Die Gewaltfrage

  • nachdem es nun in griechenland bei einem brandanschlag auf eine bank zu 3 toten gekommen ist, nachdem auch beim 1. mai in deutschland wieder gewalt zum ausdruck des protest gewählt wurde, will ich dieses thema explizit in der philosophischen ecke diskutieren.


    die gewaltfrage ist sicher die schwierigste aller fragen wenn es um politik geht.
    egal ob es sich um innenpolitische oder außenpolitische zusammenhänge dreht.
    clausewitz sagt " krieg ist die fortsetzung der politik mit anderen mitteln ", und trifft damit den entscheidenden punkt.


    die frage welche politische überzeugung die staatsmacht stellt ist von zentraler bedeutung, denn nur diese macht und machtausübung wird als "legitim" betrachtet.
    dass es zeiten gibt in denen diese macht in frage gestellt werden muß, dass wissen wir demokratischen bürger, die wir allesamt kinder der französischen revolution sind ganz genau.


    die frage ist also, ab wann ist gewalt gegen die obrigkeit legitim, und wann nicht ?


    ich persönlich hatte dabei zwei schlüßelerlebnisse.
    das eine war der film clockwork orange , welcher mir schon in jungen jahren klargemacht hat, dass es drei formen der gewalt gibt :


    - physische gewalt
    - psychische gewalt
    - strukturelle gewalt


    alle diese formen der gewalt können tödlich sein, konnen quälen und mißhandeln.
    das zweite war die erkenntnis, dass es wiederum nur drei wege gibt eine andere person zu verändertem verhalten zu bringen.


    - ich töte sie
    - ich mache ihr angst
    - ich überzeuge sie


    wenn ich jemanden töte, dann kann die person gar nicht mehr handeln, das problem scheint gelöst. ist es aber nicht, weil ich dann mit dem zorn und der rache der angehörigen rechnen muß.
    wenn ich jemandem angst mache, was nur aus der position des mächtigeren heraus möglich ist, dann muß ich fürchten meine machtposition zu verlieren, und dass sich wiederum angst und zorn gegen mich richten.
    einzig und allein wenn ich die andere person überzeugen kann, dann muß ich keine angst vor wut oder rache haben, nur dann wird aus dem gegner ein partner.


    fazit :
    aus diesen überlegungen, und weil mich jede form physischer gewalt bis zum erbrechen ekelt, deshalb bin ich mittlerweile überzeugter pazifist.


    das gilt für mich aber auch für strukturelle gewalt und psychische gewalt.
    wo die meisten meiner analyse nicht folgen wollen.


    was denkt ihr dazu ?


    bakunicus

    Einmal editiert, zuletzt von bakunicus () aus folgendem Grund: physisch in psychisch geändert; falscher sinn




  • Gratuliere.
    Ein gelungener Beitrag.
    :clap:

  • Interessante Ãœberlegung, passt m.E. aber nur sehr bedingt zu den Straßenschlachten in Griechenland oder am 1. Mai. Ich sehe da eher eine Hooliganmentalität (Gewalt, weil man Spaß dran hat) und keinen sachlichen Hintergrund. Dieses destruktive Verhalten findet man besonders in perspektiv- und beschäftigungslosen Milieus. Frustration mischt sich mit Langeweile und man wartet nur auf einen Anlass zum Krawallmachen. Eine ähnliche Philosophie glaube ich im islamistischen Terrorismus zu erkennen, der besonders in oben genannten Milieus blüht.


    Schon vor ca. 2 Jahren hat es in Griechenland geknallt sogar ohne dass es einen speziellen Anlass gab. Mich verwundert daher die aggressive Stimmung nicht.


  • wäre vielleicht noch nach kontext zu differenzieren:


    -politische
    -staatliche
    -ökonomische
    -soziologische
    -...
    gewalt

    Einmal editiert, zuletzt von ahead ()

  • Keine Gewalt ist auch meine Maxime ,dennoch muß man sich die adhock Situation der normal verdienenden Bevölkerung vorstellen ,wo schon ganz lange Zeit die Kinder mittlerweile über 30 noch bei Mama wohnen weil sie keine Perspektive haben und zwar auch gut ausgebildete . Tja, jetzt nochmal bis zu 30% weniger im Monatlichen Portemonnaie bei steigenden Preisen , ohlala ,das ist der "Gordische Knoten " , Real gesehen , sind sie auf verlorenen Posten , wir hier glaube ich dauert es auch nicht mehr lange , gerade jetzt muß man sich besinnen , die Zeit der Rechten ist gekommen zum Halali der der Stimmenernte , lange Jahre sehe ich diese Entwicklung mit schrecken voraus , ich hoffe ,HOFFE,es nicht , Trotzdem tuen mir alle Menschen Leid die unter diesen unsäglichen Geschachere über lange Zeit zu Leiden haben . Positives sehe ich in naher Zukunft leider nicht , außer das die Ackermänner Dividenden von Staatsseite gedeckelt sind . Traurig,Traurig............................................... bb

  • für mich sind die mutigen demonstranten in griechenland helden.ich bin solidarisch mit den arbeitern in griechenland.

  • für mich sind die mutigen demonstranten in griechenland helden.ich bin solidarisch mit den arbeitern in griechenland.


    mhh ...
    die große masse der demonstranten in griechenland scheint gelähmt und entsetzt auf die toten die in der bank verbrannt sind zu reagieren.


    ich schließe daraus, dass man zwar protestieren will und muß, aber tote dabei nicht in kauf nehmen will.


    kann man mit toten überzeugen ?



    gruß baku


  • es wird noch mehr tote geben, die verantwortung dafür tragen die,welche das land in den ruin getrieben haben und das ist nicht der einfache arbeiter.die streiks werden noch länger anhalten.
    wir faule deutsche sollten uns mal ein beispiel an den griechen nehmen, anstatt vor dem pc zu sitzen und grosse reden zu schwingen , auf die strasse gehn, aber das ist vielen zu anstrengend.man wird sich erst bewegen wenn es keine transferleistungen mehr gibt

  • es wird noch mehr tote geben, die verantwortung dafür tragen die,welche das land in den ruin getrieben haben und das ist nicht der einfache arbeiter.die streiks werden noch länger anhalten.


    haha....und das wird besser durch MORD ?


    Die Typen sollen sich an ihre Anführer halten und ihre Eliten und denen den prozess machen und arbeiten und GOTT, bzw. der EU danken das man ihnen genug Geld gab um nicht sofort Bankrott zu gehen.

  • haha....und das wird besser durch MORD ?


    Die Typen sollen sich an ihre Anführer halten und ihre Eliten und denen den prozess machen und arbeiten und GOTT, bzw. der EU danken das man ihnen genug Geld gab um nicht sofort Bankrott zu gehen.


    das geld bekommen die verkommenen deutschen banken.
    die griechen werden sich das nicht bieten lassen, warte mal wenn es in spanien knallt, die spanier sind MINDESTENS genauso gewaltbereit

  • Wenn Demokratie und Demonstrationen nicht mehr helfen ist Gewalt spätestens dann angebracht und unumgänglich, wenn eine Staats- oder Militärmacht die Wahrnehmung der Bürgerrechte verhindert.


    TM, die Gewalt zwar ablehnt aber meint, dass es Extremumstände gibt, die Gewalt des Volkes legitimieren

  • das geld bekommen die verkommenen deutschen banken.
    die griechen werden sich das nicht bieten lassen, warte mal wenn es in spanien knallt, die spanier sind MINDESTENS genauso gewaltbereit


    Na warte nur bis sie als reaktion darauf aus der EU fliegen, ich will sehen wie die Griechen oder irgendwer anders mit seiner eigenen Währung wieder aus dem Schuldenberg kommt....
    Ja die Banken bekommen das Geld, hätten sich die Griechen eben nichts ausgeliehen.

  • Wenn Demokratie und Demonstrationen nicht mehr helfen ist Gewalt spätestens dann angebracht und unumgänglich, wenn eine Staats- oder Militärmacht die Wahrnehmung der Bürgerrechte verhindert.


    Wobei die Gewalt Verhältnismäßig sein muss.

  • Na warte nur bis sie als reaktion darauf aus der EU fliegen, ich will sehen wie die Griechen oder irgendwer anders mit seiner eigenen Währung wieder aus dem Schuldenberg kommt....
    Ja die Banken bekommen das Geld, hätten sich die Griechen eben nichts ausgeliehen.


    die gläubiger können sich ihre schulden in die glatze schmieren, so denkt man in spanien.und die italiener sind nicht anders

  • Wobei die Gewalt Verhältnismäßig sein muss.


    Wenn der Staat gegen Bürger aktiv vorgeht, sehe ich keinen Grund zur Verhältnismäßigkeit der Gegenwehr, weil der Staat dann die Verhältnismäßigkeit bereits überschritten hat.


    Die Gegengewalt kann also in einem solchen Fall nicht hart genug sein.


    TM, für Freiheit aller Bürger

  • die gläubiger können sich ihre schulden in die glatze schmieren, so denkt man in spanien.und die italiener sind nicht anders


    Wie gesagt, keiner hat sie zum ausborgen gezwungen, da können die banken am wenigsten dafür, als erstes können die Politiker was dafür, dann die Bürger und dann erst die Kreditgeber.
    Die Bürger bluten nun eben.
    kann doch nicht sein, das ein Staat Geld en masse ausleiht und dann wenns ans rückzahlen geht sagt :" Ne könnt ihr vergessen"

  • Wenn der Staat gegen Bürger aktiv vorgeht, sehe ich keinen Grund zur Verhältnismäßigkeit der Gegenwehr, weil der Staat dann die Verhältnismäßigkeit bereits überschritten hat.


    Die Verhältnismäßigkeit der Gewalt muss IMMER gewahrt bleiben.
    Tyrannenmord ist legitim dann, illegitim ist es mordend und brandschatzend durch die Städte zu ziehen und alles abzuschlachten was nach Staatsmacht aussieht.

  • Wenn Demokratie und Demonstrationen nicht mehr helfen ist Gewalt spätestens dann angebracht und unumgänglich, wenn eine Staats- oder Militärmacht die Wahrnehmung der Bürgerrechte verhindert.



    Ich sehe in Deutschland keine Massenproteste der Bürger.
    Insofern sehe ich auch keine Berechtigung, Gewalt gegen den Staat anzuwenden.

  • Wie gesagt, keiner hat sie zum ausborgen gezwungen, da können die banken am wenigsten dafür, als erstes können die Politiker was dafür, dann die Bürger und dann erst die Kreditgeber.
    Die Bürger bluten nun eben.
    kann doch nicht sein, das ein Staat Geld en masse ausleiht und dann wenns ans rückzahlen geht sagt :" Ne könnt ihr vergessen"


    Na dann sind wir ja froh, dass Deutschland sich nie Geld borgen musste ;-)


    Also bitte Acaloth. Denk doch mal nach was du da schreibst, und komme mal runter von dieser einseitigen Betrachtungsweise.


    Nenne mir einen Staat der Welt, der nicht verschuldet ist.


    TM, die so wirtschaftet, dass sie keine Schulden machen muss, bzw. diese auch SELBST zurückzahlen kann