Koptische Christen

  • Der Anlass, dass ich zum ersten Mal von den koptischen Christen gehört habe, ist eine ziemlich traurige.
    Vor wenigen Tagen wurden in Ägypten sechs koptische Christen am Vorabend ihrer Weihnachtsmesse erschossen. Das siebte Opfer war ein muslimischer Polizist.


    Die Kopten beklagen, dass sie im Alltag Diskriminierungen und Benachteiligungen ausgesetzt sind. In den letzten Jahren kam es in Ägypten vermehrt zu Auseinandersetzungen mit Moslems. Meist aus Verärgerung über den Bau neuer Kirchen.


    Wiki zu den Kopten: http://de.wikipedia.org/wiki/Kopten


    Ich würde gern mehr darüber erfahren.


  • Die Kopten leben in Ägypten (hautpsächlich) und unterstehen meines wissens weder dem Papst noch einem Patriarchen, sondern bilden eine eigene christliche Konfession und sind historisch gesehen eine der ältesten Teile der Christenheit.

  • Die Kopten haben eine lange Leidensgeschichte. Als Minderheit abweichend vom Mainstream waren sie stets Anfeindungen ausgesetzt. Ob in christlicher Zeit als Häretiker verschmäht oder heute als Zielobjekt des Hasses von radikalen Muslimen.


    Schlimm dass Menschen aufgrund ihrer eigenen "Wahrheit" andere Menschen diskriminieren.


  • Inzwischen sind es acht Mordopfer unter den Kopten sowie der muslimische Wachmann.


    In Ägypten kommt es ständig zu Ãœbergriffen auf die christliche Minderheit der Kopten.

  • Inzwischen sind es acht Mordopfer unter den Kopten sowie der muslimische Wachmann.


    In Ägypten kommt es ständig zu Ãœbergriffen auf die christliche Minderheit der Kopten.


    Da sieht man, wohin Diskriminierung und Hetze hinführen.
    Ãœberall auf der Welt.

  • Da sieht man, wohin Diskriminierung und Hetze hinführen.
    Ãœberall auf der Welt.


    Deshalb werde ich immer ein Gegner von Vorurteilen, Diskriminierung und Hetze sein.
    Gegen Rassismus, gegen Antsemitismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Diskriminierung von Andersgläubigen, Andersdenkenden, Andersaussehenden.


  • In Ägypten herschen CIA und Gladio. Alles nur Versuche Spannungen hervorzurufen.
    Christen in moslemischer Bevölkerung haben immer ein gutes Ansehen genossen, und werden es auch in Zukunft tun.

  • In Ägypten herschen CIA und Gladio. Alles nur Versuche Spannungen hervorzurufen.
    Christen in moslemischer Bevölkerung haben immer ein gutes Ansehen genossen, und werden es auch in Zukunft tun.


    Ist das bei dir so ein Beissreflex?
    So wie bei recht dubiosen Diktatoren auf der Welt?
    Hinter allem steckt bei dir irgendwo "der Westen", die CIA, die Christen oder sonst irgendwer, aber das es einfach durchgeknallte Ägypter gibt das ist keine Option......


    Alle sind Schuld nur die Moslems nicht ist gelinde gesagt auch ein sehr fragwürdiger Standpunkt.

  • Sie sollen teils orientalisch-orthodox sein. Was ich bisher auch nicht kannte.



    Die Kopten sind die eigentlichen Nachfahren der antiken Ägypter, sie haben einen eigenen "Papst", den Patriarchen von Alexandria. Der ist jedoch nur Erster unter Gleichen.

    Die Priester (Poppen) dürfen vor ihrer Priesterweihe heiraten, aber nur das eine Mal !, aber die Bischöfe müssen immer aus dem Mönchsstand kommen und daher unverheiratet sein- also wie bei Griechen, Serben und Russen.

    Gemeinsam mit der Ethiopischen (abessinischen) Kirche sind sie die älteste christliche Gemeinschaft der Welt.

    Der Gottesdienst wird in 3 Sprachen gehalten. Altgriechisch, Demotisch ("Ägyptisch") und der Landesprache Arabisch.

    Wäre wirklich schade, wenn diese uralte und hochinteressante Gemeinschaft austürbe.

  • Sehr interessantes Thema, ich werde mich hier auf den neuesten Stand halten. Noch nie etwas von Kopten gehört.
    Wäre schön wenn mehr von ihnen erzählt wird, mich interessiert es.
    :clap: Ein Dank an den Themeneinsteller.

  • Die Kopten, wie auch die syrisch orthodoxen Christen im Libanon, Syrien, Irak und dem Süden der Türkei (Provinz Hattay) sind im Gegensatz zur westlichen Kirchen, die Athanasisch /Paulinisch geprägt sind Anhänger des Nestorius, also nestorianisch.

    Diese betonen den menschlichen Aspekt Jesu Christi und sind somit dem Islam theologisch etwas näher.

    Googelt bitte unter: Christentum- Nestorianismus, Orientalische Kirchen

    oder:

    Helmuth von Glasenapp: Die fünf Weltreligionen

    Standardwerk und Klassiker (versch. Verlage)

  • oh .............ich bin überwältigt von den Informationen.
    Danke für die lese- Hinweise
    Wo bin ich gelandet?

  • Ist das bei dir so ein Beissreflex?
    So wie bei recht dubiosen Diktatoren auf der Welt?
    Hinter allem steckt bei dir irgendwo "der Westen", die CIA, die Christen oder sonst irgendwer, aber das es einfach durchgeknallte Ägypter gibt das ist keine Option......


    Alle sind Schuld nur die Moslems nicht ist gelinde gesagt auch ein sehr fragwürdiger Standpunkt.


    Guck dir die Situation in Ägypten genauer an.
    In all den unterentwickelten Länder gibt es Provokationsgruppen die durch zielorientierte Auslandsorganisationen genutzt werden um Krach zu machen.

  • Die Kopten sind die eigentlichen Nachfahren der antiken Ägypter, sie haben einen eigenen "Papst", den Patriarchen von Alexandria. Der ist jedoch nur Erster unter Gleichen.



    Aus Wiki:


    Der Ausdruck Kopten (aus griech. αἰγÏπτιοι, „Ägypter“) bezeichnete ursprünglich diejenigen Einwohner Alexandriens und ganz Ägyptens, die als ihr Idiom die ägyptische Sprache verwendeten. Noch in römischer, byzantinischer und frühislamischer Zeit wurde das Wort ohne Rücksicht auf die Religionszugehörigkeit gebraucht. Die Koptische Sprache entstand aus dem Ägyptischen im 3. Jahrhundert nach Christus. Seit der zunehmenden Arabisierung und Islamisierung Ägyptens wird der Begriff allein für die Christen der koptischen Kirchen verwendet.


    So pauschal kann man das wohl nicht behaupten.

    Einmal editiert, zuletzt von Buak ()

  • Aus Wiki:

    Der Ausdruck Kopten (aus griech. αἰγÏπτιοι, „Ägypter“) bezeichnete ursprünglich diejenigen Einwohner Alexandriens und ganz Ägyptens, die als ihr Idiom die ägyptische Sprache verwendeten. Noch in römischer, byzantinischer und frühislamischer Zeit wurde das Wort ohne Rücksicht auf die Religionszugehörigkeit gebraucht. Die Koptische Sprache entstand aus dem Ägyptischen im 3. Jahrhundert nach Christus. Seit der zunehmenden Arabisierung und Islamisierung Ägyptens wird der Begriff allein für die Christen der koptischen Kirchen verwendet.

    So pauschal kann man das wohl nicht behaupten.



    Das habe ich auch nicht. Im übrigen gibst du mir ja mit deinem Beitrag recht !!!
    Meine Anmerkungen waren lediglich ein Hinweis zur Diskussion.

    WIKIPEDIA halte ich ich für (noch) nicht zitierbar, weil da zu viele "Laiendarsteller" mitbabbeln und mitschreiben dürfen.

    Für mich gilt immer noch das GEDRUCKTE Wort, auch wenn wir im Internetzeitalter leben.

    Trotzdem Danke für deinen Hinweis.

    j.j.

  • ...
    Für mich gilt immer noch das GEDRUCKTE Wort, auch wenn wir im Internetzeitalter leben....


    Für mich auch, vor allem, nachdem ich selber durch aktive Mitarbeit Einblicke in die Autorenlandschaft der Wiki haben konnte. Es gibt gute Artikel, einige sind auch gekennzeichnet mit dem Lesenswert- oder Exzellent-Symbol, aber die meisten sind entweder nur von Kennern der Materie konsumierbar, oder lieber gar nicht. Gilt für den gesamten Nahen Osten, inkl. Balkan und deren Geschichte. Inkl. scheinbar so "neutrale" Artikel wie z.B. die Hagia Sophia, usw. Nicht nur der "Zungenschlag" ist oftmals "veraltet", tendenziös, usw., sondern ärgerlicher sind die falschen Fakten, die unterlassenen Fakten, die völlig falsche Gewichtung vieler Artikel á la "Sex, Drugs and Rock'n'Roll", also Skandale etc. breitgetreten, warum die Person wichtig für die Geschichte und eine Enzyklopädie ist, erscheint hingegen nur mit einem kleinem Satz, eine "Boulevardisierung" der Artikel, usw.


    Deshalb auch meine Literatur-Lesetipps hier im Forum, alle dank googlebooks in großen Teilen einsehbar, und immer gut zu verwenden um sich kundig zu machen, entweder mal ausführlich oder auch mal nur knapp zum Beispiel bei Zeitmangel, oder um einen Ãœberblick zu erhalten.


    Zu den Kopten:


    Früher dachte man, dass nach der arab. Eroberung Ägyptens die Ãœbernahme des Islams durch die Christen Ägyptens ähnlich ablief, wie z.B. im Iran.
    Weil eben gezeigt werden konnte, dass es prozentual immer mehr Muslime gegeben habe.
    Inzwischen wird eher davon ausgegangen, dass nicht die Kopten immer mehr den Islam annahmen, und dadurch prozentual der Anteil der Muslime im Mittelalter stieg, sondern dass die Kopten, die z.T. privilegierte Posten in höchsten Regierungsämter in Ägypten bekleideten, ihre Anzahl bewusst konstant hielten, also bei allgemeiner Geburtenratensteigerungen, z.B. aufgrund besserer medizinischer Möglichkeiten, aufgrund höherer Ernten, mehr Wohlstandes, usw. davon nicht im gleichem Maße Nutzen zogen, wie die musl. Bevölkerung. Nicht, weil es ihnen "verwehrt" wurde, sondern weil sie eine bewusste Geburtenkontrolle bei ihrer Fortpflanzung wählten, denn die lukrativen Posten waren limitiert, und mehr Kinder hätte dieses Gleichgewicht ins Wanken gebracht und Begehrlichkeiten ihrer "übrig gebliebenen" geweckt. Also blieb wahrscheinlich die absolute Anzahl der Kopten jahrhundertelang eher konstant, als dass sie absolut sank (wie man aufgrund des prozentualen Absenkens dachte), wie man noch vor einigen Jahrzehnten annahm.


    (nährere Angaben bei der Vorlesung der Orientalistik, in google "timms" eingeben und online-Stream jederzeit anschauen)


    Koptische Kirche im Brockhaus:


    "Koptische Kirche,

    die christliche Nationalkirche Ägyptens; im 5. Jahrhundert nach Ablehnung der Beschlüsse des Konzils von Chalkedon (451) entstanden, bildete sie eine eigene, traditionell als »monophysitisch«, im eigenen Verständnis jedoch als »miaphysitisch« (eine vereinigte Natur Christi) beschriebene Lehrtradition aus. Die koptische Kirche führt ihre Tradition auf den Evangelisten Markus zurück und beansprucht, die wahrhaft orthodoxe Kirche Ägyptens zu sein; umfasst weltweit (geschätzt) 10-12 Mio. Kopten. Das Oberhaupt der koptischen Kirche führt den Titel »Papst von Alexandria und Patriarch des Stuhles des Heiligen Markus« mit Sitz in Kairo. Die liturgischen Sprachen sind Koptisch und Arabisch. Die äthiopische Kirche ist eine Tochterkirche der koptischen Kirche. - Ein kleiner Teil der koptischen Kirche hat sich im 18. Jahrhundert in einer Union mit der römisch-katholischen Kirche verbunden und bildet seither eine der katholischen Ostkirchen. Sitz des koptischen katholischen Patriarchen ist Kairo. "

    Einmal editiert, zuletzt von lynxxx ()

  • Deshalb werde ich immer ein Gegner von Vorurteilen, Diskriminierung und Hetze sein.
    Gegen Rassismus, gegen Antsemitismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Diskriminierung von Andersgläubigen, Andersdenkenden, Andersaussehenden.



    Natürlich!
    Hoffentlich steckst du nicht alles in einen Topf, rührst herum und versiehst den Topf mit der Etikette "Rassismus".

  • Natürlich!
    Hoffentlich steckst du nicht alles in einen Topf, rührst herum und versiehst den Topf mit der Etikette "Rassismus".


    Ich weiß nicht, ob es ein Oberbegriff dafür gibt.
    Aber für mich ist das alles ein und dasselbe.
    Auch wenn sich Hetzer inzwischen für so schlau halten, dass sie glauben, Differenzierungen bringen zu müssen, um nicht in Verdacht zu geraten Antisemiten oder Rassisten zu sein.
    Alles die gleiche Chose.

  • Ui - gut, dass ich das lese, nicht, dass wir uns da in die Wolle kriegen...


    Weißt du, es gibt kaum ein Volk, dessen Menschen mich so begeistern wie das Volk der Juden, ich finde ihren Humor geradezu überirdisch. Und es hat wundervolle Menschen hervorgebracht, Jesus war ja auch einer. Und Einstein - und der Goldblum, wirklich, wenn ich an die Menschen denke, kann ich spüren, dass meine Augen leuchten.
    Das gilt aber nicht gleichzeitig für Religion und Politik - da geht mir nicht selten der Hut hoch und das nicht zu knapp.


    Im Fall differenziere ich da also auch, so mancher Anti-Antisemit ist mir verbal schon an die Gurgel gegangen und hat mich Antisemit geheißen. Aber dem ist nicht so. Ich fühle mich den Menschen dieses Volks sehr nah und das Leid, das so viele von ihnen unschuldig erdulden mussten, geht mir mächtig an die Nieren. Das bedeutet aber keinen Freifahrtschein für die nachfolgenden Generationen.


    Das gleiche gilt (für mich) natürlich auch für alle anderen Völker, Religionen und Kulturen. Wie es (für mich) für den einzelnen Menschen gilt. Und wenn jemand zehnmal eins von Stärkeren aufs Maul gekriegt hat, berechtigt ihn das noch lange nicht, daheim den Nachbarn und die Kinder zu verprügeln. Leid erfahren zu haben berechtigt nicht dazu, Leid zuzufügen. Da bin ich sehr, sehr eigen.


    ancanei