Ambivalenz, oder eine kritische Selbstbetrachtung

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    Bürgerbewegung...


    Organisation sollte möglichst dezentral sein lokal und transparent. BIldungspolitik im Mittelpunkt Jeder der da mitmacht muss Bücher lesen und Zeitschriften und Treffen organisiert werden zwecks zusammenlesen. Und dies teils in Öffentlichkeit. Darüberhinaus sollte nicht Ideologie sondern konkrete Probleme im Mittelpunkt stehen.

  • Darüberhinaus sollte nicht Ideologie sondern konkrete Probleme im Mittelpunkt stehen.


    Um konkrete Probleme zu lösen, braucht man Theorie. Die Dekodierung von Ideoligien ist Teil einer notwendigen theoretischen Bearbeitung des jeweiligen konkreten Problems. Viele Probleme resultieren auch ideologischen Konstrukten. Theorie unterliegt einem wissenschaftlichen Wahrheitsanspurch, Ideologie ist das Sprachspiel der Macht.


    Philosophisch betrachtet bilden Wahrheit und Ideologie ein Gegensatzpaar. Es geht also nicht um den Gegensatz von Theorie und Praxis, sondern um den Gegensatz von Theorie und Ideologie oder um Wahrheit und Lüge bzw. um den Gegensatz von realen, wahren, existentiellen Problemen und konstruierten, spekulativen Problemen.


  • Philosophisch betrachtet bilden Wahrheit und Ideologie ein Gegensatzpaar. Es geht also nicht um den Gegensatz von Theorie und Praxis, sondern um den Gegensatz von Theorie und Ideologie oder um Wahrheit und Lüge bzw. um den Gegensatz von realen, wahren, existentiellen Problemen und konstruierten, spekulativen Problemen.


    Ich weiss nicht ob ich das jetzt richtig verstehe, also die Theorie handelt von "realen, wahren existentiellen Problemen" und die Ideologie von "konstruierten, spekulativen Problemen" ?
    In welchem Verhältnis steht nun die Praxis zu den zweien ?
    Ist die Ideologie nicht ansich Theorie nur im grösseren Maßstabe ?

  • wahrheit ist am ende nicht zu definieren, unmöglich.
    sie ist in dem moment subjektiv wo allein der versuch beginnt sie zu erfassen.


    ideologie hingegen glaubt die wahrheit gefunden zu haben, und opfert dabei sogar einleuchtende gegenargumente.


    gruß baku

  • damit habe ich keinen zugang zu universitäten, nur fachhochschule hätte ich machen können ...


    Nur zur Ergänzung:


    Nach einem abgeschlossen Fachhochschulstudium kann man sich entsprechend der Fachausrichtung an der Uni einschreiben. Dort wird einem dann in der Regel das Fachhochschulstudium als Grundstudium anerkannt. Nach der neuen Bachelor- und Master Struktur dürfte der Wechsel von der Fachhochschule (Bachelor) zur Uni (Master) eigentlich einfacher werden. Vielleicht der einzige Vorteil der Studienreform. Die formale Durchlässigkeit ändert natürlich nichts daran, daß die einzelnen Unis den Zugung zu ihren Masterstudiengängen beschränken können - je nach Auslastung.

  • Ich weiss nicht ob ich das jetzt richtig verstehe, also die Theorie handelt von "realen, wahren existentiellen Problemen" und die Ideologie von "konstruierten, spekulativen Problemen" ?
    In welchem Verhältnis steht nun die Praxis zu den zweien ?
    Ist die Ideologie nicht ansich Theorie nur im grösseren Maßstabe ?


    Nein, wie ich schon sagte, unter Ideologie wird ein interesse- und nicht theoriegeleiteter "Verblendungszusammenhang" verstanden, alltagssprachlich: ein Lügengerüst. Theoretische Diskurse sind in erster Linie (wissenschaftliche) Wahrheitsdiskurse. M. a. W. man liefert nicht die erwünschte Wahrheit ab (Ideologie), sondern man begibt sich vorurteilsfrei auf die Suche nach der Wahrheit bzw. nach der Lösung eines anstehenden Problems.
    Interessant in diesem Zusammenhang Jürgen Habermas' Jugendschrift: Erkenntnis und Interesse.

  • Nein, wie ich schon sagte, unter Ideologie wird ein interesse- und nicht theoriegeleiteter "Verblendungszusammenhang" verstanden, alltagssprachlich: ein Lügengerüst. Theoretische Diskurse sind in erster Linie (wissenschaftliche) Wahrheitsdiskurse.

    Quid est veritas?

    Zitat

    sondern man begibt sich vorurteilsfrei auf die Suche nach der Wahrheit bzw. nach der Lösung eines anstehendenhttp://www.politopia.de/editpost.php?do=editpost&p=147264 Problems.

    na klar...:smilielol5:

  • Um konkrete Probleme zu lösen, braucht man Theorie. Die Dekodierung von Ideoligien ist Teil einer notwendigen theoretischen Bearbeitung des jeweiligen konkreten Problems. Viele Probleme resultieren auch ideologischen Konstrukten. Theorie unterliegt einem wissenschaftlichen Wahrheitsanspurch, Ideologie ist das Sprachspiel der Macht.

    Philosophisch betrachtet bilden Wahrheit und Ideologie ein Gegensatzpaar. Es geht also nicht um den Gegensatz von Theorie und Praxis, sondern um den Gegensatz von Theorie und Ideologie oder um Wahrheit und Lüge bzw. um den Gegensatz von realen, wahren, existentiellen Problemen und konstruierten, spekulativen Problemen.



    Derjenige Steinzeitler, der das Rad oder irgendwelche anderen Werkzeuge erfand die wir heute noch benutzen, hatte keine Ideologie und keine Theorie.

    Er wollte einfach nur spielen. Vielleicht war es auch die Notwendigkeit, ein existentielles materielles Problem zu lösen.

    BAKU wäre gut beraten, wenn er einfach mal ein bisschen mit seinem Leben experimentieren würde, er hat nämlich das im Ãœbermaß, was ich oder du nicht haben:

    ZEIT !

    Zum Beispiel:

    Einfach mal sich adrett Anziehen und mal in ein Nobelcafe gehen, einen Kaffee bestellen und warten, bis man von jemandem angesprochen wird.

    Oder einfach mal in ein Geschäft gehen und mit dem Verkäufer fachsimpeln, ohne was kaufen zu wollen. Dann stellt sich vielleicht heraus, das man ja doch noch Bedarf an einem Mitarbeiter hat.

    Jean Paul Satre sagte mal, dass er sich noch nie so frei gefühlt hätte, wie im Widerstand während der deutschen Besatzung. Trotz Todesangst ging er damals mit einer, für ihn unheimlichen, Klarsicht durch den Tag.

    Er hatte trotz Krise, oder wegen ihr, geschärfte Sinne, die er in Zeiten der Sicherheit und Bequemlichkeit nie wieder erreichte.

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  • Nein, wie ich schon sagte, unter Ideologie wird ein interesse- und nicht theoriegeleiteter "Verblendungszusammenhang" verstanden, alltagssprachlich: ein Lügengerüst. Theoretische Diskurse sind in erster Linie (wissenschaftliche) Wahrheitsdiskurse. M. a. W. man liefert nicht die erwünschte Wahrheit ab (Ideologie), sondern man begibt sich vorurteilsfrei auf die Suche nach der Wahrheit bzw. nach der Lösung eines anstehenden Problems.
    Interessant in diesem Zusammenhang Jürgen Habermas' Jugendschrift: Erkenntnis und Interesse.


    Wenn die ideologie beginnt, also sie einer mehr oder minder erfindet, dann versucht er doch eigentlich aus bestehenden Umständen (industrielle Revolution und elend der Arbeiter bei Marx z.B.) zu einem von ihm gewünschten Ziel zu kommen. So gesehen ist es doch auch eine Theorie, ich denke viel mehr, das der Unterschied den du zwischen Ideologie und Theorie aufbaust der Unterschied ist, das die Theorie unmittelbarer Lösungsansatz ist, während die Ideologie meist schon länger existiert und der unmittelbare Zusammenhang verloren gegangen ist, anders gesagt könnte Theorie nicht viel eher nach einer bestimmten Zeit zur Ideologie werden ?


    Die Ideologie ist in meinen Augen eine Theorie die sich soweit von der Praxis entfernt hat (durch historische Entwicklung) das nur mehr die "Werte" dahinter wirklich anwendbar sind, die Theorie selber aber nicht mehr (oder es evtl. auch nie war).


    Die zweite Frage hast du mir noch nicht beantwortet, wie sich Theorie und Ideologie zu Praxis verhalten.