die hässliche fratze des deutschen kapitals

  • Ist das Thema dieses Threats deutsches Kapital, die damit verbundenen Wirtschaftsfragen und der Aussenhandelsüberschuss?
    Oder ist das Thema hier die berüchtigte Nazikeule?
    Danke für die Aufkärung!


    MfG Icabaru

  • "[...]


    Mit 100 Euro soll jeder Deutsche indirekt zur Rettung Griechenlands beitragen. Stolze 8,4 Milliarden Euro soll die staatliche KfW zum 45 Milliarden Euro schweren Rettungspaket von EU und IWF beisteuern – im Falle eines Erfolges wäre dies eine gute Anlage, denn Berlin lässt sich seine Hilfsbereitschaft natürlich bezahlen. Die KfW finanziert ihren Teil zum Rettungspaket zinsgünstig über die EZB, nimmt von den Griechen allerdings einen Sollzins, der sich aus dem Interbankensatz (Euribor-Swapsatz) plus 0,5% Gebühren, plus einem Aufschlag von 4% bei Laufzeiten von über drei Jahren zusammensetzt. Griechenland müsste somit rund 6% Zinsen für die Hilfsbereitschaft der Deutschen bezahlen – Uneigennützigkeit sieht anders aus.
    [....]


    Durch eine Neuaufstellung der Gläubigerstruktur würde sich die Staatsverschuldung der Griechen nominell allerdings nicht ändern, lediglich die Namen der Gläubiger würden ausgetauscht – der deutsche Staat übernimmt somit die Forderungen deutscher Versicherungen und Banken. Sind diese erst einmal bedient, wird Mayer der Politik sicherlich raten, Griechenland doch Konkurs gehen zu lassen und die Forderungen abzuschreiben. Schließlich wird Chefökonom Mayer ja nicht vom deutschen Steuerzahler, sondern von der Deutschen Bank bezahlt. Die könnte, sobald ihre Forderungen beglichen sind, sogar munter auf den Staatsbankrott wetten und abermals Steuergelder zu Unternehmensgewinnen machen. Sollte Griechenland allerdings schon jetzt seine Verpflichtungen umschulden und einen Haircut vornehmen, müsste die Deutsche Bank einen Teil ihrer Forderungen abschreiben.


    Das sagt die deutsche Wirtschaft


    Während Mayers Ratschläge nicht die Interessen des deutschen Steuerzahlers, sondern die der deutschen Finanzindustrie widerspiegeln, [extern] verkauft Hans-Werner Sinn die Interessen der deutschen Wirtschaftsverbände als die Interessen Deutschlands. [...]


    Sowohl die Finanzmärkte als auch die deutsche Industrie profitierten vom hellenischen Schlendrian jedoch ganz gewaltig. Wenn der deutsche Steuerzahler nun dafür sorgt, dass deutsche Banken eine Griechenland-Rendite mit deutscher Bonitätsgarantie bekommen, ist dies sicher nicht zum Nachteil der Banken. Der exportfixierten deutschen Industrie kam die finanzpolitische Nachlässigkeit der Südeuropäer jahrelang gleich in doppelter Weise gelegen. Zum Einen schuf die dadurch erzeugte Kaufkraft einen profitablen Markt für deutsche Exportprodukte, zum Anderen ist die damit einhergehende Schwächung des Euros für ein Exportland wie Deutschland von Vorteil.


    Was wäre denn passiert, wenn es nie einen Euro gegeben hätte? Die Deutsche Mark wäre gleich mehrfach aufgewertet worden, was zwar im Sinne der deutschen Bürger wäre, da sich dadurch Importe verbilligen, aber der deutschen Exportwirtschaft geschadet hätte, da deutsche Exportprodukte sich relativ verteuert hätten. Der deutsche Exportboom des letzten Jahrzehnts wäre ohne den Schlendrian unserer Euronachbarn so nie möglich gewesen. Eigentlich sollte Hans-Werner Sinn den Griechen also sogar dankbar sein.



    [...] Deutschland hat über Jahre hinweg seine Wettbewerbsfähigkeit um den Preis von Dumpinglöhnen und einer Drosselung der Binnennachfrage gestärkt, während andere Staaten ihren Bürgern eine Teilhabe am Aufschwung der Wirtschaft gewährt und damit ihre Konkurrenzfähigkeit geschwächt haben. Heute sitzt mit Deutschland ein wirtschaftlicher Gigant im Zentrum der Eurozone, der seine Waren auf Kredit an seine Nachbarn verkauft.


    "


    -> TP: Deutsche Ökonomen und die Griechenlandkrise



    Dieser artikel beschreibt recht gut die hässlichkeit der deutschen kapitalfratze!
    Einerseits hat man mit krediten jahrelang abgesahnt, will nun den steuerzahler für diese kredite aufkommen lassen, die griechenland weiter unter der knute halten. Andererseits prangert man in ekelhafter national-populistischer weise die schulden an, die als Haben in den büchern des deutschen kapitals stehen.

  • beschreibt recht gut die hässlichkeit der deutschen kapitalfratze!

    Soll man das Geld zinsfrei geben ? Was wäre die Folge ?

    Einmal editiert, zuletzt von koboldblau ()

  • Soll man das Geld zinsfrei geben ? Was wäre die Folge ?


    In dem artikel und in diesem thread geht es nicht nur um den einzelaspekt zinsen, sondern, um mal stilicho zu ziteren, um die gesamtbetrachtung des phänomens.


    Den artikel überhaupt gelesen?

  • Den artikel überhaupt gelesen?


    Der müsste eigentlich inzwischen komplett zitiert worden sein. Schön häppchenweise und immer im richtigen Kontext.
    Wenn man also wenigstens deine Beiträge aufmerksam verfolgt hat, dürfte einem da nichts wesentliches entgangen sein.


    TM, die den Artikel trotzdem nochmal in Gänze gelesen hat

  • In dem artikel und in diesem thread geht es nicht nur um den einzelaspekt zinsen, sondern, um mal stilicho zu ziteren, um die gesamtbetrachtung des phänomens.


    Den artikel überhaupt gelesen?


    Leider sind viele nicht bereit sich mit den Konsequenzen der exponentiellen Zinseszinsdynamik auseinander zu setzen. Vielleicht weil es das eigene Weltbild zu stark erschüttert und in Frage stellt? Ich kann diese Frage leider nicht beantworten, dies muß jeder für sich selber machen. Es geht ja gar nicht darum das Zinseszinssystem abzuschaffen, sondern aus den erkannten Konsequenzen die richtigen Schlüsse zu ziehen um der Exponentendynamik entgegen zu wirken und ihr die Schärfe zu nehmen.
    Leider driften dann immer wieder an gemachten Vorschlägen die Debatten in irgendwelche ideologischen Nebelveranstaltungen ab, was der Sachlage absolut nicht förderlich ist. Jeder hat Angst um seine Pfründe ohne zu verstehen wer die eigentlichen Nutznießer des installierten Systems sind. Sie verstehen auch nicht wie sie deren Machtgebäude durch ihr eigenes Betonkopfverhalten mitzementieren und dadurch ihre eigenen Kinder diesem System ausliefern. Sie leben in einem Wahngebäude dazu zu gehören ohne zu Erkennen, dass sie genau so nur nützliche Idioten für die Haifinanz sind wie die mißbrauchten religiösen Eiferer, eben nur auf einer anderen Ebene.
    Der Schritt sich auszuklinken erfordert Mut und auch Verzicht und dies ist halt nicht jedermannfrau Sache. Als Außenseiter zu existieren erfordert Charakterstärke, Persönlichkeit und ein sehr hohes Maß an psychischer Stabilität, was nicht jedem Menschen zu eigen ist. Die Meisten sind halt Schafe in der Herde, das ist bequem, manfrau braucht sich nicht zu Rechtfertigen und keine Auseinandersetzungen ausfechten, Lebensrisikominimierung zum Preis der Freiheit, nenne ich das.
    Ich glaube sogar viele sind sich dieser Zusammenhänge nicht einmal bewußt.


    :thinking-020:

  • Sie verstehen auch nicht wie sie deren Machtgebäude durch ihr eigenes Betonkopfverhalten mitzementieren und dadurch ihre eigenen Kinder diesem System ausliefern. Sie leben in einem Wahngebäude dazu zu gehören ohne zu Erkennen, dass sie genau so nur nützliche Idioten für die Haifinanz sind wie die mißbrauchten religiösen Eiferer, eben nur auf einer anderen Ebene.
    Der Schritt sich auszuklinken erfordert Mut und auch Verzicht und dies ist halt nicht jedermannfrau Sache. Als Außenseiter zu existieren erfordert Charakterstärke, Persönlichkeit und ein sehr hohes Maß an psychischer Stabilität, was nicht jedem Menschen zu eigen ist. Die Meisten sind halt Schafe in der Herde, das ist bequem, manfrau braucht sich nicht zu Rechtfertigen und keine Auseinandersetzungen ausfechten, Lebensrisikominimierung zum Preis der Freiheit, nenne ich das.
    Ich glaube sogar viele sind sich dieser Zusammenhänge nicht einmal bewußt.


    Wie stellst du dir das vor? Kapital kann man in 1. Linie mit Kapital besiegen.
    Das haben die kleinen Leute nicht.
    Sollen Sie ihre Kinder packen, aussteigen und in den Wald ziehen? Wie sonst kann man diesem System den Rücken kehren? Auswandern nutzt auch nix, das wäre Flucht und Kapitulation vor dem System.
    Hier kämpfen? Ok, aber wie? Petitionen, Unterschriftensammlungen, Demos....?
    Sein Erspartes von der Bank holen und das Konto kündigen?


    Die einzige Möglichkeit die ich für mich persönlich sehe ist: Mein Kind und meine Umwelt für dieses Thema zu sensibilisieren und aufzuklären. Meinem Kind und den Jugendlichen klar machen, dass sie die Hoffnungsträger sind, dass sich was ändert. Demonstrieren, an Aktionen teilnehmen und mich einer politischen Orga anschließen.
    Ansonsten kann ich partiell noch meine Macht als Verbraucher nutzen, aber das trifft die Problematik ja nur peripher, bzw. wirkt sich auf andere Bereiche des Schweinesystems aus.
    Ok, ich bin in einem Punkt inkonsequent, denn ich besitze Wertpapiere. Bleibt also noch, meine Wertpapiere kündigen und das Geld unters Bett legen.


    Das war's leider schon von meiner Seite, was mir einfällt :(
    Weitere Ideen, oder Handlungsanweisungen?


    TM, ohne Finanzmacht

  • Ok, ich bin in einem Punkt inkonsequent, denn ich besitze Wertpapiere. Bleibt also noch, meine Wertpapiere kündigen und das Geld unters Bett legen.

    Das war's leider schon von meiner Seite, was mir einfällt :(
    Weitere Ideen, oder Handlungsanweisungen?

    TM, ohne Finanzmacht



    Das nützt dir nichts.

    Es gab mal vor kurzem zum selben Thema einen sehr schönen Leserbrief im Wiesbadener Kurier von einer 90jährigen Dame, die geschrieben hat (aus eigener Erfahrung), dass in einer Weltwirtschaftskrise das Geld unter dem Bett bzw. im Sparstrumpf genauso wertlos wird wie auf der Bank oder angelegt in Wertpapieren.

    Eigentlich ist das sicherste Gold oder Wertgegenstände wie Schmuck, Gemälde oder Ähnliches, was in Krisenzeiten brauchbar und wertvoll sein könnte.

  • Ist das Thema dieses Threats deutsches Kapital, die damit verbundenen Wirtschaftsfragen und der Aussenhandelsüberschuss?
    Oder ist das Thema hier die berüchtigte Nazikeule?
    Danke für die Aufkärung!

    MfG Icabaru

    Steht doch drüber: es geht um "die hässliche Fratze" des K.

    Oder:

    In dem artikel und in diesem thread geht es nicht nur um den einzelaspekt zinsen, sondern, um mal stilicho zu ziteren, um die gesamtbetrachtung des phänomens.


    Alles klar ?
    Keine Einzelheiten. Es ist eine "Gesamtschau". Das Ergebnis steht schon fest.
    Man freut sich über ergänzende Begründungen.

  • Ist das Thema dieses Threats deutsches Kapital, die damit verbundenen Wirtschaftsfragen und der Aussenhandelsüberschuss?
    Oder ist das Thema hier die berüchtigte Nazikeule?
    Danke für die Aufkärung!


    Steht doch drüber: es geht um "die hässliche Fratze" des K.

    Oder:

    In dem artikel und in diesem thread geht es nicht nur um den einzelaspekt zinsen, sondern, um mal stilicho zu ziteren, um die gesamtbetrachtung des phänomens.

    Alles klar ?
    Keine Einzelheiten. Es ist eine "Gesamtschau". Das Ergebnis steht schon fest.
    Man freut sich über ergänzende Begründungen.

  • Steht doch drüber: es geht um "die hässliche Fratze" des K.

    des deutschen kapitals.



    Oder:


    Alles klar ?
    Keine Einzelheiten. Es ist eine "Gesamtschau". Das Ergebnis steht schon fest.
    Man freut sich über ergänzende Begründungen.


    Wenn du schon polemisieren möchtest, solltest du doch zumindest zuvor den text richtig gelesen und verstanden haben (siehe hervorhebung) - an sonsten geht die polemik nach hinten los und wendet sich gegen den autor derselben. :smilewinkgrin:

  • [...]

    Eigentlich ist das sicherste Gold oder Wertgegenstände wie Schmuck, Gemälde oder Ähnliches, was in Krisenzeiten brauchbar und wertvoll sein könnte.


    eher zigaretten und toilettenpapier :wink5:

  • eher zigaretten und toilettenpapier :wink5:


    Hat was, habe mal einen Thai kennengelrnt, der hat sich jeden Tag von einem Teil seines Tagesverdienst eine Thaihose gekauft. Ich Fragte ihn was er mit den ganzen Hosen denn wolle. Er sagte zu mir: In Deutschland gibt es Rente und Versicherungen für alles mögliche, bei uns nicht. Werde ich Arbeitslos kann ich einen Hosengeschäft eröffnen und meine Hosen verkaufen. Gar nicht so dumm der Thai, dachte ich bei mir.


    :smile: