24 Jahre Tschernobyl...

  • 24 Jahre Tschernobyl - 24.000 Jahre Halbwertzeit von Plutonium
    Heute, am 24. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, sollte man vielleicht einen Moment innehalten und darüber nachdenken, warum die Menschheit einfach nicht vernünftiger werden will.

    Was geschah am 26. April 1986?

    Am 26. April um 1 Uhr 23 wird im Block IV des Atomkraftwerks Tschernobyl ein Test des Kühlwassersystems gestartet. Aufgrund verschiedener menschlicher Fehler kommt es innerhalb kürzester Zeit zu einem ungeplanten Leistungsanstieg im Reaktor. Der Operator bemerkt den Anstieg und löst 40 Sekunden später eine Reaktorschnellabschaltung aus.

    Die Notabschaltung misslingt, der Reaktor gerät außer Kontrolle und explodiert acht Sekunden später. Der 1.000 Tonnen schwere Reaktordeckel wird angehoben, die Rohrleitungen reißen ab. Luft dringt ein, Gase entzünden sich. Der Reaktor brennt und von den ca. 140 Tonnen Kernbrennstoff werden nach Schätzungen 8 Tonnen aus dem Kern geschleudert.

    Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS teilt erst zwei Tage später, am 28. April um 9 Uhr abends, mit, dass es im Kernkraftwerk Tschernobyl einen Unfall gegeben hat und Menschen zu Schaden gekommen sind. Einen Tag später, am 29. April läuft die Meldung vom GAU in Tschernobyl zum ersten Mal in den deutschsprachigen Fernsehnachrichten.

    Die Katastrophe von Tschernobyl hat die Welt verändert. Millionen Menschen wurden über Nacht zu Opfern. Die radioaktive Wolke zog um die ganze Erde. In den Köpfen zahlloser Menschen wuchs die Erkenntnis von den Gefahren der Atomenergienutzung. Selbst in Deutschland erkrankten und starben Menschen aufgrund der mit der Nahrung und mit der Atemluft in den Körper aufgenommenen Strahlenquellen.

    Eine von den atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW und der Gesellschaft für Strahlenschutz 2006 veröffentlichte Studie belegt das katastrophale Ausmaß des Reaktorunfalls in Tschernobyl. Die Metaanalyse stützt sich auf zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, Einschätzungen von Fachleuten und offizielle Angaben von Behörden.

    Die staatlichen Stellen der drei betroffenen Staaten geben mindestens 25.000 tote, junge Liquidatoren an. Andere Stellen registrierten sogar 50.000 tote Liquidatoren. Eine interne Arbeitsgruppe der WHO rechnet in den nächsten 30-50 Jahren mit 50.000 Fällen von Schilddrüsenkrebs bei Menschen, die zum Zeitpunkt des Unglücks Kinder im Alter von 0-4 Jahren waren. Das Münchner Otto-Hug- Strahleninstitut prognostiziert 100.000 Fälle in allen Altersgruppen. Die Studien verzeichnen zudem eine Zunahme von Tumoren wie Brustkrebs, Darmkrebs, Harnblasenkrebs, Lungen- und Magenkrebs. Bei Kindern in den belasteten Regionen ist das Risiko, an Leukämie zu erkranken, um das Dreifache erhöht. Bei Kleinkindern fand der Neurochirurg Yuri Orlov aus Kiew einen Anstieg von Hirntumoren um das 5,8-fache.

    Auch hat nach Tschernobyl die Säuglingssterblichkeit in mehreren europäischen Ländern zugenommen. Die ausgewerteten Studien ergeben für Europa insgesamt 5.000 zusätzlich gestorbene Säuglinge.
    Presse-Info IPPNW


    mfg
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  • Ich kann mich noch recht genau erinnern. denn so wie ARD und ZDF damals in heller Aufregung waren, hüllten sich die sozialistischen Medien entweder ganz in Schweigen oder haben beschwichtigt.
    Da wundert es mich nicht, wenn Merkel die Kernkraft für beherrschbar hält, denn sie hat das Level der DDR von 1986 noch nicht verlassen!

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  • Ich kann mich noch recht genau erinnern. denn so wie ARD und ZDF damals in heller Aufregung waren, hüllten sich die sozialistischen Medien entweder ganz in Schweigen oder haben beschwichtigt.


    für diesen teil ein danke ...


    baku

  • für diesen teil ein danke ...


    baku

    Hach ja und da amtiert doch tatsächlich eine Frau, die ernsthaft meint, wenn man den radioaktiven Müll nur gut genug versteckt, sei man vor solchen Bildern sicher:









    Ich hoffe, die Bilder aus Tschernobyl hinterlassen Spuren. Wie war die Mailadresse von Merkel?

  • Ich kann mich noch recht genau erinnern. denn so wie ARD und ZDF damals in heller Aufregung waren, hüllten sich die sozialistischen Medien entweder ganz in Schweigen oder haben beschwichtigt.
    Da wundert es mich nicht, wenn Merkel die Kernkraft für beherrschbar hält, denn sie hat das Level der DDR von 1986 noch nicht verlassen!



    Die ersten paar Tage waren ARD und ZDF keineswegs in heller Aufregung, ca. 3 Tage nach dem Gau gab es einen Auftritt des damaligen Innenministers Zimmermann in den öffentlich Rechtlichen.
    Zimmermann sagte sinngemäss: "Wir wissen zwar nicht was passiert ist, aber es besteht keine Gefahr."



    greetz

  • Die ersten paar Tage waren ARD und ZDF keineswegs in heller Aufregung, ca. 3 Tage nach dem Gau gab es einen Auftritt des damaligen Innenministers Zimmermann in den öffentlich Rechtlichen.
    Zimmermann sagte sinngemäss: "Wir wissen zwar nicht was passiert ist, aber es besteht keine Gefahr."



    greetz

    Allerdings haben sie nur ein paar Tage später das Pflücken von Pilzen im Bayrischen Wald verboten, weil die durch eine Wolke aus der Ukraine verstrahlt seien. :wink5:

  • Allerdings haben sie nur ein paar Tage später das Pflücken von Pilzen im Bayrischen Wald verboten, weil die durch eine Wolke aus der Ukraine verstrahlt seien. :wink5:




    Vor dem Verzehr wird heute noch gewarnt, über Bayern ging ein Caesium isotop herunter, wenn ich mich recht entsinne beträgt die HWZ 31 Jahre.


    greetz

  • Vor dem Verzehr wird heute noch gewarnt, über Bayern ging ein Caesium isotop herunter, wenn ich mich recht entsinne beträgt die HWZ 31 Jahre.


    greetz

    Nach Tschernobyl hat auch die CDU die Umwelt als Thema entdeckt und ich erinnere mich mit Grauen an Umweltminister Töpfer, der mit Ganzkörperkondom 1987 im Rhein beinahe absoff, als er beweisen wollte, wie sauber der ist...:wink5:

  • Die ersten paar Tage waren ARD und ZDF keineswegs in heller Aufregung, ca. 3 Tage nach dem Gau gab es einen Auftritt des damaligen Innenministers Zimmermann in den öffentlich Rechtlichen.
    Zimmermann sagte sinngemäss: "Wir wissen zwar nicht was passiert ist, aber es besteht keine Gefahr."


    greetz





    Friedrich Zimmermann (Old Schwurhand)
    ist 1959 in den Spielbanken Skandal verwickelt; schwört einen Meineid und wird 1960 rechtskräftig verurteilt; wandert aber deshalb keineswegs ins Gefängnis. 1961 wird er rückwirkend (!) aufgrund eines medizinischen Gutachtens (am Tag des Meineids herrschte Föhn und Zimmermann hatte Tabletten geschluckt) freigesprochen.
    Zimmermann wird in den Bundestagsfraktionsvorstand der CSU gewählt.
    1982 Bundesminister des Innern
    Süddeutsche Zeitung Magazin, 18.2.2000, Seite 26, Süddeutsche Zeitung Seite 26, 15.11.2000, S.6

    Innenminister Friedrich Zimmermann belügt im Fernsehen alle Zuschauer nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl:
    "Eine Gefährdung besteht nur in einem Umkreis von dreißig bis vierzig Kilometer um den Reaktor herum; dort ist sie hoch."
    Quelle: Geschichte Bayerns, 12.Folge, 29.3.2003, Bay.Fernsehen


    mfg
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  • Nach Tschernobyl hat auch die CDU die Umwelt als Thema entdeckt und ich erinnere mich mit Grauen an Umweltminister Töpfer, der mit Ganzkörperkondom 1987 im Rhein beinahe absoff, als er beweisen wollte, wie sauber der ist...:wink5:



    Töpfer ist doch noch einer von den Guten, was der in den letzten Jahren für Lernprozesse durchgemacht hat, erstaunlich...........:smilewinkgrin:



    greetz

  • Töpfer ist doch noch einer von den Guten, was der in den letzten Jahren für Lernprozesse durchgemacht hat, erstaunlich...........:smilewinkgrin:



    greetz

    Genau deswegen ist er wohl auch kaltgestellt...

  • 20 Jahre Tschernobyl: Wild in Bayern immer noch verstrahlt


    20 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind die radioaktiven Auswirkungen auch in Deutschland immer noch zu spüren. Am härtesten hatte die Katastrophe Bayern getroffen.

    20 Jahre Tschernobyl: Wild in Bayern immer noch verstrahlt - Panorama | STERN.DE


    Verstrahlter Molke-Zug


    Der so genannte "Molke-Zug" hatte nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 tausende Tonnen radioaktiv verstrahltes Molkepulver geladen. Es war durch radioaktiv belastete Milch als Nebenprodukt in Molkereien entstanden. Weil weder Politik noch Hersteller so richtig wussten, wie man damit umgehen sollte, begann ein beispielloses Tauziehen um die Entsorgung: Anwohner von Bahnhöfen protestierten, Waggons wurden wechselweise in NRW, Norddeutschland und Bayern zwischengeparkt.

    WDR 2 Der Sender. - Sonder - Verstrahlter Molke-Zug


    mfg
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  • Offensichtlich hat Merkel jeden Boten vom BND oder woher auch immer, geköpft, der ihr mit schlechten Nachrichten über die Gefahren der Radioaktivität den Tag versauen wollte...

  • Waldbrand-Katastrophe


    Minister fürchtet Freisetzung radioaktiver Stoffe bei Tschernobyl


    Warnung aus dem Katastrophenschutzministerium in Moskau: Die verheerenden Waldbrände könnten auf eine Region übergreifen, die bei der Tschernobyl-Katastrophe schwer verseucht wurde. Im schlimmsten Fall würden erneut radioaktive Stoffe freigesetzt.
    Moskau- In Russland kämpfen zehntausende Einsatzkräfte weiter gegen die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten. Im Katastrophenschutzministerium wird nun befürchtet, dass in einem Gebiet, das 1986 durch die Katastrophe von Tschernobyl verseucht wurde, radioaktive Stoffe freigesetzt werden könnten.

    [url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,710412,00.html]Waldbrand-Katastrophe: Minister fürchtet Freisetzung radioaktiver Stoffe bei Tschernobyl - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama[/url]

    Auch andere Atomkraftwerke sind durch die Waldbrände gefährdet.


    :rolleyes:

  • Damals habe ich unverstrahlte Milch für meine Tochter gekauft. Damals hatte ich sogar Sorge meine Tochter (ein Paar Monate alt) spazieren zu fahren.
    Was ist mit meinen Steinpilzen, die jetzt gerade in der Pfanne sind. Sind sie sicher?

  • Damals habe ich unverstrahlte Milch für meine Tochter gekauft. Damals hatte ich sogar Sorge meine Tochter (ein Paar Monate alt) spazieren zu fahren.
    Was ist mit meinen Steinpilzen, die jetzt gerade in der Pfanne sind. Sind sie sicher?



    Zu Steinpilzen kann ich leider nichts sagen.
    Aber von Pfifferlingen würde ich auch heute noch die Finger lassen. Die meisten kommen aus Belarus, das ja am meisten belastet ist.
    Der Handel gibt unlautererweise Litauen oder gleich mehrere Länder an, damit es nicht so auffällt, das die alle aus Weißrussland kommen.

    In der Nähe der Zone stehen immer viele ältere Menschen an der Straße, um ihre gesammelten Pilze zu verkaufen. Ich habe zwar keine aktuellen Daten, würde aber diese Pilze nicht essen.


    :eek:

  • Was ist mit meinen Steinpilzen, die jetzt gerade in der Pfanne sind. Sind sie sicher?



    Bei Dir im Ruhrpott mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ja. Selbst in den damals stark belasteten deutschen und österreichischen Gebieten ist der Grenzwert heute deutlich unterschritten. Steinpilze sind unverdächtig, wesentlich höhere Werte wurden bei Maronen und Pfifferlingen gemessen (Faktor über 10). Vergleich zur Einordnung: Wenn Du ein Kilogramm zu Dir nimmst, entspricht die Belastung derjenigen von 20 Flügen nach Gran Canaria...

    Das gilt natürlich nur, wenn zusätzlich keine weiteren erheblichen Dosisleistungen bei Dir dazukommen. Stichwort Radonbelastung oder andere berufliche Risiken.


  • Meine Steinpilze sind aus einem Wald nahe der Halde. Selbst gepflückt.
    Jörg, unser Wettermann, sagt, wir sind atlantisches Klima, Wind immer von Westen .....
    Also sind die Pilze von heute noch sicher?