Aktiengesellschaft, Betrachtung eines Firmenkonstruktes

  • Ich habe dieses Thema eröffnet um die Firmenform AG mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie ist sie aufgebaut und zu welchem Zweck diese Firmenform gewählt wird.
    * Warum und zu welchem Zweck wurde das Firmenkonstrukt AG von welchem Unternehmen als erstes entwickelt.
    *Welche rechtlich bedingten Firmeneigenschaften sind aus sozialer marktwirtschaftlicher Sicht positiv und welche negativ zu Bewerten.
    *Wie lassen sich Monopole genau definieren und verhindern.
    *Sind feindliche oder freundliche Ãœbernahmen zu Gestatten oder zu Unterbinden.
    *Ab welcher Größenordnung sind Aktiengesellschaften als demokratiegefährdend einzustufen.
    *Welche rechtlichen Änderungen währen nötig um den Einfluß von durch Aktiengesellschaften gesponsorten Lobbygruppen auf die Politik einzudämmen.


    Ich wünsche allen viel Spass bei diesem Thema und freue mich auf sachliche kritische Beiträge und einen maximalen Lerneffekt für alle.


    :smile:

  • Vorteil ist:
    Kein Eigner wird für kapitale Fehlentscheidungen zur Rechenschaft gezogen, das nickelt der Steuerzahler.
    Man kann Kapital einsammeln + versemmeln.
    Ab einer gewissen Größe kann man problemlos Regierungen erpressen.
    Schöne Sache.

    Einmal editiert, zuletzt von olleOlaf () aus folgendem Grund: Rechtschreibung



  • Die Aktiengesellschaft wurde entwickelt damit Unternehmen schnell Kapitalzuflüsse für anstehende Investitionen zur Verfügung hatten ohne Kredit aufnehmen zu müssen.

    Das Prinzip hierbei ist Firmenanteile zu verkaufen und die Aktionäre am Geschäftserfolg zu beteiligen.

    Im Gegensatz zu GmbHs ist hierbei eine Weiterveräusserung dieser Firmenanteile sehr aufwandsarm an der Börse möglich. Auch sind die Besitzanteile in der Regel wesentlich kleiner gehalten als bei GmbHs, damit mehr Interessenten um diese mitbieten können.

    Hieraus folgt: Durch diese Unternehmensform sind schnelle Entwicklungen und Investitionen möglich, da das Geld nicht zuvor erwirtschaftet werden muss und da auch keine Kredite notwendig sind, hat die Firma weiter eine gut Bonität.

    Weiter folgt, diese Besitzverhältnisse ziehen Spekulanten logischerweise an. Sobald die Aktien an der Börse sind, haben die Altbesitzer keinen Einfluss mehr darauf, wer künftig ihre Geschäftspartner sind. Auch Fühlt sich jemand der etwa ein Millionstel an einer Firma besitzt wohl in der Regel weniger verantwortlich für diese und auch für seine Arbeitnehmer als eine Einzelunternehmer oder auch ein Gesellschafter einer GmbH.

    Ein Monopol bedeutet dass für ein Produkt oder ein Marktsegment nur ein Anbieter am Markt ist. Dieser kann dadurch für dieses Produkt in der Regel einen wesentlich höheren Preis erzielen als wenn er sich mit Konkurrenz um Kunden streiten müsste.

    Ganz vermeiden kann man das nicht, Monopole sind auch nicht sonderlich tragisch. Sie reizen zu Innovation und gute Verdienstmöglichkeiten reizen auch die Konkurrenz gleichartige oder bessere Produkte zu entwickeln.

    Monopole werden erst dann kritisch, wenn sie Grundbedürfnisse der Gesellschaft bertreffen (z.B. Lebensmittelversorgung oder Energieversorgung) und die Kundschaft nicht die Wahlmöglichkeit hat ob ein Angebot angenommen wird oder nicht.

    Wer Aktien an die Börse bringt ist sich bewusst dass diese anonym gehandelt werden. Es ist ihm also egal wer sich an seiner Firma beteiligt. Er legt auch selbst fest welchen Anteil seiner Firma veräußert wird (wer 50 % Firmananteil behält kann nicht überstimmt oder übernommen werden). Hiermit hat er prinzipiell schon seine Zustimmung zu einer Ãœbernahme gegeben. Glücklich ist der der mit demjenigen der einen Aufkauft gut auskommt aber eine Wahl sthet ihm hier nicht mehr zu.

    Die Demokratie wird nicht durch Aktiengesellschaften gefährdet, sondern durch sich selbst. Die Demokratie gibt die Spielregeln vor und die Aktiengesellschaft bewegt sich innerhalb dieser Regeln. Das hat nichts mit der Größe zu tun.

    Lobbyismus hat nur indirekt mit Aktiengesellschaften zu tun. Lobbyismus kann sich jeder leisten der viel Geld in die Finger nehmen kann (das kann dann auch mal eine Hotel und Gaststättenverband oder ein zandwirtschaftlicher Zusammenschluss sein)

  • Ab einer gewissen Größe kann man problemlos Regierungen erpressen.


    Kurz gesagt, die ganz großen Konzerne haben die Regierungen des jeweiligen Landes und somit auch die Bevölkerung des jeweiligen Landes volle Rotz im Griff.


    Fangen wir mal hier mit Deutschland an:


    - Daimler
    - BMW
    - Siemens
    - ich denke DB gehört auch dazu


    Das sind die, die mir spontan eingefallen sind, sicherlich gibt es noch ein paar andere große Konzerne, die mir leider nicht gerade einfallen, aber ihr wisst ja, wie es funktioniert, Lobbyarbeit vom feinstem eben.


    Da schickt ein Konzern so einen Typen ins Amt, der gibt ordentlich Geld aus (mit diesen schwarzen Koffern!), vielleicht noch einen schönen großen Plasmabildschirm versprechen für den Abgeordneten und rucki zucki hat man ein Gesetz erlassen, so das der Fernsehproduzent seine Vorteile daraus ziehen kann.


    Siehe aktuelles Beispiel Hotelsteuer und die FDP.


    Ja, ja Westerwelle du arbeitest zum Wohle des Volkes, klar doooooooooooooooch, hadi beh ordan, gelmis karsimda ötüyor. Hic sevmem su adami, immer zu Gunsten der Firmen arbeiten und schön nebebei Gelder kassieren, Politiker sind und bleiben heuchlerisch, zumindest die, die weit weit oben sich befinden, sicherlich gibt es auch nette und ehrliche Politiker, aber die kommen nie nach oben, leider, oder zumindest sehr sehr selten, einmal pro 2000 Jahre vielleicht, wenns hoch kommt !!!!

  • Kurz gesagt, die ganz großen Konzerne haben die Regierungen des jeweiligen Landes und somit auch die Bevölkerung des jeweiligen Landes volle Rotz im Griff.


    Oh, es steht jedem Arbeiter dort frei, sofort seinen Job zu kündigen, dann wird aus dem sehr großen Konzern eben bald ein sehr kleiner Konzern und schon hat sich das Problem erledigt!


    Das GELD und das Image, was diese Konzerne nach Deutschland spülen, nimmt plötzlich jeder gerne! Aber dass Riesenkonzerne eben auch eine politische Macht darstellen (genau wie Großkunden DEINES Unternehmens ebenfalls) will auf einmal keiner mehr wissen!


    Das beste Beispiel war damals die Chemieindustrie, die rot-grün binnen 24 Stunden den wirklich idiotischen Zahn von dem "maximale Energie pro Arbeiter"-Gesetz gezogen hat! Man kann Abwanderung von Jobs auch aktiv FÖRDERN.... dann darf man sich aber nicht wundern, wenn die Leute auf einmal keine Arbeit mehr haben!

  • Oh, es steht jedem Arbeiter dort frei, sofort seinen Job zu kündigen, dann wird aus dem sehr großen Konzern eben bald ein sehr kleiner Konzern und schon hat sich das Problem erledigt!


    Das GELD und das Image, was diese Konzerne nach Deutschland spülen, nimmt plötzlich jeder gerne! Aber dass Riesenkonzerne eben auch eine politische Macht darstellen (genau wie Großkunden DEINES Unternehmens ebenfalls) will auf einmal keiner mehr wissen!


    Das beste Beispiel war damals die Chemieindustrie, die rot-grün binnen 24 Stunden den wirklich idiotischen Zahn von dem "maximale Energie pro Arbeiter"-Gesetz gezogen hat! Man kann Abwanderung von Jobs auch aktiv FÖRDERN.... dann darf man sich aber nicht wundern, wenn die Leute auf einmal keine Arbeit mehr haben!


    Ich wollte in diesem Thread eigentlich keine politischen Quengeleien lesen, sondern sachlich über das Thema AG eine Diskussion führen. Das bedeuted eine sachliche Auseinandersetzung mit den rechtlichen Grundlagen und deren Auswirkung im marktwirtschaftlichen Geschehen. Nörgel- und Jammerthreads haben wir genug in diesem Forum.


    :banghead:

  • Oh, es steht jedem Arbeiter dort frei, sofort seinen Job zu kündigen, dann wird aus dem sehr großen Konzern eben bald ein sehr kleiner Konzern und schon hat sich das Problem erledigt!


    na klar ...
    in zeiten hoher arbeitslosigkeit kann natürlich jeder kündigen wie es ihm beliebt, er muß keine rücksicht auf seine finanzielle situation nehmen ...


    man ist ja frei haus, familie und status zu verlieren.
    liberale gesellschaftstips sind die allerbesten.


    wohldurchdacht und praxistauglich.


    bakunicus

  • Ich wollte in diesem Thread eigentlich keine politischen Quengeleien lesen, sondern sachlich über das Thema AG eine Diskussion führen. Das bedeuted eine sachliche Auseinandersetzung mit den rechtlichen Grundlagen und deren Auswirkung im marktwirtschaftlichen Geschehen. Nörgel- und Jammerthreads haben wir genug in diesem Forum.


    :banghead:


    Interessant, dass Du OlleOlafs Posting hingegen gut gefunden zu haben scheinst. :shocked:


  • Ich wusste gar nicht, dass Großkonzerne nur in schlechten Zeiten existieren! Zu guten Zeiten ist einem jeder Großkonzern gerade recht, in schlechten Zeiten sind sie "der Feind". Na, wenn DAS nicht wohldurchdacht und praxistauglich ist! :biggrin:


    Großkunden, Großkonzerne, Großgläubiger, Großbanken...... alle haben politische Macht, was auch sonst? Man kann sie natürlich gerne alle substituieren durch die "große Partei" oder den "großen Vorsitzenden"....... mir ist die Aufteilung echt lieber!


    Das ist übrigens praxistauglich und wohlerprobt!

  • Wer Aktien an die Börse bringt, weiss dass diese anonym gehandelt werden.


    Das ist nur bedingt richtig.

    Wer über eine gewisse Anzahl von Stimmrechten durch die Aktien eines Unternehmens verfügt, muss dies dem Emittenten sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht unverzüglich mitteilen.
    Durch Veröffentlichung sorgt die BaFin für Markttransparenz und verhindert durch Ãœberwachung dass die Ãœbernahme von börsennotierten Unternehmen nach d. gesetzl. durchgeführt wird.

    Ab welchem Prozentsatz dies geschieht weiss ich im Moment nicht mehr.

    Stimmrechte allerdings hat man nur beim Stammaktien, nicht aber bei Vorzugsaktien.

  • Vorteil ist:
    Kein Eigner wird für kapitale Fehlentscheiden zur Rechenschaft gezogen, das nickelt der Steuerzahler.
    Man kann Kapital einsammeln + versemmeln.
    Ab einer gewissen Größe kann man problemlos Regierungen erpressen.
    Schöne Sache.



    Mehr bräuchte man zu diesem Thema ja eigentlich auch nicht erörtern, das trifft den Nagel 100%ig auf den Kopf....:thumbsup:


  • Hier wäre es interessant mal den rechtlichen Unterschied von Stammaktien und Vorzugsaktien oder Risikokapital genauer zum Verständniss zu erläutern. Dieser Punkt ist für Laien nicht so einfach zu verstehen, und genau aus diesem Grund habe ich diesen Thread eröffnet und nicht zum politisch rumtrollen. Danke für deinen Beitrag.


    :thumbsup:

  • Hier wäre es interessant mal den rechtlichen Unterschied von Stammaktien und Vorzugsaktien oder Risikokapital genauer zum Verständniss zu erläutern. Dieser Punkt ist für Laien nicht so einfach zu verstehen, und genau aus diesem Grund habe ich diesen Thread eröffnet und nicht zum politisch rumtrollen. Danke für deinen Beitrag.


    :thumbsup:



    Das dazu, damit wir nicht weiter "rumtrollen":


    Stammaktien / Vorzugsaktien : Die Unterschiede


    ist das in Ordnung so?

  • Hier wäre es interessant mal den rechtlichen Unterschied von Stammaktien und Vorzugsaktien oder Risikokapital genauer zum Verständniss zu erläutern. Dieser Punkt ist für Laien nicht so einfach zu verstehen, und genau aus diesem Grund habe ich diesen Thread eröffnet und nicht zum politisch rumtrollen. Danke für deinen Beitrag.

    :thumbsup:




    Stammaktien haben im Gegensatz zu Vorzugsaktien Stimmrechte (z.B. auf der jährlichen Hauptversammlung der Aktionäre).

    Es ist aber möglich, Vorzugsaktien in Stammaktien umzuwandeln. Dies geschieht nicht per Dekret. Voraussetzung dafür ist, dass
    1. bei einer Hauptversammlung die Umwandlung genehmigt wird
    2. ein Beschluss von Aufsichtsrat und Vorstand hierüber gefasst wurde.

    Danach ist auch die Zustimmung der Vorzugsaktionäre erforderlich und erst danach wird den Vorzugsaktionären der Vorschlag zur Umwandlung unterbreitet, da dieser auch eine Umwandlungsprämie zahlen muss.


  • Besser hätte ich das jetzt auch nicht umwandeln können.....

  • Das dazu, damit wir nicht weiter "rumtrollen":

    Stammaktien / Vorzugsaktien : Die Unterschiede

    ist das in Ordnung so?




    Sollten wir diesen Thread dann Deiner Meinung nach als erledigt betrachten?!

    Es wäre ja auch möglich, dass nach Heranziehen der benötigten Informationen sich eine geeignet Diskussion ergibt. Vielleicht hast Du aber auch das Anliegen von Durch Blick (Threaderöffner) missverstanden.


  • Schöne Sache.Mehr bräuchte man zu diesem Thema ja eigentlich auch nicht erörtern, das trifft den Nagel 100%ig auf den Kopf....:thumbsup:


    ... und "kein", "immer" und "alle" auch nicht.
    Hypo Real Estate: Flowers klagt gegen "Enteignung" - manager-magazin.de - Finanzen
    Und den Lehman-Aktionären wäre das wohl auch neu ...
    Und hätte man den Domino-Day voll durchgezogen hätte es am Ende wohl auch den Riestervertrag, das eine oder andere Konto oder die Lebensversicherung des einen oder anderen Foristen erwischen können, der sich ganz und gar nicht für einen raffenden Bankster hält. Mal ganz abgesehen davon dass es noch etwas satter auf dei Realwirtschaft durchgeschlagen hätte, zum Verdruss der meisten hier im Forum.


    Also bitte diese pauschalen Vorurteile unterlassen.


    Gruß
    Verbalwalze


  • Nein, warum, diese "pauschalen Vorurteile" bestätigen sich doch immer wieder auf's neue, oder lebst du in einem anderen Land als ich??


    Ich kann z.B. keine Leute leiden, die dieses Abzocksystem ständig in Schutz nehmen.....