Hartz IV und Aufstocker

  • Ich habe jetzt grad keinen Ãœberblick wie es insgesamt in Deutschland aussieht,
    aber ich vermute, das ist woanders als in meinem eigenen Umfeld nicht
    viel anders.
    Ich arbeite in einer Firma mit etwa 3.000 Mitarbeitern.
    Schätzungsweise 2.500 dieser Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit.
    Sind sie Alleinverdiener, dann sind sie in den meisten Fällen
    auch Aufstocker, weil man von 15-25 Stunden Arbeit die Woche
    nur in wenigen Fällen wirklich leben kann.
    Gerade seitens linker Bürger wird ja immer wieder eine Reduzierung
    der Arbeitszeit als Mittel, die Arbeitslosigkeit zu verringern, gefordert.
    Der Prozess der Arbeitszeitreduzierung hat aber schon lange eingesetzt,
    und zwar durch Arbeitgeber gewollt, weil in vielen Bereichen die
    Arbeitnehmer bei geringerer Arbeitszeit produktiver sind.
    Gerade bei körperlich wie psychisch sehr anstrengenden Jobs
    sind Ermüdung und nachlassende Konzentration bei längeren
    Arbeitszeiten ein nicht zu unterschätzender,
    produktivtätshemmender Faktor.
    Das haben die Arbeitgeber längst erkannt.
    In vielen solchen Fällen sind auch Zweitjobs nicht immer organisierbar,
    auch weil die Arbeitgeber zunehmend mehr zeitliche Flexibilität
    auch von den Teilzeitbeschäftigten fordern (müssen).
    In vielen Fällen will das aber auch der Arbeitnehmer gar nicht.
    Dies führt aber zwangsläufig zu der Frage, wie man damit umgeht.
    Entweder stockt der Steuerzahler bei solchen Jobs auf
    oder man erhöht die Teilzeitlöhne so, dass man davon leben kann.
    Dann muss man aber auch die Vollzeitlöhne nach oben anpassen,
    weil ansonsten sich Vollzeit nicht mehr lohnen würde.
    Der Spielraum bei den Löhnen ist in der Praxis aber geringer als
    mancher glauben mag.
    Meines Wissens ist derzeit die Gesamtlohnsumme in Deutschland
    ca. 3 mal so hoch wie die Summe der Unternehmensgewinne.
    Das durchschnittliche Einkommen von Unternehmern ist sicher
    höher als das durchschnittliche Arbeitnehmereinkommen.
    Es gibt aber auch 6-8 mal so viele Arbeitnehmer als Unternehmer.


  • Mmh... ich vermute aufgrund Deiner Beschreibung mal produzierendes Gewerbe.
    Eine vergleichbare Grundsituation kenne ich aus meinem Umfeld überhaupt nicht, aber ich finde das Beispiel, daß du hier bringst, ziemlich extrem, denn es spiegelt ja quasi das Lieblingfeindbild der von dir "linke Bürger" genannten Gruppe wieder...


    Teilzeitquote mehr als 2/3. Dazu zeitliche Flexibilität gefordert. Hohe körperliche oder geistige Anforderungen. Klingt, mit Verlaub, fast schon nach der Vielzitierten Callcenter-Ausbeuterbude. Entschuldigung, das war unfair. Ich kenne deine Firma ja nicht, weiß nicht, ob das Arbeiten dort angenehm ist und fair entlohnt wird.


    Interessant finde ich aber den Punkt, den Du da angeführt hast:
    Unter den Konditionen ist ein Zweitjob eigentlich nur schaffbar, wenn man vor der Rente in die Kiste will oder ein unglaubliches Organisationstalent hat. Denn erstens müsste man mehrere Schichtpläne koordinieren, zweitens auf dem Weg zwischen den Arbeitsstätten mal kurz komplett regenerieren und ,wenn man Kinder hat, auch noch deren Betreuung koordinieren. Von all den kleinen und großen Angelegenheiten des Privatlebens mal ganz abgesehen... eigentlich unschaffbar.

  • Ich arbeite in einer Firma mit etwa 3.000 Mitarbeitern.
    Schätzungsweise 2.500 dieser Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit.
    Der Prozess der Arbeitszeitreduzierung hat aber schon lange eingesetzt,
    und zwar durch Arbeitgeber gewollt, weil in vielen Bereichen die
    Arbeitnehmer bei geringerer Arbeitszeit produktiver sind.



    Man sollte differenzieren: Arbeitszeitverkürzung ist nicht unbedingt gleich Teilzeitarbeit!
    Bei deiner Firma kann es sich wohl im Großen und Ganzen nur um gering qualifizierte Jobs handeln???
    In qualifizierten Bereichen - ab Facharbeiter - ist nach meinen Erfahrungen Teilzeitarbeit für den Arbeitgeber und die Vollzeitkollegen von Nachteil. Termintreue, Vorbereitungszeiten, Arbeitsunterbrechung (Feierabend) und "Feierabendvorbereitungen", "mangelnde Identifikation mit der Firma", verringern die Produktivität eines Teilzeitbeschäftigten enorm.
    Vor einigen Jahren konnte ein Handwerker, in Vollzeitarbeit, eine Familie - mit Kindern - ernähren. Nach sieben Jahren Rot-Grün "ff." ist das oft nicht mehr möglich. Immer mehr Vollzeitkräfte müssen aufstocken. Da werden Löhne von 5-6 EUR gezahlt. Mindestlöhne werden umgangen, indem Arbeitnehmer genötigt werden unentgeltlich länger zu arbeiten. Während viele Unternehmer immer mehr abkassieren, muss die Allgemeinheit die Folgen tragen. Besonders ärgerlich finde ich den Privatisierungswahn. Im öffentlichen Bereich (Bahn, Post u.s.w.) bekamen die Menschen zwar keine Spitzenlöhne, hatten aber Planungssicherheit. Da läuft seit einigen Jahren in unserer Gesellschaft einiges schief.


  • .... sind meiner einschätzung nach die hauptursache für die überwiegende "verwendung" von teilzeitkräften.
    teilzeitkräfte sind leichter zu entsorgen und ruhig zu stellen. sie können leichter gekündigt werden. es gibt weitere nützliche erungeschaften des verstümmelten arbeitrechtes. ausserdem sind sie billig und nachschub gibt´s auf kopfdruck von der örtlichen arge. zu tieftspreisen.
    natürlich ist das nicht im hochqualifizierten bereich möglich. dort wird zuverlässiges personal händeringend gesucht. das kenne ich aus eigener erfahrung.
    ich bin zu dem schluss gekommene, dass das heer der billiglöhner und die arges zu einem fundamentalen bestandteil unserer wirtschaftlichen zukunft ausgebaut werden sollen. billige, verfügbare und leicht zu entsorgende verfügungsmassen. ist schon eine verrückte welt, in der unternehmen die arbeitskräfte von den steuerzahlern finanziert bekommen...
    wo noch gleich gab´s eine ähnliche vorgehensweise, früher,.... im reich des bösen (?) und satelliten?... habe noch eingetrübte rest-erinnerungen lol. aber anders als dort ist es hier kein innerstaatlicher kreislauf, der nicht funktioniert, sondern ein one-way-abpumpen. das funktioniert natürlich vieeel besser...:peace:


  • Das ist der Kackpunkt in der ganzen Angelegenheit.
    Dieser Teil deiner Aussage ist absolut korrekt und zwar bedingt durch die weltweite Verzahnung der Produktion und des Handels, was man einfach nicht leugnen kann.
    Das Rad der Geschichte rückwärts Drehen klappt auch nicht, wenn es viele auch nicht warhaben wollen.
    Bei diesem Teil deiner Aussage bleibt nur das Aufstocken. Nur kann das nicht durch die steuerliche Belastung von Lohn bewältigt werden, weil sich Vollzeit nicht mehr lohnen würde wie richtig von dir angeführt.
    Es bleibt also vernünftigerweise nur eine Umlagenbesteuerung übrig an der jeder beteiligt ist.
    Warum also verdammt noch mal diese Vogelstraußpolitik bei einer "Robotersteuer" auf Massenprodukte die das Aufstocken finanziert.
    Muß man wirklich Menschen verunglimpfen, nur weil sich Rahmenbedingungen durch unsere technologische Entwicklung verändert haben?
    :banghead:

  • Man sollte differenzieren: Arbeitszeitverkürzung ist nicht unbedingt gleich Teilzeitarbeit! Bei deiner Firma kann es sich wohl im Großen und Ganzen nur um gering qualifizierte Jobs handeln??? In qualifizierten Bereichen - ab Facharbeiter - ist nach meinen Erfahrungen Teilzeitarbeit für den Arbeitgeber und die Vollzeitkollegen von Nachteil. Termintreue, Vorbereitungszeiten, Arbeitsunterbrechung (Feierabend) und "Feierabendvorbereitungen", "mangelnde Identifikation mit der Firma", verringern die Produktivität eines Teilzeitbeschäftigten enorm. Vor einigen Jahren konnte ein Handwerker, in Vollzeitarbeit, eine Familie - mit Kindern - ernähren. Nach sieben Jahren Rot-Grün "ff." ist das oft nicht mehr möglich. Immer mehr Vollzeitkräfte müssen aufstocken. Da werden Löhne von 5-6 EUR gezahlt. Mindestlöhne werden umgangen, indem Arbeitnehmer genötigt werden unentgeltlich länger zu arbeiten. Während viele Unternehmer immer mehr abkassieren, muss die Allgemeinheit die Folgen tragen. Besonders ärgerlich finde ich den Privatisierungswahn. Im öffentlichen Bereich (Bahn, Post u.s.w.) bekamen die Menschen zwar keine Spitzenlöhne, hatten aber Planungssicherheit. Da läuft seit einigen Jahren in unserer Gesellschaft einiges schief.


    und definitiv nicht mit RotGrün meine ich. Wollen mal hören, was @stillicho zum Thema äußern wird.


    Wenn wir unsere überalterte Gesellschaft befruchten wollen, um das bestehende System an sich zu erhalten (hat uns Frieden und Wohlstand, leider auf Kosten der Dritten Welt und der Natur beschert), müssen wir Kinder zeugen. Diese wollen mit Liebe erzogen und ausgebildet werden. Dat jeht nich mit Hungerlöhnen und drei Paralleljobs.


  • und schon würden wir kein Wort mehr über HartzIV und Aufstocker verschwenden, sondern uns den wirklich wichtigen Dingen widmen.

  • und definitiv nicht mit RotGrün meine ich. Wollen mal hören, was@stillicho zum Thema äußern wird.



    Ökonomische Entwicklungen haben mit politischer Farbenlehre zunächst gar nichts zu tun; wie man ihnen begegnet schon.

  • Ökonomische Entwicklungen haben mit politischer Farbenlehre zunächst gar nichts zu tun; wie man ihnen begegnet schon.


    Ich wollte in Erfahrung bringen, ob Du das Versagen unserer Politiker mit RotGrün beginnen läßt oder bereits mit SchwarzGelbI. Sind wir wieder als Lehrer unterwegs Stillicho oder war ich mißverständlich?

    P.S.
    by the way: gibt's noch eine Antwort auf meine Fragen (Länderfinanzausgleich, Faktor 4 und Bafög)? Nimms mir bitte nicht übel, aber ich fände es total verschärft, wenn Du als Bayer von den Transferleistungen NRW's (wo ich lebe) profitiertest und individuell von der Einführung des Bafög durch meinen Vater. Es würde alle Deine wirtschaftspolitischen Äußerungen ad absurdum führen. Schweigst Du deshalb in der Sache? Ei, ei Verporten, Bigotterie allerorten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Olias () aus folgendem Grund: P.S. eingefügt

  • Wenn wir unsere überalterte Gesellschaft befruchten wollen, um das bestehende System an sich zu erhalten (hat uns Frieden und Wohlstand, leider auf Kosten der Dritten Welt und der Natur beschert), müssen wir Kinder zeugen. Diese wollen mit Liebe erzogen und ausgebildet werden. Dat jeht nich mit Hungerlöhnen und drei Paralleljobs.


    was sagst Du dazu?

  • was sagst Du dazu?


    Nichts sagt er, ihm fehlen die Worte wie so oft, von diskusionswürdigen eigenen Konzepten will ich jetzt mal gar nicht sprechen.


  • Mmh... ich vermute aufgrund Deiner Beschreibung mal produzierendes Gewerbe.


    So was Ähnliches.

    Eine vergleichbare Grundsituation kenne ich aus meinem Umfeld überhaupt nicht..


    Das gibt es häufiger als Du denkst. Die Teilzeitquote in Deutschland ist sehr hoch und eine der Ursachen für die vergleichsweise hohe Produktivität des Landes.

    denn es spiegelt ja quasi das Lieblingfeindbild der von dir "linke Bürger" genannten Gruppe wieder...


    Das war nicht meine Absicht.

    Unter den Konditionen ist ein Zweitjob eigentlich nur schaffbar, wenn man vor der Rente in die Kiste will oder ein unglaubliches Organisationstalent hat. Denn erstens müsste man mehrere Schichtpläne koordinieren, zweitens auf dem Weg zwischen den Arbeitsstätten mal kurz komplett regenerieren und ,wenn man Kinder hat, auch noch deren Betreuung koordinieren. Von all den kleinen und großen Angelegenheiten des Privatlebens mal ganz abgesehen... eigentlich unschaffbar.


    Der Weg zum nächstmöglichen Zweitjob ist für die meisten nicht unter 30 Minuten Fahrtzeit zu schaffen. Außerdem: Was macht ein Teilzeitbeschäftigter mit seinem Zweitjob, dem sein Chef am Ende der Schicht erst sagen kann, wann er morgen antreten muss?


  • wie inzwischen die meisten hier wissen, bin ich nicht den linken bürgern zuzuordnen...
    doch halte ich teilzeitarbeit grundsätzlich für sinnvoll (natürlich mit ausnahmen).
    die bereits angesprochenen vorteile bezüglich konzentration und körperlicher leistung sind dabei noch lange nicht alles.
    das ganze wird durch teilzeitarbeit flexibler. als beispiel eine unfallchirurgische station (da hab ich zivi gemacht^^):
    nehmen wir an es sind pro schicht (8stunden) 6 pflegekräfte da.
    das macht für 3 schichten (24 stunden) also 18 pflegekräfte für diese station.
    fällt nun eine pflegekraft aus und kann nicht sofort ersetzt werden, bedeutet dies für die anderen 5 pflegekräfte ein arbeitspensum von 120%[(1/5)/(1/6)], bzw in stunden umgerechnet 9,6 arbeitsstunden bei gleicher belastung.
    -hätten wir nun 2/3-stellen, würde jede pflegekraft 5h 20 min arbeiten, man bräuchte aber auch 9 pflegekräfte. fällt eine von diesen 9 aus, verteilt sich die arbeit auf 8 kräfte, d.h. 40 minuten überstunden pro pflegekraft. außerdem haben die pflegekräfte unterschiedliche terminpläne, daher wäre es auch durchaus möglich, dass die gesamten überstunden von 2 mitarbeitern getragen werden, die dann eben eine volle 8 stunden schicht übernehmen.


    nun ist dieses beispiel natürlich nicht 1zu1 realistisch, vor allem da krankenschwestern fast immer überstunden machen, bzw chronisch unterbesetzt sind, aber ich denke die systematik wird einigermaßen klar:
    es werden mehr menschen beschäftigt, es sind flexiblere absprachen zwischen arbeitgeber und arbeitnehmer, sowie unter den arbeitnehmern möglich und selbst wenn diese form der arbeit in bestimmten sektoren nicht ausreicht um die angestellten zu versorgen, so dürfte der staat mir subventionen/zuschüssen in diesen fällen immer noch besser da stehen als mit arbeitslosen, die keine erfahrung sammeln können und am ende eventuell gar nicht mehr ins berufsleben finden.


    und um nochmals die höhere produktivität in den ersten stunden anzusprechen:
    dies wird natürlich je nach betrieb anders aussehen, aber dort wo eine solche tendenz spürbar ist, können natürlich auch höhere löhne für die produktivere zeit berechnet werden.



    das letzte mit der gesammtlohnsumme und den firmengewinnen will mir nicht einleuchten... das bip ist definiert als summe aller einkommen aber auch die summe sämtlicher wertschöpfung. die wertschöpfung dürfte eigentlich den unternehmensgewinnen entsprechen und somit müssten dann beide zahlen (schwarzarbeit etc außen vor) gleich sein.
    ein faktor 3 ist gesamtwirtschaftlich jedoch sehr unplausibel.

  • vom lohn eines teilzeitjobs kann man in der regel schlecht oder gar nicht leben, man kann keine familie gründen und auch nicht fürs alter vorsorgen
    =hat also keine zukunft

  • ....



    Ein Grund, weshalb Unternehmen in bestimmten Sparten zu einem hohen Anteil auf Teilzeitbeschäftigte zurückgreifen ist die höhere Produktivität aufgrund der Belastung unterschiedlicher Art, welche die konkrete Arbeit verursacht. Jemand, der beispielsweise körperlich anstrengende Arbeit erledigen muss, ist bei einer täglichen Arbeitszeit von nur 4 Stunden produktiver als mit 8 oder 9 Stunden, d.h. zwei Mitarbeiter, welche sich die 8-Stunden-Schicht teilen, schaffen mehr als ein Mitarbeiter, der die ganze Schicht arbeitet, weil die Ermüdungsphasen nur bedingt durch gesetzliche und/oder tarifliche Pausen kompensiert werden können. Ein anderer Grund für Teilzeit liegt schlichtweg darin, dass das Pensum an Arbeit sich nicht in allen Unternehmen mit ausnahmslos Vollzeitschichten organisieren lässt. Wenn in einem Unternehmen beispielsweise zwischen 13 und 17 Uhr 50% mehr Arbeit anfällt als zu den anderen Zeiten und das Produkt, welches das Unternehmen anbietet, aber zeitnah hergestellt werden muss, dann kann das Unternehmen auf Teilzeitbeschäftigte gar nicht verzichten, es sei denn, es kann es sich leisten, Mitarbeitern Lohn zu bezahlen auch für die Zeit, in denen es nix zu tun gibt. Länder wie Griechenland, Spanien oder Portugal haben traditionell einen hohen Anteil an Vollzeitbeschäftigten mit den enstprechenden Folgen für die Preise von deren Produkten, die oft international nicht wettbewerbsfähig sind.

  • Ein Grund, weshalb Unternehmen in bestimmten Sparten zu einem hohen Anteil auf Teilzeitbeschäftigte zurückgreifen ist die höhere Produktivität aufgrund der Belastung unterschiedlicher Art, welche die konkrete Arbeit verursacht. Jemand, der beispielsweise körperlich anstrengende Arbeit erledigen muss, ist bei einer täglichen Arbeitszeit von nur 4 Stunden produktiver als mit 8 oder 9 Stunden, d.h. zwei Mitarbeiter, welche sich die 8-Stunden-Schicht teilen, schaffen mehr als ein Mitarbeiter, der die ganze Schicht arbeitet, weil die Ermüdungsphasen nur bedingt durch gesetzliche und/oder tarifliche Pausen kompensiert werden können. Ein anderer Grund für Teilzeit liegt schlichtweg darin, dass das Pensum an Arbeit sich nicht in allen Unternehmen mit ausnahmslos Vollzeitschichten organisieren lässt. Wenn in einem Unternehmen beispielsweise zwischen 13 und 17 Uhr 50% mehr Arbeit anfällt als zu den anderen Zeiten und das Produkt, welches das Unternehmen anbietet, aber zeitnah hergestellt werden muss, dann kann das Unternehmen auf Teilzeitbeschäftigte gar nicht verzichten, es sei denn, es kann es sich leisten, Mitarbeitern Lohn zu bezahlen auch für die Zeit, in denen es nix zu tun gibt. Länder wie Griechenland, Spanien oder Portugal haben traditionell einen hohen Anteil an Vollzeitbeschäftigten mit den enstprechenden Folgen für die Preise von deren Produkten, die oft international nicht wettbewerbsfähig sind.


    dem habe ich nicht widersprochen...
    angemerkt sei aber, dass es völlig legitim wäre, für die höhere leistungsfähigkeit während der kürzeren arbeitszeit mehr stundenlohn zu vereinbaren.

  • dem habe ich nicht widersprochen...
    angemerkt sei aber, dass es völlig legitim wäre, für die höhere leistungsfähigkeit während der kürzeren arbeitszeit mehr stundenlohn zu vereinbaren.



    Ob da die Gewerkschaften mitmachen würden?

  • denn die haben ja die skandalösen Tarife der Zeitarbeitsfirmen ausgehandelt.


    Bei der Zeitarbeitsfirma verdient ja nochmal einer an der Arbeitszeit mit.


    Dies fehlt dem Arbeitnehmer an seinem Lohn, daher auch die miese Bezahlung.


    :wink5:

  • Bei der Zeitarbeitsfirma verdient ja nochmal einer an der Arbeitszeit mit.


    Dies fehlt dem Arbeitnehmer an seinem Lohn, daher auch die miese Bezahlung.


    :wink5:


    In Frankreich gibt es zb gleichen lohn für gleiche arbeit plus einem 10% flexibilitätsaufschlag...