"Ich bin Moslem, also bin ich beleidigt"

  • "Ich bin Moslem, also bin ich beleidigt"
    http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/139217/index.html

    Die Wut der Ägypter auf Deutschland hat in Wirklichkeit ganz andere Gründe, sagt der ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad. "Das hat etwas mit dem Selbstbild der Muslime zu tun", sagt er, "mit dem Beleidigtsein der Muslime. Muslime spüren seit Generationen ein Gefühl der Demütigung und der Ohnmacht gegenüber dem Westen. Ob Mohammed-Karikaturen, die Papstrede in Regensburg oder die britische Lehrerin, die ihren Teddy Mohammed nennt, Muslime finden immer einen Anlass gekränkt und gedemütigt zu sein."

    "Ich bin Moslem, also bin ich beleidigt"
    Im August 2009 beschwerten sich Muslime über die Vereinshymne von Schalke 04. Dort heißt es seit Jahrzehnten: "Mohammed war ein Prophet, der von Fussballspielen nichts versteht." Diese Zeile, sagt Abdel-Hamed, wurde auch in Ägypten diskutiert als weiterer Beweis für Deutschlands Islamfeindlichkeit. Im Herbst 2009 gründet eine junge Deutsche bei Facebook eine Gruppe, die dazu aufruft, den Koran als Klopapier zu benutzen. In Deutschland hat kein Mensch von diesem Fall gehört, in Ägypten beschäftigt er tagelang die Presse. Gegen die Frau wird eine Fatwa erlassen.

    "Ich bin Moslem, also bin ich beleidigt", spitzt Abdel-Samad zu. "Die Menschen gehen auf die Straße und fluchen: 'Tod, Deutschland! Boykottiert deutsche Ware! Unser Blut ist teuer!' Aber wer profitiert davon? Das ist nur ein Ventil, geraubte Energie, die eigentlich investiert werden sollte in der Reformdebatte in diesen Ländern. Aber stattdessen vergeuden die Menschen diese Energie, und am Ende profitieren nur die Machthaber."

    Aufklärung duch Tabubruch
    Abdel-Samad ist in Ägypten geboren. Als Kind wird er mehrmals vergewaltigt. Er ist Antisemit, schließt sich den ägyptischen Marxisten und später den fundamentalistischen Muslimbrüdern an. Wie viele junge Muslime fühlt er sich vom Westen ebenso angezogen wie bedroht, hadert aber auch mit der Gewalt, den Zwängen und der strengen Moral in der eigenen Gesellschaft. Als Student in Deutschland wirkt Abdel-Samad an einem Kurzfilm mit. Was er damals spielt, wird später Wirklichkeit. Er hält die Spannungen seines eigenen Lebens nicht mehr aus und dreht fast durch. In der Psychiatrie schreibt er sich seine Geschichte von der Seele - mit schonungsloser Offenheit.

    Abdel-Samad spricht genau den wunden Punkt an, den ich woanders "narzistische Gekränktheit" genannt habe. Sein Beispiel, durch schonungslose Selbstanalyse und -kritik sich dieser Tatsache offen zu stellen, macht mir Mut und gibt zu Hoffnung Anlaß

    Einmal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • [mod]
    Bitte eigenen Kommentar nachreichen ansonsten wird der Thread in den Papierkorb verschoben [/mod]

  • Von Martin Luther stammt das Zitat: „Beleidigt sein ist menschlich, aber sich nicht versöhnen lassen ist teuflisch.“

  • Von Martin Luther stammt das Zitat: „Beleidigt sein ist menschlich, aber sich nicht versöhnen lassen ist teuflisch.“



    Ich stimme M. Luther hier ausdrücklich zu, frage mich allerdings, mit welchen Hintergedanken du diesen Satz zitiert hast.

  • Merkwürdig ist, dass durch die Muhammad-Karikaturen kein einziger Mensch in den westlichen Ländern gestorben ist, auch nicht in christlichen Entwicklungsländern der Welt, hingegen in den mehrheitlich oft unterentwickelten muslimischen Ländern sehr viele Tote zu beklagen waren. Durch den eigenen Mob, durch eigene Brüder und Schwester zu Tode gekommen.
    Irgendwas läuft da falsch. Komisch...

  • Merkwürdig ist, dass durch die Muhammad-Karikaturen kein einziger Mensch in den westlichen Ländern gestorben ist, auch nicht in christlichen Entwicklungsländern der Welt, hingegen in den mehrheitlich oft unterentwickelten muslimischen Ländern sehr viele Tote zu beklagen waren. Durch den eigenen Mob, durch eigene Brüder und Schwester zu Tode gekommen.
    Irgendwas läuft da falsch. Komisch...




    Es gab -meiner Erinnerung nach- Demos in dem einen oder anderen islamischen Land, die zum Schluß in Gewalt ausgeartet sind.
    U.a. sind die dänischen Botschaften angegriffen angegriffen worden.

    Bei der Niederschlagung der Gewalt hat die Polizei/Armee etc. so um die 50 Leute erschossen. In Ägypten gab es große Ausschreitungen, wenn ich mich nicht irre.

    Da sind einige Despoten/Diktatoren wohl etwas nervös geworden.

  • Da es ja dem Threadersteller darum geht Muslime zu diskreditieren und lächerlich zu machen indem die Glaubenswahl des Islam und das Leben als Moslem im Titel und auch im eigenen Kommentar als charakteristisch für das Muslim sein herausgestellt wird, hier einige Beispiele , dass das wohl auf jeden zutreffen kann wenn es in der Sache geboten ist.


    Ãœber die Verbindung des privaten muslimischen Glaubens auf das beleidigt sein sollten daher noch weitere - wenn möglich - wissenschaftliche Erkenntnisse erbracht werden die belegen, dass die Gehirnforschung einen Nachweis dafür erbracht hat, dass der muslimische Glaube reflexartig zum beleidigt sein führt.


    Hier jedenfalls erstmal die anderen Beispiele.

    Ich wäre dafür den Thread umzuändern in "Ich bin Jude/Moslem/Christ/Atheist... , also bin ich beleidigt".


    Zitat


    Kirche mal wieder beleidigt
    „Wenn die den Holocaust leugnen, dann verleugnen wir eben das Christentum", sagte der Komiker Jair Schlein in seiner Sendung im israelischen Fernsehen. Das mochte der Vatikan nicht: Er forderte den Komiker auf, sich für die Beleidigung religiöser Gefühle zu entschuldigen. Außerdem: Vereinte Nationen wollen Religionskritik verbieten.


    und hier sind mal die Juden beleidigt und wollen sogar einen Film verbieten:


    Zitat

    Verbot von «Passion Christi» in Frankreich gefordert [FONT=arial,helvetica]Paris (AP) Drei Juden haben in Paris ein Verbot des umstrittenen Films «Die Passion Christi» von Mel Gibson gefordert. Die Brüder Patrick, Gerad und Jean-Marc Benlolo erklärten in ihrem Antrag, der Film stelle religiöse Ereignisse falsch dar und schüre Hass auf Juden.[/FONT]


    Selbst Nazis sind beleidigt:Pro NRW ist beleidigt


    Und auch mit den Ostdeutschen ist nicht zu spassen:
    Schönbohm: Es gibt ein kollektives Beleidigtsein der Ostdeutschen



    Also wo setzen wir hier ein Ende? Ãœberhaupt kann man denn auch mal berechtigt beleidigt sein? Der Threadersteller benutzt das beleidigt sein ja quasi als Vorwurf. Er ist selber beleidigt dass die Muslime beleidigt sind :grinbig:

  • Da es ja dem Threadersteller darum geht Muslime zu diskreditieren und lächerlich zu machen indem die Glaubenswahl des Islam und das Leben als Moslem im Titel und auch im eigenen Kommentar als charakteristisch für das Muslim sein herausgestellt wird,



    Ein Zitat nach Abdel-Samad aus der Fernsehsendung, welches exakt mit meinem Kernargument in einer anderen dir wohlbekannten Diskussion übereinstimmt. Außerdem wird der Ablenkungscharakter der Empörungswellen, auf die ich hingewiesen habe, nachträglich bestätigt.

    Zitat

    Ãœber die Verbindung des privaten muslimischen Glaubens auf das beleidigt sein sollten daher noch weitere - wenn möglich - wissenschaftliche Erkenntnisse erbracht werden die belegen, dass die Gehirnforschung einen Nachweis dafür erbracht hat, dass der muslimische Glaube reflexartig zum beleidigt sein führt.



    Muß er ja nicht, wie Abdel-Samad beispielhaft zeigt.
    voila eine andere, bisher nicht zitierte Passage aus dem Anfangslink:

    "Es war ein Kampf, erstmal zu verstehen, was in meinem Leben schiefgelaufen ist. Damit verbunden war die Frage, was ist in unserer Kultur schiefgelaufen?", so Abdel-Samad. "Warum gibt es soviel Gewalt, warum gibt es so viel Doppelmoral, warum sind wir nicht fähig, unverkrampft über unsere Religion und unsere Probleme zu sprechen?" Heute ist Abdel-Samad Dozent an der Universität München, ausgerechnet am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur. Was er von seinen Landsleuten erwartet, hat er selbst vorgemacht: Aufklärung durch Tabubruch
    Fehlende Aufklärung führt zu Aggressionen* - auch bei uns. Der Mord von Dresden beweist es. Es ist eine Tat, die zu furchtbar ist, um sie zu relativieren oder zu instrumentalisieren.

    Christus meint das Gleiche, wenn er sagt: "Die Wahrheit wird euch frei machen."

    Zitat

    Ich wäre dafür den Thread umzuändern in "Ich bin Jude/Moslem/Christ/Atheist... , also bin ich beleidigt".



    Noch allgemeiner:

    Ich bin ein Mensch, der sich die Meinungen anderer über meine Lebensweise und Ãœberzeugungen zusehr zu Herzen nimmt, weil ich den Verdacht, daß da was Wahres daran sein könnte nicht zulassen will,
    also bin ich beleidigt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • Eine ganz neutrale Ãœberschrift wäre auch sehr gelungen nur dann würde die Intention des Eingangsbeitrags verloren gehen.


    Ich kann den Threadtitel aber gerne in "Warum sind Menschen beleidigt" ändern.

  • "Ich bin Moslem, also bin ich beleidigt"
    http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/139217/index.html



    Abdel-Samad spricht genau den wunden Punkt an, den ich woanders "narzistische Gekränktheit" genannt habe. Sein Beispiel, durch schonungslose Selbstanalyse und -kritik sich dieser Tatsache offen zu stellen, macht mir Mut und gibt zu Hoffnung Anlaß


    In meinen Augen ist er Einer von Einigen, die die Realität sehen.


    Andere übertönen lautstark und mit allen Mitteln Leute wie diesen Mann.



    Bei CAIR in den USA wird eine angebliche "Islamophobia-Maschinerie" beschworen;)


    http://xml.sys-con.com/node/1163501

  • Eine ganz neutrale Ãœberschrift wäre auch sehr gelungen nur dann würde die Intention des Eingangsbeitrags verloren gehen.



    Weniger Intention als Eingangstrommelwirbel und Wagner'sche Leitmelodie!

    Zitat

    Ich kann den Threadtitel aber gerne in "Warum sind Menschen beleidigt" ändern.


    ......, was ich im rotgeschriebenen Satz meines letzten Beitrags angesprochen habe.

    2 Mal editiert, zuletzt von Stillicho ()



  • Hast zwar Recht, aber es wäre angebracht, sich an seine eigenen Vorgaben zu halten;)

  • Hast zwar Recht, aber es wäre angebracht, sich an seine eigenen Vorgaben zu halten;)


    Habe ich aber dass du das nicht verstanden hast, ist für mich keine Ãœberraschung. Die These des Threaderstellers "Muslim=Beleidigt sein" habe ich mit mehreren Beispielen widerlegt. Soweit kann man die Diskussion fassen. Es ging ja schließlich um die provokative Aussage ob durch den muslimischen Glauben das "beleidigt sein" ausgelöst wird.

  • Egal bei was, irgendwelche Leute auf der großen weiten Welt sind immer beleidigt. Das ist erstmal nicht weiter tragisch.

    Schlimm wird es jedoch, wenn sich daraus Gewalt, Mord und Totschlag entwickeln.

    Wie z.B. bei diesem ganzen Hype, der von irgendwelchen Mullahs, Berufsbetroffenen und Despoten (deren Machtkalkül unterstellt werden kann) ausgenutzt wurde. 99% der Leute, die auf die Straße gegangen sind haben diese Zeichnungen nie gesehen, oder die Papstrede nie gelesen geschweige denn verstanden.

    Deswegen beschäftigt mich nur eine Frage:

    Wie soll der Westen damit umgehen ?
    Was will die andere Seite denn genau ?

    Sollen wir auf unsere über Jahrhunderte erkämpfte Meinungs- und Pressefreiheit verzichten ?

    Sollen wir unseren Journalisten, Presseleuten, Redakteuren, Nachrichtensprechern, Schauspielern, Theaterleuten, Bildhauern, Zeichnern, Kommödianten etc., etc., zukünftig vorgeben, was sie dürfen oder nicht ?

    Wie groß muss die Schere im eigenen Kopf sein ?

    wer darf überhaupt bestimmen wie und was der "Westen" zu tun und zu lassen hat ?

    Irgendwelche Mullahs oder Populisten, Despoten und Diktatoren, von denen die "islamische" Welt genügend aufweisen kann, vielleicht ?

  • Es gab -meiner Erinnerung nach- Demos in dem einen oder anderen islamischen Land, die zum Schluß in Gewalt ausgeartet sind.
    U.a. sind die dänischen Botschaften angegriffen angegriffen worden.

    Bei der Niederschlagung der Gewalt hat die Polizei/Armee etc. so um die 50 Leute erschossen. In Ägypten gab es große Ausschreitungen, wenn ich mich nicht irre.

    Da sind einige Despoten/Diktatoren wohl etwas nervös geworden.




    2006:


    >Die Mörder sind los<


    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF2075B4CA8B24C15BC55454D062E6F56~ATpl~Ecommon~Scontent.html



    In Uttar Pradesh, Indien, lobte ein islamischer Minister der dortigen Regierung


    1.000.000 US-Dollar


    für die Tötung der Karikaturisten aus.


    2008:


    >In Dänemark verlängerte unterdessen ein Richter die Untersuchungshaft für zwei am Dienstag festgenommene Tunesier zunächst bis 12. März. Die beiden stehen in Verdacht, die Mordpläne gegen den Zeichner der Mohammed-Karikatur geschmiedet zu haben.<


    http://www.welt.de/politik/art…nen_daenische_Flagge.html


    2009 - Kürzlich in den USA und Dänemark verhaftet:


    >Two Chicago Men Charged in Connection with Alleged Roles in Foreign Terror Plot That Focused on Targets in Denmark<


    http://www.justice.gov/opa/pr/2009/October/09-nsd-1157.html


    >Newspaper on terror hit list<



    http://www.cphpost.dk/news/nat…r-on-terror-hit-list.html



    Dies ist nur eine kleine Auswahl.



    PS: Auf meine Protestschreiben wegen der ausgelobten US-Dollar 1.000.000 an die indische Botschafterin und unseren Außenminister Steinmeier erhielt ich keine Antworten.

  • In seinem Film "Das Ende der Welt" hat Roland Emmerich den Teil ausgelassen, in dem auch die Kaaba in Mekka zerstört wird, während christliche Symbole sowie das Weiße Haus in Washington reihenweise fallen;)


    Er wollte sich und seinem Team keine Fatwa einhandeln:


    >"But my co-writer Harald [Kloser] said I will not have a fatwa on my head because of a movie. And he was right.


    "We have to all, in the western world, think about this. You can actually let Christian symbols fall apart, but if you would do this with [an] Arab symbol, you would have ... a fatwa, and that sounds a little bit like what the state of this world is.<



    http://www.guardian.co.uk/film…oland-emmerich-2012-kaaba


    Soweit ist die Welt gekommen.

  • Damit verlieren diese Leute meine Achtung, erbärmliche Feiglinge, groß im Protestieren, Räsonieren und Kritisieren, wenn es nichts kostet.


    Alle, oder nur die, die solche Nachrichten für ihre religiösen Zwecke bezüglich Politik missbrauchen ?

  • Alle, oder nur die, die solche Nachrichten für ihre religiösen Zwecke bezüglich Politik missbrauchen ?



    Ich meinte die "Künstler", die im vorauseilendem Gehorsam sich selbst zensieren. Sie verlieren meine Achtung, nicht andere.

    Einmal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • Ich meinte die Künstler, die im vorauseilendem Gehorsam sich selbst zensieren. Sie verlieren meine Achtung, nicht andere.


    Sie sind es doch, der Angst hat am hellichten Tage von muslimischen Ausländern verprügelt zu werden, Sie sind der letzte der sich diese und ähnliche Aussagen anmaßen darf.