Aktuelle Analysen zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands

  • Viele Medien berichten im Gleichklang der Pressemitteilungen der wirtschaftliche Aufschwung sei da, das Problem der Arbeitslosigkeit nahezu gelöst und die Steuereinnahmen des Fiskus sprudeln unerwartet stark.


    Ist dieser Aufschwung ein echter Aufschwung oder wie 2006 ein medialer Aufschwung der nur in den Medien und in wenigen Export orientierten Wachstumssegmenten stattfindet?


    Der genaue Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt auf das neben der Zahl der registrierten Arbeitslosen im Mai 2010 3.241.529 noch 1.602.244 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente verschoben wurden. ARBEITSLOSE + Personen in Massnahmen Mai 2010 == 4.843.773 betroffene Personen.


    Noch deutlicher wird die Lage am Arbeitsmarkt wenn die Zahl der Leistungsberechtigten betrachtet wird.


    Leistungsempfänger:
    ALG I 987.744;
    ALG II 5.038.185;
    Sozialgeld 1.856.218 ohne Sozialhilfe SGB XII


    Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) verharrt weiterhin bei rund 8 Millionen Personen (7.882.147)


    Auch der im medialen Gleichklang verkündete Aufschwung in der Wirtschaft ist nur auf Hoffnung und Prognosen der Zukunft gestützt.


    Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform berichtet im ersten Halbjahr 2010 mussten bundesweit 17.360 Betriebe Insolvenz anmelden. Das sind gut sieben Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Betroffen sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen.


    Von den von der Politik erhofften und von vielen Medien verkündeten Aufschwung fehlt demnach jede Spur. Was bleibt ist die Hoffnung und die positiven Prognosen.


    Prävalenz der Armut in Deutschland.
    xxx.armut.de/armut-in-deutschland_praevalenz-der-armut-in-deutschland.php?mysid=318ht0gru4si7i5naoicnlv77a91njbi


    Polarisierung der Einkommen: Die Mittelschicht verliert
    xxx.diw-berlin.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.357505.de/10-24-1.pdf



    Nach einer Studie vom Februar 2010 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wies Deutschland im Jahr 2008 "eine deutlich höhere relative Einkommensarmut als noch vor zehn Jahren" auf. Rund 11,5 Millionen Menschen lagen mit ihrem verfügbaren Einkommen unter der Armutsgrenze.


    Die Frage der Zukunft ist nicht ob und in welcher Höhe das Wachstum in wenigen Export orientierten Wachstumssegmenten ausfällt sondern wie der soziale Abstieg der Mittelschicht gebremst werden kann. Denn das erzielte Wirtschaftswachstum wird nicht durch Lohnerhöhungen an die Mittelschicht weitergegeben, die Arbeitnehmer werden vermutlich m weitere Belastungen zugemutet, die chronisch unterfinanzierten Kommunen werden Abgaben und Gebühren erhöhen und die klaffende Lücke in der GKV wird den vernehmen nach mit Zusatzbeiträge (Kopfprämie) der Versicherten geschlossen. Ebenso wird die Leih- und Zeitarbeit aufgrund geringerer Lohnkosten weiter exorbitant ausgeweitet.

  • [...]
    Ist dieser Aufschwung ein echter Aufschwung oder wie 2006 ein medialer Aufschwung der nur in den Medien und in wenigen Export orientierten Wachstumssegmenten stattfindet?[...][hervorhebung von mir, ahead]


    Eine kleine bemerkung am rande:
    2006 und 2010 sind auffälligerweise fußball-wm jahre - ob es da einen zusammenhang gibt? :confused: :thinking-020:

  • Komisch


    Ich verstehe nicht richtig, dass ein solches Thema hier nicht aufgegriffen wird. Es müßte doch fast jedem klar sein, dass die Regierungspropaganda zynisch oder fast bosartig ist. Ein jeder spürt doch am eigenen Portemonnaie und Leib, dass es eben "nicht nach oben" geht.

  • Komisch


    Ich verstehe nicht richtig, dass ein solches Thema hier nicht aufgegriffen wird. Es müßte doch fast jedem klar sein, dass die Regierungspropaganda zynisch oder fast bosartig ist. Ein jeder spürt doch am eigenen Portemonnaie und Leib, dass es eben "nicht nach oben" geht.


    viele von uns kennen sybilla schon lange.
    sie ist meist nicht hier um zu diskutieren, sondern um zu informieren.


    und diese informationen sind ausgesucht gut.
    etwas besseres kenne ich aus der gesamten forumswelt nicht, wenn es um arbeitslosen und sozialstatistiken geht.
    das ist amtlich !


    gruß bakunicus

  • Komisch

    Ich verstehe nicht richtig, dass ein solches Thema hier nicht aufgegriffen wird. Es müßte doch fast jedem klar sein, dass die Regierungspropaganda zynisch oder fast bosartig ist. Ein jeder spürt doch am eigenen Portemonnaie und Leib, dass es eben "nicht nach oben" geht.




    Selbstverständlich geht es nach oben..................nur nicht für die große Masse.......:confused:



    greetz

  • Arbeitsmarkt Juni 2010:

    Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit BA Bericht Juni 2010 Seite 13

    ….Die Neuausrichtung der Instrumente hat indirekt Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen im Zeitablauf. Nach § 16 Absatz 2 SGB III gelten Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos. Diese Regelung kommt bei den neuen Maßnahmen nach § 46 SGB III zum Tragen und entsprechend werden Teilnehmer an solchen Maßnahmen einheitlich nicht als arbeitslos geführt. […] Im April 2009 waren Dritte bundesweit für rund 200.000 Personen mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung beauftragt. Die Teilnahmen an diesem Instrument laufen ab Mai 2009 sukzessive aus und parallel dazu erhöht sich die Zahl der Teilnahmen an den neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Dadurch wird im Vergleich zu früheren Zeiträumen die Arbeitslosenzahl durch Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker entlastet. Dieser Effekt ist bei der Beurteilung der Arbeitslosenzahlen zu berücksichtigen.…[/URL]

    BA Bericht Juni 2010 Seite 48

    Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
    - Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
    - Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
    - berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwick-lung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
    - Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Perso-nen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
    - Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszu-schuss (Ich-AG; Restabwicklung).
    Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des §
    126 SGB III beziehen, zur Unterbeschäftigung gezählt.

    Offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im Juni 2010
    3.153.300 + 1.579.060 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente.
    Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht auf 313.715 beziffert.

    [B]ARBEITSLOSE + Personen in Massnahmen Mai 2010 == 4.732.360 betroffene Personen

    BA Bericht Juni 2010 Seite 53 Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit 4.307.638 Personen Unterbeschäftigungsquote 10,1 %


    Nach den jüngsten Angaben wurden im März 2010 an 830.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld gezahlt. (BA Bericht Juni 2010 Seite 9)

    Leistungsempfänger 3):
    ALG I 914.843 ;
    ALG II 4.998.061 ;
    Sozialgeld 1.842.895 (ohne Sozialhilfe SGB XII) BA Bericht Juni 2010 Seite 53
    3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
    Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) verharrt weiterhin auf höchsten Niveau (7.755.799) BA Bericht Juni Seite 53.

    Der BA - Arbeitsmarktstatistik suggeriert für den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin eine Insel der Glückseligkeit. Die Arbeitslosenstatistik der BA verzeichnet die übliche Frühjahresbelebung am Arbeitsmarkt.. Bei sorgfältiger Betrachtung des BA Monatsbericht fällt allerdings auf, dass viele Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen. Für mich stellt sich deshalb die Frage, wird die Zahl der Arbeitslosen seitens der BA gezählt oder - wie zuletzt in Griechenland - geschätzt? Vor allem stellt sich die Frage, woher kommt trotz „boomenden Arbeitsmarkt“ das exorbitant hohe Finanzdefizit der BA und der exorbitant hohe Anstieg der Ausgaben für soziale Leistungen (ALG II) bei den Kommunen?

    Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009

    Laut BA Schätzungen/Hochrechnungen befanden sich im Monat Juni *1,58 Mio. Personen (*vorläufig und hochgerechnet) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.BA - Bericht Juni 2010 Seite 6 Darunter sind nach BA Hochrechnungen/Schätzung 313.715 Personen - BA Bericht Juni 2010 Seite 85 in einer Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II Wobei von einer Untererfassung auszugehen ist, 3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2009 [Januar bis Dezember, Datenstand April 2010] nur ca. 71 % im BA Bericht März waren es noch 77 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst. Wie viele Personen in den fehlenden 23 % jetzt 29 % gefördert werden, wäre reine Spekulation. (BA Bericht Mai Seite 85 Fußnote 3)

    Vor allem im Bereich der Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) ist eine erhebliche Untererfassung zu vermuten. Hinweis BA Bericht Juni 2010 Seite 85 Am aktuellen Rand werden die Daten aufgrund von Erfahrungswerten hoch gerechnet. 7) Vergleiche mit Vorjahresergebnissen sind nicht sinnvoll, da rückwirkend ab BM Jan 2010 die Datenbasis und das Messkonzept zur Auswertung von eingelösten VGS (bewilligt 1. Rate) umgestellt und die statistischen Ergebnisse revidiert wurden.

    Quelle der Daten: xxx.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/201006.pdf

    Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik die vielfach auf Schätzungen und Hochrechnungen der BA beruht?

    Die Wirtschaftskrise schlägt demnach nur auf die Zahl der Leistungsempfänger und die Finanzen der BA und der Kommunen durch, nicht aber auf die Zahl der statistisch erfassten Arbeitslosen, die BA Statistik der Arbeitslosen sinkt trotz anhaltender Krise auf immer neue Rekordtiefststände ab, die Arbeitslosen werden weiterhin in den „Verschiebebahnhöfen“ – arbeitsmarktpolitische Instrumente und Kurzarbeit sowie in der von der Ministerin angestrebten Ausweitung der steuerfinanzierten Bürgerarbeit, verborgen.

    Erstellt von Sybilla am 30.06.10 11 Uhr 00
    Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden

  • " Reallöhne sind wieder gestiegen


    Die Reallöhne in Deutschland sind im 1. Quartal dieses Jahres wieder gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die preisbereinigten Verdienste im Jahresvergleich um im Schnitt 0,8 %. Dies sei der höchste Anstieg seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise im 4.Quartal 2008.


    Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente durchschnittlich brutto 3178 Euro im Monat. Die höchsten Verdienste gab es in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (4224 Euro), die niedrigsten im Gastgewerbe (1914 Euro). "


    -> Der Teletext im Ersten - ARD Text

    der Aufschwung
    ©®™ ist da.... :banana75::smilielol5:

  • [url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704283,00.html]Deutschland im Umbruch: Letzte Chance Radikalkur - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft[/url]


    Schwaches Wachstum, alternde Gesellschaft, überlasteter Staatsetat: Deutschland muss sich einer Langzeitstudie zufolge radikal modernisieren, um international nicht dramatisch zurückzufallen. SPIEGEL ONLINE zeigt, wo der größte Reformbedarf besteht - und welche Erneuerungschancen die Republik hat.


    Ich schliesse mich der Meinung teilweise an, das dies einige der absoluten kernherausforderungen werden.
    Wir seht ihr das ?
    Vor allem haltet ihr diese Problematik für bewältigbar ?


    So wie ich das sehe, ist das grösste Problem die Ãœberalterung, der Staat kommt so denke ich längerfristig nicht um eine verantwortungsvolle Familiepolitik rumkommen.
    Momentan ist man ja ansich als Familie eher angeschi**en im Gegensatz zu denen die keine kinder haben.

  • http://www.dradio.de/dkultur/s…ischesfeuilleton/1220457/

    Zitat

    http://www.dradio.de/dkultur/s…ischesfeuilleton/1220457/


    Wir leben offensichtlich in einer "als ob" Gesellschaft in der die Suggestion mehr bewirkt als die Realität. Die Suggestion der absinkenden Arbeitslosenzahlen überlagert so die Realität der rapide ansteigenden Armut/Armutsgefährundung breiter gesellschaftlicher Gruppen die durch die exorbitante Ausweitung der Niedrigstlonsektoren bis weit in die Mittelschicht hinein Auswirkung zeigt.

    Einmal editiert, zuletzt von Sybilla ()

  • Die Linken sind stinkig, nee ?

    Doch kein Zusammenbruch des Kapitalismus...
    doch keine Weltrevolution...
    doch keine 20 Mio. Arbeitslose nur in Deutschland...
    und diese fiese Wirtschaft läuft wieder an... :shocked:

  • Die Linken sind stinkig, nee ?

    Doch kein Zusammenbruch des Kapitalismus...
    doch keine Weltrevolution...
    doch keine 20 Mio. Arbeitslose nur in Deutschland...
    und diese fiese Wirtschaft läuft wieder an... :shocked:


    Ich bitte um Entschuldigung, dass ich als bekennende Realistin diese euphorische Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Wirtschaft nicht teilen kann. In der Krise wurden die Rahmenbedingungen elementar verschoben die Kurzarbeiterregelung verzerrt den tatsächlichen Einbruch, ich erkläre das anhand eines simplen Beispiel wenn die Wirtschaftsleistung in 2008 == 100 war in 2009 um 5 % auf 95 absackte und jetzt um 2 % steigt, steht sie nun bei 96.90 ist also bei weitem geringer als 2008.


    Auch der mediale "Exportboom" täuscht über die Fakten der Realität hinweg.
    Wenn die Exportleistung in 2008 == 100 war. Der Außenhandel im 1. Quartal 2009 – um 21,2 % zum Vorjahresquartal absank und der Außenhandel 2010 im 1. Quartal 2010: um 10,3 % anstieg, steht er - manche werden überrascht sein, andere nicht - bei 86 ,92 und somit immer noch weit unter dem Stand von 2008.


    Wer jetzt den wirtschaftlichen "Aufschwung" bejubelt, könnte sehr bald - wie mancher deutscher Fußballfan - mit langem Gesicht die Realität wahrnehmen. Die Stimmungsmacher in den Medien generieren eine von der Obrigkeit gewünschte Stimmung, diese sehr oft nicht die reale Stimmung der Bürger - oder die realistische Leistungsfähigkeit der DFB Auswahlmannschaft - widerspiegelt.


    Aufwachen!!! Nicht träumen!!!

  • Aufwachen!!! Nicht träumen!!!

    Nur prinzipiell: Ein Wachstum bleibt auch dann Wachstum, wenn es nicht gross genug ist, einen zuvor stattgefundenen Einbruch aufzuholen.
    Oder negativ ausgedrückt: der Einbruch konnte zu 1/3 wieder ausgeglichen werden.


    Die Schlussfolgerung ist gleichwohl. es bricht offenbar derzeit nicht weiter ein, sondern im Gegenteil. Diese Schlussfolgerung ist unabhängig von der Bezugsgrösse, solange sie nur (korrekt) ein und dieselbe ist.

  • Man könnte auch eine andere Argumentation anführen: Wenn der Schüler ( hier die BRD ) nach der Zeugnissausgabe nach Hause kommt und bagatellisierend seine 5 damit entschuldigen will, dass die anderen eine 6 haben, bleibt die 5 trotzdem eine mangelhafte Leistung.

  • 20-Jahres-Rekord bei Geschäftsklima Deutsche Wirtschaft feiert rasanten Aufschwung

    Pressemitteilung Nr.259 vom 23.07.2010 Aufträge im Bauhauptgewerbe im Mai 2010: real – 0,5% zum Vorjahr

    Deutlich weniger Kfz-Neuzulassungen im Juni... . Verwunderlich ist das allerdings nicht, schließlich waren die Pkw-Neuzulassungszahlen des Vorjahres deutlich geprägt von dem Effekt der „Abwrackprämie“. Das merkt man auch der KBA-Halbjahresbilanz an, wurden in den ersten sechs Monaten 2010 doch lediglich knapp 1,5 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. Das hohe Vorjahresergebnis wurde somit um 28,7 Prozent unterschritten, und im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 sind es 10,1 Prozent weniger, teilt die Behörde mit....

    Wir werden abermals mit einen Paradoxon konfrontiert.
    Das Gefühl die Umfragen und ifo-Prognosen zeigen in Richtung Aufschwung, die faktischen Zahlen der Realität zeigen weiterhin in die Rezession.

    Im Mai müßte das Bauhauptgewerbe naturgemäß boomen, der neuerliche Rückgang im Vergleich mit den so genannten Krisenjahr 2009 ist angesichts der Sensationsmeldungen vom Aufschwung mehr als überraschend allerdings viel der Rückgang im Bauhauptgewerbe nicht so stark aus als erwartet. Auch das könnte mancher als Zeichen des Aufschwungs werten und deshalb eine bessere Zukunft prognostizieren. Zudem sind auch die Kfz-Neuzulassungen im Juni abermals deutlich gesunken allerdings nicht so stark als erwartet was als Grund für eine positive Prognose gesehen wird.

    Viele Medien berichten im Gleichklang der Pressemitteilungen der wirtschaftliche Aufschwung sei da, das Problem der Arbeitslosigkeit nahezu gelöst und die Steuereinnahmen des Fiskus sprudeln unerwartet stark.

    Ist dieser Aufschwung ein echter Aufschwung oder wie 2006 ein medialer Aufschwung der nur in den Medien und in wenigen Export orientierten Wachstumssegmenten stattfindet?

    Der genaue Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt auf das neben der Zahl der registrierten Arbeitslosen im Mai 2010 3.241.529 noch 1.602.244 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente verschoben wurden. ARBEITSLOSE + Personen in Massnahmen Mai 2010 == 4.843.773 betroffene Personen.

    Noch deutlicher wird die Lage am Arbeitsmarkt wenn die Zahl der Leistungsberechtigten betrachtet wird.

    Leistungsempfänger:
    ALG I 987.744;
    ALG II 5.038.185;
    Sozialgeld 1.856.218 ohne Sozialhilfe SGB XII

    Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) verharrt weiterhin bei rund 8 Millionen Personen (7.882.147)

    Auch der im medialen Gleichklang verkündete Aufschwung in der Wirtschaft ist nur auf Hoffnung und Prognosen der Zukunft gestützt.

    Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform berichtet im ersten Halbjahr 2010 mussten bundesweit 17.360 Betriebe Insolvenz anmelden. Das sind gut sieben Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Betroffen sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen.

    Von den von der Politik erhofften und von vielen Medien verkündeten Aufschwung fehlt demnach jede Spur. Was bleibt ist die Hoffnung und die positiven Prognosen.

    In der Krise wurden die Rahmenbedingungen elementar verschoben die Kurzarbeiterregelung verzerrt den tatsächlichen Einbruch, ich erkläre das anhand eines simplen Beispiel wenn die Wirtschaftsleistung in 2008 == 100 war in 2009 um 5 % auf 95 absackte und jetzt um 2 % steigt, steht sie nun bei 96.90 ist also bei weitem geringer als 2008.

    Auch der mediale "Exportboom" täuscht über die Fakten der Realität hinweg.
    Wenn die Exportleistung in 2008 == 100 war. Der Außenhandel im 1. Quartal 2009 – um 21,2 % zum Vorjahresquartal absank und der Außenhandel 2010 im 1. Quartal 2010: um 10,3 % anstieg, steht er - manche werden überrascht sein, andere nicht - bei 86 ,92 und somit immer noch weit unter dem Stand von 2008.

    Wer jetzt den wirtschaftlichen "Aufschwung" bejubelt, könnte sehr bald mit heftigen Kopfschmerzen in der Realität erwachen.

    Aufwachen!!! Nicht träumen!!!
    [ame='http://www.youtube.com/watch?v=iZiO9bqzHzg']wir sinken nicht[/ame]

  • Arbeitsmarkt Juli 2010:

    Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit BA Bericht Juli 2010 Seite 13

    ….Die Neuausrichtung der Instrumente hat indirekt Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen im Zeitablauf. Nach § 16 Absatz 2 SGB III gelten Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos. Diese Regelung kommt bei den neuen Maßnahmen nach § 46 SGB III zum Tragen und entsprechend werden Teilnehmer an solchen Maßnahmen einheitlich nicht als arbeitslos geführt. […] Im April 2009 waren Dritte bundesweit für rund 200.000 Personen mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung beauftragt. Die Teilnahmen an diesem Instrument laufen ab Mai 2009 sukzessive aus und parallel dazu erhöht sich die Zahl der Teilnahmen an den neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Dadurch wird im Vergleich zu früheren Zeiträumen die Arbeitslosenzahl durch Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker entlastet. Dieser Effekt ist bei der Beurteilung der Arbeitslosenzahlen zu berücksichtigen.…

    BA Bericht Juli 2010 Seite 48

    Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
    - Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
    - Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
    - berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwicklung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
    - Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Perso-nen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
    - Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszu-schuss (Ich-AG; Restabwicklung).
    Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des §
    126 SGB III beziehen, zur Unterbeschäftigung gezählt.

    Offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im Juli 2010
    3.191.800 + 1.487.198 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente.

    Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht auf 316.411 beziffert.

    Nach letzten Angaben im Berichtsmonat März 2010, erhielten 385.000 Arbeitslose keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung. (BA Bericht Juli 2010 Seite 20)

    ARBEITSLOSE + Personen in Maßnahmen Juli 2010 == 4.678.998 betroffene Personen
    (zuzüglich der Arbeitslosen die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung erhalten)

    BA Bericht Juli 2010 Seite 53 Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit 4.302.624 Personen Unterbeschäftigungsquote 10,1 %


    Nach den jüngsten Angaben wurden im März 2010 an 830.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld gezahlt. (BA Bericht Juli 2010 Seite 9) 385.000 Arbeitslose erhielten,

    Leistungsempfänger 3):
    ALG I 945.692;
    ALG II 4.962.218;
    Sozialgeld 1.831.613 (ohne Sozialhilfe SGB XII) BA Bericht Juli 2010 Seite 54
    3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
    Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) verharrt mitten im „Jobwunder“ weiterhin auf höchsten Niveau (7.739.523) BA Bericht Juli Seite 54.

    Der BA - Arbeitsmarktstatistik suggeriert für den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin eine Insel der Glückseligkeit. Die Arbeitslosenstatistik der BA verzeichnet die übliche Entwicklung am Arbeitsmarkt.. Bei sorgfältiger Betrachtung des BA Monatsbericht fällt allerdings auf, dass viele Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen. Für mich stellt sich deshalb die Frage, wird die Zahl der Arbeitslosen seitens der BA gezählt oder - wie zuletzt in Griechenland - geschätzt ? Vor allem stellt sich die Frage, woher kommt trotz „boomenden Arbeitsmarkt“ das exorbitant hohe Finanzdefizit der BA und der exorbitant hohe Anstieg der Ausgaben für soziale Leistungen (ALG II) bei den Kommunen?

    Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009

    Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr.

    Laut BA Schätzungen/Hochrechnungen befanden sich im Monat Juli *1,49 Mio. Personen (*vorläufig und hochgerechnet) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.BA - Bericht Juli 2010 Seite 6 Darunter sind nach BA Hochrechnungen/Schätzung 316.411 Personen - BA Bericht Juli 2010 Seite 86 in einer Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II Wobei von einer Untererfassung auszugehen ist, 3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis Juni, Datenstand Juni 2010 - vorläufige Werte] nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst. Wie viele Personen in den fehlenden 28 % gefördert werden, wäre reine Spekulation. (BA Bericht Juli Seite 86 Fußnote 3)

    Vor allem im Bereich der Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) ist eine erhebliche Untererfassung zu vermuten. Hinweis BA Bericht Juli 2010 Seite 86 Am aktuellen Rand werden die Daten aufgrund von Erfahrungswerten hoch gerechnet. 7) Vergleiche mit Vorjahresergebnissen sind nicht sinnvoll, da rückwirkend ab BM Jan 2010 die Datenbasis und das Messkonzept zur Auswertung von eingelösten VGS (bewilligt 1. Rate) umgestellt und die statistischen Ergebnisse revidiert wurden.

    Quelle der Daten: http://www.pub.arbeitsagentur.…100/html/monat/201007.pdf

    Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik die vielfach auf Schätzungen und Hochrechnungen der BA beruht?

    Die Zahl der offiziell registrieren Arbeitslosen bleibt auf niedrigen Niveau die Finanzlage der BA und der Kommunen bleibt angespannt, viele Arbeitslose/Arbeitssuchende werden weiterhin in den „Verschiebebahnhöfen“ – arbeitsmarktpolitische Instrumente und Kurzarbeit sowie in der von der Ministerin angestrebten Ausweitung der steuerfinanzierten Bürgerarbeit, verborgen.

    Erstellt von Sybilla am 29.07.10 11 Uhr 00
    [FONT=&quot]Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden[/FONT]

    Einmal editiert, zuletzt von Sybilla ()

  • "[...] EU rechnet mit geringerem Wirtschaftswachstum als Bundesregierung


    Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr in Deutschland ein geringeres Wirtschaftswachstum als die Bundesregierung. Es gebe keinen Grund, die Frühjahrsprognose zu revidieren, sagte der zuständige Generaldirektor Buti der Zeitung "Die Welt". Demnach rechnet die EU für das laufende Jahr weiter mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Die Bundesregierung geht dagegen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent ansteigt. Gesamtmetall-Präsident Kannegießer warnte unterdessen davor, die wirtschaftliche Erholung in Deutschland überzubewerten. Man sei noch lange nicht wieder da, wo man vor der Krise gewesen sei, sagte Kannegießer im Deutschlandfunk. Wenn nun einige Gewerkschaften höhere Lohnabschlüsse forderten, sei das ein völlig falsches Signal.[...]"


    -> Nachrichten vom 31.07.2010 16:00 - dradio.de Samstag, 31. Juli 2010 15:00 Uhr


    Kaum haben die gewerkschaften angekündigt mehr lohn zu fordern kommen wieder die üblichen verdächtigen hervor und singen das hohe lied vom zarten pflänzchen aufschwung, daß nicht mit lohnforderungen zerstört werden dürfe...
    Was nun? Die propaganda sagt HÃœ der aufschwung ist da und die lobbyisten sagen plötzlich HOTT :out: