Ist unser Sozialstaat zu sozial? Nein, er wird gerade zerstört!

  • Ach was - zanken tun doch nur Toxic Grannies........ :grins:


    ....und Buddies....


    Ãœbrigends werde ich mich bei Bikeman beschweren, das er dich verwarnt, weil du Gunnies kreative Wortschöpfung so einfach verwendest...schon mal was von Copyright gehört?


    Aber was soll man schon von Leuten aus dem Koch-Land erwarten....:banana75:

  • Natürlich ist er notwendig...wenn ich hier nicht Zustände a la USA haben möchte...


    Darauf steuert dieser Merkel-Stadel aber zu.
    Die Trulle muss ja den Amis jeden Dreck nachmachen.


    N
    Und jeder kann mal in die Situation geraten, auf diesen Sozialstaat zurückgreifen zu müssen.
    Deshalb habe ich mir Zeit meines Arbeitslebens nie darüber Gedanken gemacht, das ich dies mitfinanzieren muss...es war und ist eigentlich eine solidarische Selbstverständlichkeit...Punkt.


    Vielleicht nicht jeder (Fett schwimmt oben), aber vor dem sozialen Abstieg sind auch Nasen nicht unbedingt gefeit, die bisweilen ihre Nase über die rümpfen, die schon abgestiegen sind.
    Eine soziale Gesellschaft kümmert sich mit um die Probleme der in ihr lebenden gesellschaftlichen Verliere und versucht deren Leid zu mindern und auszuschalten. Eine wirklich soziale Gesellschaft würde sich zudem darum kümmern die Ursachen ausfindig zu machen, welche die Probleme der in ihr lebenden gesellschaftlichen Verlierer bedingen und sinnigerweise versuchen diese Ursachen auszuschalten. Das letztere fiel in Deutschland (zumindest West- und wiedervereinigtem Deutschland) schon immer aus und das erste wurde und wird beschnitten. Sozial ist hier in Deutschland nur noch wenig - angesichts des in diesem Land vorhandenen Reichtums beschämend wenig soziales.


    Wenn ich heute so 40 Jahre zurück blicke, hat sich niemand darüber echauffiert, das es Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger gab, welche von der Solidargemeinschaft unterstützt werden musste...geschweige denn diese als arbeitsscheues Gesindel benannt.


    Das sehe ich anders: über Arbeitslose, Arme und gesellschaftliche Verlierer wurde in Deutschland schon immer offen oder verdeckt hergezogen. In Deutschland gilt der abendländische Mythos, dass jeder, der kann auch am Wohlstand partizipieren kann und das wer letzteres nicht tut, größtenteils selber schuld an seinem Elend wäre. Armut war und ist unsexy und damit wollten und wollen die nicht armen Menschen nichts zu tun haben, besonders dann nicht, wenn deren Wohlstand etwas mit der Armut der armen Teufel zu tun haben könnte (siehe die Antipathie gegenüber Flüchtlingen).



    Und keiner hat darüber schwadroniert, wenn man dieses "Gesindel" unter Androhung von völlig unanständigen Sanktionen in irgendeinen unterbezahlten Job reinprügelt, das man dann weniger Steuern zahlen müsste...diese "Idee" war einfach nicht präsent.


    Du redest da m.E. die Vergangenheit zu schön. Sozialdarwinismus gab und gibt es in Deutschland vermutlich seitdem es hier Menschen gibt. Davon lebt die Idee des Kapitalismus, die angeblich soziale Marktwirtschaft hat diese Problematik eher kaschiert als denn wirklich gelöst und im aktuellen Turbokapitalismus lassen die Sozialdarwinisten ungeniert die Sau raus. Und wenn sie das unter dem Deckmantel der SPD tun, dann wollen diese rosa lackierten SPD- Pfeifen sich noch über den wohlverdienten Niedergang ihres trojanischen Schaukelpferds Sozialdemokratie wundern.



    Wenn ich mir heute ansehe, wie das Potential an gut und sogar bestausgebildeten Leuten, teilweise mit jahrzehntelanger Berufserfahrung in irgendwelchen "Tütenkleberjobs" verheizt wird, nur um die Arbeitsplatzstatistik aufzuhübschen, obwohl wir doch angeblich unter "beklagenswertem Fachkräftemangel" leiden, ist das schon sehr perfide.


    Natürlich ist das perfide, aber wenn juckt das?


    Der Großteil der dummen dt. Gartentwerge nickt ergeben diesen Müll unter den tief gezogenen Mützchen ab, kaum einer widerspricht öffentlich den gefakten Statistiken und dummen Schönrednereien des Merkel-Regimes und betreibt das Radfahrprinzip:
    Oben buckeln, nach unten treten.


    Zitat

    Mir ist es bedeutend lieber, die Kohle wandert zu denen, die es wirklich benötigen, als zu denen, die sowieso schon satt sind...


    Mir auch, aber es finden sich immer wieder asoziale Vollpfosten, die die Verlierer mit einem beschissenen Job gegen die Verlierer ohne Job auszuspielen versuchen.


    https://rp-online.de/politik/d…tung-koppeln_aid-35342005

    2 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()


  • Das ist zwar Unfug, aber was soll's Oder gibt es eine Studie, die nachweist, dass Kinder, die nicht in Betreuungseinrichtungen gewesen sind, bessere soziale Kompetenzen haben?


    Klar doch, das Netz ist voll davon, wenn man dazu etwas finden will und nicht die CDU-Herdprämie als ultimatives Mittel betrachtet.


    Ist ja auch logisch. Mehr Sozialkontakt, mehr Vielfalt in sozialem Verhalten. Heutige Kleinfamilien sind widernatürlich. Zu wenige Bezugspersonen, nur den Eltern ausgeliefert. Keine Chance verschiedene Verhaltensstrategien zu erproben, die zum Erfolg führen, da Eltern immer im selben Schema reagieren und eingefahrene Verhaltensweisen und Reaktiosweisen haben.
    Hierzu siehe einige meiner früheren Abhandlungen und mein provokanter Thread "Elternführerschein".


    Die erste Studie läuft genau darauf hinaus. Eltern Erziehungshilfen geben.
    https://www.smogline.de/images…ozialekompetenz_Flyer.pdf


    Oder https://www.jacobscenter.uzh.ch/de/research/cocon/study.html


    Zitat

    Die Studie verfolgt aus einer Lebenslaufperspektive drei Hauptziele:


    Die Erforschung typischer Muster von Ãœbergängen im kindlichen und jugendlichen Lebensverlauf sowie die Untersuchung der intra-individuellen Entwicklung sozialer Kompetenzen und ihrer Wechselwirkung mit der Aneignung weiterer Lebenskompetenzen und Persönlichkeitsattribute.
    Die Untersuchung inter-individueller Unterschiede in der Abfolge wichtiger Ãœbergänge im kindlichen und jugendlichen Lebensverlauf sowie die Erforschung der inter-individuellen Unterschiede in der Kompetenzentwicklung bei Kindern und Jugendlichen als Folge unterschiedlicher sozialer Bedingungen in der Familie, der Schule, am Arbeitsplatz, in der Peer-Gruppe und der weiteren sozialen Umgebung.
    Die Analyse von typischen Mustern von Ãœbergängen im kindlichen und jugendlichen Lebensverlauf und die Analyse von Kompetenzunterschieden zwischen den Geburtskohorten infolge von sozialem und kulturellem Wandel, welcher die Lebensbedingungen und Handlungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen tangiert.

  • Vielleicht nicht jeder (Fett schwimmt oben), aber vor dem sozialen Abstieg sind auch Nasen nicht unbedingt gefeit, die bisweilen ihre Nase über die rümpfen, die schon abgestiegen sind. ...


    Ganz grundlegend gesehen - ja. Stimmt ja alles, was du schreibst. Aber ist es nicht tatsächlich so, dass die real praktizierte Umverteilung eine immer schneller werdende Angleichung nach unten bis weit in die Mittelschicht hinein bewirkt?

  • Ganz grundlegend gesehen - ja. Stimmt ja alles, was du schreibst. Aber ist es nicht tatsächlich so, dass die real praktizierte Umverteilung eine immer schneller werdende Angleichung nach unten bis weit in die Mittelschicht hinein bewirkt?


    Hast du mal ein Beispiel einer real praktizierenden Umverteilung? Weiß grad nicht welche Art der Umverteilung du meinst.

  • Nur als Beispiel, und mache das bitte nicht an den Zahlen fest. Die sind nur da um zu demonstrieren, was ich meine. A hat 1300 Euro. B hat 2000 Euro. Krippenkosten für A 0 Euro, für B 400 Euro. Dazu Fahrtkosten ÖPNV, Wohngeld und was es da sonst noch gibt. Am Ende des Monats hat A bei der derzeitigen Finanzierung der Umverteilung in etwa so viel zur Verfügung wie B. Und fragt sich - zu Recht - wie das sein kann. Das ist, nicht ganz so scharf zuzuordnen, auch bei der Finanzierung der neu geplanten Gute-Laune-Gesetze der SPD so. Auch dort werden die erforderlichen Finanzen rein praktisch vorrangig der Mittelschicht entzogen. Das erzeugt natürlich Widerstand.

  • Ganz grundlegend gesehen - ja. Stimmt ja alles, was du schreibst. Aber ist es nicht tatsächlich so, dass die real praktizierte Umverteilung eine immer schneller werdende Angleichung nach unten bis weit in die Mittelschicht hinein bewirkt?


    Das könnte so sein, aber wodran liegt das?


    M.E. eindeutig daran, dass die Klassen, die es so richtig dick haben, in Relation zu Mittel und Unterschichten geschont, während Mitte und Unterschichten bei jeder Gelegenheit abgezockt werden.


    Viele dumm und arm machen, ist die Garantie für den Reichtum weniger.

  • Ok, danke!


    Das ist immer das Problem dessen, wo setzt man die Einkommensgrenze fest.


    Würden elementare, für die Grundbedürfnisse der Bevölkerung wichtige Dinge wie Wasser, Strom, Treibstoffe, ÖPNV, in rein öffentlicher Hand sind und durch Steuermittel finanziert, gäbe es das Problem nicht.
    Dann könnten die Preise klein gehalten werden. Eventuell trotzdem gestaffelt, um große EK-Unterschiede abzufedern. In Litauen (?) ist der ÖPNV kostenlos in Japan/China seit je her extrem günstig.
    So lange die Politik nichts unternimmt das Lohngefüge zu regulieren, das Lohndumping einzudämmen und die Subventionierung der Niedriglöhner durch Steuermittel nich abschafft, das Steuersystem vereinfacht, werden die Ungleichheiten noch schlimmer.


    Die früher geltende "Ausrede" der Staat wirtschaftet nicht gut ist mit der heutigen Technologie und ausgeklügelter, logistischer und kluger Software nicht mehr haltbar.
    Der Staat muss nur kostendeckend wirtschaften. Die Verwaltung arbeitet schon immer nach den Grundsätzen der Kameralistik.


    Würden die Leute noch gut genug verdienen, dass ein Normalverdiener seine Familie ernähren kann, bräuchte es diese "Schönheitskosmetik" gar nicht.


    Die Gewinnmargen und Steuererleichterungen der Großkonzerne muss reguliert werden. Einen anderen Weg sehe ich nicht.
    Jede Lohnerhöhung wird auf den Preis aufgeschlagen. Gewinne für die Führungsebene bleiben %ual gleich oder werden ständig erhöht, während die der Arbeiter stagniert und sinkt.
    Mittelständler tun so was idR nicht. Wenn sich aber Arbeitgeber immer nur selbst eine "Lohnerhöhung" geben landen wir da, wo wir sind und die Gesellschaft spaltet sich.
    Ich weiß. Jeder weiß es, ein alter Hut, tausend mal gelesen und geschrieben. *Gäähn*

  • […] Die früher geltende "Ausrede" der Staat wirtschaftet nicht gut ist mit der heutigen Technologie und ausgeklügelter, logistischer und kluger Software nicht mehr haltbar. […]

    Schlecht wirtschaften können auch privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen… Der (gutbezahlte) Geschäftsführer des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts hat in der konservativen Tageszeitung "Die WELT" vorsorglich schon mal ein Plädoyer gegen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens veröffentlicht.