Was kosten Kinder wirklich?

  • In einem anderen Thread wurde erwähnt, dass Kinder mittlerweile ein "Armutsrisiko" sind. Dies höre ich sehr oft, aber noch konnte mir keiner - auch kein Familienvater - das ungefähr quantifizieren.


    Windeln sollen "sehr teuer" sein und Babynahrung, aber wenn ich mir das im Supermarkt ansehe und hochrechne.....nun..... es gibt schlimmeres. Kinderwagen und Babybekleidung soll so teuer sein..... gibt es gebraucht aber für einen Bruchteil.


    Taschengeld und essen...... nunja, ich kriege mehr "Taschengeld", in den Zeitungen lese ich von ca. 30-50€ für Jugendliche und essen tue ich auch mehr.


    Der Staat zahlt ja Kindergeld bzw. es gibt Steuerfreibeträge und Erziehungsgeld gibts nochmal dazu. Wie "teuer" sind Kinder wirklich? Am teuersten wird - für mich jedenfalls - die Krankenversicherung und das kriege ich auch noch hin.


    Hat jemand eine Ahnung, warum Kinder so teuer sein sollen?


  • Fuer mich macht es keinen grossen Unterschied. Kinder kosten und auf der anderen Seite spart man weil man haeuslicher wird.
    Richtig kosten wird es erst wenn die Kinder zu Jugendlichen herangewachsen sind.


  • Das war ich. Und da Du es hier nicht mit aufgeführt hast, gebe ich nochmal zu Protokoll, daß das ganz davon abhängt, wie man es sieht und vor allem, wie man zum Thema Luxus steht und seinen Lebensstandard definiert.


    Für die ersten beiden Lebensjahre unseres Sohnes kann ich, weil ich damals Haushaltsbuch geführt habe, exakt feststellen, daß wir mit dem Kindergeld für Windeln, Nahrungsmittel, Pflegeprodukte und Kleidung ausgekommen sind. Rechne ich das Erziehungsgeld des ersten Jahres mit ein (so, wie jetzt das Elterngeld für uns relevant wäre), hätten wir davon Möbel, Auto-Kindersitze, Kinderwagen, etc. auch begleichen können.


    Ich persönlich würde NIEMALS eine gebrauchte Babyschale oder einen gebrauchten Kinderwagen von mir nicht persönlich bekannten Leuten übernehmen. Das bin ich der Sicherheit meines Kindes schuldig. Ãœber den Austausch gebrauchter Kinderkleidung kann man geteilter Meinung sein.


    Fakt ist: ein gesundes Netzwerk ist eine tolle Sache. Da in unserem Freundeskreis die Kinderkriegerei quasi reihum geht, geht das auch mit vielen Kleidungsstücken und Spielzeugen so - warum alles selber kaufen, wenns ein anderer schon hat und es noch was taugt. Auftragen kann ein Säugling einen Body nicht.


    Und dennoch...
    ...wenn ich mein Kind stets mit hyperallergener Fertignahrung füttere, nur Gläschen nehme, nur Markenbabykleidung kaufe und allen möglichen Tinnef an Kursen buche, dann reichts natürlich nicht.


    Und wenn ich meine, ich muß mir unbedingt weiterhin zwei Urlaubsreisen, zwei Autos und den gesamten Luxus "wie gewohnt" leisten, dann wirds sicherlich bald Enge, vor allem, wenn nur noch einer arbeiten geht, weil das dank mangelhafter Betreuungsmöglichkeiten nicht anders regelbar ist.


    Außerdem... wenn es dick kommt und der Hauptverdiener dann ausfällt, ist man sehr viel rascher "ganz unten" angelangt. Ein Erwachsener kann an sich sehr eisern einsparen. Mit Kindern geht das nur noch eingeschränkt.


    Also: wieviel Luxus will man? Wieviele Abstriche ist man zu machen bereit?


    Wenn die Knirpse klein sind, ist das alles noch überschaubar... teuer wirds später in der Schule, wenn das Anspruchsdenken auch dort losgeht... Also nicht nur an Babies denken!
    Und vor allem: ein pubertierender Sohnemann z.B. isst häufig mehr als seine Eltern, hat heutzutage ein Gesamtarsenal an elektronischen Geräten, benötigt dank Wachstum häufiger neue Klamotten, etc...
    ...dann hast du quasi drei Erwachsene im Haus und nicht mehr einen Zwergl, der im Zweifel mit Muttermilch und Wolldecke auskommt.

  • Das war ich. Und da Du es hier nicht mit aufgeführt hast, gebe ich nochmal zu Protokoll, daß das ganz davon abhängt, wie man es sieht und vor allem, wie man zum Thema Luxus steht und seinen Lebensstandard definiert.


    Lieber Peraldo,


    ich hatte nicht mehr in Erinnerung, wer das war und ich höre das SO HÄUFIG, dass ich deswegen einen Thread eröffnen wollte. Es ging nicht darum, Dich irgendwie bloßzustellen oder das gegenteil zu beweisen, ich wollte es wirklich wissen.


    Ein Kollege, der - seiner Stellung nach - ähnlich verdient wie ich, klagte letztens über Geld, weil seine drei kleinen Kinder ja soooo teuer wären. Nun, habe ich gesagt, 3 Kinder sind aber glatt 500€ mehr in der Haushaltskasse (Kindergeld). und ob 3 Kinder tatsächlich zuviel kosten und genau sagen, wo die 500 bleiben, konnte er mir auch nicht. Ich denke sogar, dass sich GERADE 3 Kinder rentieren könnten, weil man für das zweite und dritte ja wieder nur die "Erstbeschaffungen" des ersten braucht.


    In meiner Grundschulklasse war ein (türkisches) KInd mit 12 Geschwistern, weil der Vater von der Einrichtung "Kindergeld" so begeistert war. Zumindest muss es eine bestimmte Anzahl geben, ab der sich das rein finanziell sogar durchaus rechnet.


    Deswegen würde ich es halt gerne genauer wissen. Es hat - wie gesagt - absolut NICHTS damit zu tun, dass ich das, was Du gesagt hast, irgendwie in Frage stelle.


  • Ich persönlich würde NIEMALS eine gebrauchte Babyschale oder einen gebrauchten Kinderwagen von mir nicht persönlich bekannten Leuten übernehmen. Das bin ich der Sicherheit meines Kindes schuldig.


    Warum? Was würde dagegen sprechen? Auf Robustheit und Funktionalität kann man einen Kinderwagen ja testen...... gut, das sehe ich als Ingenieur vielleicht etwas anders, ich gebe das den Entwicklern und die sollen sich das Ding notfalls mal ansehen, aber Du klingst so, als hättest Du spezielle Zweifel.


  • Wenn du es quantifizieren möchtest, dann mußt du "wieviel" fragen!
    "Was" bezieht sich zunächst nur auf immaterielle Werte wie Liebe, Aufmerksamkeit und viel Geduld. Und davon gibt es , wie ich glaube, genug positive Beispiele auf der Ebene der Familie betrachtet.
    Man kann aber auf anderer Ebene vor allem beim Thema Bildung erkennen, daß sie uns nicht viel Geld wert zu sein scheinen. Man kann es ja schließlich auch nicht in Geld aufwiegen.
    Komplizierter wird es doch, wenn wir von Geld sprechen, an dem Punkt, wo man sich überlegt, daß diese Kinder unser Alter sichern sollen.
    Was sind wir als Gesellschaft bereit dafür auszugeben, diesen Kindern eine erfolgreiche Zukunft zu bereiten?

  • Wenn du es quantifizieren möchtest, dann mußt du "wieviel" fragen!


    Da ich denke, dass Du sehr genau weißt, dass das nicht stimmt - zumal ich es im Posting genauer beschrieben habe - gehe ich nicht weiter darauf ein.


    Hast Du also noch etwas zu dem Thread im Sinne des Threadthemas (zusätzlicher finanzieller Aufwand durch Kinder in Familien) beizutragen?

  • Da ich denke, dass Du sehr genau weißt, dass das nicht stimmt - zumal ich es im Posting genauer beschrieben habe - gehe ich nicht weiter darauf ein.


    Hast Du also noch etwas zu dem Thread im Sinne des Threadthemas (zusätzlicher finanzieller Aufwand durch Kinder in Familien) beizutragen?


    Viel habe ich beizutragen, daß solltest du mittlerweile wissen. Zumal ich selber 4 Kinder habe. Ich mache mir aber andere Gedanken, ganz andere, als solche, die sich nur darauf beziehen, wieviel Geld die lieben Kleinen mich persönlich kosten! Wenn das hier allerdings darauf beschränkt sein soll, diverse Familienvergleichsrechnungen nebeneinander zu stellen, dann hast du Recht. Dann bin ich hier falsch und will auch nicht weiter stören.



  • Wenn es eine exchange rate fuer meine Nerven gaebe koennte ich die Frage beantworten.
    Ansonsten: Pure stress und fun.
    In short: unbezahlbar.
    Okay so ,Wolf, oder brauchen wir mal wieder mehr Daten?

    :sabber:

  • Wenn es eine exchange rate fuer meine Nerven gaebe koennte ich die Frage beantworten.
    Ansonsten: Pure stress und fun.
    In short: unbezahlbar.
    Okay so ,Wolf, oder brauchen wir mal wieder mehr Daten?

    :sabber:




    Der war gut.

    mfg

  • Viel habe ich beizutragen, daß solltest du mittlerweile wissen. Zumal ich selber 4 Kinder habe. Ich mache mir aber andere Gedanken, ganz andere, als solche, die sich nur darauf beziehen, wieviel Geld die lieben Kleinen mich persönlich kosten!


    Die ganzen "ganzheitlichen Betrachtungen" die in akademische Vielschreiberei ausarten in Ehren, aber ich packe Probleme gerne einzeln an. Es geht mir tatsächlich um die allseitsbekante Behauptung, Kinder wären ein "Armutsrisiko". Ich möchte wissen, was da dran ist.


    Da es mir dabei nicht um "Armut an Bildung" oder "Armut an Liebe" oder "Armut an elma und armut" (Gag für Insider) geht sondern tatsächlich um finanzielle Armut, würde ich gerne bei diesem Thema bleiben.


    Ich würde mich also freuen, wenn Du uns an Deiner 4-fachen Erfahrung teilhaben lässt. Wenn Du aber auf einem nicht-quantifiziertem, dafür aber seitenlangen "ganzheitlichen Ansatz" bestehst, indem trotz hunderten von Sätzen nicht eine einzige greifbare Zahl vorkommt, ist es auch okay, wenn Du dazu einfach nicht schreibst.

  • Was kosten Kinder wirklich?

    Liebe.

    Und Geduld.
    Und ausserdem: Gelassenheit.

    Die werden schon selber sehr schnell groß werden, wurden sie vor Jahrtausenden genauso, und seit unseren halbnackten Jäger-und-Sammler-Vorfahren hat sich in der biologischen Gehirnentwicklung nix geändert.

    (Will sagen, erzieht die Kinder so, wie unsere Vettern die Menschenaffen ihre Kinder "erziehen", viele angebliche Theoretisierungen der letzten Dekaden (in der westlichen Welt) sind Kopfgeburten, nicht zuletzt eher dem Geldbeutel des Autoren, als den Eltern dienlich.
    Lasst sie an der Supermarkt-Kasse schreien, nach einigen Malen lernen sie sehr schnell, dass es dort nix gibt und erkennen ihre Grenzen, die sie täglich austesten. Lasst sie nicht zu früh alleine, weil die Eltern anehmen, dadurch würde es schneller selbstständig, nein, die frühe Trennung von den Eltern/der Nähe der Mutter, führt eher ins Gegenteil, nicht zu mehr Selbstsicherheit, sondern zu Minderwertigkeitsgefühlen/Unsicherheit im Alter. etc. Siehe meinen schon in einem anderen Thread erbrachten Link zur Doku:
    http://www.br-online.de/wissen…rliebe-ID661188596329.xml
    )

  • Mit anderen Worten, es stimmt gar nicht, dass Kinder automatisch Armut bedeuten bzw. das Risiko erhöhen?


    Fein, dann kann ich ja anfangen! :biggrin:

  • Warum? Was würde dagegen sprechen? Auf Robustheit und Funktionalität kann man einen Kinderwagen ja testen...... gut, das sehe ich als Ingenieur vielleicht etwas anders, ich gebe das den Entwicklern und die sollen sich das Ding notfalls mal ansehen, aber Du klingst so, als hättest Du spezielle Zweifel.



    Sehr teuer.
    Wenn du, als "Ingenieur", Gutachten und Tests fuer die alltaeglichen gebrauchten Gebrauchsgegenstaende deiner Kinder in Auftrag geben musst, um sie und dich in Sicherheit zu wiegen: Teuer.
    Noch einmal den "Entwicklern" geben: Teuer
    Mein persoenlicher und gut gemeinter Rat: Absolut kein Kind vor der ersten Million.
    Und auch danach wird es: Teuer...
    :brasil:


  • Ich bin jetzt noch gar nicht diesem obigen Link gefolgt.
    Was mich mein Kind kostet??? Habe ich noch nie errechnet........und war mir auch immer egal.
    Dein Tip oben ist gut..........doch die Nerven der Eltern sind oftmals deswegen blos gelegt, weil es immer solche und solche gibt.
    Kriegt dein Kind einen Wutschreianfall weil es nicht haben darf, was man vor seine Nase setzt ist ja verständlich.
    Doch wer das schon erlebt hat, weis auch, das es dann so Kluge gibt.......die entweder vorschlagen dem Kind doch mal richtig mit Arschversohlen den Wutanfall auszutreiben und tut man das..........kommt ein Anderer der dann sagt........oh Kinder schlagen.......das tut man nicht.
    Als Eltern kann man machen was man will, immer kommt einer daher der alles besser weis.
    Na ja.
    Sorry, Wolf, das ich ein wenig vom Thema abschweife was die Kosten betrifft.
    Dazu äußere ich mich auch noch.


    Doch vorher eine kleine Geschichte.......
    Als mein Sohn noch ein kleiner S:bounce:tin,ker war so ca. 3 Jahre alt, wollte er ein Nutellabrot. Wir beide waren gerade dabei die Sendung mit der Maus anzusehen.
    Ich also schön brav in die Küche.....Brot geschmiert und alles in Mundstückchen geschnitten damit das Geschmiere nicht allzugroß wird.
    Dazu einen Coctail-Sticker, damit die Hände nicht auch noch Schokoladenbrot essen müssen.;)
    Ich komme wieder ins Wohnzimmer.............stelle alles auf den Tisch und nun möchte der Kleene auf einmal was anderes, als das was er vorher wollte.
    " Du wolltest ein Nutellabrot und nun isst du das was du wolltest".
    Punkt aus.
    Da nimmt doch der kleine Windelpupser das Holzbrettchen mit dem Nutellabrot und schmeisst es in das Zimmer.............
    Alles landet natürlich mit dem Schokoaufsatz zuerst auf den neuen Teppichboden.
    Grrrr........
    Ich packe einfach den kleinen Wutkopf sanft, trage ihn in sein Kinderzimmer, lege ihn auf sein Bett und sage: " Hier bleibst du in deinem Zimmer, bis du dich wieder beruhigt hast".
    " Wenn du dich beruhigt hast dann darfst du wieder zu mir in das Wohnzimmer kommen".
    Ich gehe raus und mach die Tür zu.
    Nach zirca 5 Minuten kommt mein kleiner Engel strahlend aus seinem Zimmer und sagt zu mir: " mama ich bin wieder ganz lieb".
    Doch warum sagt er das??????
    Ich hatte ihm nicht gesagt das er jetzt böse ist......................
    Aber ich denke in den 5 Minuten die er in seinem Zimmer alleine war........hatte er Zeit zum Nachdenken.
    Ich habe mein Kind nie geschlagen, außer mal einen kleine Klapps auf den Windelpopo.......
    Oder auf seine Hand.........wenn er nach mir schlagen wollte.
    Ansonsten ging alles auf dem oben beschriebenen Weg.........
    Aber das muss man von Anfang an so machen........egal welche Linie man durchziehen gedenkt.
    Zum Geld.
    Ein Verdienst reichte.........Urlaub war nicht mehr drinn und der Verzicht darauf fiel nicht schwer.
    Ich war immerhin schon 28 Jahre alt, als das Kind geboren wurde.
    Ich hatte nie das Gefühl..........das mein Kind.........ein teures Produkt..........sei......
    Ich habe mehr bekommen, als ich investiert habe, obwohl ich immer alles investiere was ich habe.
    Ich denke jeder versteht den Gerechtigkeitsweg...............das Leben selbst zahlt schon aus.


  • Ich kann von türkischen Kindern mal etwas hier reinbringen. Die Kosten der Erziehung und Versorgung bis zur Beendigung der Ausbildung oder Studium ist ähnlich der des deutschen Mehrheitsgesellschaft, aber erst danach wird der Türkische Jugendliche teuer, denn die türkischen Familien finanzieren die teuren Hochzeiten, das Auto, die Wohnung die Möbel. Das ist so üblich.

  • Heute Getränke eingekauft. Für 6 Personen, davon 2 Erwachsene, also 4 Kinder.
    Bezahlt habe ich ca 20€. Reicht nicht ganz für eine Woche. Hochgerechnet auf eine Woche würde ich 25€ rechnen. Also 25 : 6 x 4 x 52 x 18 = 15600,00€ für 4 Kinder bis sie 18 sind.
    Dabei fehlt noch Milch und Saft, der ganze pfandfreie Kram.
    Sagen wir also das doppelte. Also Getränke pro Kind bis zur Volljährigkeit: 7800,00€ zzgl Teuerung, zzgl "Getränke unterwegs" bei Familienausflügen, Sportveranstaltungen, Dorffesten und sonstigen Ereignissen.
    Soviel kostet das am unteren Niederrhein.
    Für einen Vergleich mit dem Mittel aus den Preisen zwischen Stuttgart, Berlin und Istanbul fehlen mir die entsprechenden Werte.