Arbeitswahn

  • Aufwandsentschädigungen (!) aus Ehrenämtern müssen versteuert werden.


    Somit wird deutlich, dass das Ehrenamt zumindest rein fiskalisch als Erwerbseinkommen, bzw. steuerrelevante Einnahme betrachtet wird.


    TM

    Ja klar. Alle Einnahmen müssen versteuert werden. Das Privileg, wenn man so will, ist eine spezielle Behandlung - in der Begründung ähnlich der Differenzierung Reisekosten / Spesen und Lohn.


    Die Ämter passen natürlich (inzwischen) höllisch auf, dass eine "Aufwandsentschädigung" nicht verstecktes Honorar darstellt.

  • Ja klar. Alle Einnahmen müssen versteuert werden. Das Privileg, wenn man so will, ist eine spezielle Behandlung - in der Begründung ähnlich der Differenzierung Reisekosten / Spesen und Lohn.


    Die Ämter passen natürlich (inzwischen) höllisch auf, dass eine "Aufwandsentschädigung" nicht verstecktes Honorar darstellt.


    Seltsamerweise sind die "Aufwandsentschädigungen" (allerdings in Höhe einer ganz anderen Hausnummer) von Nebeneinkünften der Abgeordneten steuerfrei.


    Freie fahrt für freie Abgeordnete, sich legal und gegen Bezahlung dem/vom Lobbyismus zu nähern/nähren.


    TM, die auch nur an den Schwachen verdient ;-)

  • Also auch ich finde ehrenamtliche Arbeit wichtig und auch sehr lobenswert.



    Nur wenn man sich dabei nicht ausnutzen lässt, was leider zunehmend der Fall ist.

    Wenn mein Grundeinkommen aus meiner Hauptbeschäftigung hoch genug wäre, um angemessen zu überleben, würde ich auch durchaus überlegen, ehrenamtliche Arbeiten zu übernehmen.



    Tja, damit bennenst du soch eigentlich gewollt/ungewollt ein Problem, das viele haben und das man gar nicht fett genug herausheben kann:



    Wenn mein Grundeinkommen aus meiner Hauptbeschäftigung hoch genug wäre, um angemessen zu überleben, ...



    So wie du schreibst, ist dieses Grundbedürnis bei dir scheinbar nicht wirklich ausreichend erfüllt ? (!)

    Wenn ja , dann wärest/bist du damit nicht alleine:

    Zig Millionen Menschen treiben ähnliche Sorgen um, während verzockte Bänker inzwischen wieder den Schampus knallen lassen, nichtarbeitende Anleger ihr Geld - sprich andere - schuften lassen und Superreiche gar nicht mehr wissen wohin mit dem vielen Geld, das sonst aber angeblich immer und überall für soziale Belange und in den Lohntüten fehlt.

    Diese Perversion unterstütze ich nicht eine Sekunde mehr, stattdessen sage ich den feigen Vertretungen von Kirche, Staat und Wohlfartsverbänden den Kampf an, wenn die die Irrlehre vertreten wollen, eine soziale Gesellschaft hinge nur vom privaten Goodwill möglichst vieler Kleinbürger ab, die für wenig oder am besten gar kein Geld wertvolle Arbeit leisten und dafür leider etwas denkfaul und angepasst dieses ungerechte Sytsem unterstützen.


    Ich finde es wichtig, sich einzubringen und zu helfen. Denoch sehe ich auch das Problem auf dem Arbeitsmarkt. Viele ehrenamtliche Arbeiten waren einst auch bezahlte Stellen und das ist natürlich fatal, wenn solche Arbeiten nur noch unentgeldlich erledigt werden müssen.



    Eben, und das muss gesagt bzw. gebrandmarkt werden.

    Eine Gesellschaft kann nur dann sozial sein, wenn alle sich den Grundsätzen von Fairness und Gerechtigkeit verpflichtet fühlen. Genau das wird aber von Staat, Politik, Kirchen, Wohlfartsverbänden, Medeien und natürlich erst recht von dem alles den Ton angebenden Kapital ad absurdum geführt und da ist es schade, wenn sich auch nur 1 Gutmütige(r) länger für umsonst vor einen Karren spannen lässt, der seit langem in die falsche Richtung rollt.


  • Zig Millionen Menschen treiben ähnliche Sorgen um, während verzockte Bänker inzwischen wieder den Schampus knallen lassen, nichtarbeitende Anleger ihr Geld - sprich andere - schuften lassen und Superreiche gar nicht mehr wissen wohin mit dem vielen Geld, das sonst aber angeblich immer und überall für soziale Belange und in den Lohntüten fehlt.


    Zum Ausgleich möchte ich jetzt eine Lanze für die Reichen brechen.


    Ich bin überzeugt davon, dass viele Reiche durchaus auch von ihrem Reichtum abgeben.
    Aktuell in meiner Gemeinde hat eine Privatperson ca. 50.000 gespendet, um Bedürftigen die Schulspeisung und Lehrmittelanschaffung zu erleichtern. Er will namentlich nicht genannt werden.


    Ok, Stiftungen dienen hauptsächlich der Steuerminderung, haben aber auch ihr Gutes.


    Ich kann mich nur wiederholen. Ich bin überzeugt, würde man den Reichen freistellen, dass sie für x% ihrer Einkünfte selbst bestimmen können, wo das Geld hinfließen soll, würden sie mehr Steuern bezahlen.


    Diese Seite ist auch ganz witzig:
    Die kaputteste Spenden - Seite der Welt. Spendet mich reich!


    TM, die bisher eigentlich gerne Steuern bezahlt hat, und Schwarzarbeit scheiße findet



  • Sorry, ich finde diese Lanze nicht so sinnvoll eingesetzt.


    Wenn Reiche spenden, dann geschieht dies durchaus des öfteren
    aus 2 eigennützigen Motiven:


    1)Die Spende ist von der Steuer absetzbar,
    sprich das Nettoeinkommen bleibt in etwa unangetastet.


    2) Die Spende wird für eine positive Imagebildung verwendet,
    quasi gemäß dem Motto: Tue Gutes und rede darüber!


    Manche reden nicht nur darüber, sondern schreien es regelrecht raus, was sie da so gutes getan haben wollen und versuchen sich damit ein Denkmal zu setzten, peinlich wenn sie damit soviel Steuern sparen, die sie sonst ohnehin hätten zahlen müssen. Im letzteren Fall hat dann mal wieder der oder die Steuerzahler/in de facto durch die erlittenen Steuerausfälle die vermeintliche Spendabilität bezahlt.


    Das Sponsoring vieler Firmen stösst mir nur noch durch lästige Werbung auf.


    In einer fair organisierten Gesellschaft und Wirtschaft wäre dieses ganze Benefiz- und Charity-Gedöns überflüssig.


    Das dient vielen reichen Langweilern als Anlass dafür, mit anderen Langweilern auf irgendeiner langweiligen Gala die neuen schnieken Klamotten auszuführen und für das gelangweilte Volk ein paar bunte Schnappschüsse am Sektstand und Shrimsbuffet für die yellowpress zusammenzulächeln.


    Wirklich ändern und bessern muss und soll sich nichts, die armen Langweiler sollen ja schön abhängig von den ach so gnädigen Bonzen sein.


    Deshalb stirbt weiterhin alle 6 Sekunden auf diesem vom Kapital verschissenen Planeten unnötig ein Kind, drohen Revolte und Terror und ist wirklicher Frieden himmelweit entfernt.


    Die Ungerechtigkeit nimmt auch bei uns drastisch zu, aber politisch darf das in den Polittalks pseudointellektuell totgeschwätzt oder den Clownesken unserer Spassgesellschaft totgealbert werden, wirklich ändern muss sich ja- wie gesagt nichts.


    Die Lanze um 180° drehen wäre richtiger.


    Musst die oberen 10 000 ja nicht totpieken,
    aber die müden Wohlstandsä..... auf zu stacheln,
    das brauchen die ... :cornut:

  • Die derzeitige debatte um hartz4 geht darum, "arbeitslose in arbeit zu bringen". Seltsamerweise wird dabei so getan, also ob vollbeschäftigung mit arbeitskräftemangel herrsche und die hartzer nur zu faul sind zu arbeiten. Jetzt gibt es 6-8 millionen arbeitslose und 500.000 offene stellen. Wie soll diese rechnung aufgehen? 6-8 millionen neue stellen im öffentlichen sektor? Wie soll das bezahlt werden?
    Es ist an der zeit, zuzugeben, daß vollbeschäftigung eine ideologie geworden ist und nicht erreichbar ist. Andere konzepte sind gefragt!

    Wie wäre es, wenn wir alle Arbeitslosen zu Erben machen? Wenn man sich hier so umliest, strengt das nicht besonders an und hat auch nur mentales Mindervermögen und eine fehlende Sozialisation zur Folge. :)

  • Die derzeitige debatte um hartz4 geht darum, "arbeitslose in arbeit zu bringen". Seltsamerweise wird dabei so getan, also ob vollbeschäftigung mit arbeitskräftemangel herrsche und die hartzer nur zu faul sind zu arbeiten. Jetzt gibt es 6-8 millionen arbeitslose und 500.000 offene stellen. Wie soll diese rechnung aufgehen? 6-8 millionen neue stellen im öffentlichen sektor?


    Glaubst Du, es gibt nur Arbeit für weitere 500.000 Menschen in unserem Land?

  • Es geht doch dieser Regierung nicht um Arbeitslose, das wäre ein Novum. Die wollen mit ihren frisierten Zahlen einfach nur Boden gutmachen, den sie in Baden-Württemberg durch Stuttgart durch den Bahnhof und im Bund durch Nichtstun verloren haben.

  • Glaubst Du, es gibt nur Arbeit für weitere 500.000 Menschen in unserem Land?



    Arbeit gibt es für alle. Sie kann nur nicht, wie man lange geglaubt hat, beamtenähnlich bezahlt werden.

  • Arbeit gibt es für alle. Sie kann nur nicht, wie man lange geglaubt hat, beamtenähnlich bezahlt werden.

    Einfach nur ein paar Auslandseinsätze/Kriege weniger und es gäbe genug Geld für alles. Nur mit diesen Kriegen hat sich Merkel ja wenigstens im Ausland profiliert und so gibt es die weiter.

  • @Stillicho



    Welche Art von Beamten meinst du denn? Den Pförtner oder den Ministerialdirektor?

  • @Stillicho



    Welche Art von Beamten meinst du denn? Den Pförtner oder den Ministerialdirektor?


    Gibt es noch verbeamtete Pförtner?
    Den einfachen Beamtendienst gibt es fast nicht mehr.
    Dort wo noch gearbeitet werden muss, wurde das längst
    delegiert.

  • Ist doch egal, welche Art von Beamten in welcher Hierarchieebene. Nehmt doch nicht jede Aussage immer zum Anlass, lustig über Seiten hinweg Haare zu spalten.


    Was Stillicho meint, dürfte doch wohl klar sein:
    Lebenslang sichere Jobs bei guter Bezahlung und gesicherter, vergleichsweise bequem hoher Altersversorgung. Also Jobs, die man nur absichtlich oder durch vorsätzliche Doofheit wieder verlieren kann.


    Und da hat er recht - die gibt es zu großen Teilen nichtmal mehr in den Amtsstuben, wo mehr und mehr nicht verbeamtetes Personal einzieht und Zeitverträge neue Mode geworden sind. Selbst in Ãœberwachungsbehörden, wie ich weiß.


    Arbeit wäre indes genügend da. Vor allem im sozialen und caritativen Bereich, aber auch auf Dienstleistungsebene. Nur will mir scheinen, daß man da vor allem auf das Ehrenamt und Praktikanten setzt, weil niemand diese Jobs bezahlen will oder kann.


  • Was für traurige Aussichten...


  • Was Stillicho meint, dürfte doch wohl klar sein:
    Lebenslang sichere Jobs bei guter Bezahlung und gesicherter, vergleichsweise bequem hoher Altersversorgung. Also Jobs, die man nur absichtlich oder durch vorsätzliche Doofheit wieder verlieren kann.


    Und da hat er recht - die gibt es zu großen Teilen nichtmal mehr in den Amtsstuben, wo mehr und mehr nicht verbeamtetes Personal einzieht und Zeitverträge neue Mode geworden sind. Selbst in Ãœberwachungsbehörden, wie ich weiß.


    Man hat den Beamtenstatus aus gutem Grunde eingeführt, das man ihn nun wieder abschafft ist problematisch.
    Aber Beamte kann man eben nicht mehr so leicht feuern wenn einem deren Parteibuch nicht passt...

  • Man hat den Beamtenstatus aus gutem Grunde eingeführt, das man ihn nun wieder abschafft ist problematisch.
    Aber Beamte kann man eben nicht mehr so leicht feuern wenn einem deren Parteibuch nicht passt...


    Stillicho und Peraldo meinen gar nicht die Beamten und deren speziellen Status. Sie meinen, dass ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz, der angemessen bezahlt ist und den man nur schwer verliert, also nur wenn man selbst kündigt oder sich bescheuert verhält verliert, dass so ein Arbeitsplatz beamtenähnlich ist - und dass es solche Arbeitsplätze immer weniger gibt beziehungsweise geben wird. Stillicho hält das anscheinend auch noch für richtig und vernünftig. So würde ich sein Statement jedenfalls interpretieren, auch wenn er das nicht ausdrücklich gesagt hat.

  • Arbeit gibt es für alle. Sie kann nur nicht, wie man lange geglaubt hat, beamtenähnlich bezahlt werden.


    Im Gegensatz zu den Umständen, die vor dem WK II zur Finanz- und Weltwirtschaftskrise führten, gibt es derzeit bei uns Arbeit für alle wahrlich genug. Natürlich ist die Frage der Bezahlung maßgeblich, dennoch für mich zweit - oder nachrangig. Wie wär`s denn in Sachen Gerechtigkeit der Arbeitsverteilung, wenn man unseren Multifunktionären mal ein paar Funktionen abzwackt. Die Zusammensetzung von Aufsichtsräten und Vorständen, Stiftungen etc. offenbart, dass manche Bürger teilweise dreistellige Funktionen haben. Ich denke, wenn hier angesetzt würde, würde eine mindestens 5 - stellige Zahl von ( höchstbezahlten ) Stellen frei. Und komme mir bitte keiner, dass diese angeblich "höchstqualifizierten" Funktionen nur durch die Elite zu besetzen wären. Die zahlreichen krassen Fehler besonders der Aufsichtsräte belegen eindeutig, dass jeder Inhaber des "gesunden " Menschenverstandes an deren Stelle unsere Volkswirtschaft vor den schweren Schäden wirkungsvoll bewahrt hätte.