Gewerkschaften verschreiben sich immer mehr den Arbeitgebern

  • Hallo,


    in einem anderen Thema stieß ich auf diesen Link: Neue Mindeststandards: Zeitarbeiter erkämpfen sich Lohnerhöhung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft


    Meine erste Reaktion in folgendem Thread darauf: http://www.politopia.de/innenp…eht-das-11.html#post72860


    Mein Schreiben an Barbara Susec Persönliche Referentin des DGB-Vorsitzenden.


    Guten Tag,


    es ist nicht zu fassen!! Worin sehen die Gewerkschaften heute eigentlich noch ihre Aufgaben?
    Wessen Interessen vertreten sie eigentlich? Offensichtlich zunehmend die der Arbeitgeber!


    Ich erbitte eine ausführliche Stellungnahme, warum sie diesen Tarifvertrag in der Form abschließen.
    Würden die Gewerksachaften einfach still halten, gäbe es gemäß AÃœG nämlich Equal Pay.
    So aber unterwandern sie die weitaus besseren gesetzlichen Bedingungen und sind auch noch stolz darauf, dass sie schlechtere Bedingungen für die Arbeitnehmer aushandeln.


    Spätestens seit die christl. Gewerkschaften mit der Anerkennung der Tariffähigkeit zu kämpfen haben, bzw. diese abgesprochen wurde gibt es überhaupt keinen Handlungsbedarf das Equal Pay durch Tarifabschlüsse zu untergraben.


    Ich persönlich spreche dem DGB und seinem Gefolge jedenfalls jegliche Tariffähigkeit und Arbeitnehmerfreundlichkeit ab.


    Enttäuschte Grüße


    Was haltet ihr davon, was der DGB macht? Gerne nehme ich auch Formulierungsvorschläge für weitere Schreiben entgegen. Denn mit dem von mir bin ich nicht ganz zufrieden und will ohnehin an alle Gewerkschaften des DGB schreiben.


    Eigentlich sollte man die die Herren und Damen "Arbeitnehmerverteter" mit E-Mails zumüllen, bis die Server in die Knie gehen.


    Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt.


    Die Ãœbersicht und Kontaktadressen gibt es hier:
    Gewerkschaften


    TM

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  • Antwort kam schnell - welche Wunder :( Sie ist nicht da.

    10.03.2010
    Abwesenheitsnotiz: Einigung mit BZA und Mindestlohn

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,


    ich bin zurzeit nicht erreichbar. Die E-mails werden in dieser Zeit sehr unregelmäßig gelesen bzw. nicht bearbeitet.


    In sehr dringenden Angelegenheiten hilft Ihnen meine Kollegin Annette Schneider (Tel.: 030/24xxxx3, annette.schneider@dgb.de) gerne weiter.


    Mit freundlichen Grüßen


    B. S.

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  • Pfft - ich wüsste nicht, warum ich irgend einer Gewerkschaft einen Teil meines Gehalts in den Rachen werfen sollte.


    Ich habe noch nie in einem tarifgebundenen Unternehmen gearbeitet und bin damit nicht schlecht gefahren. Im Gegenteil - ich habe zweimal erlebt, daß ein Betriebsrat eingeführt wurde, der gewerkschaftlich organisiert war und es war beide male für alle Beteiligten eigentlich nur eine riesengroße Katastrophe.


    Und nun erlebe ich aktuell, wie Freunde von mir ohne Not auf jegliche Art von Gehaltserhöhungen werden verzichten müssen, weil die Herren Gewerkschafter der Meinung sind, die Gehälter wären ja in Zeiten der Krise vollkommen in Ordnung. :rolleyes:


    Die Gewerkschaften sind hierzulande nichts anderes, als die Bettvorleger der Vorstände. Sie stänkern herum und verbreiten heiligen Rauch, damit es nach außen so aussieht, als würden Arbeitnehmerrechte und -interessen tatsächlich vertreten. Und dann werfen die Arbeitgeber mit angeblichem Zähneknirschen nach längerem Tamtam den Leuten ein paar Peanuts vor die Füße, kassieren selbst immer höhere Bezüge und lachen sich eins.


    Ich wüsste nicht, weshalb ich im Umkehrschluss von dem, was ich mehr kriege, wieder was für diese Nebelkerzenwerfer ausgeben sollte.





  • Ich sehe das etwas anders. Ersteinmal sind Gewerkschaften keine Versicherungsunternehmen oder Bettvorleger. Gewerkschaften sollten ein lebender Organismus sein, in dem die Mitglieder durch aktive Mitarbeit, den Kurs mitbestimmen.

    Leider klemmts genau an dieser Stelle. Kaum ein Arbeitnehmer ist mehr bereit sich zu egagieren. Bin jetzt 40 Jahre Gewerkschaftsmitglied und kann mich noch gut an das Jahr 1972 erinnern, als die Mitbestimmung und das Betriebsverfassungsgesetz eingeführt wurde. Dieses Gesetz kam durch Druck der Gewerkschaften zustande. Vorher war der Arbeitnehmer fast rechtlos.

    Ende der 70er begann der Niedergang der Gewerkschaften. Die AN waren satt geworden. Viele AN sahen es nicht mehr ein, den Gewerkschaften "Geld in den Rachen zu werfen". Es lief ja alles.
    Hinzu kamen noch einige Skandale "Neue Heimat" etc.
    All dies löste einen schleichenden Erosionsprozess aus, der in manchen Gewerkschaften bis heute anhält. Es gab gewaltige Mitgliederverluste. Heute sind die Gewerkschaften ein zahnloser Tiger geworden, der in der Politik kaum noch was zu melden hat.

    Und jetzt kommt ihr und beklagt genau diese Zustände. Durch Haltungen, wie ihr sie hier aufgeschrieben habt, ist dieses Dilemma entstanden. Keiner will mehr was tun, alle haben diese Erwartenshalltung, wie bei einer Versicherung, ich bezahle Beiträge, da kann ich auch etwas erwarten.
    So läuft das aber nicht.
    Was bring uns die Zukunft?
    Die "Tarifpartnerschaft" ist schon lange zu Ende, der Klassenkampf beschleunigt sich immer mehr. (Lohnabbau, Abbau derSozialleistungen etc.)
    Wer wenn nicht wir, in und mit starken Gewerkschaften, können diese Entwicklung aufhalten
    Oder verlasst ihr euch auf Parteien.........?

    Deshalb rein in die Gewerkschaften und aktiv am Gewerkschaftsleben teilnehmen !



    mit solidarischen Grüßen:welcome:

    2 Mal editiert, zuletzt von schlabund ()



  • ... nur wer mitmacht kann auch wirklich mitreden und leistung reklamieren!
    vom zuschauen und sich das maul zerreissen wird nichts besser, das spielt nur der gegenseite in die karten.


    nur vom besser MACHEN wird es besser!



    danke für den appell. bin zwar kein AN, aber absolut dafür.
    die welt braucht nicht noch mehr einzelkämpfer, sondern starke gemeinschaften, die sich gegen die konzentration der macht stemmen!

  • Ich sehe das etwas anders. Ersteinmal sind Gewerkschaften keine Versicherungsunternehmen oder Bettvorleger. Gewerkschaften sollten ein lebender Organismus sein, in dem die Mitglieder durch aktive Mitarbeit, den Kurs mitbestimmen.

    Das ist so typisch für unsere Fun-Gesellschaft, diese Vollkaskomentalität. Sich alles erkaufen ist halt bequemer, als aktive Mitarbeit.

    Zitat

    Vorher war der Arbeitnehmer fast rechtlos.

    Wenn man bedenkt, dass die Gewerkschaften bereits im 19. Jhd. entstanden, und bereits 1919 zumindest die Absicht bestand ein Arbeitsrecht zu erlassen, aber letzlich erst 1969 (!) ins BGB aufgenommen wurde (Außer § 616 schon 1930), hat sich natürlich eine ganze Menge getan und wir haben ihnen sehr sehr viel zu verdanken - keine Frage! -. In dieser kurzen Historie sieht man auch, wie lange das gedauert hat, bis es mW die Nazis ganz verbannten und alles fast von vorne losging.



    Zitat

    Und jetzt kommt ihr und beklagt genau diese Zustände. Durch Haltungen, wie sie hier aufgeschrieben habt, ist dieses Dilemma entstanden. Keiner will mehr was tun, alle haben diese Erwartenshalltung, wie bei einer Versicherung, ich bezahle Beiträge, da kann ich auch etwas erwarten.

    Ok, ich muss mir den Vorwurf gefallen lassen, dass auch ich schließlich Ende der 90er der Gewerkschaft (ÖTV) den Rücken kehrte, und auch nur Ende 80er bis Mitte. 90er (davon 3 J. als 2. Betreibsratsvorsitzende) einigermaßen aktiv war. Und das waren die Glanzjahre der Gewerkschaften seit ca. 1950?


    Ich will mich nicht rausreden, aber dann kam das Kind und die Selbstständigkeit und wir hatten ums Ãœberleben unserer Familie und unseres Unternehmens zu kämpfen. Da war kein Platz mehr für Arbeiterkampf und ich hatte in meinen Augen meine Schuldigkeit getan.



    Zitat

    So läuft das aber nicht.
    Was bring uns die Zukunft?
    Die "Tarifpartnerschaft" ist schon lange zu Ende, der Klassenkampf beschleunigt sich immer mehr. (Lohnabbau, Abbau derSozialleistungen etc.)
    Wer wenn nicht wir, in und mit starken Gewerkschaften, können diese Entwicklung aufhalten
    Oder verlasst ihr euch auf Parteien.........?

    Kann man sich noch auf die Gewerkschaften verlassen? Müssen sie die paar Mitglieder die sie noch haben mit ihrer Tarifpolitk vergraulen?


    Haben die es noch nicht verstanden, dass Lohnzurückhaltung keine Arbeitsplätze sichert?
    Das wurde sogar mathematisch nachgewiesen: (den Mathelink find ich nicht mehr, waren eh nur Matheformeln die wohl kaum einer blickt)
    Niedrige Löhne - hohe Beschäftigung? Augsburger Studie bestätigt Zweifel
    http://flassbeck.com/pdf/2000/LoehneundArbeit.pdf
    S.11
    Es ist also genau umgekehrt, wie die deutschen Neoklassiker mit ihrer These von der „Entlassungsproduktivität“ vermuten: In den Ländern, in denen trotz eines schwachen Produktivitätstrends in den 70er Jahren die Reallöhne danach am stärksten stiegen, der „Lohndruck“ also sowohl bei Nominal- wie bei Reallöhnen der größte war, weisen gleichwohl die beste Beschäftigungsund Arbeitsmarktentwicklung auf.

    S. 12 letzter Absatz und noch das hier (S.13 ) dann hör ich endlich auf ;-)
    Da die Länder in Kontinentaleuropa, die in den 70er Jahren einen stärkeren Produktivitätsfortschritt aufwiesen als die angelsächsischen, anschließend eine beson-
    dere Lohnzurückhaltung an den Tag legten, sank hier die Reallohnposition durchgängig von Anfang der 80er Jahre bis heute. In fast allen Jahren blieben also die Reallöhne hinter dem Produktivitätsfortschritt zurück,


    Ichdenke, die Kritik an der Gewekschaftspolitik ist nicht ganz unbegründet. Zumindest nicht im Bereich ZAF, wo sie ohne Not Tarifverträge schließen, obwohl die Leiharbeiter bereits durch das neue AÃœG und Equal Pay hinreichend - ja sogar besser - geschützt sind.


    TM

    3 Mal editiert, zuletzt von That's me () aus folgendem Grund: Satzbau und Ergänzungen




  • Hi,


    Natürlich muß man die Gewerkschaftspolitik kritisieren, nur muß man auch erkennen, warum das so läuft. Tatsache ist, dass die Gewerkschaften einen gigantischen Mitgliedereinbruch hatten und deshalb, in vielen Bereichen, gar nicht mehr in der Lage sind eine andere Lohnplolitik, durch Massenmobilisierung, erfolgreich durchzusetzen.
    Ich bin der Ansicht, dass man die Gewerkschaften wieder zu dem machen sollte, dass sie einmal waren und das geht nur über viele neue Mitglieder, die auch aktiv werden. Bei Verdi steigen die Mitgliederzahlen langsam aber stetig. Dies ist sicherlich der allgemeinen Verunsicherung und Krise geschuldet, deshalb bin ich auch ganz optimistisch, denn die Krise wird sich verschärfen.


    mfg


    PS: Ist doch nachvollziebar, dein Gewerkschaftsaustritt, deine Glocken hingen halt damals woanders:wink5:


    Ach ja, bin Flassbeckfan......

  • (...)Ichdenke, die Kritik an der Gewekschaftspolitik ist nicht ganz unbegründet. Zumindest nicht im Bereich ZAF, wo sie ohne Not Tarifverträge schließen, obwohl die Leiharbeiter bereits durch das neue AÃœG und Equal Pay hinreichend - ja sogar besser - geschützt sind.


    TM


    die gewerkschaften müssen sich erneuern. auch, nein, insbesondere personell.
    deshalb sind neue mitglieder, die auch richtig mitmachen wollen und können, so wichtig.
    all die fehler und fehlentwicklungen der vergangenheit müssen überwunden werden, das geht aber nicht in zirkeldiskussionen, wo man immer wieder beim gleichen thema - der kritik nämlich - ankommt. irgenwann muss in die hände gespuckt und angepackt werden.
    ausserdem wäre es schön, wenn die aktiven und kritischen die führung übernehmen und den gehirngewaschenen den weg zeigen. dann klappts auch mit der durchsetzung von positionen besser....solidarität und einsatzwille musste zu allen zeiten vorgelebt werden.
    aber wem sage ich das, wisst ihr ja alles. ich leuchte nur mal mit der lampe in die vorübergehend dunkle halle der erkenntnis - das deckenlicht anschalten müssen die aufgeklärten AN schon selbst wollen....

  • Ach ja, bin Flassbeckfan......

    Nicht zu fassen, anscheinend spielten wir doch schon zusammen im Sandkasten und haben es nur nicht gemerkt *g* Let's go Dreamteam :peace2:

  • Ehrlich gesagt - wenn bei uns jemand auf die Idee käme, einen Betriebsrat gründen zu wollen, würde ich ihn glaube ich fragen, ob er nicht lieber kündigen und eine Eiscremebude am Nordpolarkreis eröffnen möchte.
    Das Letzte, was ich gebrauchen kann, sind Gewerkschaftshansels, die mir in meine Gehaltsverhandlungen und meine Arbeitsweise reinquatschen und die Einheit zwischen Geschäftsführung und Belegschaft, die in unserem Unternehmen Gott sei Dank noch herrscht, zwangseparieren wollen. :mad5:


    Mir haben die Gardinenpredigten unseres BRs in meiner Ex-Firma fürs Leben gereicht.


    Und das hat nichts mit einem Mangel an Solidarität zu tun. Meiner Meinung nach können die Gewerkschaften und der ganze Tarifverhandlungsschwachsinn getrost zur Hölle fahren.

  • Zitat:

    "............die Einheit zwischen Geschäftsführung und Belegschaft, die in unserem Unternehmen Gott sei Dank noch herrscht.............."


    Den Satz muß man sich auf der Zunge zergehen lassen.

    Und was machst du wenn die Geschäftsführung beschliesst, die sog. Einheit mit der Belegschaft aufzugeben und ihr stattdessen die Daumenschrauben anlegt??


    mfg

  • (...)


    Und das hat nichts mit einem Mangel an Solidarität zu tun. Meiner Meinung nach können die Gewerkschaften und der ganze Tarifverhandlungsschwachsinn getrost zur Hölle fahren.


    und meinungsfreiheit. jeder darf seinen standpunkt haben und vertreten.
    dein standpunkt macht allerdings auf den ersten blick den eindruck, als ob du anderen deren rechte verwehren würdest, sollten diese sie fordern und du die mittel haben, das zu verhindern. das wäre nach meinem verständnis von freiheit und rechten ein foul und müsste geahndet werden.
    aber ich denke, das missverständnis ist schnell ausgeräumt...
    :welcome::smilewinkgrin:


  • Das selbe, was ich in der Vergangenheit auch gemacht habe: den Arbeitgeber wechseln. :biggrin:

  • und meinungsfreiheit. jeder darf seinen standpunkt haben und vertreten.
    dein standpunkt macht allerdings auf den ersten blick den eindruck, als ob du anderen deren rechte verwehren würdest, sollten diese sie fordern und du die mittel haben, das zu verhindern. das wäre nach meinem verständnis von freiheit und rechten ein foul und müsste geahndet werden.
    aber ich denke, das missverständnis ist schnell ausgeräumt...


    Sicherlich und natürlich. Dennoch hast du durchaus Recht - ich würde ein solches Ansinnen tatsächlich aktiv zu torpedieren versuchen. Weil es Gift für das Unternehmensklima wäre.
    Gottlob käme bei uns keiner auf so eine verschrobene Idee. Wobei ich schon denke, daß die Geschäftsleitung da durchaus ebenfalls einige geeignete Gegenmaßnahmen auf Lager hätte. Im Ãœbrigen sehe ich es hier mal so wie im Fußball - ein Foul ist meist eine robuste Gegenmaßnahme zur Verhinderung von Schlimmerem. :erol:

  • Das selbe, was ich in der Vergangenheit auch gemacht habe: den Arbeitgeber wechseln. :biggrin:





    Ich weiß ja nicht wie alt du bist, mit dem wechseln ist nämlich irgendwann Schluß und jünger wirst du auch nicht............



    mfg

  • Sicherlich und natürlich. Dennoch hast du durchaus Recht - ich würde ein solches Ansinnen tatsächlich aktiv zu torpedieren versuchen. Weil es Gift für das Unternehmensklima wäre.
    Gottlob käme bei uns keiner auf so eine verschrobene Idee. Wobei ich schon denke, daß die Geschäftsleitung da durchaus ebenfalls einige geeignete Gegenmaßnahmen auf Lager hätte. Im Ãœbrigen sehe ich es hier mal so wie im Fußball - ein Foul ist meist eine robuste Gegenmaßnahme zur Verhinderung von Schlimmerem. :erol:


    du musst wahrlich traumatisiert sein.
    ich wünsche dir natürlich das beste. und ich kenne diverse kleine firmen, die tatsächlich ohne jeden stress optimal laufen. aber in größeren zusammenhängen gedacht, wird deine position schnell ausgehebelt. solltest du allerdings eine leitungsfunktion bekleiden, macht deine einlassung natürlich einigen sinn.


    aber auch das ist ansichtssache.

  • du musst wahrlich traumatisiert sein.
    ich wünsche dir natürlich das beste. und ich kenne diverse kleine firmen, die tatsächlich ohne jeden stress optimal laufen. aber in größeren zusammenhängen gedacht, wird deine position schnell ausgehebelt. solltest du allerdings eine leitungsfunktion bekleiden, macht deine einlassung natürlich einigen sinn.


    aber auch das ist ansichtssache.



    Manche kapieren es nie auf welcher Seite der Barrikade sie stehen...... :banghead:



    mfg

    Einmal editiert, zuletzt von schlabund ()

  • Manche kapieren es nie auf welcher Seite der Barrikade sie stehen...... :banghead:



    mfg


    wenn er auf der "richtigen" seite steht?... subjektiv betrachtet natürlich.
    ein bekannter von mir ist angestellter betriebsleiter...große mannschaft...
    was der von sich gibt, ist genau diese tonart.
    ich habe oft den eindruck, dass eigentümer näher an der solidaritären und selbstbewussten arbeiterschaft dran sind, als die bezahlten leitungsebenen. meiner theorie nach deshalb, weil jeder echte unternehmer(eigentümer) von untern kommt, sich gegen widerstände hochgearbeitet hat, seine leute zu schätzen weiß, sich reinfühlen kann und sympathie empfindet. das kennt man ja, als die sog. patriarchen bw. (das kann durchaus absolut positiv sein).
    weil sie aber wegen der herkunft, ausbildung ... häufig selbst nicht dazu fähig sind/wären, oder es ihnen unangenehm ist, harte personalentscheidungen zu treffen (um nur ein beispiel zu nennen), brauchen die einen executive manager oder kurz "wadenbeisser".
    und das verselbständigt sich dann, im denken und handeln....
    diese leitende angestellten sind zur "anderen seite" gewechselt - aus sicht der beschäftigten.


  • Zum ersten: ich stehe auf gar keiner Barrikade. Glücklicherweise habe ich auch gar keinen Grund dafür. :hurray:


    Zum zweiten: traumatisiert ist vielleicht etwas übertrieben, aber meine Erfahrungen mit dem ganzen Betriebsrats- und MV-Gekasper waren tatsächlich durchweg schlecht. Und auch heute noch erlebe ich BRs/MVs in erster Linie immer wieder als Blockierer, Stänkerer, "dagegen-Pinguine" und Rechthaber. Typen, die sich plötzlich berufen fühlen, ihre Interessen - die sie mit denen ihrer Kollegen gleichsetzen - zu schützen und nebenbei praktischerweise plötzlich einen außerordentlichen Kündigungsschutz genießen. Da kommt man dann plötzlich darauf, daß der BR ja zusätzlich einen Jugend- und Auszubildendenvertreter braucht - also lädt man alle Azubis zum Pizzaessen mit anschließender Cocktailrunde in der Ortsdisko ein, um sich alle Stimmen zu sichern und - schwupps - kann man zwei Jahre lang Mist bauen und sich in wöchentliche Sitzungen verkrümeln. So lange man die Azubis bei der Stange hält, lässt sich das mit einigem Geschick seeeeehr lange so treiben.... alles selbst erlebt...


    Zum dritten: trifft auf mich nicht zu, bin nur einfacher Angestellter. Die Analyse ist aber für viele kleine bis mittlere Firmen gar nicht so verkehrt.

  • Zum ersten: ich stehe auf gar keiner Barrikade. Glücklicherweise habe ich auch gar keinen Grund dafür. :hurray:
    (...)


    ich kann bei deiner schilderung nachvollziehen, dass dir das gestunken hat. ginge mir nicht anders. da sind vermutlich keine leute zur wahl angetreten, die kraft ihrer persönlichkeit und stundpunkte das vertrauen gewonnen hätten. das stützt meine position: alle guten müssen reingehen und mitmachen - sich zur wahl stellen + aktiv sein, sonst übernehmen die luschen die kontrolle, mit entsprechenden konsequenzen.
    du müsstest das nach deinen erfahrungen ganz genau wissen.
    nach allem, was ich vorher von dir gelesen habe, bin ich davon überzeugt, dass du das tatsächlich besser weißt, als es deinen vorangehenden beiträgen zu entnehmen ist.
    Eines ist gewiss: auch du könntest morgen.... betroffen sein und eine starke truppe im rücken brauchen. dann stehst du aber alleine draussen - und was dann?


    vllt. nicht ganz so strickt an die sache herangehen und emotionen aussen vor lassen - das ist immer eine gute idee.