Aktuelle Analysen zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands

  • Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis wird in der betrieblichen Praxis erheblich deutlicher, als in der betriebsfernen Theorie.


    Schwall, Schwall, Gummiball. Was soll diese Plattitüde denn ausdrücken?

  • Ziemlich ignorante Argumentation von theoretischen BWL'ern, die sich hinter längst überkommenen Ideologien verstecken, wie sie die reale Arbeitswelt gern hätten.


    Die Anzahl von Unternehmen, in denen solche "Argumentation" mit einem "leistungsförderndem Gespräch" geahndet wird, nimmt ständig zu, und das ist gut so.


    Viele, die es dann noch nicht kapiert hatten, wurden erfolgreich mit der Frage konfrontiert, ob sie sich vorstellen könnten, eine Herausforderung bei einem Unternehmen zu suchen, das dieses Anforderungsprofil stellt. Gelandet sind sie häufig als Referenten für Personalwesen für die Geschäftsleitung windiger Sub-Kontraktoren für Personaldienstleistungen.

  • @ Adler
    Dass du womöglich mehr praktische Erfahrungen haben solltest, wenn du über Erfahrungen und Sachverhalte von Menschen, mit diesen Erfahrungen, im Zusammenhang mit genau solchen Sachverhalten, nur Wörthülsen und Sprechblasen verteilst.


    Du warst es, der mit einem banalen Textbaustein eine im Kern falsche Aussage als gegebene Wahrheit dargestellt hat.
    Und ich habe mir erlaubt, dich darauf hinzuweisen, dass es in der Praxis eben anders ist, als es einem Laien, mit kaum oder nur ein wenig Kenntnis der betriebsfernen Theorie, erscheinen mag.
    Zu komplex oder zu weit her geholt, der Gedanke?


    Wie "Effizienzsteigerung" sich bei reduzierten Stunden und gleichbleibendem Arbeitsvolumen in der Praxis auswirkt, kannst du in der Pflege gut beobachten. Oder im Krankenhaus. In diesen Fällen wird es deshalb so deutlich und ist ins öffentliche Bewusstsein gedrungen, weil es viele Menschen (und Angehörige) betrifft und/oder betreffen kann, die anschließend darüber berichten können.


    Diese (und analoge) Probleme treten überall dort auf, wo mit weniger Personal und damit in weniger Zeit gleiche Volumina geleistet werden müssen, die nicht von Maschinen übernommen werden können.
    Das geht immer - generell und unabwendbar - zu Lasten der Qualität. Und wer etwas anderes behauptet, sollte das auch konkretisieren und Beweise erbringen. Selbst die Hygienemängel in Hotels sind genau auf diese Mechanismen zurück zu führen.


    Mit Sprechblasen und simpler Wiedergabe von Textbausteinen aus dem Polit-und-Lobby-Dialektik-Baukasten zu arbeiten ist kaum hilfreich im konkreten Fall.


    Dann passiert nämlich leicht das, was ich schrieb.
    Und du übrigens auch, nur solltest du das reflexiv betrachten ... ;)

    8 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Nein, nicht du, Wieben, ich habe den Vorposter ansprechen wollen.
    Ich konnte ja nicht ahnen, dass du dich dazwischen schiebst

  • Ich schicke dir die Pflegerin, um die Sauerei wegzumachen - sobald sie mit der Grundversorgung der vierzig Betten auf der Station fertig ist. Kann sich also nur um Stunden handeln...

  • Das "an sich halten" bezog sich auf rein verbale Äußerung …


    … muss doch schwer bitten muss ich da :notme:.

  • Zitat

    Dass du womöglich mehr praktische Erfahrungen haben solltest, wenn du über Erfahrungen und Sachverhalte von Menschen, mit diesen Erfahrungen, im Zusammenhang mit genau solchen Sachverhalten, nur Wörthülsen und Sprechblasen verteilst.


    Auf welcher Grundlage wird mir die praktische Erfahrung abgesprochen? Ich habe durchaus Erfahrung mit Teilzeit- und Telearbeitskräften.


    Zitat

    Du warst es, der mit einem banalen Textbaustein eine im Kern falsche Aussage als gegebene Wahrheit dargestellt hat


    Welcher Textbaustein? Dass Teilzeitkräfte effektiver arbeiten können? Genau das ist meine persönliche Wahrnehmung aus der mir abgesprochenen Praxis. Wieder aus meiner Erfahrung:
    Kürzere Arbeitszeiten am Tag zwingen zu einer anderen Organisationsfähigkeit, um die anfallende Arbeit besser zu koordinieren und strukturieren zu können.
    Des Weiteren ging es zentral um die Reduktion der Arbeitszeit durch die Erhebung von Mindestlohn. Ich bezweifel, dass Arbeitgeber die ausfallenden Kapazitäten durch eine Reduktion der Wochenarbeitszeit ausgleichen (insbesondere, wenn man Geld sparen möchte). Folglich muss entweder das Potential in den Arbeitskräften schlummern, effektiver arbeiten zu können oder aber die Wegfallenden Kapazitäten waren ohnehin nicht wirtschaftlich.


    Zitat

    Dann passiert nämlich leicht das, was ich schrieb.
    Und du übrigens auch, nur solltest du das reflexiv betrachten ...


    Asche auf mein Haupt, die Pflege habe ich in der Tat nicht berücksichtigt. Ich bin eher im büroumfeldgeprägtem Raum unterwegs. Und hier habe ich meine Beobachtungen und Erfahrungen, u.a. als Kollege und Vorgesetzter gemacht.

  • Du neigst zur Umdeutung, wie mir scheint.
    Es ging um die Ausgangslage, dass in weniger Zeit die gleiche Arbeit geleistet werden muss und das angeblich durch effizientere Arbeitsleistung möglich ist/ausgeglichen werden kann.
    Und das ist eine ziemlich flachbrüstige Binse.
    Und noch dazu strukturell falsch, weil viel zu pauschal und "theoretisch". Denn es unterstellt implizit ineffiziente Arbeit in der Praxis, vor der Arbeitszeitverkürzung, was natürlich völlig absurd ist, ohne vorliegende explizite Kenntnisse der Umstände.
    Nachvollziehbar?

  • .... Ich bin eher im büroumfeldgeprägtem Raum unterwegs. Und hier habe ich meine Beobachtungen und Erfahrungen, u.a. als Kollege und Vorgesetzter gemacht.


    Da gibt es allerdings reichlich Potential zur Effizienzsteigerung. Etliche Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen, dass in vielen mittelständischen Unternehmen und Großkonzernen etwa 1/3 der Arbeitszeit durch schlechtes Management und schlechte Organisation verschwendet wird.


  • Asche auf mein Haupt, die Pflege habe ich in der Tat nicht berücksichtigt. Ich bin eher im büroumfeldgeprägtem Raum unterwegs. Und hier habe ich meine Beobachtungen und Erfahrungen, u.a. als Kollege und Vorgesetzter gemacht.



    Ich habe andererseits auch nicht unterstellt, dass in allen Bereichen effizient gearbeitet wird. Ich kenne diese Sorte Büros. Und ich habe eine dezidierte Einschätzung, warum dort, in vielen betrachteten Fällen, eine Menge besser gemacht werden könnte, aber selten wird. Ich gebe meine Analysen sogar dann und wann zum Besten.
    Eine schlechte Lösung ist es allerdings generell, sich auf Teilzeit- und Zeitarbeitskräfte bei der Realisierung langfristiger Projekte zu stützen.
    Das ist ein grundlegender Verstoß gegen die Arbeitslogik. Das ist so falsch wie die Finanzierung langfristiger Engagements durch kurzfristige Kredite. Kardinalfehler.

    4 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Die Unkultur der project und business governances mit den Scheinrealitäten abgehakter Checklisten ist in die Unternehmen eingezogen.


    Sie ernährt lediglich die Kreatoren der governances und Checklisten einschließlich ihrer Unterorganisationen. Diejenigen, die bei den nach den governances erforderlichen project tollgates ihre Haken auf die Checklisten gesetzt haben, sind an dieser Stelle aus dem Projektablauf raus und wenden sich neuen Aufgaben zu, mit der nicht unrealistischen Chance auch diese in den Sand zu setzen.


    Die terminlichen, inhaltlichen und finanziellen Fehlentwicklungen in Projekten werden erst bei den acceptance tests durch die Endkunden offenbar. Dann wird es mehrfach teurer als es gleich richtig zu machen und nicht der vorausschauenden Heilkraft von Haken auf Checklisten zu vertrauen.


    Die Effektivität wird aber bevorzugt an denen gemessen, die die letzten Schritte der von Checklisten bis zur Unkenntlichkeit verunstalteten Projekte umsetzen müssen, aber nicht an denen, die sich durch Häkchen setzen rechtzeitig einen schlanken Fuß gemacht haben.


    Erinnere ich mich recht, dass in diesem thread auch von der Effektivität von Unternehmen die Rede ist?

    2 Mal editiert, zuletzt von Wieben Klas ()

  • In Verwaltungen sind mangelhafte Arbeitsmoral und Effizienz in der Regel ein Zeichen unzureichend qualifizierter und schlecht führender Vorgesetzter. Unzureichende Vorgesetzte haben den Hang, sich ungerne Konkurrenz ins Team (in die Abteilung etc.) zu holen, also stellen sie lieber Leute ein, die noch unterhalb ihrer Kompetenzschwelle liegen.
    Das ist im Grunde auf allen Ebenen gleich. In einer Kapitalgesellschaft und den öffentlichen Verwaltungen kommt noch der inhärente Hang zur Verweigerung der Ãœbernahme von Verantwortung dazu, die Eigentümer lassen sich ja nie blicken, um nach den Rechten zu sehen...
    Das zusammen ist ein fruchtbarer Boden für allerlei Zeit- und Geldverschwendung, gedüngt durch schwer nachvollziehbaren Bürokratenbockmist...

  • Die Geschichte mit der Einstellung von Mitarbeitern unterhalb der Kompetenzschwelle des zukünftigen Vorgesetzten wird zunehmend dadurch umgangen, dass das Team obligatorisch an der Einstellung des zukünftigen Mitarbeiters aktiv beteiligt wird (speed dating).


    Auf diese Weise wird zu großen Teilen verhindert, dass Luschen eingestellt werden, die das Team später durchschleppen muss, und dem Vorgesetzen wird so auch ein wenig mehr Feuer unter dem Kessel gemacht.

  • In der Praxis sehe ich eher, dass im Team die faktischen Leitwölfe ihre Position verteidigen und sich nicht gerne jemanden an die Seite stellen lassen, der/die sie potenziell überragt und die Alpha-Position in Frage stellt.

  • Wenn Teams zu einem definierten Teil nach ihrer Gesamtleistung bewertet werden, optimalerweise mit einer Leistungskomponente im Gehalt, werden Alphatierchen zum großen Teil kalt gestellt, denn Alphagehabe reduziert die Effektivität von teams.


    An die Stelle von Alphagehabe treten in funktionierenden Teams die leadership elements, die von jedem Teammitglied gleichermaßen gefordert werden.