Wunderbare Lohnerhöhungen

  • Nein, leider nicht für die "Werktätigen":


    "Während sich viele Mitarbeiter schon über ein paar Prozent mehr Gehalt freuen, konnten Dax-Vorstände ihr Einkommen in zehn Jahren um bis zu 483 Prozent steigern. Der Spitzenverdiener ist ein Altbekannter."


    Fortsetzung hier.


    Alle müssen den Gürtel enger schnallen? Einige offenbar nicht: gerade diejenigen, die der breiten Masse die Notwendigkeit des Lohnverzichts zwecks Sicherung von Arbeitsplätzen predigen und gleichzeitig eben dies Arbeitsplätze massiv abbauen, gönnen sich exorbitante Gehaltserhöhungen.


    Und wehe, man übt Kritik daran: schon zettelt man eine Neiddebatte an!


    Manchmal, ja manchmal denke ich wirklich, daß es Zeit zum Barrikadenbau wird...

  • Nein, leider nicht für die "Werktätigen":...

    Es wäre generell mal interessant, festzustellen, anhand welcher (gesetzlichen) Änderungen es genau festzumachen ist, dass sich die Einkommensschere immer weiter öffnet.

  • Es wäre generell mal interessant, festzustellen, anhand welcher (gesetzlichen) Änderungen es genau festzumachen ist, dass sich die Einkommensschere immer weiter öffnet.



    An der globalen überfreien Marktwirtschaft?
    :cornut:

  • An der globalen überfreien Marktwirtschaft?
    :cornut:

    Das würde bedeuten, dass freie Marktwirtschaft immer dazu führt. Vielleicht gibt's dazu ein Modell, ich kenne keins.


    Aber gemeint habe ich in erster Linie Deutschland (wo man's evt. übersehen kann). Zweifellos hat sich da in den vergangenen 20 Jahren etwas verändert. Und es nützt ja nun wenig, die Veränderung zu beklagen, ohne die Ursache zu suchen.
    Und hier wird ja gesteuert.
    Also wäre wichtig, festzumachen was und anschliessend warum.


    Ansonsten hilft nur eine Klagemauer.

  • Es wäre generell mal interessant, festzustellen, anhand welcher (gesetzlichen) Änderungen es genau festzumachen ist, dass sich die Einkommensschere immer weiter öffnet.


    ZB:
    An Hartz 1-4?
    Erhöhung der umsatzsteuer 01.01.2007?
    Unternehmenssterreform 2008?

  • Das würde bedeuten, dass freie Marktwirtschaft immer dazu führt. Vielleicht gibt's dazu ein Modell, ich kenne keins.


    Aber gemeint habe ich in erster Linie Deutschland (wo man's evt. übersehen kann). Zweifellos hat sich da in den vergangenen 20 Jahren etwas verändert. Und es nützt ja nun wenig, die Veränderung zu beklagen, ohne die Ursache zu suchen.
    Und hier wird ja gesteuert.
    Also wäre wichtig, festzumachen was und anschliessend warum.


    Ansonsten hilft nur eine Klagemauer.


    Weitere Beispiele z. B.:
    Monopole der Energiewirtschaft, Freie Preisfestsetzung durch die Pharmaindustrie, kein Zwang der Banken, Zinssenkungen unmittelbar an die Bankkunden weiterzureichen ...
    Dies alles bei sinkenden Reallöhnen lässt die Schere schon immer weiter aufgehen!
    :thinking-020:

  • Futter für Strategen wie z.B.: Hundt, Stihl, Prof. Sinn.
    Die Lohnnebenkosten sind zu hoch! Und die Löhne sowieso.
    So ein Blödsinn. Die kompletten Sozialkosten werden von den Arbeitnehmern erwirtschaftet + sind im Verbraucherpreis incl.
    Was jetzt läuft, stellt sich wie folgt dar:
    Der Solidarpakt wird schleichend abgeschafft. Die Sozialkosten werden auf die Arbeitnehmer geschoben. Die Produktpreise werden nicht sinken.
    Diese "Entlastung" wird an die Aktionäre überwiesen.


    Der Vergleich mit den Billiglohnländern geht mir richtig auf den Senkel. Die Leute arbeiten dort für einen Hungerlohn. Keine Krankenversicherung, nichts für's Alter. Arbeitsschutz?
    China u.a. werden Probleme mit der Versorgung älterer Bürger bekommen. Und wir auch, es wird bezahlt werden müssen. Von unseren Enkeln. Weil wir diese Produkte gekauft haben.
    Soll heißen: Sozialkosten sind im Preis dieser Produkte nicht vorhanden, werden aber nachgereicht. Ultimativ, da bin ich sicher.

    Einmal editiert, zuletzt von olleOlaf () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • [...]Zweifellos hat sich da in den vergangenen 20 Jahren etwas verändert. Und es nützt ja nun wenig, die Veränderung zu beklagen, ohne die Ursache zu suchen.
    Und hier wird ja gesteuert.
    Also wäre wichtig, festzumachen was und anschliessend warum.


    Ansonsten hilft nur eine Klagemauer.


    So weit ich das beurteilen kann, hilft auch eine Klagemauer nicht.
    Auch hier werden sich die Menschen selbst bewegen müssen.
    Derweil brauchen wir nach den Ursachen nicht lange suchen...
    Wie du schon schrobst, "hier wird ja gesteuert"


    Zu deinen Fragen also:


    1.) Was wird gesteuert
    2.) Warum wird es gesteuert


    zu 1.) Die Einkommen.
    Durch ein kompliziertes (ein wirklich, wirklich kompliziertes) Verfahren, werden
    die erarbeiteten Mehrwerte einer Gesellschaft auf eben diese verteilt.


    zu 2.) Weil der Mensch es als ungerecht empfinden würde, wenn einer, oder Teile der Gesellschaft, sich mehr von Kuchen zugestehen würden, ohne dafür entsprechend Leistung gebracht zu haben.


    Im Grunde eine einfache Geschichte.
    Setzt man sich jetzt einmal hin und ruft sich die Umstände vor 20 Jahren in Erinnerung,
    kommt man nicht umhin, festzustellen, dass sich in der Arbeitswelt einiges geändert hat.
    Die Arbeitszeiten für den Arbeitnehmer stagnierten oder nahmen zu.
    Ãœber die 35 Std-Woche redet heute niemand mehr.
    Auch die Entwicklung der Einkommen aus Arbeit stagnieren oder nehmen gar ab.
    Zeitgleich konnte sich die "administrative" Ebene kontinuierlich über Mehreinnahmen freuen.


    Eine Entwicklung, die erklärt warum wir heute "Working Poor" haben.
    Sowie damit das "Geschäftsmodell" Schweiz, Lichtenstein, etc. erklärt werden kann.


    Die Einkommenschere ist offensichtlich!
    Ebenso offensichtlich ist, warum das so ist.


    Hat der Bauer früher eine Kartoffel auf´s Feld gepflanzt, gepflegt und irgendwann zum Markt getragen, hat er dort den Verdienst seiner Arbeit abholen können.
    So einen Bauern finden wir heute höchstens noch als Hobbygärtner auf dem Wochenmarkt.
    Die Kartoffel von Heute wird von Maschinen bearbeitet. Nur noch wenige Menschen (selbstverständlich Ungebildete aus dem Niedriglohnsektor) haben damit Arbeit.
    Ungleich mehr Arbeit wird dadurch verursacht, die entstandene Ware(Kartoffel) auf dem Weltmarkt zu vermarkten. Börsenfuzzis verkaufen sie weltweit mehrfach, Werbefuzzis produzieren HochglanzFernsehminuten, Spediteure schicken übermüdete LKW-Fahrer los, damit die Kartoffel von A nach B kommt.
    Damit ist dann die Kartoffel, die unbewegt in irgendeinem Lager liegt, mehrfach über die ganze Welt gekauft, verkauft worden, und alle daran Beteiligten haben "ihren" Anteil abgezogen.
    Schlecht für den Bauern im klassischem Sinn, gut für den modernen Industrie"Bauern",
    sowie aller wirtschaftlich Beteiligten.(ab einer gewissen Ebene, selbstverständlich)


    Und das läuft in so ziemlich jedem Berufsbild so.


    Die Frage, die sich hier stellt, ist nicht etwa, ob sich das alles für den "normalen" Menschen so darstellt, oder nicht vielleicht doch nur eine Neiddebatte darstellt,
    sondern, wie dieser jahrzehnte währende Prozeß aufzuhalten, umzukehren ist.


    Und hier gibt es große Wiederstände!
    Erstaunlicher Weise auch aus dem Volk.
    Vollkommen klar ist, das ein Millionär/Milliardär kein Interesse daran haben kann,
    seine Reichtümer abzugeben, weil unrechtmäßig erworben und/oder ein Gesetz dies so will. Solches kann man mit unseren Eliten, die sich die Gesetze ja selber machen, machen lassen, nicht machen.
    Hinzu kommt, dass der Teufel auf den größten Haufen scheißt, sprich: Die Geldhaber, haben aus der Tatsache heraus Geld zu haben, einen Anspruch auf noch mehr Geld.


    Es deutet sich mittlerweile an, dass diese Ansprüche aus Erwerbsarbeit nicht mehr befriedigt werden können.
    Das geht sogar so weit, dass viele Menschen begreifen, dass sich der Kapitalismus,
    so wie wir ihn auf diesen Planeten erlauben, selbst frisst. Bevor aber das geschieht,
    hat der Kapitalismus die Welt in Leid und Elend gestürtzt.
    Klingt ein wenig pathetisch, aber wer sich auf der Welt mal umschaut, bekommt genau dieses Leid, dieses Elend geboten.


    "Enteignung" ist hier der Kampfbegriff!
    Und das geht ja mal gar nicht! Zumindest im Hinblick auf jene, die noch etwas zum enteignen besitzen.
    Für das breite Volk haben wir Hartz-IV installiert.
    Und damit einhergehend Dinge wie: Lohnzurückhaltung, Urlaubsverzicht, einiges mehr.
    Hartz IV ist eine Enteignung all jener, die in diesem Land die Möglichkeit der Erwerbsarbeit verloren haben.


    Heute rufen unsere Politiker offen nach: Zwangsarbeit, härteren "Strafen".
    Doch wissen sie: Selbst wenn Hartz-IV abgeschafft wird, Menschen sich selbst überlassen werden, die (von mir aus) 100 Milliarden jährlich, die im Sozialen eingespart werden könnten, hat der Kapitalismus schnell gefressen.
    Wenn will man dann enteignen?


    Nein!
    Wir das Volk müssen unseren Politikern unmißverständlich klar machen,
    was ihr Job ist.
    Denn diese haben die falschen Berater.


    Die Mär von der gesunden Wirtschaft, die eine gesunde Gesellschaft finanziert,
    und nur die, ist eben nichts weiter als eine Mär.
    Wir reden hier von Menschen!
    Und die werden nicht altruistisch weil man ihnen 10.000de monatlich bezahlt!
    Ganz im Gegenteil.


  • der ganze Beitrag ist TOP! :thumbsup:
    danke schön.
    Dafür log ich mich doch gern mal eben ein

  • hat der Kapitalismus die Welt in Leid und Elend gestürtzt.

    Womit verglichen ? Also: ist es heute schlimmer als vor xy-Jahren ?

    "Enteignung" ist hier der Kampfbegriff!
    Und das geht ja mal gar nicht! Zumindest im Hinblick auf jene, die noch etwas zum enteignen besitzen.

    In Deutschland ist das die Mehrheit.

    Für das breite Volk haben wir Hartz-IV installiert.

    Icxh behaupte mal ganz frech, Hartz IV haben Gerhard Schröder + Peter Hartz (und Konsorten) installiert, um Finanzierung und Statistik zu schönen. Aber es ist vermutlich gar nicht "billiger" als früher (Du hast doch den Statistik thread:wink5:)

    Enteignung all jener, die in diesem Land die Möglichkeit der Erwerbsarbeit verloren haben.

    Also der Eigentumsbegriff gehört auch zu den zahllosen, den man mal eruieren müsste...

    Wir das Volk müssen unseren Politikern unmißverständlich klar machen, was ihr Job ist.

    D' accord. Aber die brauchen eine klare Ansage.

    Die Mär von der gesunden Wirtschaft, die eine gesunde Gesellschaft finanziert, und nur die, ist eben nichts weiter als eine Mär.

    Das ist aber jetzt seinerseits eine Mär. Eine gesunde Wirtschaft finanziert selbstverständlich eine Gesellschaft. Sie muss aber schon wirklich gesund sein (die Wirtschaft, meine ich)...

  • Das würde bedeuten, dass freie Marktwirtschaft immer dazu führt. Vielleicht gibt's dazu ein Modell, ich kenne keins.


    Aber gemeint habe ich in erster Linie Deutschland (wo man's evt. übersehen kann). Zweifellos hat sich da in den vergangenen 20 Jahren etwas verändert. Und es nützt ja nun wenig, die Veränderung zu beklagen, ohne die Ursache zu suchen.
    Und hier wird ja gesteuert.
    Also wäre wichtig, festzumachen was und anschliessend warum.


    Ansonsten hilft nur eine Klagemauer.


    .... wer steuert und wie man das anstellt!
    Und dann auch wirklich weiterdenken: Was konkret können wir gemeinsam(!) konkret und realistisch dagegen tun?? Wer hat eine diskutable Idee, ein Konzept oder eine Strategie?


    MfG Icabaru

    Einmal editiert, zuletzt von Icabaru ()

  • Womit verglichen ? Also: ist es heute schlimmer als vor xy-Jahren ?

    Früher war alles besser... selbst die Playstation! (Zumindest zu meiner Zeit. Da hieß das aber noch Spielplatz, hatte eine unglaubliche Graphik, enorme Weitläufikeit, einen echt glaubwürdigen Sound und auch schon einen Multiplayer-Modus.)
    Ja, der Kapitalismus war früher ein anderer, ein besserer.
    Doch geht es mir nicht um die Zerschlagung des Kapitals.
    Zwei Dinge jedoch gibt es, die ich sehen will, ja, wir alle sehen müssen, da sonst alles an die Wand gefahren wird:
    1. Rücknahme der schlimmsten wirtschaftsrelevanten Gesetze die aus Unrecht, Recht machen.
    2. Einhaltung dieser Gesetze durch Durchsetzen der Strafen.


    Glaube ich doch, dass nicht der Kapitalismus als solcher schädlich ist, sondern die kriminellen Machenschaften, die wir den Akteuren durchgehen lassen, oder gar rechtens nennen.


    In Deutschland ist das die Mehrheit.

    Das wäre in der Tat etwas für den Statistik-Fred!
    Wie setzt sich die deutsche Bevlkerung zusammen?
    Und wie verteilt sich das Vermögen des Landes auf diese? Früher und Heute.
    Dies ließe eine Prognose zu, wer denn der nächste Zahlmeister ist.
    Wenngleich... Tut das Not? Hartzer sind dekadent, Niedriglohnjobber ungebildet.
    Hier kann man maximal die Sozialleistungen umschichten(auf Kosten des sozialen Friedens). Der Arbeiter, besser die Arbeiterfamilien(Wo gibt es das noch, dass nur ein Teil zum Einkommen beiträgt?) entdecken sich immer häufiger in Regionen in denen sie eigentlich eine Aufstockung beantragen könnten.
    Es folgt der Mittelstand. Und auch da sind die Klagen schon groß.
    Ich nenne das: Enteignung eines ganzen Volkes über Jahrzehnte.



    Icxh behaupte mal ganz frech, Hartz IV haben Gerhard Schröder + Peter Hartz (und Konsorten) installiert, um Finanzierung und Statistik zu schönen. Aber es ist vermutlich gar nicht "billiger" als früher (Du hast doch den Statistik thread:wink5:)

    Nein, die Verwaltung und Kontrolle der deutschen Armen kommt heute teurer, als noch vor Einführung des Sündenfalls.
    Ich bin ja sozialdemokratisch groß geworden, habe unter Kohl wirklich gelitten.
    Und bin so mitverantwortlich für den Wahlsieg Schröders.
    Die politische Enttäuschung meines Lebens.
    Aber eben auch der Augenöffner für die Umstände.
    Seit dem weiß ich: Nicht die Politik regiert dieses Land!
    Es sind andere die da reGIERen. Politik verkauft uns das nur als Sachzwang.

    Also der Eigentumsbegriff gehört auch zu den zahllosen, den man mal eruieren müsste...

    Ähnlich wie andere Begriffe, die dringend in der öffentlichen Wahrnehmunb revidiert werden müssen.
    Leistungsträger, Sozialschmarotzer, Arbeitnehmer/-geber, etc.
    Ganz wichtig auch, ist es, immer wieder daran zu erinnern, dass Eigentum auch verpflichtet.

    D' accord. Aber die brauchen eine klare Ansage.

    Wobei die Umstände, der öffentliche Leumund der Politiker, schon klar genug als Ansage sein sollte...

    Das ist aber jetzt seinerseits eine Mär. Eine gesunde Wirtschaft finanziert selbstverständlich eine Gesellschaft. Sie muss aber schon wirklich gesund sein (die Wirtschaft, meine ich)...

    So gesund wie die deutsche Wirtschaft? So gesund wie die amerikanische? Die chinesische?
    Was ist denn da Gesund?
    Seit zwanzig Jahren tue ich mir doch nun schon die ewig gleiche Litanei an.
    Doch egal wieviel Geld man dieser Wirtschaft zum Verschwinden anbietet,
    richtig gesund wird sie nie! Ganz im Gegenteil! Je mehr Geld diese Wirtschaft frißt, desto höher wird der Anspruch auf frisches.
    Zum Preis: Depression! Und zwar aller Beteiligten.
    Die die arbeiten müssen, machen sich damit krank, die die deswegen nicht arbeiten dürfen, machen sich damit krank.


    Zu guter letzt: Nicht die Wirtschaft finanziert die Gesellschaft, es ist genau andersrum.
    Die Gesellschaft finanziert die Wirtschaft! So wird ein Schuh daraus.
    Es ist ein alter Irrtum, das Geld arbeitet.
    Geld arbeitet nicht! Menschen tun das!
    Und das tun sie nicht um eine Wirtschaft am kacken zu halten!
    Sie benutzen Wirtschaft um Menschen am kacken zu halten.
    Da ist es nun wahrlich Scheisse, wenn sich Menschen auf Grund von irgendetwas an die Spitze stellen, und postulieren, der Mensch braucht nur das, was ihn am kacken hält, alles darüber hinaus, sollte von dieser "Elite" genommen werden und zum Wohle aller eingesetzt werden. Das könnte ja noch funktionieren, wenn es nicht die gleichen wären, die da definieren wer "aller" ist.
    Millionen verhungerter Kinder weltweit fielen da nicht drunter.
    Und auch hier, in Deutschland, scheint man sich die "soziale Hängematte" nicht mehr leisten zu können(zumindest nicht für die, die darauf angewiesen sind).
    Zu groß wären die Abstriche an den einbehaltenen Mehrwerten für die Profiteure einer "gesunden" Wirtschaft.
    Man spricht hier von einer gutmenschlichen Utopie...

  • Zitat

    Glaube ich doch, dass nicht der Kapitalismus als solcher schädlich ist, sondern die kriminellen Machenschaften, die wir den Akteuren durchgehen lassen, oder gar rechtens nennen.


    Ausgezeichent formuliert!!! Also ist es notwendig etwas zu tun, dass wir diese kriminellen Machenschaften den Akteuren nicht mehr durchgehen lassen! Und exakt dies erreicht man demokratisch nur mit massiven Mehrheiten in Parlamenten, die eben nicht aus Umfallern und permanenten Lügnern bestehen!
    Wie also bringen wir die dahin? Im Resultat von Wahlen, oder nicht? Also muss eine politische Partei her, die als Alternative zu den etablierten Hustensaftvereinen eine glaubwürdige Alternative darstellt! Gibt es die? Irgendwelche logischen Widersprüche? Klar kann man aus Protest irgendeine "Spasspartei" wählen. Na und? Was ist der Effekt? Die kommen nicht über 5% weil sie kein vernünftiges und realistisches Alternativkonzept anbieten können! Resultat: die Etablierten teilen die mit diesen Stimmenanteilen verbundenen Parlamentssitze unter sich selbst auf!!! Die lachen sich doch zu tode über die angeblichen Protestwähler!!
    Oder sind die Regeln zu sogenannten "Ãœberhangsmandaten" unbekannt??


    MfG Icabaru

  • Irgendwie... ist da etwas schiefgelaufen. Irgendwann - und ich kann mir nicht helfen, ich weiß nicht wann genau, aber irgendwie hat sich das Gefühl erst so gegen Ende der 90er eingeschlichen - hat es angefangen, daß immer mehr Wirtschaftsobere entdecken mussten, daß dank des Wegfalls des kalten Krieges und seiner Machtblockkonstellationen und der neuen, sich immer stärker globalisierenden Welt plötzlich immer weniger Arbeitsplätze in den klassischen Produktions- und Dienstleistungsbereichen da waren, bzw. diese immer weniger Profite abwarfen.


    Also hat irgendwer angefangen, die magische Wertschöpfungsmaschine anzuwerfen und Jobs aus dem Nichts zu erschaffen. Immer mehr Betriebe begannen, Aufgaben, die sie eigentlich eh nicht hatten, an Dritte auszulagern. Dienstleistungen zu erfinden, damit man diese teuer vermarkten aber extern betreuen lassen kann.
    Plötzlich brauchte jeder Hinz und Kunz für die Dinge, die er seit Jahrzehnten in der selben, genehmigten Art und Weise tat, eine Zertifizierung, um die Dinge in der selben Weise wie seit Anno Tucktuch machen zu können... und die Zertifizierungsstellen kreierten dann neue Jobs, indem sie anfingen, den Betrieben irgendwelche Waren und Dienstleistungen aufzunötigen, damit sie ihre Zertifizierung aufrechterhalten konnten.


    Es wurden und werden Gesetze gemacht, die eigentlich nur dazu dienen, immer wieder Impulse in die Wirtschaft zu werfen, indem sie Unternehmen und Privatleute zu Investitionen zwingen, damit alles weitergehen kann wie bisher. Ein echter Deus ex machina...

  • Ausgezeichent formuliert!!! Also ist es notwendig etwas zu tun, dass wir diese kriminellen Machenschaften den Akteuren nicht mehr durchgehen lassen! Und exakt dies erreicht man demokratisch nur mit massiven Mehrheiten in Parlamenten, die eben nicht aus Umfallern und permanenten Lügnern bestehen!
    Wie also bringen wir die dahin? Im Resultat von Wahlen, oder nicht? Also muss eine politische Partei her, die als Alternative zu den etablierten Hustensaftvereinen eine glaubwürdige Alternative darstellt! Gibt es die? Irgendwelche logischen Widersprüche? Klar kann man aus Protest irgendeine "Spasspartei" wählen. Na und? Was ist der Effekt? Die kommen nicht über 5% weil sie kein vernünftiges und realistisches Alternativkonzept anbieten können! Resultat: die Etablierten teilen die mit diesen Stimmenanteilen verbundenen Parlamentssitze unter sich selbst auf!!! Die lachen sich doch zu tode über die angeblichen Protestwähler!!
    Oder sind die Regeln zu sogenannten "Ãœberhangsmandaten" unbekannt??

    MfG Icabaru



    Mühsam hat sich die Partei Die Linke auch im Westen einen Namen gemacht, ob nun gut oder schlecht sei dahingestellt. Sie ist jedenfalls eine Alternative, weil eben zumindest vom Programm her, ein Gegengewicht zu den gängigen Parteien. Deshalb ist sie Gold wert. Allein die Annäherung der SPD an die Linke zeigt doch, dass man schon noch ein wenig auf die Wähler schaut und hört. Und wenn die Wahlen unser einziges Mittel sind, haben wir als Gegenbewegung zum praktizierten Wahnsinn nur Die Linke.
    :german:

  • Mühsam hat sich die Partei Die Linke auch im Westen einen Namen gemacht, ob nun gut oder schlecht sei dahingestellt. Sie ist jedenfalls eine Alternative, weil eben zumindest vom Programm her, ein Gegengewicht zu den gängigen Parteien. Deshalb ist sie Gold wert. Allein die Annäherung der SPD an die Linke zeigt doch, dass man schon noch ein wenig auf die Wähler schaut und hört. Und wenn die Wahlen unser einziges Mittel sind, haben wir als Gegenbewegung zum praktizierten Wahnsinn nur Die Linke.
    :german:


    Ich glaube dir gern, dass es für die LINKE mühsam war sich im Westen einen Namen zu machen. Allerdings schlägst du mit deinem Beitrag einen ganz schönen logischen Salto Mortale! Einerseits sagst du, dass es dahingestellt sei ob das nun gut oder schlecht war und willst dich einer Wertung enthalten. Und zwei Zeilen weiter unten sagst du, dass sie Gold wert ist. Das Prinzip ist mir aus Reden und Ansprachen von Politikern durchaus bekannt und in der politischen Propaganda allgemein gebräuchlich.
    Das die LINKE ein politisches "Gegengewicht" zu den anderen Parteien bildet, will ich gar nicht bezweifeln. Aber zwischen einem Gegengewicht und einer realistischen Alternative besteht ein wesentlicher Unterschied. Und du selbst relativierst ja schon indem du sagst - zumindest vom Programm her-! Klassisches Hintertürchen!!
    Zweifellos hast du recht wenn sich auf Grund der Programme ein politisches Gegengewicht und damit eine Wahlalternative ergibt. Die aktuellen Probleme aber sind nicht mit Wahlalternativen sondern nur mit gesellschaftspolitisch realistischen Alternativen zu lösen. Weder die LINKE noch ihre politischen Kontrahenten können eine langfristige und programmatisch dargestellte Lösungsstrategie anbieten. Sie alle beschränken sich auf kurzfristig/aktuelle Fragen und Stimmungen und beschimpfen sich mit ideologischen Parolen gegenseitig.
    Selbstverständlich kritisieren die LINKEN enorme Mißstände und prangern die auch zu Recht an! Das wird auch in ihrer Programmatik sehr deutlich. Aber wenn ich dann weiterlese und deren Lösungsansätze bzw. Strategienvorschläge zur Kenntniss nehme. sträuben sich mir die Nackenhaare!!! Ich kann bei genauem Lesen nur die gleichen Gummiformulierungen wie bei den Kontrahenten erkennen, die sich lediglich in ihren ideologischen Parolen unterscheiden! Klar treffen die Formulierungen und Aussagen die Denke vieler Leute, deshalb ergibt sich ja ein wahl- bzw. parteipolitisches Gegengewicht! Aber ist dieses "Gegengewicht" auch eine realistische Alternative zur aktuellen Politik??? Da habe ich erhebliche Zweifel!
    Vielmehr erinnert mich das an die politischen Ratschläge eines Marchiavellis an die politischen Machthaber seinerzeit. Da geht es nämlich darum die Massen gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen. Das hat aber wesentlich etwas mit den gesellschaftspolitischen Grundlagen zu tun und damit mit der Geisteswissenschaft Philosophie! Jede Gesellschaftsform hat eine ethische Grundlage und es gibt ethische Regeln dazu, die nicht von Finanzwissenschaftlern oder Ökonomen definiert werden, sondern eben von Philosophen. Natürlich ist mir bekannt, dass Philosophen heute allgemein als eine Art überflüssiger Ballast betrachtet werden und man sich doch lieber mit den nackten Tatsachen, also ausschliesslich den Zahlen (Ökonomie) und den Gesetzen (Jura), beschäftigen sollte. Damit beschäftigen sich Viele wie man überall lesen und hören kann. Und welche realistischen Lösungen haben sie bis dato anzubieten? Keine! Aber alle kennen und kritisieren das "Weiter so"! Realistische Lösungen kann man nur erarbeiten wenn man die genauen Ursachen erkennt und versteht. Sind die mehrheitlich verstanden? Klar wirst du und andere sagen, die Zockerei der Banken! Ist das nun aber die Ursache oder nur der berühmte Tropfen der das Fass zum Ãœberlaufen gebracht hat??? Hierüber bzw. so weit wollen die meisten Wähler offensichtlich gar nicht nachdenken und vermutlich sind die meisten dazu gar nicht willens. In der Lage dazu sind grundsätzlich alle!! Nur ist das eben wesentlich schwieriger und anspruchsvoller, als den Etablierten mittels "Gegengewicht" LINKE endlich zu zeigen wo der Hammer hängt. Linke wie Rechte und alle dazwischen haben im 20. Jahrhundert gleich mehrere Katastrophen über Deutschland gebracht und speziell die in der Mitte die aktuelle Katastrophe. Nur sind deren wahre Ursachen erfolgreich mit propagandistischen Mitteln verschleiert und getarnt. Es ist mindestens ebenso mühsam die zu durchschauen und dazu gibt es eben wissenschaftlich sehr gut definierte Methoden zur Analyse. Eine wichtige davon wurde von Karl Popper erarbeitet und ich glaube nicht, dass dieser Name in Wählerkreisen allgemein bekannt ist. Sein Werk ist "Die Logik der wissenschaftlichen Erkenntisstheorie"! Und von logisch korrekt begründbaren Strategien bzw. Lösungsansätzen kann ich weder in den Programmen der etablierten Parteien noch denen der LINKEN irgendetwas erkennen.
    Und deshalb liegst du durchaus richtig, wenn du die LINKE als wahl- bzw. parteipolitisches Gegengewicht definierst. Als realistische Alternative kommt sie zumindest für mich nicht in Frage! Mir graust vor dem Tag wenn das heutige Gegengewicht das Ãœbergewicht erlangt! Die daraus resultierende Katastrophe ist noch grösser als die aktuelle.
    In diesem Sinne empfehle ich ein vielsagendes Interview mit einen heute noch lebenden Philosophen der überzeugter Marxist ist und dem so manche seiner Aussagen vor allem der LINKEN ins Stammbuch geschrieben werden sollten. Ohne jetzt für den Marxismus zu werben, sind seine ethisch/moralischen Ansichten ein Vorbild für alle Politiker inclusive der LINKEN!


    Eric Hobsbawm: "Es wird Blut fließen, viel Blut" - S.2 - Wirtschaft | STERN.DE


    MfG Icabaru

  • Ich glaube dir gern, dass es für die LINKE mühsam war sich im Westen einen Namen zu machen. Allerdings schlägst du mit deinem Beitrag einen ganz schönen


    Eric Hobsbawm: "Es wird Blut fließen, viel Blut" - S.2 - Wirtschaft | STERN.DE


    MfG Icabaru




    Danke für deinen link zu Eric, ein wunderbares Fossil, möge er noch lange leben.
    Ansonsten schreibe ich zu deinem Beitrag nur einen alten Spontispruch:



    "Seid realistisch, fordert das Unmögliche."



    Leider gibt es keine Politiker mehr die Visionen haben, die eine, wie auch immer geartete Richtung beschreiben, wo die Reise hingehen sollte oder könnte. Der letzte dieser austerbenden Art war Willy Brandt.



    greetz


  • Vielen lieben Dank für Deine Mühe, mir so sorgfältig zu antworten.
    Ich bin mir schon bewusst, dass meine obige Einlassung typisch für eine ganze Wählerschicht ist. Nicht konkret, nicht zuende denkend und schon gar nicht bis ins Kleinste logisch. Ich weiß das, ich war auch auf einer Schule.
    Lass es mich noch einmal neu versuchen:
    Für mich ist nur Die Linke als Alternative wählbar, weil sie zumind. hier im Westen größtenteils aus Leuten besteht, die aus eigener Erfahrung wissen, was Hartz IV, was Armut in Deutschland bedeutet.
    Ich wähle links, weil ich die Hoffnung habe, dass Die Linke zumindest noch etliche Jahre an Programmpunkten festhält, die versuchen, uns Menschen nicht noch tiefer in ein soziales Aus fallen lassen, wenn man krank, arbeitslos, alt wird oder Kind armer Eltern ist.
    Es ist mir auch klar, dass sie mit ihren Verstaatlichungsplänen in Sachen Energie usw. nicht durchkommt und mit vielem Anderen auch nicht.
    Aber sie wird immer ihre Finger in die Wunden legen, die uns der derzeitige Kapitalismus zufügt.
    Deshalb wähle ich sie als Gegengewicht und auch deshalb, weil mein Leben und das meines Kindes und wiederum seines Kindes zu kurz ist, um darauf zu hoffen, dass philosophische Betrachter die Lösung für ein gerechteres System beschreiben und politische Kräfte diese Umsetzung vornehmen. Was haben wir von Kant pp., wenn die Armen in Deutschland frieren und hungern müssen?
    Der letzte Ausrutscher tut mir leid, es ist schon spät. Aber ich wollte noch kurz antworten und Hintertürchen schließen.
    :thinking-020: