Arbeitsmarkt = Kartoffelmarkt?

  • Mir ist in einem anderen Thread aufgefallen, daß der Arbeitsmarkt mit einem Gütermarkt gleichgesetzt wird, auf dem das Angebot die Nachfrage bestimmen soll.
    Das impliziert zwangsläufig die Schlußfolgerung, daß alleine der Preis der Arbeit, also der Lohn die Ursache für steigende oder sinkende Arbeitslosigkeit sei.
    Dabei wird die entscheidende Komponente unterschlagen, daß die Lohnhöhe direkten Einfluß auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrageseite hat, im Falle zu niedriger Löhne also einen Nachfrageausfall nach Gütern zur Folge hat.
    Als Einstieg dieser Link:
    NachDenkSeiten - Die kritische Website » Hinweise des Tages


    Diese Fragestellung beinhaltet zugleich eine Mindestlohndiskussion, wobei die zur Randerscheinung wird, wenn man die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen von Niedriglöhnen im Gegensatz zu ausreichend hohen Löhnen bedenkt.


    Eine interessante Facette innerhalb dieser Diskussion mag der von Jean-Baptist Say stammende Satz "Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage" sein.
    Ist das ausschließlich ein Vorsatz, der dem Geist des "Freien Marktes" folgt?


  • 1) Maschinen anschaffen heißt Investition dagegen gestellt Arbeiter einstellen heißt Kosten , das erstere ist abschreibbar das zweite verschiebbares " Humankapital " nicht abschreibbar. Zu erleben wenn man wirklich abgeschieben ist , äußerst gewöhnungsbedürftig .
    2) Seit 30 Jahren wird Automatisiert und Rationaliesiert, millonen Stellen wurden versengt übrig bleiben Micky Maus Jobs. Von dem kann man nicht leben oder sterben. FAKT.
    3) Real lohn steigerung seit 10 Jahren D.-0,9% F-17% H-21% S-Dä-23-24% E-21%usw. also Deutschland ist was Verdienst angeht hintendaran , dazu kommen Niedrieglöhne , 1€ Jobs also tuti completto 2ter Weltladen tendenz weiter absteigend auf allen Kanälen.
    4) Auswirkungen diesbezüglich langfristig auf unser soziales Gefüge , KATASTROPHE , aber durch die Bank weg .
    5) Warum gehen viele Leute nicht mehr auf die Strasse : Viele Jungster wohnen in Mama Hotel noch mit über 40zig und die werden einen Teufel tun um irgend etwas anzurühren. Außer dumme und verkniffene Sprüche.
    6) Was wird hier passieren , wer meint es gibt eine Explosion der Leute , der irrt , seit min. 2 Jahrzenhnten , beobachtete ich eine Resignative Implosion der Bevölkerung im schleichenden Prozess , jeder gegen jeden usw. und der Prozess läuft weiter.


    Fazit : mit der jetzigen und 3 vergangenen Regierungen als 3 Jahrzehnte nichts tun heist die Bude ist marode wie was , kein wunder das so viele ausziehen und das weite suchen , scheiße ist nur wenn man aus Alters Gründen keine Alternativer mehr hat im Regelfall keine Pipen auf Tasche . Also ein betoniert als Lebende Leiche , alle andere auf den Strassen oder Medien ist gedopt in irgendeiner Form , würde diese Maskerade fallen wäre sprichwörtlich der Teufel los . Dann heißt wirklich die Parole nix wie weg aber wohin ?????? Vieleicht in die Türkei , habe gehört da soll es so tolle deutsche Rentner Paradiese geben. Dann doch lieber mit dem Paddelboot richtung Karibik da soll eine Piratin ihr Unwesen treiben , vieleicht braucht sie noch einen in ihrer Mannschaft. Tschüß


  • Im Grunde ist es doch so, daß hergestellt wird und über Werbung die Ware angepriesen wird und der Besitzwunsch ausgelöst wird.


    Ein Beispiel:
    Ich stelle Schokolade und Pralienen her und biete mein Sortiment an. Jeder kann entscheiden ob er kauft oder nicht.
    Das Schokolade und Pralienen viele Kalorien haben und dick machen bei übermäßigen Genuss weiß ja jeder und jeder entscheidet ob er kauft oder nicht. Ob er viel oder wenig davon isst.
    So ist das mit allen Dingen.
    Wird ein Angebot nicht gekauft, so wird es vom Markt verschwinden.
    Im Grunde hat der Kunde die volle Macht über die Marktwirtschaft wenn er sich richtig verhält.
    Da aber nicht der Kunde steuert, sonder Er lässt sich steuern, wird sich auch an der unfreihen Marktwirtschaft nichts ändern.
    Je weniger Geld ein Kunde hat, um so mehr verdienen die großen Konzerne weil sie zu anderen Preisen einkaufen und anbieten können.
    Ein fataler Kreislauf der dazu führt das mittlere Betriebe den Geist aufgeben.
    Hat der Kunde mehr Geld zur Verfügung kann er sich es auch leisten in einem kleinen Laden mit teureren Preisen einzukaufen, damit diese Läden überleben können wie zum Beispiel der gute alte Tante Emma-Laden um die Ecke.
    Wer zu Fuss Grundnahrungsmittel einkaufen kann, spart wiederum Geld für Benzin.
    Irgendwie stecken wir in einem Teufelskreis, aus dem es sich sehr schwer aussteigen lässt.
    Wenn ich daran denke, wie viel Werbung für Zigaretten gemacht wurde, damit die Leute den Glimmstengel der Freiheit kaufen.
    Und heute? Ist ein Raucher ein Aussätziger, obwohl er geziehlt und bewusst durch Werbung auf den Geschmack gebracht wurde und somit auch in die Abhängigkeit geraten ist, die Geld kostet und andere reich macht, incl. der Staat der an den Steuern verdient.
    Ware herstellen, anködern, abhängig machen und dann bestrafen.
    Ob das nun Schokolade ist, Alkohol oder sonstiges das bei Konsum negative Erscheinungen zu Tage bringt.
    Bedürfnisse werden erweckt um den Menschen in die Slaverei zu bringen.



    Kleiner Auszug aus einem Buch um etwas zu verdeutlichen:


    hörte sie Rufe aus der Menge und sah Menschengruppen in der Menschenmasse, immer mehr, immer mehr und sie vernahm immer mehr Rufe.
    „Nun habt ihr die Freiheit, aber werdet ihr euch auch allein zurechtfinden in ihr?“

    „Nein, das werdet ihr nicht!“

    „Wir zeigen euch, wie es sich in Freiheit lebt!“

    „Wir verkaufen euch, was ihr in der Freiheit braucht!“

    „Durch uns wird eure Freiheit das Paradies!“

    Und die Millionen erst in den Besitz der Freiheit gelangt, vergaßen ihre Träume, die sie in der Hölle ihrer Stadt geträumt hatten, und sie ließen sich nun neue Träume verkaufen von denen unter ihnen, die da durch einander schrien Und die da durch einander schrien, das waren die Händler.

    Die Händler priesen ihren Mitmenschen an, was diese noch gänzlich hilflos und verwirrt, nun angeblich benötigten, nun angeblich erträumten.

    Und das, so schrien die Händler, waren Wohlstand und Luxus, Liebe und Wollust, Sich gehen lassen, Karriere und Besitz, Ruhm, Erfolg, Wissen, Weltweitheit, Macht, Schönheit, Männlichkeit, Weiblichkeit, Sex, Rausch, Abenteuer und noch tausenderlei mehr.

    Und die gerade der Knechtschaft entflohenen Menschen glaubten denen unter ihnen, welche die Händler waren, und sie kauften und kauften, und gerieten all sogleich in neue Knechtschaften, und Luise sah voll Kummer, wie die Gesichter der Verführten sich veränderten, wie sie verfielen, hässlich wurden, verfauelten und sich mit Beulen bedeckten gleich wie bei einer Pestilenz.

    Von Gier entstellt waren die Gesichter jener, denen die Händler Reichtum verkauften, ausgebrannt und leer die Gesichter jener, für welche die Händler die wüstesten Orgien feilboten, eingefallen und grau die Gesichter jener, die durch die Händler bereits zu Opfern von Rauschgift geworden waren. Verwüstet die Gesichter derer im Luxus, grausam die Gesichter derer voller Macht, versteint die Gesichter derer, die eine Karriere, eitel die Gesichter derer, die Ruhm, böse die Gesichter derer, die Besitz, hochmütig die Gesichter derer, die Wissen gekauft hatten. Und immer noch toller und toller wurde der Wirbel, immer noch mehr Träume holten die Menschen sich bei den Händlern, deren Stimmen unendlich lauter erklangen als zuvor die Stimmen der vier Herrscher:

    „Kauft, ihr Menschen, kauft! Kauft! Kauft!“

    Und die Menschen kauften und kauften und kauften.

    Doch alles was sie kauften, war nichtig.

    Denn die Händler hatten ihnen nichts verkauft als Träume.



    Die vier Herrscher seien noch erwähnt:


    [FONT=&quot]Und die Gestalt auf dem ersten Turm[/FONT]der Wortführer der Demokratie“


    „Wer ist das der das schreit auf dem zweiten Turm?“
    Der Student antwortete: „ Das ist der Oberste der Christen!“


    Wer ist das, der da auf dem dritten Turm steht?“
    Der Student antwortete: „ Das ist der Führer der Kommunisten!


    Wer ist es, der auf dem vierten Turm steht?“
    Der Student erwiderte: „Das ist der Führer der Faschisten!“

    2 Mal editiert, zuletzt von A0033 () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • 1) Maschinen anschaffen heißt Investition dagegen gestellt Arbeiter einstellen heißt Kosten , das erstere ist abschreibbar das zweite verschiebbares " Humankapital " nicht abschreibbar. Zu erleben wenn man wirklich abgeschieben ist , äußerst gewöhnungsbedürftig .
    2) Seit 30 Jahren wird Automatisiert und Rationaliesiert, millonen Stellen wurden versengt übrig bleiben Micky Maus Jobs. Von dem kann man nicht leben oder sterben. FAKT.

    Wichtiger Punkt. Ist es aber so, daß Rationalisierung tatsächlich alleinige Ursache für Arbeitslosigkeit ist? Problem ist hier nach meiner Meinung, daß die eingeforderte Lohnzurückhaltung zu einem Investitionshemmnis wird, weil die Nachfrageseite geschwächt wird. Richtig ist hier auf die Lohnsteigerungen zu verweisen, allerdings sollte man zum Vergleich auch die Nominallöhne heranziehen.
    Prinzipiell sollten Löhne immer nach der Zielinflationsrate der Zenralbank und der Steigerung der Produktivität anwachsen. Das ist in den genannten Ländern

    Zitat

    [...] F-17% H-21% S-Dä-23-24% E-21%usw.[...]

    "richtiger" gemacht worden, als in Deutschland.
    Wobei man aufpassen muß, daß die Lohnsteigerungen auch nicht über dem Maß der Zielinflationsrate und der Produktivitätssteigerung liegen.
    Daher finde ich das Argument, die fortschreitende Rationalisierung vernichte Arbeitsplätze, einseitig. Denn durch die These, daß man Unternehmervertrauen in einen Standort nur durch permanent steigende Gewinne erreichen kann und zwar durch permanente Lohnzurückhaltung, unterschlägt ganz klar, daß zum Erreichen der Gewinne auch genügend Geld in Umlauf sein muß, um den Gewinn am Umsatz (woran sonst sollte man Gewinn machen), der einen Standort aus Sicht eines Unternehmers lukrativ macht, zu erhöhen.
    Und nur wenn das geschieht, ist ein Unternehmer zu Investitionen bereit, die schließlich in eine verstärkte Nachfrage nach Arbeit mündet.
    Also sind Arbeiter keine Kartoffeln, weil Arbeiter neben Nachgefragten genausogut Nachfrager sind.
    Anders, als eine Kartoffel ;-)

    Geradezu grotesk finde ich es, wie jeden Tag die gehirngewaschenen Gehirnwäschemedien sich selbst dabei ertappen (unbemerkt), wie sie genau diesen Umstand ins Gegenteil verkehren.
    Gestern: "Politbarometer" im ZDF, eigentlich nicht meine Lieblingssendung, aber manchmal bleibt man davor hängen.
    Da fiel mir folgende Nebensatzakrobatik der Frau Schausten auf:
    In einer Darstellung war da nämlich zu lesen, daß eine Mehrheit der Deutschen Beitragserhöhungen bei den gesetzlichen Krankenkassen der Möglichkeit erhöhter Selbstbeteiligung vorziehen würde.
    Dann der Einsatz von Frau S (sinngemäß):
    "Wie aber kann man die Kosten senken, das geht nur mit sparen."
    Nun geht das mit dem Sparen aber schon so lange, daß doch einer Journalistin im öffentlich-rechtlichen Buntfernsehen auffallen sollte, daß diese Sparmaßnahmen immer und immer wieder den Beitragszahlern auf die Füße fallen, die die ganze Show ja mittels Lohnanteil bezahlen sollen.
    Die Befragten in Frau S' Umfrage haben das auch schon gemerkt, nur Frau S nicht so richtig.
    Was lernt man eigentlich im Journalistikstudium?

  • Im Grunde ist es doch so, daß hergestellt wird und über Werbung die Ware angepriesen wird und der Besitzwunsch ausgelöst wird.

    Für ein einzelnes Gut mag das gelten. Zum Beispiel um den Markteinstieg zu forcieren. Bei einer Vielzahl von Gütern wird das aber schon schwierig.Bei der Gesamtheit aller Güter passt das gar nicht mehr, weil ja nicht jedes Gut für jeden erschwinglich ist. Jeder sollte sich einen Apfel leisten können, aber nicht jeder kann eine S-Klasse bezahlen. Da wird nämlich die These "der Kunde entscheidet, ob er kauft oder nicht" schon hinfällig. Wo soll da aber die Grenze sein? Was ist Existenzminimum, was ist sozio-kulturelles Minimum, was ist die Einstiegsausstattung eines Individuums, um die Möglichkeit zu haben, eine Arbeit zu erlernen und dann auszuüben? Eine S-Klasse gehört sicher nicht dazu, ein Apfel aber schon. Und irgendwo zwischen Apfel und S-Klasse liegt eine Grenze, an der ein Verdienst beginnt auch Luxus-oder Freizeitausgaben abzudecken, die ausnahmslos Ausdruck gestiegener Produktivität sind.

    Zitat

    Ein Beispiel:
    Ich stelle Schokolade und Pralienen her und biete mein Sortiment an. Jeder kann entscheiden ob er kauft oder nicht.
    [...]

    Ok. Wir verlassen den Kartoffelmarkt und betreten den Schokoladenmarkt. Jeder kann aber nur bis zu einer gewissen Grenze entscheiden, ob er kauft oder nicht!
    Angenommen, dein Produkt Schokolade verkauft sich so gut, daß du alleine mit der Herstellung nicht mehr nachkommst. Dann brauchst du Mitarbeiter. Die Arbeitsnachfrage steigt. Anderswo aber senkt ein Holzspielzeughersteller die Löhne, weil er sich gegen seine Konkurrenz davon einen Vorteil verspricht.
    Kaufen die von den niedrigeren Löhnen Betroffenen jetzt noch genausoviel Schokolade wie bisher? Eher nicht. Schon mußt du wieder ein paar von deinen Mitarbeitern entlassen, weil du ja irgendwie den Nachfrageausfall kompensieren mußt.


    Der Arbeitsmarkt reagiert also nicht allein auf Angebot und Nachfrage, denn in deinem Fall wäre die Nachfrage ja da. Ein anderes Segment in der Volkswirtschaft hat dir den Nachfrageausfall beschert.



  • Hi,
    natürlich wird die Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt,wie jede andere Ware gehandel. Ist die Arbeitskraft knapp, steigen die Löhne und umgekehrt.


    Selbstverständlich hat die Lohnhöhe direkten Einfluß auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrageseite, was im Falle zu niedriger Löhne also einen Nachfrageausfall nach Gütern zur Folge hat.
    Soweit so gut.
    Hier tut sich, nach meiner Erkenntnis, ein grundlegendes Dilemma bei den sogenannten Wirtschaftswissenschaften BWL und VWL auf.


    Der BWLer weiß das natürlich auch, nur der sitzt in einem Betrieb, der Mähdrescher herstellt.
    Warum sollte er in seinem Betrieb die Löhne erhöhen, was volkswirtschaftlich sinnvoll wäre, damit andere, z.B. VW, von der gesteigerten Konsumkraft profitieren können?


    Viele Dinge, die betriebswirtschaftlich sinnvoll scheinen, sind Gift für die Volkswirtschaft und umgekehrt.
    Die BRD hat jahrzehnte lang auf den Export gesetzt und die Binnennachfrage vernachlässigt.
    Dadurch haben wir uns vom Lohnwachstum abgekoppelt und uns auf Kosten unserer Nachbarländer profiliert.


    Heiner Flassbeck: „Deutschland spaltet die Währungsunion“ - Wirtschafts-News - FOCUS Online


    Der Spiegelfechter� Blog Archive � Heiner Flassbeck – Das Ende der Massenarbeitslosigkeit



    mfg:)

    Einmal editiert, zuletzt von schlabund () aus folgendem Grund: linksschreibung


  • Ich bin mit den logischen Schlußfolgerungen Heiner Flassbecks sehr einverstanden.
    "Das Ende der Massenarbeitslosigkeit" pfeif ich mir gerade zum zweiten Mal rein.
    Man vergißt so schnell...


    "Gescheitert. Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert" ist eingängiger und auch allgemeiner gefaßt. Daher würde ich auch empfehlen "Gescheitert..." zuerst zu lesen, obwohl "Das Ende der Massenarbeitslosigkeit" früher erschienen ist.


    Zu deiner Aussage:
    Der Betriebsinhaber (BWLer) soll als einzelnes Wirtschaftssubjekt ja auch gar nicht versuchen, als Einzelkämpfer gesamtwirtschaftliche Mängel zu beseitigen.
    Ein Unternehmer macht mit gutem Gewissen genau das, was ihm und seinem Unternehmen nicht schadet. Da liegt auch der Unterschied.
    Ich bin ja nun selber einer (Unternehmer). Das wichtigste ist, Schaden abzuwenden.
    Dabei springt im Normalfall auch Gewinn heraus.
    Die Betriebswirtschaft kann aber niemals volkswirtschaftliche Unregelmäßigkeiten ausgleichen.

  • Das Grundproblem liegt auch teilweise in der BWLisierung der Makroökonmie.
    Das Typen wie Sinn, liebevoll auch UnSinn genannt, die Deutungshoheit haben, zeigt das eigentlich schon.
    Allein das der Staat, als Ordnungsmacht, es zu läßt, dass Löhne subventioniert werden, also die Gemeinheit der Wirtschaftsteilnehmer erfolgslose Wirtschaftsmodele, die nur dadurch funktionieren, dass der Staat die Löhne aufstockt (neudeutsch Kombilohnmodele), und damit die Unternehmen verdrängt, die in der Lage wären, normale Löhne zu bezahlen, zeigt den Irrsinn, zu dem uns das gebracht hat.
    Als Ordoliberaler ist man da nur noch am Haare raufen..


    Ebenso auch das Problem bei den Branchenmindestlöhnen..
    Als Staat bzw als ordnungsmacht, sollte der Staat da regulierend eingreifen, wo die Tarifparthner nicht im Stande sind, die Lohnfindung so zu gestalten, dass vernüftige Löhne gezahlt werden.
    Dies hat idr den Grund, dass in den Branchen, die Gewerkschaften zu schwach sind, um da vernüftige Tarifverträge zu generieren.
    Schon Ehrhardt hat das erkannt, und hat es damals auch so formuliert.
    Aber auch hier hat der Staat als Ordnungsmacht versagt..

  • Mir ist in einem anderen Thread aufgefallen, daß der Arbeitsmarkt mit einem Gütermarkt gleichgesetzt wird, auf dem das Angebot die Nachfrage bestimmen soll.
    Das impliziert zwangsläufig die Schlußfolgerung, daß alleine der Preis der Arbeit, also der Lohn die Ursache für steigende oder sinkende Arbeitslosigkeit sei.

    Wieso impiliziert es das und auch noch zwangsläufig ?
    Der Preis bildet sich in einem „idealen“ Markt als Ergebnis, nicht als Voraussetzung.
    Das heisst: bei einem Überangebot „Arbeit“ droht der Preis der Arbeit zu fallen, bei hoher Nachfrage nach Arbeit entsprechend zu steigen.

    Dabei wird die entscheidende Komponente unterschlagen, daß die Lohnhöhe direkten Einfluß auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrageseite hat, im Falle zu niedriger Löhne also einen Nachfrageausfall nach Gütern zur Folge hat.

    Bei der Preisbildung für den Faktor Arbeit: ja. In einem Gesamtmodell der Volkswirtschaft natürlich nicht.


    Eine interessante Facette innerhalb dieser Diskussion mag der von Jean-Baptist Say stammende Satz "Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage" sein.
    Ist das ausschließlich ein Vorsatz, der dem Geist des "Freien Marktes" folgt?

    Nein. Jeder Mensch, der etwas herstellt und es für etwas anders eintauschen möchte trachtet danach, dafür bei irgendjemand – oft „Der Dumme“ genannt – einen Bedarf dafür zu wecken.

  • Mir ist in einem anderen Thread aufgefallen, daß der Arbeitsmarkt mit einem Gütermarkt gleichgesetzt wird, auf dem das Angebot die Nachfrage bestimmen soll.
    Das impliziert zwangsläufig die Schlußfolgerung, daß alleine der Preis der Arbeit, also der Lohn die Ursache für steigende oder sinkende Arbeitslosigkeit sei.

    Wieso impiliziert es das und auch noch zwangsläufig ?
    Der Preis bildet sich in einem „idealen“ Markt als Ergebnis, nicht als Voraussetzung.
    Das heisst: bei einem Überangebot „Arbeit“ droht der Preis der Arbeit zu fallen, bei hoher Nachfrage nach Arbeit entsprechend zu steigen.

    Dabei wird die entscheidende Komponente unterschlagen, daß die Lohnhöhe direkten Einfluß auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrageseite hat, im Falle zu niedriger Löhne also einen Nachfrageausfall nach Gütern zur Folge hat.

    Bei der Preisbildung für den Faktor Arbeit: ja. In einem Gesamtmodell der Volkswirtschaft natürlich nicht.


    Eine interessante Facette innerhalb dieser Diskussion mag der von Jean-Baptist Say stammende Satz "Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage" sein.
    Ist das ausschließlich ein Vorsatz, der dem Geist des "Freien Marktes" folgt?

    Nein. Jeder Mensch, der etwas herstellt und es für etwas anders eintauschen möchte trachtet danach, dafür bei irgendjemand – oft „Der Dumme“ genannt – einen Bedarf dafür zu wecken.


  • So interpretiert der Herr Sinn das Saysche Theorem:
    Buch im Gespräch: Aus der Mottenkiste | Literatur | ZEIT ONLINE
    Entsprechend fällt Sinns Therapievorschlag für den Arbeitsmarkt aus. Zwischen Menschen und Äpfeln gebe es, ökonomisch gesehen, keinen Unterschied, Güter- und Arbeitsmärkte seien also gleich zu behandeln. Das Stichwort lautet Wettbewerbsfähigkeit. Wenn die Arbeitnehmer bereit wären, ihre Arbeitskraft zum jeweiligen Marktpreis zu verkaufen, würden sie immer einen Arbeitsplatz finden. Allerdings müssten zwei Bedingungen erfüllt sein: 1. Flexibilität der Löhne nach unten und 2. keine Mindestlöhne.


    So gibt wiki das wieder:
    Saysches Theorem – Wikipedia
    Die Grundaussage des sayschen Theorems lautet:
    Geplantes Angebot und geplante Nachfrage müssen in einer geschlossenen Volkswirtschaft übereinstimmen. Wer am Markt ein Gut (etwa auch die eigene Arbeitskraft) anbietet, tut dies, um Einkommen zu erzielen, damit er selbst Güter kaufen kann. Er schafft durch sein Angebot von Gütern eine Nachfrage nach Gütern.


    Der Unterschied besteht IMO darin, daß bei Sinn Arbeitskraft keine Nachfrage zu erzeugen scheint. Und nicht nur das!
    Wenn der Preis sich alleine danach richten soll, was auf dem Markt dafür zu erzielen sei, dann müßte Arbeitskraft kostenlos zu haben sein. Denn wozu sollte Arbeitskraft eigentlich entlohnt werden, wenn sie keine Nachfrage erzeugt.
    Und das ist in meinen Augen nicht der Kern in Says Aussage.
    Daß sein Theorem durchaus kritikwürdig ist, sehe ich im Prinzip auch so. Da haben sich auch schon genügend Ökonomen dazu geäußert.
    Meine Frage ist vielmehr die, wie der studierte Ökonom Sinn dazu kommt, diesen Sayschen Satz so zu verkrüppeln, daß er auf seine Argumentation paßt.
    Dummheit ist das sicherlich nicht.


    Mit BWLisierung hat das IMO auch nichts zutun. Im Grunde genommen strebt jede Wissenschaft nach einem optimalen Ergebnis. Bei den Wirtschaftswissenschaften sollte das Ziel "vernünftiges Wirtschaften" gleich sein. Die Ansätze, dort wo VWL bzw BWL herkommen sind unterschiedlich. Jedoch kommt keine von beiden Wissenschaften ohne die andere zurecht. Woher bezieht zum Beispiel die VWL ihre empirischen Befunde?
    Ohne diese sähe es in dieser Wissenschaft sehr mager aus!
    Und betriebswirtschaftliches Handeln wird direkt von volkswirtschaftlichen Vorgaben beeinflußt.


    Was Sinn macht ist keine BWLisierung! Er bereitet den ideologischen Bodensatz für eine Klientel.

  • Wieso impiliziert es das und auch noch zwangsläufig ?
    Der Preis bildet sich in einem „idealen“ Markt als Ergebnis, nicht als Voraussetzung.
    Das heisst: bei einem Überangebot „Arbeit“ droht der Preis der Arbeit zu fallen, bei hoher Nachfrage nach Arbeit entsprechend zu steigen.[...]


    Es gibt aber keinen "idealen" oder vollkommenen Markt!

  • ......... Bei den Wirtschaftswissenschaften sollte das Ziel "vernünftiges Wirtschaften" gleich sein. Die Ansätze, dort wo VWL bzw BWL herkommen sind unterschiedlich. Jedoch kommt keine von beiden Wissenschaften ohne die andere zurecht. Woher bezieht zum Beispiel die VWL ihre empirischen Befunde?
    Ohne diese sähe es in dieser Wissenschaft sehr mager aus!
    Und betriebswirtschaftliches Handeln wird direkt von volkswirtschaftlichen Vorgaben beeinflußt.


    Was Sinn macht ist keine BWLisierung! Er bereitet den ideologischen Bodensatz für eine Klientel.




    Ob das Wissenschaften sind, ich habe da so meine Zweifel.
    Das Nobelkomitee glaub ich auch.



    Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel – Wikipedia


    mfg:lol:

  • Es gibt aber keinen "idealen" oder vollkommenen Markt!

    Alles Lamentieren nützt nix. Der Preis resultiert aus Angebot und Nachfrage, es sei denn, er wird staatlich diktiert.


    So ist auch der Zwang zur Annahme von 1 € Jobs ein Diktat. Normalerweise würde es nicht funktionieren.

  • Alles Lamentieren nützt nix. Der Preis resultiert aus Angebot und Nachfrage, es sei denn, er wird staatlich diktiert.

    Der Preis schon, aber auch der Lohn? Der Lohn hat eine Kosten- und eine Einkommensseite. Der Preis hat nur eine Kostenseite. Den Gewinn des Unternehmers im Preis von Gütern einer Einkommensseite zuzuschlagen ist sicherlich in Ordnung, dann hat der Lohn aber auch eine Einkommenseite mehr, also zwei Einkommensseiten.

    Zitat

    So ist auch der Zwang zur Annahme von 1 € Jobs ein Diktat. Normalerweise würde es nicht funktionieren.

    Funktioniert es denn?

  • Der Preis schon, aber auch der Lohn? Der Lohn hat eine Kosten- und eine Einkommensseite. Der Preis hat nur eine Kostenseite. Den Gewinn des Unternehmers im Preis von Gütern einer Einkommensseite zuzuschlagen ist sicherlich in Ordnung, dann hat der Lohn aber auch eine Einkommenseite mehr, also zwei Einkommensseiten.

    Machens Sie's nicht so kompliziert. Der Lohn ist der Preis der Arbeit.


    Und: Zu 1 € Jobs werden Leute gezwungen. Ja. Das funktioniert teilweise.

  • Der Preis schon, aber auch der Lohn? Der Lohn hat eine Kosten- und eine Einkommensseite. Der Preis hat nur eine Kostenseite. Den Gewinn des Unternehmers im Preis von Gütern einer Einkommensseite zuzuschlagen ist sicherlich in Ordnung, dann hat der Lohn aber auch eine Einkommenseite mehr, also zwei Einkommensseiten. Funktioniert es denn?


    N E I N , noch Fragen ?

  • Machens Sie's nicht so kompliziert. Der Lohn ist der Preis der Arbeit.
    [...]


    Ich will es nicht kompliziert machen. Aber auch nicht zu sehr vereinfachen.
    Der Lohn ist sicher auch der Preis der Arbeit aber nicht nur. Er ist ein nicht unwesentlicher Faktor, Nachfrage nach Arbeit auszulösen.

  • Ich will es nicht kompliziert machen. Aber auch nicht zu sehr vereinfachen.
    Der Lohn ist sicher auch der Preis der Arbeit aber nicht nur. Er ist ein nicht unwesentlicher Faktor, Nachfrage nach Arbeit auszulösen.


    Abgesehen davon, daß die Lohnquote zur Veranschaulichung von allgemein sinkenden Löhnen zweifelhaft ist, so zeigt sie aber doch, wieviel die sogenannten Einkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit anteilig am Volkseinkommen ausmachen.
    In 2007 waren das 64,6%.



    http://upload.wikimedia.org/wi…c/Lohnquote_2000-2007.jpg


    Die Nachfragekapazität von Löhnen zu betonen hat also nichts mit Erbsenzählerei gemeinsam. Sie zu vernachlässigen ist grob fahrlässig.