Parteien unter der Lupe - SPD

  • Sodele, gemäß dieser Umfrage http://www.politopia.de/dies-u…e-politopia-nrw-wahl.html sind Grüne und "Andere" im Gleichstand.
    Da das Sammelbecken "Andere" nicht greifbar und benenbar ist, kommen wir also zur SPD und hängen bei Bedarf die "Anderen" hinten an.


    Seite zum Grundsatzprogramm.
    Grundsatzprogramm - SPD.de


    Hier macht die Partei mE keine gute Figur, da es kein konkretes, sondern mehrere Programme gibt. Positiv jedoch das Angebot des Hamburger Programms in mehreren Sprachen.


    Nun legt mal los.


    Was sind die Hauptkritikpunkte der "SPD-Gegner"?
    Was sind die Hauptkriterien für die "SPD-Befürworter"?


    TM, die hiermit Teil 3 der Serie einläutet

  • "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!"
    Der zitierte Spruch stammt von der KPD aus der revolutionären Zeit 1918/19 in Deutschland.
    Früher hatte „die alte“ SPD ihren Anspruch (Interessenvertretung für Arbeitnehmer) recht ordentlich vertreten.Und heute? Schauen wir uns die Leistungen der SPD in Deutschland einmal an:
    Der Arbeitsmarkt wurde von Sozialdemokraten ruiniert.
    Früher hatte z.b der Maschinenmeister nie gefürchtet seine Stellung zu verlieren.mit dem Vertrauen eines tüchtigen Mannes hatte er gewusst, dass, wenn er sich mit einem Vorgesetzten überwarf, er immer eine andere Arbeit würde finden können.Erst die Ruinierung des Arbeitsmarktes macht aus einem Arbeiter einen erpressbaren"Lohnabhängigen"


    Bevor man also die SPD wählt ,sollte man darüber und noch viel mehr nachdenken -ALS LOHNSKLAVE
    Allein das reicht MIR, sie nicht zu wählen.

  • Ich sag nur, Schröder und Hartz IV... für mich hat sich die Spezialdemokratische Partei Deutschlands erledigt. Ein für allemal!

  • Dieses Thema bricht mir das Herz, denn ich kenne diese alte Dame noch aus besseren Zeiten und was ihr in den letzten Jahren angetan wurde, das grenzt an vorsätzliche Körperverletzung!
    :mad2:

  • Ich habe früher SPD gewählt, eine Wahl, die immer aus der Not mangels Alternativen geboren wurde, es war aber nie eine Ãœberzeugungswahl. Das war bereits vor Schröders Agenda so, die ich elementar von Anfang an ablehnte. Ich wählte dann gelegentlich die Linken, ebenfalls nie aus Ãœberzeugung.
    Was mich an der SPD immer am meisten störte, war, dass ich sie als eine pure Zeitgeistpartei wahrgenommen habe, die ihr Fähnchen eigentlich immer in den Wind des gerade herrschenden Zeitgeistes hing. Ihr fehlte für mich der sichere Standpunkt. Auch die Agendapoilitik ist dafür ein Beispiel. Sie fiel in eine Zeit, in der das "Kapital" längst das Ruder bei den Medien, auch den Massenmedien übernommen hatte und einen entsprechenden Geist ins Land hinausströmen ließ. Die SPD stieg auf diesen Zug -wie immer- gleich auf und machte sich zum Vorreiter dieser Ideologie. Das war aber vorher auch nie wirklich anders, allerdigs ändert sich der herrschende Zeitgeist halt immer wieder mal. Die SPD ist dann immer ganz vorne an erster Stelle. Als der "neoliberale" Geist dann zu kippen begann, vieles offen kritisiert wurde, vom Volk, dann wurde die SPD wieder zum Wendehals, hing ihr Fähnchen wieder in den Wind.
    Ihr fehlt dadurch meines Erachtens vor allem Profil und Substanz. Auch der Umgang der SPD mit der Linken ist ein gutes Beispiel für die Schwäche und Substanzlosigkeit der SPD. Die Linke ist die einzige Partei, die bei der Mehrheit jener, die sie nicht wählen, nicht nur auf Ablehnung stößt, sondern beinahe auf Hass. jedenfalls ist die Ablehnung der Linken bei den meisten Bürgern, von denen sie nicht gewählt werden, im Gegensatz zu anderen Parteien grundsätzlicher Natur. Sie wird von einem gewissen Teil der Menschen gewählt, hat noch ein wenig Potential nach oben, der Rest der Wähler lehnt oder wehrt die Linke grundsätzlicher ab wie keine andere Partei. Dies schafft einen gesellschafftlichen Zeitgeist, der natürlich überwiegend Linke-feindlich geprägt ist. Und dem kann sich die SPD nicht entziehen. Sie kann keinen Standpunkt vertreten, der ihr eigener ist. Sie könnte kann sich nicht hinstellen und vor einer Wahl sagen, dass auch eine Koalition mit der Linken denkbar wäre, zumal es ja in vielen Fällen mit der Linken beinahe die meiste programatische Ãœbereinstimmung gibt. Aber würde die SPD das tun, dann müsste sie Stellung beziehen, einen Standpunkt haben, stehen bleiben können, wenn der öffentliche Wind ihr mal kräftig um Nase und Ohren weht. Das kann die SPD nicht. Die SPD ist so wie es ein Bibelwort recht gut zum Ausdruck bringt:
    “Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.“
    Offenbarung des Johannes


  • Der Arbeitsmarkt wurde von Sozialdemokraten ruiniert.
    Früher hatte z.b der Maschinenmeister nie gefürchtet seine Stellung zu verlieren.mit dem Vertrauen eines tüchtigen Mannes hatte er gewusst, dass, wenn er sich mit einem Vorgesetzten überwarf, er immer eine andere Arbeit würde finden können.Erst die Ruinierung des Arbeitsmarktes macht aus einem Arbeiter einen erpressbaren"Lohnabhängigen"


    Schön, dass Du das so siehst! :smilewinkgrin:


    Ist nur leider trotzdem falsch! Die Arbeitsplätze wurden nicht von den Linken vernichtet, sondern von der Automatisierungstechnik sowie Billiglohnländern. Maschinen produzieren einfach schneller und präziser als Menschen und die Billiglohnländer machen es bei ähnlicher Qualität billiger. Ich würde das liebend gerne den Linken anlasten, nur leider ist der wahre Schuldige der Fortschritt hüben wie drüben.

  • Schön, dass Du das so siehst! :smilewinkgrin:

    Ist nur leider trotzdem falsch! Die Arbeitsplätze wurden nicht von den Linken vernichtet, sondern von der Automatisierungstechnik sowie Billiglohnländern. Maschinen produzieren einfach schneller und präziser als Menschen und die Billiglohnländer machen es bei ähnlicher Qualität billiger. Ich würde das liebend gerne den Linken anlasten, nur leider ist der wahre Schuldige der Fortschritt hüben wie drüben.



    Ich finde, das ist zu einfach gedacht.
    Dass bestimmte Arbeit in anderen Ländern gemacht wird,
    das gab es schon lange bevor die Löhne im untersten Segment brökelten
    und wird fälschlcherweise als die Ursache für den Lohndruck hingestellt.
    Die allermeisten Niedriglöhner in unserem Land machen Jobs, die überhaupt
    nicht verlagerungsfähig sind.

  • Schuld an der Verlagerung der Arbeitsplätze trägt weder eine Partei, noch irgendein Land, wo die Arbeitskraft billig ist. Es sind die Unternehmen, die sich den aufgeblasenen Wert der Kunstwährung Euro zu ihrem Vorteil nutzten und immer dahin gingen, wo die Arbeitskraft am billigsten war.

  • Ich finde, das ist zu einfach gedacht.
    Dass bestimmte Arbeit in anderen Ländern gemacht wird,
    das gab es schon lange bevor die Löhne im untersten Segment brökelten
    und wird fälschlcherweise als die Ursache für den Lohndruck hingestellt.


    Früher war das nicht so einfach, Dinge im Ausland produzieren zu lassen. Jetzt ist es ein paar Mausklicks weit weg, etwas in Polen drucken, in der Tschechei veredeln oder in China herstellen zu lassen. Allein schon das Auffinden von Herstellern ist wesentlich einfacher geworden: Das Internet hat hier seinen Anteil.


    Zitat

    Die allermeisten Niedriglöhner in unserem Land machen Jobs, die überhaupt
    nicht verlagerungsfähig sind.


    Ist m.E. eine Folge des Ãœberangebots von Arbeitskräften. Jobs, die eigentlich jeder erledigen kann, sind im Wert entsprechend gesunken.

  • Schuld an der Verlagerung der Arbeitsplätze trägt weder eine Partei, noch irgendein Land, wo die Arbeitskraft billig ist.


    Es geht ja nicht nur um Verlagerung, sondern auch um Abbau von tausenden von Arbeitsplätzen durch Automatisierung.

  • Schön, dass Du das so siehst! :smilewinkgrin:


    Ist nur leider trotzdem falsch! Die Arbeitsplätze wurden nicht von den Linken vernichtet, sondern von der Automatisierungstechnik sowie Billiglohnländern. Maschinen produzieren einfach schneller und präziser als Menschen und die Billiglohnländer machen es bei ähnlicher Qualität billiger. Ich würde das liebend gerne den Linken anlasten, nur leider ist der wahre Schuldige der Fortschritt hüben wie drüben.


    Arbeitsplätze wurden nicht unbedingt vernichtet, die Anforderungen haben sich verändert.
    Man braucht mehr hochqualifizierte Fachkräfte und die einfachen Tätigkeiten sind weniger geworden. Nur kann man aus einem Arbeiter der 20 Jahre am Band stand schlecht einen
    Techniker machen.

  • Früher war das nicht so einfach, Dinge im Ausland produzieren zu lassen. Jetzt ist es ein paar Mausklicks weit weg, etwas in Polen drucken, in der Tschechei veredeln oder in China herstellen zu lassen. Allein schon das Auffinden von Herstellern ist wesentlich einfacher geworden: Das Internet hat hier seinen Anteil.



    Das taugt aber nicht unbedingt als Begründung für Lohndruck, weil allein auf Basis
    von Lohnkosten kein in Deutschland Lebender aus solchen Segmenten mit den Löhnen jener Länder mithalten könnte. Es geht hier ja im allgemeinen nicht um die Frage, ob
    25 Euro Lohnkosten oder 24 Euro, sondern ob 2 Euro.
    Andere Frage: Auch die Manager- und andere Hochlohnjobs sind in vielen anderen
    Ländern viel billiger zu haben. Wo ist da der Druck?

    Ist m.E. eine Folge des Ãœberangebots von Arbeitskräften. Jobs, die eigentlich jeder erledigen kann, sind im Wert entsprechend gesunken.


    Solche Jobs gab es aber auch schon, als sie angemessen bezahlt wurden. Das ist eine schlechte Argumentation.

  • Es geht ja nicht nur um Verlagerung, sondern auch um Abbau von tausenden von Arbeitsplätzen durch Automatisierung.


    Praktisch führt die Automatisierung zu weniger Abwanderung. Lohnkosten spielen immer mehr eine untergeordnete Rolle. Ich kenne genug Betriebe wo nur die Teile ins Ausland
    verlagert haben wo nicht Automatisiert sind.


  • Andere Frage: Auch die Manager- und andere Hochlohnjobs sind in vielen anderen
    Ländern viel billiger zu haben. Wo ist da der Druck?


    Das ist nicht richtig, siehe Siemens-Erfahrungen in Indien. Ein indischer oder chinesischer Ingenieur mit entsprechender Qualifikation verdient genau das gleiche wie ein Deutscher. Im Interview hatte mal der Chef einer indischen Software-Firma gesagt, dass Deutschland mit solch mickrigen Gehältern nicht erwarten könne, indische Informatiker abzuwerben!!!!!!!!!!!


    Zitat

    Solche Jobs gab es aber auch schon, als sie angemessen bezahlt wurden. Das ist eine schlechte Argumentation.


    Die Jobs ja, aber nicht so viele, die sie auch haben wollten! Ãœberangebot senkt Preise, das ist nun wahrlich nicht neu! :wink5:

  • Es geht ja nicht nur um Verlagerung, sondern auch um Abbau von tausenden von Arbeitsplätzen durch Automatisierung.

    Auch der Abbau der Arbeitsplätze erfolgt nicht durch eine Partei oder ein Volk, sondern auch das kommt von den Unternehmen.

  • Praktisch führt die Automatisierung zu weniger Abwanderung. Lohnkosten spielen immer mehr eine untergeordnete Rolle. Ich kenne genug Betriebe wo nur die Teile ins Ausland
    verlagert haben wo nicht Automatisiert sind.


    Ich denke, dem Fließbandarbeiter ist es egal, ob seinen ehemeligen Job nun eine Maschine oder ein Chinese macht, denn das Resultat ist für ihn das gleiche: Er ist arbeitslos.

  • Solche Jobs gab es aber auch schon, als sie angemessen bezahlt wurden. Das ist eine schlechte Argumentation.


    Was "angemessen" ist bestimmt auch auf dem Arbeitsmarkt Angebot und Nachfrage.
    Ob wir es wahr haben wollen oder nicht, Arbeitskraft ist Ware. Das war schon immer so und wird so bleiben.

  • Ich denke, dem Fließbandarbeiter ist es egal, ob seinen ehemeligen Job nun eine Maschine oder ein Chinese macht, denn das Resultat ist für ihn das gleiche: Er ist arbeitslos.


    Richtig. Aber hast Du einen realistischen Vorschlag das zu ändern?

  • Richtig. Aber hast Du einen realistischen Vorschlag das zu ändern?


    Mir fällt nur eins ein: Bildung, Bildung, Bildung. Wir müssen schneller erfinden und neuartige Produkte auf den Weltmarkt schmeißen, als andere es kopieren können. Den Handlanger und Hilfsarbeiter werden wir schlicht kaum mehr brauchen. Wir werden sie durchfüttern müssen.


    Dass Deutschland ausgerechnet die Bildungsausgaben kürzt, geht echt nicht in meinen Kopf..... etwas anderes haben wir doch gar nicht!

  • Auch der Abbau der Arbeitsplätze erfolgt nicht durch eine Partei oder ein Volk, sondern auch das kommt von den Unternehmen.


    Der Markt bestimmt, nicht der Unternehmer. Der Unternehmer passt sich dem Markt an.
    Genau diese Nichtanpassung war das Ende der Volkswirtschaft in der DDR. Die Produktivität
    in westlichen Industrieländern war um Vielfaches höher.