Theologische Insolvenz? Die katholische Kirche löst sich auf.

  • nein, die katholische kirche steht noch nicht kurz vor der insolvenz, jedenfalls nicht wirtschaftlich, wenn die zahlen von limburg für eine hochrechnung zugrunde gelegt werden.....


    Und wie sieht es mit der theologischen Insolvenz aus? Kann die katholische Kirche noch im Wettstreit der Gottesbilder mithalten? Ist die z. B. die Trinität noch verkäuflich (vom dreieinigen Gott haben sich die protestanten allerdings auch nicht verabschiedet)?
    Wie sieht es mit der Auferstehung aus, der Jungfrau Maria und als typisch katholisches Motiv die Verehrung der Heiligen.
    Ãœberhaupt der Heilige Stuhl, der Heilige Vater (Stellvertreter Gottes), die Heilige Kirche selbst?
    Historisch betrachtet: ist nicht die gesamte Kirchengeschichte eine Geschichte theologischer Insolvenz (daher die Konzilien gegen Ketzerei, protestantische Neugründungen und im 19. Jahrh. der Versuch die Reformierten noch mal zu reformieren)?
    Ist nicht die Theologie selbst als Wissenschaft auf dem Gebiet des christlichen Glaubens nur Ausdruck einer Glaubensinsolvenz? Also etwa seit dem 12./13. Jahrhundert?
    Und noch eine Frage: gibt es auch eine theologische Insolvenz im Islam?
    Und philosophisch: muß nicht nicht jede Theologie scheitern angesichts des unauflösbaren Widerspruchs von Glauben und Wissen?

  • Und wie sieht es mit der theologischen Insolvenz aus? Kann die katholische Kirche noch im Wettstreit der Gottesbilder mithalten? .............?


    Religionen sind Trost für Millionen Menschen, die eben nicht immer den Zugang zu einem wissenschaftlich begründeten Weltbild haben oder finden. Hinzu kommt, dass auch noch im 21. Jahrhundert rund die Hälfte bis zwei Drittel der Menschheit eben nicht in Wohlstand leben kann, weil irre Machtverhältnisse und rund 500 Familienclans mit ihren Kapitalinteressen dem entgegenstehen. Somit, solange die Verhältnisse sich nicht ändern, dürfte Religion Bestand haben und trauriger Weise auch noch für genügend Konfliktstoff sorgen, um sich im Streit um den richtigen monotheistischen Gott gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

  • als zum agnostizismus tendierend, sehe ich das distanziert. nachdem aber auch die wissenschaft ganz besessen nach den "gottesteilchen" gesucht hat und sich die sehnsucht nach dem "mehr" offenbar ganz tief auch bei den rationalsten verwurzelt zeigt, gehe ich davon aus, dass im grunde des wesens ein bedürfnis nach kirche - welcher art auch immer - bei den meisten besteht. die ist im wandel - je nachdem, welchen erkenntnislevel die umgebende welt für unbestreitbar hält ...
    der symbolismus mag sich wandeln, wenn die generationen wechseln, aber das beharrungsmoment des katechismus ist schon respekteinflößend. selbst die hippen neymars und messis dieser welt gehen vor den heiligen madonnen tief in die knie und schlagen vor milliardenpublikum ihr kreuz und zeigen ihre konfession.
    und zum thema insolvenz des katholischen glaubens bleibt anscheinend am ende nur zu sagen: so oft totgesagte sind wohl unsterblich ... :wink5:


    und rechnen wir die materielle ausstattung hoch, dürfte die katholische kirche noch immer die reichste organisation des planeten sein. das gibt 'der sache' auch noch substanzielle macht.

    5 Mal editiert, zuletzt von A0468 () aus folgendem Grund: nachsatz

  • Religionen sind Trost für Millionen Menschen, die eben nicht immer den Zugang zu einem wissenschaftlich begründeten Weltbild haben oder finden. Hinzu kommt, dass auch noch im 21. Jahrhundert rund die Hälfte bis zwei Drittel der Menschheit eben nicht in Wohlstand leben kann, weil irre Machtverhältnisse und rund 500 Familienclans mit ihren Kapitalinteressen dem entgegenstehen. Somit, solange die Verhältnisse sich nicht ändern, dürfte Religion Bestand haben und trauriger Weise auch noch für genügend Konfliktstoff sorgen, um sich im Streit um den richtigen monotheistischen Gott gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.


    Es geht ja um die theologische Insolvenz der katholischen Kirche, also um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt der Opiate. Gibt es da bessere Opiate? Ist der Agnostizismus das bessere Opiat? Oder die oftmals atheistisch argumentierende Wissenschaftsgläubigkeit?

  • als zum agnostizismus tendierend, sehe ich das distanziert. nachdem aber auch die wissenschaft ganz besessen nach den "gottesteilchen" gesucht hat und sich die sehnsucht nach dem "mehr" offenbar ganz tief auch bei den rationalsten verwurzelt zeigt, gehe ich davon aus, dass im grunde des wesens ein bedürgnis nach kirche - welcher art auch immer - bei den meisten besteht. die ist im wandel - je nachdem, welchen erkenntnislevel die umgebende welt für unbestreitbar hält ...
    der symbolismus mag sich wandeln, wenn die generationen wechseln, aber das beharrungsmoment des katechismus ist schon respekteinflößend. selbst die hippen neymars und messis dieser welt gehen vor den heiligen madonnen tief in die knie und schlagen vor milliardenpublikum ihr kreuz und zeigen ihre konfession.
    und zum thema insolvenz des katholischen glaubens bleibt anscheinend am ende nur zu sagen: so oft totgesagte sind wohl unsterblich ... :wink5:


    und rechmen wir die materielle ausstattung hoch, dürfte die katholische kirche noch immer die reichste organisation des planeten sein. das gibt 'der sache' auch noch substanzielle macht.


    Wobei die Messis weniger den Katechismus zur Vorlage haben als vielmehr das ganz unprätentiöse Gottvertrauen, mit dem sie groß geworden sind. In der Tat ist es eher ein Zeichen der Bescheidenheit, wenn Multimillionäre sich vor und nach dem Torschuß bekreuzigen. Sie wissen einfach, daß sie verdammt viel fortune hatten, denn es gibt viele Mütter, deren Söhne gut kicken können, wie Klopp sich mal ausdrückte.
    Es geht also nicht um die Insolvenz des Religiösen, denn Trostbedürfnis wird es immer geben, da hat der kater recht. Es geht eigentlich um die Frage, ob wir die Theologie noch brauchen zur Absicherung des Glaubens/Religiösen?
    Ich denke gerade daran, daß ein Theologe zugunsten eines Gläubigen in Rom Platz gemacht hat.

  • Es geht ja um die theologische Insolvenz der katholischen Kirche, also um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt der Opiate. Gibt es da bessere Opiate? Ist der Agnostizismus das bessere Opiat? Oder die oftmals atheistisch argumentierende Wissenschaftsgläubigkeit?


    Es gibt keine Insolvenz der RKK, Papst Franziskus wird die Sache in den Griff bekommen. Und von den monotheistischen Religionen sind das RK-Christentum und der Islam in der sunnitischen Ausprägung und in der Tradition Mohammads noch immer die besten Varianten des Glaubens, zumindest aus meiner Sicht, die übrigens niemand teilen muss!

  • als zum agnostizismus tendierend, sehe ich das distanziert. nachdem aber auch die wissenschaft ganz besessen nach den "gottesteilchen" gesucht hat und sich die sehnsucht nach dem "mehr" offenbar ganz tief auch bei den rationalsten verwurzelt zeigt, gehe ich davon aus, dass im grunde des wesens ein bedürfnis nach kirche - welcher art auch immer - bei den meisten besteht. [...]


    naja. :wink5: die wissenschaft hat nach dem higgs-teilchen gesucht was postuliert wurde im higgs-mechanismus. alles benannt nach peter higgs, der daran so. ca. 1965 gearbeitet und in jüngster zeit auch mit dem nobelpreis geehrt wurde.
    das auffinden dieses teilchen war so gesehen extrem wichtig, weil sonst das ganze elementarteilchen-standard-modell der physik nicht gestimmt hätte sozusagen.
    das gottesteilchen haben dann die journalisten daraus gemacht.
    das ganze war nur der praxis test für die theorie quasi vergleichbar mit dem Hafele-Keating-Experiment.

  • Wobei die Messis weniger den Katechismus zur Vorlage haben als vielmehr das ganz unprätentiöse Gottvertrauen, mit dem sie groß geworden sind. In der Tat ist es eher ein Zeichen der Bescheidenheit, wenn Multimillionäre sich vor und nach dem Torschuß bekreuzigen. Sie wissen einfach, daß sie verdammt viel fortune hatten, denn es gibt viele Mütter, deren Söhne gut kicken können, wie Klopp sich mal ausdrückte.
    Es geht also nicht um die Insolvenz des Religiösen, denn Trostbedürfnis wird es immer geben, da hat der kater recht. Es geht eigentlich um die Frage, ob wir die Theologie noch brauchen zur Absicherung des Glaubens/Religiösen?
    Ich denke gerade daran, daß ein Theologe zugunsten eines Gläubigen in Rom Platz gemacht hat.


    es ist der beispielhafte charakter, den ich im sinn habe. keine noch so teure werbekampagne könnte ähnliche unmittelbare wirkung erzielen - und wenn sie auf allen kanälen liefe -, welche diese integrationsfiguren mit ein paar dürren aber aussagekräftigen gesten auslösen.
    ob jemand die theologie braucht, ist ehe die frage nach der akademischen betrachtung. die nomenklatura sorgt stets für sich selbst und betont ihre unverzichtbarkeit - das ist in der verwaltung immer und überall das gleiche. ich halte es für falsch, die eine betrachtung von der bewertung der anderen abhängig zu machen. niemand braucht wirklich einen diener, der einen diener braucht, der einen diener hat... :wink5:

    3 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()