Der Begriff "national" ist der Keim vieler unnötiger Konflikte = Boden für völkerspaltendes Denken.


    Zum Thema:

    • Jeder der Will kann boykottieren und dazu aufrufen. Oftmals wichtig.
    • Wo die Grenze der Meinungsfreiheit ist legt die Verfassung, bestenfalls befugte stattliche Organe fest, nicht die Befindlichkeit und Meinung Einzelner.

    Sonst dürfte ich rote Socke nie meine Meinung sagen, wenn sie jemandem zu radikal erscheint.

    Alles was gegen die strukturelle Gewalt, das herrschende System und den ungezügelten Kapitalismus aufbegehrt gilt als Gefahr gg. die FDGO.

    Es gehört nicht viel dazu vom fragwürdigen Verfassungsschutz beobachtet zu werden.


    Ich schließe mich den Meinungen an, dass es nicht die Pflicht eines Veranstalters ist zu entscheiden, was von freier Meinungsäußerung gedeckt ist und was nicht.

    Wo setzt man an, wer definiert die Grenzen?

    Schwierig.

    Sieht man auch in der Debatte dass auf Facebook und Co. die Verantwortung des Staates abgewälzt wird. Private als Gesetzeshüter, Vollstrecker und Richter der Verfassungsrechte?


    Über ein Hausrecht kann diese Entscheidung getroffen werden. Grundrechte gelten nur ggü. Staat - Bürger.

    Privat darf man "Staat" spielen und Grundrechte ignorieren.


    Jeder mit Hausrecht - und vor allem Politikforen - trägt eine hohe moralische Verantwortung, welchen Stellenwert sie freier Meinungsäußerung beimessen, welchen Gegenkräften sie sich stellen und welche Äußerungen sie "zensieren".


    Zensur hat die Menschheit noch nie weiter gebracht.

    Es bodelt im Untergrund weiter und verdichtet sich mitunter.


    Zitat

    Definition Zensur im Wiki: Verbreitung unerwünschter oder gesetzeswidriger Inhalte zu unterdrücken oder zu verhindern....das Amt eines Sittenrichters..Ziel, das Geistesleben in religiöser, sittlicher oder politischer Hinsicht zu kontrollieren.


    Ich will keine Gedankenpolizei.

    Edward Snowden:

    Arguing that you don't care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say.

  • Zensur hat die Menschheit noch nie weiter gebracht.

    Es bodelt im Untergrund weiter und verdichtet sich mitunter.



    Ich will keine Gedankenpolizei.

    Die will ich auch nicht. Sonst hätten wir keine Demokratie mehr.

  • Sonst hätten wir keine Demokratie mehr.


    Die Frage die sich mir immer öfter aufdrängt ist, ob wir wirklich noch eine haben.

    Edward Snowden:

    Arguing that you don't care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say.

  • Die Frage die sich mir immer öfter aufdrängt ist, ob wir wirklich noch eine haben.

    Als ich das geschrieben hatte, kamen mir selbst Zweifel!