Brauchen wir einen Gott?

  • Die Frage zielt nicht darauf, ob es einen Gott gibt oder nicht. Auch nicht ob Gott jüdisch, christlich oder muslimisch ist.


    Die Frage ist: Brauchen wir ihn?


    Wenn ja, wofür?
    Um uns eine Antwort darauf zu geben, warum wir existieren, und uns die Angst zu nehmen, was dann ist, wenn wir nicht mehr existieren?
    Um uns gewissen Regeln zu unterwerfen, damit nicht das Chaos herrscht?
    Seit Menschengedenken hat es Götter gegeben. Die Menschen haben die Sonne angebetet, den Mond, Vulkane und Gewitter. Später kamen Religionen hinzu. Also Bedarf und Glaube an einem Gott hat es immer gegeben.


    Braucht der Mensch Gott?


  • Das kann man leicht heraus finden. Geht ganz einfach.
    Zuerst sich hinsetzen. Dann die Augen schließen. Dann im Gedanken die Frage stellen:
    "Brauch ich Dich?"
    Dann warten und versuchen an nichts zu denken. Meistens kommt was zurück.

  • easydogi:
    Nö.
    Sieht man ja an zahllosen Menschen, die auch ohne ihn gut leben.


    Und das, obwohl sie ihn kennenlernten, oder in einer Umgebung aufwuchsen, indem Gott oder Götter eine Rolle spielen. Sie also überhaupt erst Kontakt zu dieser Idee "Gott" bekamen.


    Wie würde wohl eine Gesellschaft aussehen, die absolut isoliert von der übrigen Welt lebt und nix von einem oder mehreren Göttern heutzutage jemals (in mehreren Generationen) mitbekommt? Schwierig zu beantworten, es muss Spekulatius bleiben. Wenn man im Gedankenexperiment davon ausgeht, dass es eine isolierte "primitive" Population wäre, also Waldmenschen, Jäger und Sammler, so ist zu vermuten, dass sich sehr bald transzendentale Elemente breitmachen, um eine komplexe Welt erklären und ordnen zu können, also Blitz und Donner, usw. Götter wären dann nicht mehr fern.


    Sollte diese Gesellschaft jedoch hochtechnisiert und wissenschaftlich durchdrungen sein, dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Würden sich dort jemals transzendentale Vorstellungen breit machen, oder vielleicht eher die Vorstellung, dass nicht erklärliches einfach noch nicht erklärt werden kann, aber zukünftige Forscher diese wohl erklären werden, so wie es bislang fast immer der Fall für alles war, inkl. Blitz und Donner? Statt das auf einmal an eine übergeordnete Macht geglaubt wird, was den Erfahrungen dieser atheistischen rationalen Population widersprechen würde?


    Keine Ahnung...


  • Gab es. Z.B. die Indianer.
    Es gibt heutzutage immer noch kleine Stämme die fernab der Zilvisation leben, noch nie etwas von Jesus und Mohamed gehört haben und trotzdem an einen Gott glauben.


    Ist Gott die Antwort auf: wissen wir nicht


    Was passiert nach dem Tod? Wissen wir nicht. (Gott)
    Wie ist das Universum entstanden? Wissen wir nicht. (Gott)

  • Gab es. Z.B. die Indianer.
    Es gibt heutzutage immer noch kleine Stämme die fernab der Zilvisation leben, noch nie etwas von Jesus und Mohamed gehört haben und trotzdem an einen Gott glauben.


    Die glauben doch eher an Geister etc.. Auch sind die Anhänger der monotheistischen Religionen angesichts der Buddhisten sowie der Polytheisten (Hindus) in der Minderzahl. Das Konzept von dem "einen" Gott ist gar nicht so weit verbreitet.

  • Die glauben doch eher an Geister etc.. Auch sind die Anhänger der monotheistischen Religionen angesichts der Buddhisten sowie der Polytheisten (Hindus) in der Minderzahl. Das Konzept von dem "einen" Gott ist gar nicht so weit verbreitet.


    Nein, auch beim alten Glauben der Indianer Nordamerikas gibt es Gott.


  • Was passiert nach dem Tod? Wissen wir nicht. (Gott)


    Wenn es zur Erzeugung eines Gedanken Energie bedarf, so kann diese Energie nach dem Energiehaltungssatz nicht verloren gehen.
    D.h. schon Deine derzeitigen Gedanken sind "unsterblich". Sich dessen bewußt zu werden diszipliniert einem bereits ohne die Erwartung eines Höllenfeuers.
    Schon Buddah ermahnte an das "rechte Denken".
    Nun gut, sollte eines Tages die Wissenschaft nachweisen können, das jedes Quäntchen Energie das unserem Gehirn zugeführt wird auch in eine uns bekannte Energiefrorm (Wärme etc.) umgewandelt wird - dann höre ich auf Pantheist zu sein.

  • Die glauben doch eher an Geister etc.. Auch sind die Anhänger der monotheistischen Religionen angesichts der Buddhisten sowie der Polytheisten (Hindus) in der Minderzahl. Das Konzept von dem "einen" Gott ist gar nicht so weit verbreitet.


    Buddhismus in sich ist keine polytheistische Religion. Es gibt nur Faelle wo Goetter
    der alten Religion in den Buddhismus eingebaut werden. Der Buddhismus verbietet es nicht. Hier entstehen oft Missverstaendnisse bei Aussenstehenden.
    Die meisten Buddhisten sehen ihren "Glauben" nicht als Religion, sondern als Lehre.
    Soweit ich informiert bin ist der Buddhismus auch in Deutschland staatlich nicht anerkannt, in Oesterreich seit 1993.

  • Easydogi stell die Frage ohne dass es gekoppelt ist an einem Nutzen-Gedanken. Es wäre viel einfacher.


    "Selbsterkenntnis führt zu Gotteserkenntnis" sagte unser Prophet aber auch Naturerkenntnis, denn wir sind auch Teil der Natur.


    Unser Denken unser Inneres hat ein Kern : eine Fähigkeit ein Vermögen...dder Verstand. Es findet in sich ein Set von Begriffen und Regeln vor ohne die es nicht arbeiten kann. Wie die elementarsten "Funktionen" in einer Programmierungssprache. Die natürliche Veranlagung des Menschen ist auf Gott gerichtet. Als der MEnsch erschaffen wurde hat es einen Siegel einen "Unterschrift" bekommen.


    Der Mensch hat ein Verstandesprinzip : das Kausalitätsprinzip. Es ist ein Denkprinzip. Das Ich und alles in der Natur und im Geiste zusammen hat einen Grund ohne dass weder Ich noch Natur noch Geistiges möglich ist. Die Tatsächlichkeit dieser drei Dinge ist ein Beweis dass der Grund gibt. Die möglichen und tatsächlichen Dinge können gar nicht ohne das notwendige Sein existieren. Etwas was möglich ist kann existieren oder auch nicht, d.h. ihm kann Sein oder Nicht-Sein zukommen. Etwas muss aber schon da sein dass es vom Nicht-Sein ins Sein hervorruft.


    Wenn wir die Natur bei Seite tun und nur unser Subjekt betrachten, die wir weder wir selbst erschaffen haben noch dass wir selbst gewählt haben einen Verstand zu haben noch irgendetwas können nicht anders als zu erkennen dass der Grund aller Dinge geben muss.


    Diese verkürzten Gedankengänge sind viel ausführlicher z.B. Descartes und Ghazali erläutert.
    Der Mensch kann sich nicht drücken vor Grundfragen seines Seins und Lebens. Jedoch kann er es Verdrängen und sein Geist einschränken in dem er irgendetwas ideologisches postuliert oder sein Leben nur dem Bedürfnisbefriedigung orientiert lebt. Der Geist des Menschen denkt auch losgelöst von Bedrfnissen in grundlegender Art.
    Der Mensch wird nicht nur von Bedürfnis getrieben sondern auch von der Wahrheitssuche und dem Glück.
    Wahrheitsliebe ist Grundvorraussetzung.Wahrheit ist einem vernünftigen Menschen nicht egal. Kant sogar der meinte bewiesen zu haben man könne Gott weder beweisen noch widerlegen meinte auch man müsse sich stets sich der Gottesfrage dennoch stellen.
    Unser Verstand ist nicht gänzlich rein weil unsere Sinneswahrnehmungen sich vorher sich entwickelten und von Anfang an den Verstand umzingelten. So denkt der Mensch dass nur das Wahrnehmbare ihm anzugehen habe und ist fixiert darauf. Der Verstand jedoch erkennt auch erfahrungsunabhängige Dimensionen im Menschen: Mathematik, Logik... und überhaupt dein eigenes Wesen. Aber auch Kräfte wie Liebe und Schönheit.


    EIn Mensch kann maximal für einen anderen in Grundfragen des Lebens ein Wegweiser oder Schild sein den Weg muss jeder selber gehen.


    Es gibt aber ein Weg der immer gut endet sofern man aufrichtig es begeht und standhaft. Im Koran verspricht Allah all jenen die die Wirklichkeit und Wahrheit der Dinge nachgehen will und Ihn kennenlernen will denen wird Er zugehen und das geben was sie suchen. Hierbei ist folgendes sehr interessant : Der Mensch verlangt dies und Gott gibt die Lösung aus Seiner Gnade heraus. Er leibt Seine Wesen mehr als ein Mutter ihr Kind. Alles Barmherzige und Gütiges in der Schöpfung soll nur ein kleiner Abglanz seiner Allbarmherzigkeit und Gnade sein. Er zwingt die Menschen nicht zur Erkenntnis da Er vorher ihnen die Freiheit gab.


    Freiheit impliziert auch sich weigern sich enthalten oder auch verdrängen. Nun eine gewisse Zeit hat der Mensch auch bekommen. Es lebt so oder so auf diesem Planeten und wird wohl am Ende Rechenschaft abgeben.


    "Leite uns den geraden Weg,den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden!"

    Einmal editiert, zuletzt von Abendstern ()

  • Man sieht doch gleich, wer religiös motiviert und unterfüttert ist und in welchem Maße.


    Ich glaube nicht, daß wir einen Gott brauchen. Ich glaube sogar, daß die Antworten, die sich der Mensch auf die meisten Fragen spiritueller Art gibt, zu mehr Not, Tod und Elend geführt hat, als alles andere auf dieser Welt.


    Irgendjemand hat mal gesagt, daß man für den Weltfrieden zunächst einmal alle Religionen abschaffen müsste...

  • Man sieht doch gleich, wer religiös motiviert und unterfüttert ist und in welchem Maße.


    Ich glaube nicht, daß wir einen Gott brauchen. Ich glaube sogar, daß die Antworten, die sich der Mensch auf die meisten Fragen spiritueller Art gibt, zu mehr Not, Tod und Elend geführt hat, als alles andere auf dieser Welt.


    Irgendjemand hat mal gesagt, daß man für den Weltfrieden zunächst einmal alle Religionen abschaffen müsste...


    Mich stoert die Fragestellung mit "wir". Und auch hier die Antwort mit "wir".
    Weder Frage noch Antworten kann man mit "wir" verallgemeinern.
    Es ist einfach zu persoenlich.

  • Wenn es zur Erzeugung eines Gedanken Energie bedarf, so kann diese Energie nach dem Energiehaltungssatz nicht verloren gehen.
    D.h. schon Deine derzeitigen Gedanken sind "unsterblich".


    Ähem..... das kann nicht wirklich Dein Ernst sein.


    Ein Arschtritt ist auch "Energie" und diese geht nach dem ersten Haupsatz Thermodynamik auch nicht verloren. Diesem Arschtritt dafür jedoch einen Wert für die Ewigkeit zuzusprechen geht ja wohl doch etwas zu weit, findest Du nicht? Energieumwandlung endet letztendlich in Wärme, der Energieform mit dem geringsten Informationsgehalt.

  • Buddhismus in sich ist keine polytheistische Religion.


    Weiß ich. Deswegen schrieb ich:

    Zitat


    ........angesichts der Buddhisten sowie der Polytheisten (Hindus) ......


    Dies drückt klar verschiedene Gruppen aus.

  • Ähem..... das kann nicht wirklich Dein Ernst sein.


    Ein Arschtritt ist auch "Energie" und diese geht nach dem ersten Haupsatz Thermodynamik auch nicht verloren. Diesem Arschtritt dafür jedoch einen Wert für die Ewigkeit zuzusprechen geht ja wohl doch etwas zu weit, findest Du nicht? Energieumwandlung endet letztendlich in Wärme, der Energieform mit dem geringsten Informationsgehalt.


    Wenn Du mir bewießen hast dass alle dem Gehirn zugeführte Energie in Wärme umgewandelt wurde reden wir weiter.

  • Weiß ich. Deswegen schrieb ich:



    Dies drückt klar verschiedene Gruppen aus.


    Dann muss ich mich wohl entschuldigen und das naechste Mal etwas sorgfaeltiger lesen.

  • Wenn Du mir bewießen hast dass alle dem Gehirn zugeführte Energie in Wärme umgewandelt wurde reden wir weiter.


    Das lässt sich über ein Wärmebild relativ schnell nachweisen. Solltest Du der Meinung sein, dass diese Energie zusätzlich zu der Wärme noch ANDERWEITIG umgewandelt wird, bist DU in der Bringschuld und nicht ich.

  • Nehmen wir nochmal das Beispiel Indianer.
    Im Grunde hätten die sich sagen können: "Cool, kein Kirchengebimmel, niemand will mir irgendwelche Verse erklären, kein Streit, welcher Prophet der allerwahrste Prophet ist."
    Trotzdem glaubt dieser Indianer an einen Gott, als wäre es ein menschlicher Instinkt.


  • Trotzdem glaubt dieser Indianer an einen Gott, als wäre es ein menschlicher Instinkt.


    Warum haben Inder und viele Asiaten diesen Instinkt nicht und glauben eher an Ströme im Universum oder an viele kleine Götter? Was ist mit den Türken, die lange Schamanen waren? Ein allgemein "menschlicher" Instinkt scheint dies also nicht zu sein. Dafür sind die Monotheisten zu wenige.

  • Das lässt sich über ein Wärmebild relativ schnell nachweisen. Solltest Du der Meinung sein, dass diese Energie zusätzlich zu der Wärme noch ANDERWEITIG umgewandelt wird, bist DU in der Bringschuld und nicht ich.


    Und wo kommt die Energie fuer die vom Hirn abgegeben elektrischen Felder her?