Grundsatzurteil zur Sterbehilfe

  • Das ist ja auch so, bei Paliativmedizin. Der Leidende, wird versorgt ohne auf Kosten zu achten. Denn der Mensch steht im Fokus, nicht die Knete. Denn wie wir alle wissen, Geldmangel ist Einbildung.MfG. Rainer


    ... das war jetzt zynisch gemeint?


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • ... das war jetzt zynisch gemeint?


    Frdl. Grüße
    Christiane


    Die Plätze sind rar und das Geld noch rarer. Das sind doch Wunschträume, dass Sterbende ohne den Druck zur "Abreise" bleiben.


    MfG. Rainer

  • Die Plätze sind rar und das Geld noch rarer. Das sind doch Wunschträume, dass Sterbende ohne den Druck zur "Abreise" bleiben.


    Ich war der Meinung, dass die Palliativmedizin dazu dient, todkranke Menschen nicht leiden zu lassen, d. h. ihnen Schmerz-ausschaltende Medikamente zu verabreichen.

  • Dem ist ja auch zuzustimmen! Doch die Beihilfe zum selbstbestimmten Suizid und die Ermöglichung, möglichst schmerzfrei und ohne menschenunwürdige Quälerei ins Jenseits bei aussichtslosem Krankheitsverlauf einzugehen, ist kein Töten! Dass jede Kommerzialisierung dieser Beihilfe verboten gehört, ist richtig. Daraus darf auf keinen Fall ein Geschäftsmodell werden. Grüsse vom grauen kater


    Mir scheint, dass die Formulierung, das Wort "Wiederholung" im neuen Gesetz die Lage derer, die sich dringend und nachvollziehbar den Tod wünschen, verschlechtert, denn ein Arzt, der kein Geschäft daraus macht, sondern wirklich einen dringenden Patientenwunsch zu erfüllen hilft, steht bereits mit einem Bein im Gefängnis, wenn er das vorher schon einmal gemacht hat. Daraus können ihm gewitzte professionell-religiöse "Lebensschützer" einen Strick drehen und behaupten, allein die Tatsache, dass es wiederkehrend und innerhalb der Betätigung als Arzt gewesen sei, weise es als Bestandteil seiner Tätigkeit aus.


    Besser, man hätte alles gelassen, wie es war.

  • Besser, man hätte alles gelassen, wie es war.


    Es wurde verschlimmbessert.


    Ein Arzt, der einem Sterben hilft zu sterben, um unnötiges Leiden zu verkürzen, gehört geehrt und nichts ins Gefängnis geworfen.

  • Ich war der Meinung, dass die Palliativmedizin dazu dient, todkranke Menschen nicht leiden zu lassen, d. h. ihnen Schmerz-ausschaltende Medikamente zu verabreichen.


    Ja, das soll sie und dafür wurde seitens Gesundheitsministerium auch Geld in die Hand genommen, damit mehr Menschen als bisher palliativmedizinisch erreicht werden. Bisher waren es ca. 30 %.
    In dem Gesetz bzgl. Sterbehilfe ging es aber darum, dass Schwerstkranke ihren Arzt bitten, ihr Leben zu verkürzen, sprich sie wollen ihren Todeszeitpunkt selbst bestimmen.
    In der Palliativmedizin wird das Leben nicht verkürzt (zumindest ist das nicht vordergründig geplant), sondern die Schmerzen werden ausgeblendet, bis man stirbt.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Ich habe gerade einen Fall in der nahen Familie wo mich belastet. Kann man einer Frau die fast 50 Jahre mit ihrem Mann zuzsammen gelebt hat die Entscheidung zumuten die Maschinen abzuschalten? Ich hatte gerade ein Telefongespräch mit der betroffenen Frau.

  • Ich habe gerade einen Fall in der nahen Familie wo mich belastet. Kann man einer Frau die fast 50 Jahre mit ihrem Mann zuzsammen gelebt hat die Entscheidung zumuten die Maschinen abzuschalten? Ich hatte gerade ein Telefongespräch mit der betroffenen Frau.



    Lieber wudi,


    die Infos sind natürlich sehr, sehr dünn, um da überhaupt und aus der Entfernung auch nur ansatzweise etwas dazu sagen zu können.

  • Lieber wudi,


    die Infos sind natürlich sehr, sehr dünn, um da überhaupt und aus der Entfernung auch nur ansatzweise etwas dazu sagen zu können.


    Richtig. Auch ereignet sich alles weit weg von mir. Zweiter Hirninfarkt, dazu kommen noch andere Dinge. Atmung funktionert inzwischen, ansonsten nur Reflexe. Das Hirn soll schwer geschädigt sein.
    Der Betroffene ist mein Bruder.

    Einmal editiert, zuletzt von wudi ()

  • Meine Gedanken. Ab wann sollen Ärzte die Erlaubnis haben solche Entscheidungen zu treffen?

  • Richtig. Auch ereignet sich alles weit weg von mir. Zweiter Hirninfarkt, dazu kommen noch andere Dinge. Atmung funktionert inzwischen, ansonsten nur Reflexe. Das Hirn soll schwer geschädigt sein.
    Der Betroffene ist mein Bruder.



    Das tut mir leid.


    Ich würde empfehlen, sich mit den behandelnden Ärzten zusätzlich Hausarzt zu beraten. Wenn Religion im Leben eine Rolle spielt, vielleicht auch einen Theologen hinzuziehen.


    Von hier aus ohne Krankenakte und ohne Anamnese verbietet sich eigentlich, "gute Ratschläge" zu erteilen. Sorry.

  • Das tut mir leid.


    Ich würde empfehlen, sich mit den behandelnden Ärzten zusätzlich Hausarzt zu beraten. Wenn Religion im Leben eine Rolle spielt, vielleicht auch einen Theologen hinzuziehen.


    Von hier aus ohne Krankenakte und ohne Anamnese verbietet sich eigentlich, "gute Ratschläge" zu erteilen. Sorry.


    Gute Ratschläge geht auch schlecht. Die kann selbst ich der Frau nicht geben.
    Es geht mir mehr ums Allgemeine, nicht um einen Einzelfall. Sie würde sich bei einer Zusage lebenslang als Mörderin fühlen.
    Ich möchte als Angehöriger solch eine Entscheidung nicht treffen müssen.

  • ...
    Es geht mir mehr ums Allgemeine, nicht um einen Einzelfall. Sie würde sich bei einer Zusage lebenslang als Mörderin fühlen.
    Ich möchte als Angehöriger solch eine Entscheidung nicht treffen müssen.


    Niemand möchte so eine Entscheidung für ein anderes Leben treffen und sie hängt natürlich von der jeweiligen Persönlichkeit ab. Ich verstehe jeden der davor zurückschreckt die lebenserhaltenden Systeme abzuschalten, aber ich kenne auch so einen Fall der seit sechs Jahren im Koma liegt und wegen schwerer Hirnschäden nur noch der Körper am Leben erhalten wird und es ist nicht abzusehen wie lange es noch dauern wird. Vielleicht hilft es, wenn man in die Situation kommt für einen anderen geliebten Menschen so eine Entscheidung treffen zu müssen, darüber nachzudenken ob man so etwas für sich selber wollte und wenn ja muss man diesen langen Weg einer furchtbaren Existenz gehen oder vielmehr als man selbst geht ihn der Betroffene. Vielleicht braucht der Entschluss auch einfach Zeit, die man sich auch nehmen sollte. Letztlich ist man damit allein, es wird einem von niemandem die Verantwortung abgenommen, darum muss man darüber mit sich selbst ins Reine kommen bevor man sie trifft.

  • Ich habe gerade einen Fall in der nahen Familie wo mich belastet. Kann man einer Frau die fast 50 Jahre mit ihrem Mann zuzsammen gelebt hat die Entscheidung zumuten die Maschinen abzuschalten? Ich hatte gerade ein Telefongespräch mit der betroffenen Frau.


    Gibt es keine Patientenverfügung des Patienten?

  • Leider nichts Schriftliches.


    Bedauerlich. Wir haben auch einen kürzlich schwer erkrankten Angehörigen und konnten das mit ihm gemeinsam nachholen. Er selbst hat für den Fall der Fälle entschieden, glücklicherweise ist er geistig dazu noch in der Lage. Das sind schwere Zeiten für uns alle.

  • Bedauerlich. Wir haben auch einen kürzlich schwer erkrankten Angehörigen und konnten das mit ihm gemeinsam nachholen. Er selbst hat für den Fall der Fälle entschieden, glücklicherweise ist er geistig dazu noch in der Lage. Das sind schwere Zeiten für uns alle.


    Meine Frau hatte auch Probleme eine Entscheidung zu treffen. Sie wollte kein Testament verfassen und auch keine Patienten- Verfügung, sie glaubte an das Gute im Menschen.


    Der lb. Gott hat ihr die Entscheidung abgenommen und sie verstarb wunschgemäß vor mir und war auch keinen Tag Krank. Das was ich als Glücksfall bezeichnen würde.


    Aber von meinem Bruder würde ich Unterstützung erwarten, auch wenn ihm meine "Lösung" nicht gefallen würde. Ich ginge davon aus, dass er mich unterstützt, egal, wie ich mich entscheide. Ich stünde auch zu ihm.


    MfG. Rainer

  • Hat sich heute Nacht "erledigt". 67 Jahre ist heute kein Alter. Aber ich glaube er wollte auch nicht mehr, im Unterbewusstsein.

  • Das ist sehr traurig, Reiner Helmstedt, und wudi.
    Meine aufrichtige Anteilnahme.


    Eine Mitte-dreißig Jahre junge Freundin verlor vor einigen Tagen völlig aus dem Nichts heraus ihren Freund, Anfang Vierzig. Infolge einer zuvor unerkannten Herzschwäche verstarb er still und plötzlich während der Nacht. Sie fand ihn morgens leblos im gemeinsamen Doppelbett.
    Das ist schrecklich.
    Das Paar hatte Pläne. Kinder, Haus im Grünen etc.


    Mir fehlten die Worte.


    Wir kümmern uns derweil um unseren Angehörigen. Herr Helmstedt, auch er war anfangs zum Sterben bereit. Die Unterstützung der Geschwister ist wünschenswert. Voraussetzen aber können wir das nicht.

    3 Mal editiert, zuletzt von A3103 ()