Grundsatzurteil zur Sterbehilfe

  • Hey! Lasst mich nicht dumm sterben! Meint Ihr das, was Gesellschaft und Politik "sozialverträgliches Ableben" nennt?
    Das kommt später, denke ich. Wenn die Ãœberalterung voll durchschlägt und die Sozialkassen nicht mehr die schwarze Null bedienen können.
    Jetzt geht es erst einmal noch um die Hilfe zum/beim Sterben, wenn der Patient/Versicherte es wünscht.


    Christiane

  • Meiner Meinung nach sollte man zuallererst dafür sorgen, dass möglichst wenig alte oder kranke Menschen sich für diesen Weg entscheiden, indem man in eine menschenwürdige Palliativmedizin investiert. Zum Beispiel.

  • Meiner Meinung nach sollte man zuallererst dafür sorgen, dass möglichst wenig alte oder kranke Menschen sich für diesen Weg entscheiden, indem man in eine menschenwürdige Palliativmedizin investiert. Zum Beispiel.


    Ja, das sagt unser Bundesgesundheitsminister auch.
    www.faz.net/aktuell/politik/inland/betreuung-von-schwerstkranken-koalition-einigt-sich-auf-ausbau-der-palliativmedizin-13260602.html
    Dann kann ja nix schiefgehen.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Hey! Lasst mich nicht dumm sterben! Meint Ihr das, was Gesellschaft und Politik "sozialverträgliches Ableben" nennt?
    Das kommt später, denke ich. Wenn die Ãœberalterung voll durchschlägt und die Sozialkassen nicht mehr die schwarze Null bedienen können.
    Jetzt geht es erst einmal noch um die Hilfe zum/beim Sterben, wenn der Patient/Versicherte es wünscht.


    Christiane



    Einen Vorentwurf / Zukunftsszenario wie das gehen kann zeigte der SF Film aus dem Jahr 1973 *
    [h=1]Soylent Green * …Jahr 2022… die überleben wollen, ... alte Menschen müssen ab treten und aus ihren Leichnam wird Food in Tablettenform hergestellt .
    [/h]ein Info link zu dem Film : http://de.wikipedia.org/wiki/%…die_%C3%BCberleben_wollen


    Damals war das Schoking , der Grusel pur .


    BB

  • In den 70gern gab es die besten Science Fiction-Filme, die nun teilweise so langsam Realität werden...

  • In den 70gern gab es die besten Science Fiction-Filme, die nun teilweise so langsam Realität werden...


    In den Siebzigern wussten wir ja auch noch, dass wir ins All vorstoßen müssen, damit die Menschheit eine Chance hat und jetzt schau um welchen Scheiß sie sich heute kümmert. ;)


    Zum Thema finde ich, dass Sterben Privatsache sein sollte und wenn jemand abtreten will soll man ihn lassen und einen angenehmen Tod ermöglichen.

  • In den Siebzigern wussten wir ja auch noch, dass wir ins All vorstoßen müssen, damit die Menschheit eine Chance hat und jetzt schau um welchen Scheiß sie sich heute kümmert. ;)


    Zum Thema finde ich, dass Sterben Privatsache sein sollte und wenn jemand abtreten will soll man ihn lassen und einen angenehmen Tod ermöglichen.


    So sehe ich das auch ,
    wenn ich merke das sich bei mir Alzheimer usw breit macht und ich in die totale Demenz abgleite , ist das der Zeitpunkt wo ich mich bewusst und noch bei klaren Verstand verabschieden will . Und das wäre dann mein ausdrücklicher Wille .


    Der beste Weg ist natürlich ein begleitetes Sterben durch einen Arzt . Das ist in Holland und Belgien schon seit vielen Jahren möglich und wird auch praktiziert . Gesetzlich ist das auch abgesichert für alle Beteiligten besonders für die Sterbehelfer ( Arzt usw) .
    Hier in D ist man damit aber noch Lichtjahre weit entfernt .


    Mein Credo : Wer bewusst Lebt , kann auch bewusst Sterben , wenn das jemand ausdrücklich will aus was für schwerwiegenden Gründen auch immer .



    BB


  • Zum Thema finde ich, dass Sterben Privatsache sein sollte und wenn jemand abtreten will soll man ihn lassen und einen angenehmen Tod ermöglichen.


    Es soll ja in ein Gesetz gegossen werden und ins BGB (glaube ich) aufgenommen werden. Ich habe nicht soviel Zutrauen zu unseren politischen Künstlern, dass sie nicht im Ãœbereifer, alles richtig zu machen, die Errungenschaften betr. Patientenverfügung wieder zunichte machen und wir das Rad neu erfinden müssen. Montgomery als Ärztesprecher verbietet es den seinen, beim Sterben zu helfen: "Dafür ist ein Arzt nicht da".
    Aber bitte schön, wer soll sonst helfen? Versteht Ihr meine Sorge?


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Ich hoffe, dass Ärzte nicht per Gesetz dazu gezwungen werden, Sterbehilfe leisten zu müssen. Das sollte jeder Arzt selbst entscheiden.

  • Es soll ja in ein Gesetz gegossen werden und ins BGB (glaube ich) aufgenommen werden. Ich habe nicht soviel Zutrauen zu unseren politischen Künstlern, dass sie nicht im Ãœbereifer, alles richtig zu machen, die Errungenschaften betr. Patientenverfügung wieder zunichte machen und wir das Rad neu erfinden müssen. Montgomery als Ärztesprecher verbietet es den seinen, beim Sterben zu helfen: "Dafür ist ein Arzt nicht da".
    Aber bitte schön, wer soll sonst helfen? Versteht Ihr meine Sorge?


    Frdl. Grüße
    Christiane


    Die beste Variante wäre die, dass man seinen Schalter selbst umlegen kann. Wenn ein Arzt nötig ist, sollte dieser nicht dazu gezwungen werden können. Wenn es ein Gesetz gibt, sollte es einfach und klar formuliert sein.

  • Die beste Variante wäre die, dass man seinen Schalter selbst umlegen kann.


    Leider ist selbst das nicht möglich.


    Wenn ein Arzt nötig ist, sollte dieser nicht dazu gezwungen werden können. Wenn es ein Gesetz gibt, sollte es einfach und klar formuliert sein.


    Nein, gezwungen sollte kein Arzt werden...aber diejenigen, die dazu bereit sind, sollten auch rechtlich abgesichert sein.

  • Längst nicht ausreichend und überfällig, aber: Das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung wurde vorgestern beschlossen

    http://www.bmg.bund.de/ministe…015/hpg-bt-23-lesung.html

    Dies gilt als Voraussetzung für die gestrige Entscheidung im Bundestag über unser Sterben gem. Entwurf:

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/053/1805373.pdf

    Viele kritisieren das Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung als “Rückschritt ins Mittelalterâ€, ich muss erst noch die Grundlage ordentlich lesen, um es für mich persönlich einschätzen zu können, aber Fakt scheint mal wieder zu sein, dass nach dem Gesetz mehr Fragen offen sind als ohne Gesetz und dass uns unser Sterben schwerer gemacht wird, weil uns durch dieses Gesetz das professionelle Personal vergrault wird. Hat es einer von Euch schon durchgelesen?

    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Ich hoffe, dass Ärzte nicht per Gesetz dazu gezwungen werden, Sterbehilfe leisten zu müssen. Das sollte jeder Arzt selbst entscheiden.



    Ich denke dass das selten freihändig ausgehandelt wird, sondern aus einer Entwicklung heraus. Wer als Arzt einen Patienten begleitet, wird nicht plötzlich von der Frage überrascht, jemandem beim Sterben zu helfen. Das ist ein Prozess, der durchaus mal mit Ja und mal mit Nein beantwortet werden kann.


    MfG. Rainer

  • Töten gehört nicht zum Aufgabenbereich eines Arztes. Das sollte auch so bleiben.


    Dem ist ja auch zuzustimmen! Doch die Beihilfe zum selbstbestimmten Suizid und die Ermöglichung, möglichst schmerzfrei und ohne menschenunwürdige Quälerei ins Jenseits bei aussichtslosem Krankheitsverlauf einzugehen, ist kein Töten! Dass jede Kommerzialisierung dieser Beihilfe verboten gehört, ist richtig. Daraus darf auf keinen Fall ein Geschäftsmodell werden. Grüsse vom grauen kater

  • Das Gesetz sollte ja Rechtssicherheit für die Ärzte schaffen, die sich einer Hilfe zum gewünschten Suizid schwerstkranker Patienten nicht verschließen, schaffen. Diese freiwillig erbrachte Hilfe sollte meines Wissens nie zu den ärztlichen Aufgaben gehören oder gar eine Gebührenordnungsnummer erhalten.
    Es darf aber nichts Geschäftsmäßiges sein (soll hier heißen: auf Wiederholung angelegt).
    Formulierungen wie:
    “Die „Hilfe beim Sterben“, die Angehörige von Heilberufen im Rahmen medizinischer Behandlung, z. B. in Krankenhäusern, Hospizen und anderen palliativmedizinischen Einrichtungen leisten, fällt ebenfalls nicht unter § 217 StGB-E. Die Hilfe zum Suizid entspricht – anders als der gerechtfertigte Behandlungsabbruch (früher: „passive Sterbehilfe“) oder die sogenannte indirekte Sterbehilfe – nicht dem Selbstverständnis dieser Berufe und Einrichtungen und wird daher von diesen grundsätzlich auch nicht gewährt. Sollte im Einzelfall aber gleichwohl von diesem Personenkreis Suizidhilfe gewährt werden, geschieht dies typischerweise gerade nicht „geschäftsmäßig“, also in der Absicht, dies zu einem wiederkehrenden oder dauernden Bestandteil der Beschäftigung zu machen. Einer besonderen Ausschlussregelung bedarf es daher nicht. Unberührt bleiben auch die bereits erwähnten und von der Suizidhilfe zu unterscheidenden Formen des zulässigen Behandlungsabbruchs und der indirekten Sterbehilfe.â€

    sind mir und vielen anderen, die ich gesprochen habe “zu hochâ€. Darf ein Arzt jetzt oder nicht? Ansonsten wäre es ja wirklich besser gewesen, kein Gesetz zu fertigen. Nun wird im Fall der Fälle zwingend der Staatsanwalt loslaufen müssen.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Töten gehört nicht zum Aufgabenbereich eines Arztes. Das sollte auch so bleiben.



    Ich denke, dass man sowieso ziemlich romantische Vorstellungen vom Beruf eines Arztes hat, ich denke da immer an den Kinderwunsch Tierarzt zu werden. Immer nur gutes tun und mit sich im Reinen sein und bleiben.


    Kein Tier einschläfern, weil es gerade zur Urlaubsplanung passt. Einfach nur an die Tierliebe denken. Nicht etwa an den Wirtschaftsgedanken. Das ist ja auch so, bei Paliativmedizin. Der Leidende, wird versorgt ohne auf Kosten zu achten. Denn der Mensch steht im Fokus, nicht die Knete. Denn wie wir alle wissen, Geldmangel ist Einbildung.


    MfG. Rainer