Wiederaufbau der Elsavatalbahn

  • Hallo!


    Es gab einmal jede Menge beschaulicher Eisenbahnen abseits der großen Magistralen, die aber für die Anlieger lange Zeit eine wesentliche Funktion erfüllten,...


    ...bis das Auto seinen (Phyrrus)siegeszug quer durch Deutschland antratt bzw. anrollte.


    Ab a. Mitte der 1950er Jahren begann das Bimmelbahnsterben das in den darauffolgenden 4 Jahrzehnten einige tausend Streckenkilometer Eisenbahn in der Fläche verschlang, manchmal soagr dort, wo bis zur Einstellung des Betriebes noch viele Leute mit fuhren.


    Mit der Wiedervereinigung wiederholte sich mit ca. 30 Jahren Verspätung in der EX-DDR (wo es bis zum Mauerfall in Relation deutlich weniger Stilllegungen gegeben hatte) das gleiche aus meiner Sicht als Bahnfan ungute Spiel in zeitgeraffter Form.


    Eines der Opfer der m.E. falschen Verkehrspolitik war (bzw. ist) die Elsavatalbahn, eine liebenswerte 16 km lange ehemalige Nebenstrecke in Mainfranken, welche wegen angeblich hoher Unrentabilität 1968 im Personenverkehr und im oberen Streckenteil total eingestellt wurde.


    Bahnstrecke Obernburg-Elsenfeld–Heimbuchenthal – Wikipedia


    Blöderweise haben mich meine Eltern bei einer Art verspätete Flitterwochen nicht mitgenommen, als sie für einige Tage in den Spessart fuhren, denn sonst hätte ich das Teil noch als Dreikäsehoch erlebt. So kenne ich das Bähnle nur von dem restlichen Güterverkehr
    in den 1970er Jahren, den damaligen Relikten und aus den Erzählungen meines Papas.


    Oder seit 1 Tag aus Filmen, die als Video auf youtube eingestellt sind:


    [ame=http://www.youtube.com/watch?v=pfxcqIE4gd0]YouTube - Die Spessartbahn 1[/ame]
    [ame=http://www.youtube.com/watch?v=XavwLuczXIw&feature=related]YouTube - Die Spessartbahn 2[/ame] [ame=http://www.youtube.com/watch?v=w-mBW6tumjU&feature=related]YouTube - Die Spessartbahn 3[/ame] [ame=http://www.youtube.com/watch?v=BiYIrluVgE0&feature=related]YouTube - Die Spessartbahn 4[/ame]


    Irgendwann aber will Kleinlok noch mal richtig auf Schienen durch das Elsavatal rollen und nicht nur in seinem Kleinlokhirn die putzige 64er Dampfok rumrollen lassen. Irgendwann und irgenwie sollte in einem angeblich so scheissliberalen Land wie dem unsrigen der Wiederaufbau einer solchen Kleinbahn prinzipiell nicht unmöglich sein, denn zur freien Wahl der Verkehrsmittel gehört die Existenz von Schienen und das möglichst weiträumig einfach dazu.:yesnod:

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  • Was die landschaftlich teilweise sehr reizvollen Strecken angeht, die gibt es ja massig, alle stillgelegt, dem schnöden Mammon geopfert.


    Ich bin auch ein Bahnfan, alte Diesel und Dampf bevorzugt.


    Ich mag nicht mit 200Km/h durch die Landschaft brettern, da siehste nix mehr davon, und das ist schade.


    Leider kostet das eine Menge Geld, man müßte das Schienennetz kaufen und instand setzen, die Lokführer unterliegen den gleichen Sicherheitsstandards wie die der Bahn, Loks und Waggons müssten angeschafft werden.


    Frage dabei ist dann auch, wie das kostendeckend betrieben werden sollte, ob es von der verwöhnten Bevölkerung überhaupt angenommen werden würde, man muß ja eine gewisse Nostalgik für die Sache mitbringen.


    Ich glaube nicht, das die Jugend oder die jungen Erwachsenen von heute diese Art der Nostalgie noch verspüren, damit eine neu eröffnete Strecke auch zum Erfolg wird.....

  • Was die landschaftlich teilweise sehr reizvollen Strecken angeht, die gibt es ja massig, alle stillgelegt, dem schnöden Mammon geopfert.


    Ich bin auch ein Bahnfan, alte Diesel und Dampf bevorzugt.


    Ich mag nicht mit 200Km/h durch die Landschaft brettern, da siehste nix mehr davon, und das ist schade.


    Sehe ich genauso.




    Leider kostet das eine Menge Geld, man müßte das Schienennetz kaufen und instand setzen, die Lokführer unterliegen den gleichen Sicherheitsstandards wie die der Bahn, Loks und Waggons müssten angeschafft werden.


    Das stimmt erfreulicherweise nicht, sondern waren und sind meist nur die an den ausfallenden Haaren des Bahnvorstandes herangezogenen Pseudo-Argumente, um die Bahn in der Fläche systematisch nach dem Salamitaktik Prinzip kaputt zu machen.


    Das Schienennetz gehört quasi zu über 90% dem Staat und dort, wo noch die Trassen größtenteils unverbaut sind, könnte man vergleichsweise preiswert neue Nebenstrecken legen. Ich schätze mal dass 100 Kilometer Nebenbahn nicht mal soviel wie ein Kilometer ICE-Neubaustrecke kosten würden.


    Im Kapitalismus haben aber die preiswerten Dinge oft keine Chance....:smilie_engel_027:




    Frage dabei ist dann auch, wie das kostendeckend betrieben werden sollte, ob es von der verwöhnten Bevölkerung überhaupt angenommen werden würde, man muß ja eine gewisse Nostalgik für die Sache mitbringen.


    Ich glaube nicht, das die Jugend oder die jungen Erwachsenen von heute diese Art der Nostalgie noch verspüren, damit eine neu eröffnete Strecke auch zum Erfolg wird.....


    Oh doch, teils hängt denen das Fortschrittsgeschnatter ihrer Eltern auch zum Hals heraus.
    Natürlich erkenne ich die Widersprüche : neueste Handys, neueste PCs...


    ...aber auch immer der schon lange nicht mehr neue Zwang unbedingt den neuesten Murks einkaufen zu sollen (um´s Geld geht es ja letztendlich ausschliesslich).


    Vielleicht könnte man das produktiv nutzen.


    Eine neuaufgebaute Bimmelbahn wäre mal was Neues und wirklich orginelles, besoinders dann wenn das nicht in einer sterilen Betonschlacht endet.:yesnod:

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  • Eine neuaufgebaute Bimmelbahn wäre mal was Neues und wirklich orginelles, besonders dann, wenn das nicht in einer sterilen Betonschlacht endet.:yesnod:


    Der Aufbau einer seit Jahren stillgelegten und abgerissenen Nebenbahn erscheint leider in diesem verstrahlten und nicht wirklich freien Land als kleines Wunder (das es nicht sein müsste).


    Leichter wäre es eine bestehende Strecke, auch wenn die auf Grund jahrelangem Brachliegen nicht mehr in einem guten Zustand ist, zu reaktivieren. Für Schienenverkehre der etwas pflegeleichteren Art sind da nämlich in aller regel niedere Investitionskosten zu erwarten, solche Schienenverkehre wären z.B. eine Draisinenbahn, Museums-oder Touristikbahn oder Transprte im Güterverkehr, alles Verkehre, wo es nicht auf hochwertige Reisegschwindigkeiten ankommt.


    weiterführende Infos zu Draisinenbahnen:


    Bahntrassenradeln - Draisinenstrecken in Deutschland [Achim Bartoschek]


    Draisinenstrecken in Deutschland


    Ich halte es für sinnvoll um jeden Meter Gleis zu kämpfen bzw. sich zu engagieren.


    Nachdem jahrzehntelang die Bahn aus der Fläche vertrieben wurde, kommt es denke ich darauf an, die noch vorhandene Infrastruktur zu sichern, erhalten, sanieren und nach Möglichkeit auszubauen und zu ergänzen.


    Die Bahn in der Fläche - nie war bzw. wäre sie wertvoller als heute.