Rentengarantie? Ja oder nein?

  • Eines der zur Zeit am heissesten umstrittenen Themen ist die Rentengarantie, die vom dümmsten und verlogensten Wirtschaftsminister in der Geschichte der BRD als falsch bezeichnet wird. Ist sie tatsächlich falsch und unberechtigt?


    Warum gab es überhaupt eine Rentengarantie und womit machte sie sich notwendig?

    Das resultiert aus der historischen Entwicklung im Zusammenhang mit der im Nachbarthreat diskutierten Staatsverschuldung und ist eindeutig von der Politik selbst verursacht! Weder das vielbemühte Demografie Argument noch zuwenig Beitragszahler sind die Ursache, sondern der als Umlagesystem bezeichnete Betrug an den Beitragszahlern!


    Die deutsche Rentenversicherung war schon zu Zeiten des alten Bismarck eine kapitalgedeckte und kein Umlagesystem, weil man erstens schon damals wusste dass nur das ausgezahlt werden kann was erwirtschaftet wird und zweitens die Anzahl der Einzahler von der demografischen Bevölkerungsentwicklung abhängig ist! Man versucht diesen Fakt lediglich heute als grundlegend neue Erkenntniss zu verkaufen und damit die wahre Ursache des Problems zu verschweigen.
    Die wahre Ursache des Problems liegt darin, dass erstens exakt diese Kapitaldeckung der Rentenversicherung per Kabinettsbeschluss von Adenauer 1957 abgeschafft wurde. Er wollte, nicht musste(!), damals die Staatsverschuldung begründen bzw. einleiten!
    Warum? Weil die damalige BRD am 23. Oktober 1954 feierlich dazu eingeladen wurde der 1949 gegründeten NATO beizutreten, was am 9. Mai 1955 ebenso feierlich vollzogen wurde. Nun brauchte man aber zur Wiederaufrüstung auch Geld, das man schon damals nicht hatte. Noch dringender wurde der Bedarf daran, als am 13. März 1957 das US-Hauptquartier in Deutschland die Aufrüstung mit Nuklearwaffen bekannt gab, die natürlich Adenauer und Konsorten freudig begrüssten. Den Rapacki-Plan, nach dem damaligen polnischen Aussenminister Adam Rapacki, benannt konnte man da nur als kommunistisches Teufelswerk verkaufen. Deshalb kennt auch so gut wie niemand diesen Plan heute noch und von den verlogenen Politniks wird er systematisch totgeschwiegen, weil er im Interesse des Friedens eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa vorschlug! Welche unverschämte Zumutung für einen angeblichen Demokraten doch bitte auf Atomwaffen zu verzichten!


    Und somit wurde der Rapacki-Plan auch umgehend abgelehnt, weil man sich stark und überlegen fühlen wollte! Erst diese Ablehnung war Anlass für die Reaktion des Ostblockes der damit 1957, 6 Jahre nach Gründung der NATO(!), den Warschauer Pakt gründete. Dessen Gründung war natürlich hochwillkommen, womit man den dummen Wahlvolk die gewaltige Aufrüstung begründen konnte, womit in alle Rüstungsschmieden neue Milliarden zu fliessen hatten! Deren Aktionäre waren ganz sicher kein bischen traurig darüber, denn die Rendite war prächtig!
    Das ist bis hierher sicherlich ein politisches Thema und dennoch die klare Ursache unsres heutigen Rentenproblems, aber nicht das dämliche Gelaber der Politverbrecher in Berlin oder die Demografie! Warum?


    Die Regierung Adenauer hatte damit ein kleines Problem! Denn die Aufrüstung kostet Milliarden und die hatte sie simpel nicht. Aber die kapitalgedeckte Rentenversicherung der deutschen Beitragszahler hatte seit 1945 schon einen milliardenschweren Ãœberschuss erwirtschaftet!! Natürlich hört da seriöse Politik auf, wenn man so leicht den Beitragszahlern die Rendite klauen kann um sie in Waffen und Rendite der Aktionäre von Waffenschmieden umwandeln kann. Und so kam es, das man exakt diese Ãœberschüsse der kapitalgedeckten staatlichen Rentenversicherung, einfach wegnahm und in den Rüstungshaushalt überführte. Das ist schlicht Diebstahl und massiver Betrug an den Beitragszahlern, vor allem deshalb weil man dafür nicht wie für Kredite am Markt Zinsen zu zahlen hatte.


    Und um das zu verschleiern, hat man die Kapitaldeckung der staatlichen Rentenversicherung einfach gekappt und sie als Umlagesystem neu definiert, in dem die jungen für die Alten zahlen, womit heute die jungen Leute gegen die alten ausgespielt werden. Die Alten könnten 100 Jahre und mehr alt werden, wenn die ihre Rente aus der kapitalgedeckten Versicherung bezögen. Und selbst dann wenn nur noch halb soviel junge einzahlen würden wie alte Rente beziehen! Das hat man natürlich vor mehr als 20 Jahren klar erkannt und damit wieder die kapitalgedeckte Rente als private Vorsorge angeblich eingeführt. Sie war aber schon zu Bismarcks Zeiten ein private Vorsorge, weil jeder Beitragszahler in die kapitalgedeckte Rentenversicherung auch nur soviel Rente beziehen konnte wie mit seinem mehr oder weniger grossen Kapital erwirtschaftet werden konnte! Und da kommt heute ein angebimmelter Brüderle daher und lässt so "schlaue" Sprüche vom Stapel, das man nur das zahlen kann was erwirtschaftet wird? Das war vor 100 Jahren auch schon jedem Handwerksburschen und jeder Hausfrau bestens bekannt! Aber einem Wirtschaftsminister, zumindest einem der weiss was Wirtschaft ist, sollte mindestens bekannt sein, dass man millionen Beitragszahler die Wirtschaftsteilnehmer sind nicht einfach um ihre Kapitalerträge zu bestehlen hat!


    Weil er dazu aber zu dumm ist, muss die Kapital gedeckte Rentenversicherung nun an private Konzerne gegeben werden, die damit Milliarden Gewinne machen und den Rentner eine Hungerente zahlen! Exakt so funktioniert eben auch ein Teil der Umverteilung von unten nach oben. Das diese Umverteilung funktioniert spüren inzwischen Millionen von Beitragszahlern, aber wie sie funktioniert wissen sie nicht und sollen sie nach Brüderle und seinen römisch dekadenten Kollegen auch niemals erfahren bzw. begreifen!
    Weil dem so ist, haben sowohl die jungen als auch die alten Leute keinerlei Anlass sich gegeneinander aufhetzen zu lassen. Sie haben vielmehr Anlass dazu, sich zusammenzutun und dafür zu sorgen, dass solche verlogene Dummköpfe aus der amtierenden Politik zu verschwinden haben!


    MfG Icabaru


  • Ich sehe Herrn Brüderle als den fast einzigen echten Fachmann in der gegenwärtigen Regierung, er hat völlig recht, es ist Schwachsinn und unverantwortlich seitens einer für 4 Jahre gewählten Regierung, irgendwelche "Garantien" abzugeben. Das sah auch Herr Steinbrück - ebenfalls fachkompetent - vor nicht allzu langer Zeit genauso:


    Streit über Rentengarantie: Steinbrücks Ehrlichkeit ärgert Genossen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik


    Tatsache ist, daß unsere Bevölkerung und die Zahl der Rentenbeiträge einzahlenden Arbeitnehmer noch auf viele Jahre hinweg schrumpfen wird, das ist auch schon seit Jahrzehnten bekannt; wenn man in einem Alter ist wie z.B. Herr Müntefering, kann einem das natürlich egal sein (honi soit qui mal y pense...). Jedenfalls kann man nicht Zahlungen an Beamte, Rentner, Subventionsempfänger usw. "garantieren", wenn das Geld dafür gar nicht genügend vorhanden ist.
    Tatsache ist, daß weder Renten- noch Arbeitslosen- noch Krankenkassenbeiträge eine Art "Rücklage" für die eigene Zukunft sind, sie dienen in Wirklichkeit & im Ggs. dazu der Finanzierung bestehender Aufwendungen; die zukünftigen Aufwendungen (Auszahlungen) werden von den zukünftigen Beitragszahlern aufgebracht werden müssen und da gibt es schlicht und einfach Grenzen.
    Die einzige Abhilfe: Kinder (= künftige Beitragszahler) in die Welt setzen, was natürlich wieder zu anderen Problemen führt.

  • Die einzige Abhilfe: Kinder (= künftige Beitragszahler) in die Welt setzen, was natürlich wieder zu anderen Problemen führt.


    Eigentlich keine Option, denn man müsste dann für diese Kinder auch bereits die Arbeitsplätze mitgarantieren können, damit da irgendwelche Beiträge fliessen können. Dazu müsste man die Kinder auch vernünftig und zielführend ausbilden - ein anderes Thema, mit ähnlich desolatem Ergebnis, wenn man den Ist-Zustand betrachtet.


    Auch die private Vorsorge ist keine wirkliche Option, denn zum einen können sich immer weniger Menschen eine adäquate private Rentenversicherung leisten, die sie garantiert im Alter aus dem Kreis der Leistungsempfänger staatlicher Unterstützung heraushalten würde - zum anderen ist dank der Anrechnung privater Renten auf die staatliche Unterstützung eigentlich für immer mehr Menschen kein wirklicher Anreiz gegeben, private Vorsorge zu treffen, denn der Solidaritätsgedanke interessiert immer weniger Mitbürger.

  • vor der wiedervereinigung war der rententopf übervoll.aber schon in den 60gr jahren haben sich die regierungen an diesem topf bedient und die rentenbeiträge fremd entwendet.
    warum setzt man das renteneintrittsalter nicht einfach auf 90?oder warum verweigert man den alten ab 60 nicht einfach alle medizinischen leistungen.lasst sie doch verrecken.
    es sagt viel über eine nation aus,wie man kinder und alte behandelt.

  • Weil dem so ist, haben sowohl die jungen als auch die alten Leute keinerlei Anlass sich gegeneinander aufhetzen zu lassen. Sie haben vielmehr Anlass dazu, sich zusammenzutun und dafür zu sorgen, dass solche verlogene Dummköpfe aus der amtierenden Politik zu verschwinden haben!



    Wohlan denn, laßt uns die "verlogenen Dummköpfe" durch gerissene Halunken ersetzen!

  • Gibts nicht , haben wir nicht und kommt auch nicht wieder rein , Daumen lutschen ist angesagt , nach 35 Jahren einzahlungen

  • Ja, ich bin auch tierisch begeistert. Wenn ich das privat anlegen dürfte, was mich der Staat zwingt, in die hochheilige Solidaritätskasse zu werfen, stünde ich am Ende vermutlich besser da. Weil dieser Staat nämlich nicht wirtschaften kann.


    Und am Ende werden sie mir sagen "ätschbätsch, geh halt arbeiten, bis du 90 bist".


    Da soll man solidarisch sein? Patriotisch? Pah.


    Aber Hauptsache, "Deutschland" kann nach aussen hin glänzen und sich wieder als "verantwortungsvolle" Wirtschafts- und Militärmacht aufplustern. Toll.


    Eigentlich sollte man konsequent keine Steuern mehr zahlen, den Konsum einstellen und keine Kinder mehr in die Welt setzen. Zu dumm nur, daß sie es fein eingerichtet haben, daß die ersten beiden Punkte quasi unmöglich zu erfüllen sind.


  • Da soll man solidarisch sein? Patriotisch? Pah.


    Solche Sache passieren immer wieder und man muss eben auch ehrlicherweise sagen, das in vielen Fällen, Geld eben bewusst nicht zweckgebunden eingehoben wird (z.B. Geld von Strafzetteln für die Polizei usw.) weil man ja irgendwie die schönen Wahlgeschenke an den Bürger finanzieren muss....und der Bürger glaubt das auch noch.
    Sieht man ja bei der Verschuldung wieder.
    Man muss einfach gernerell die finanzpolitik des Staates zur Debatte stellen vor allem was wofür verwendet wird und wieviel Schulden gemacht werden dürfen (ich bin für gar keine...).

  • Solche Sache passieren immer wieder und man muss eben auch ehrlicherweise sagen, das in vielen Fällen, Geld eben bewusst nicht zweckgebunden eingehoben wird (z.B. Geld von Strafzetteln für die Polizei usw.) weil man ja irgendwie die schönen Wahlgeschenke an den Bürger finanzieren muss....und der Bürger glaubt das auch noch.
    Sieht man ja bei der Verschuldung wieder.
    Man muss einfach gernerell die finanzpolitik des Staates zur Debatte stellen vor allem was wofür verwendet wird und wieviel Schulden gemacht werden dürfen (ich bin für gar keine...).


    Richtig. In meinen Augen sieht gutes wirtschaften so aus, daß am Ende unter dem Strich etwas übrig bleibt, womit man Rücklagen bilden kann, um in schlechten Zeiten damit Mehraufwände begleichen zu können. Jede Familie versucht genau das, aber je größer die Gebilde werden, um so mehr scheint man der Meinung zu sein, alles (un)mögliche auf Pump finanzieren zu müssen.


    Der Bürger hat es dann irgendwann einfach nachgemacht, er wurde von den Banken und Händlern ja auch fröhlich dazu animiert, zu kaufen, auch wenn gar kein Geld vorhanden ist. So beruht unsere ganze Konsumgesellschaft zum Großteil auf Schulden.
    Wer keine macht, wird schon fast schräg angeguckt.


    Alleine schon die Tatsache, daß Gelder nicht zweckgebunden verwendet werden, offenbart die Perversion des Systems. Ich habe mal in einer Firma gearbeitet, wo der Chef der Meinung war, so könnte er ja auch wirtschaften. Ging nicht lange gut.
    Nur im Gegensatz zum Mittelständler genießt ein Staat ja unbegrenzte Kreditwürdigkeit (warum eigentlich? Und warum wird nicht die schwäbische Alb gepfändet und auf den Reichstag kommt der Kuckuck?)...


    Das Problem dabei: wir können sie nicht aufhalten. Jedenfalls nicht mit den uns momentan als Bürger gegebenen Möglichkeiten. Oder doch?

    Einmal editiert, zuletzt von Peraldo ()

  • Richtig. In meinen Augen sieht gutes wirtschaften so aus, daß am Ende unter dem Strich etwas übrig bleibt, womit man Rücklagen bilden kann, um in schlechten Zeiten damit Mehraufwände begleichen zu können. Jede Familie versucht genau das, aber je größer die Gebilde werden, um so mehr scheint man der Meinung zu sein, alles (un)mögliche auf Pump finanzieren zu müssen.


    Wie wahr.
    Jeder vernünftige Mensch auf der Strasse kann dir sagen das man nicht permanent Schulden machen kann....



    Alleine schon die Tatsache, daß Gelder nicht zweckgebunden verwendet werden, offenbart die Perversion des Systems.


    In Österreich hat man zwecks bilanzenschönung einfach zig Milliarden Schulden in die staatliche Eisenbahn vershcoben damit sie im Budgetbericht nicht auftaucehn...



    Das Problem dabei: wir können sie nicht aufhalten. Jedenfalls nicht mit den uns momentan als Bürger gegebenen Möglichkeiten. Oder doch?


    Doch können wir, gründ ne Partei oder schliess dich einer an, das ist wie man Dinge ändert in einer Demokratie...

  • Doch können wir, gründ ne Partei oder schliess dich einer an, das ist wie man Dinge ändert in einer Demokratie...


    Hach, du bist ein Träumer. Eine Partei gründen, die sich wirklich die radikale Änderung der Verhältnisse auf die Fahnen schreibt - schwupps, wird man dich als Verfassungsfeind benennen und so lange durch den Kakao ziehen, bis dich keiner wählt, weil er Angst hat, als Radikalinski geoutet zu werden.


    Und die vorhandenen Parteien... die änderst du nicht, in dem du Mitglied wirst. Da kommst du nämlich gar nicht nach oben, wenn du nicht durch die richtigen Därme gekrochen bist.

  • Warum? Weil die damalige BRD am 23. Oktober 1954 feierlich dazu eingeladen wurde der 1949 gegründeten NATO beizutreten, was am 9. Mai 1955 ebenso feierlich vollzogen wurde. Nun brauchte man aber zur Wiederaufrüstung auch Geld, das man schon damals nicht hatte. Noch dringender wurde der Bedarf daran, als am 13. März 1957 das US-Hauptquartier in Deutschland die Aufrüstung mit Nuklearwaffen bekannt gab, die natürlich Adenauer und Konsorten freudig begrüssten. Den Rapacki-Plan, nach dem damaligen polnischen Aussenminister Adam Rapacki, benannt konnte man da nur als kommunistisches Teufelswerk verkaufen. Deshalb kennt auch so gut wie niemand diesen Plan heute noch und von den verlogenen Politniks wird er systematisch totgeschwiegen, weil er im Interesse des Friedens eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa vorschlug! Welche unverschämte Zumutung für einen angeblichen Demokraten doch bitte auf Atomwaffen zu verzichten!

    Die Regierung Adenauer hatte damit ein kleines Problem! Denn die Aufrüstung kostet Milliarden und die hatte sie simpel nicht. Aber die kapitalgedeckte Rentenversicherung der deutschen Beitragszahler hatte seit 1945 schon einen milliardenschweren Ãœberschuss erwirtschaftet!! Natürlich hört da seriöse Politik auf, wenn man so leicht den Beitragszahlern die Rendite klauen kann um sie in Waffen und Rendite der Aktionäre von Waffenschmieden umwandeln kann. Und so kam es, das man exakt diese Ãœberschüsse der kapitalgedeckten staatlichen Rentenversicherung, einfach wegnahm und in den Rüstungshaushalt überführte. Das ist schlicht Diebstahl und massiver Betrug an den Beitragszahlern, vor allem deshalb weil man dafür nicht wie für Kredite am Markt Zinsen zu zahlen hatte.



    Interessant, von dieser Argumentation hatte ich zuvor noch nie etwas gehört... Hast du irgendwelche Quellen, wo man darüber mehr erfahren könnte? Im Moment sind deine Ausführungen für mich eine Hypothese, deren Stichhaltigkeit ich noch nicht so recht einordnen kann - allerdings traue ich grundätzlich allen Politikern alles zu...:mad5:

    Meines Wissens nach erfolgte die Umstellung von einer kapitalgedeckten auf eine umlagefinanzierte Rente vor allem aus wahltaktischem Kalkül. Mit der Umstellung und der Orientierung der Renten an den Löhnen konnte zum einen der Kreis der Empfänger von staatlichen Rentenzahlungen erweitert, zum anderen die Renten angehoben und ab einem geringeren Alter ausgezahlt werden. Zugegebenermaßen war das zuvor gültige, kapitalgedeckte System nicht ausreichend leistungsfähig, um dem Phänomen der Altersarmut (das - im Gegensatz zu heute - damals tatsächlich millionen von Rentnern betraf) flächendeckend wirksam entgegentreten zu können. Dies geschah erst durch die Umstellung auf die Umlagefinanzierung, was aber auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, was für ein großer "Fleischtopf" erschlossen worden war! Dass es unsere Politiker dennoch schafften, unseren Staatshaushalt über Jahrzehnte hinweg so herunterzuwirtschaften (Momentan werden die Rentenkassen jedes Jahr mit rund 80 Milliarden Euro Steuergeld subventioniert), ist - zynisch gesprochen - fast schon wieder eine Leistung an sich...
    Gleichzeitig war die Umstellung des Rentensystems natürlich auch ein Manöver, das der CDU Millionen neue Wähler zutrieb, bzw. die bestehenden in Treue fest an deren Seite schweißte... nicht umsonst versteht sich die CDU bis heute als der wichtigste Sachwalter der Interessen der Rentner in Deutschland (abgesehen von den grauen Panthern). Es handelte sich also um den ersten groß angelegten Kauf von Wählerstimmen auf Kosten der erwerbstätigen, Steuern zahlenden Bevölkerung in Deutschland, dem noch zahlreiche weitere, von allen Parteien durchgeführte Bestechungsaktionen folgen sollten. Nicht zuletzt haben diese unablässigen Griffe in das Füllhorn staatlicher Wohltaten, zu denen auch die Rentengarantie gehört, zu der enormen Staatsverschuldung Deutschlands in erheblichem Maße beigetragen...
    Sollte nun noch dazu kommen, dass die Adenauer-Regierung zusätzlich auch noch die Erträge des kapitalgedeckten Rentensystems in die Aufrüstung steckte (Frage nebenbei: um welchen Betrag handelte es sich ungefähr?), ist die Umstellung des Rentensystems machtpolitisch ein einsames Meisterstück - und moralisch ein kaum mehr an Verwerflichkeit zu überbietender Tiefpunkt der Geschichte des demokratischen Systems in Deutschland, wenn man einmal von den Menschen, deren Lebenssituation durch die Adenauersche Rentenreform deutlich verbessert wurde, absieht...

    Hinzu kommt, dass wir die Schwierigkeiten, in die ein umlagefinanziertes Rentensystem zwangsläufig kommt, wenn die Geburtenzahlen langfristig rückläufig sind, ebenfalls zumindest teilweise der Regierung Adenauer verdanken. Ursprünglich sollte ja ein umlagefinanziertes Rentensystem eingeführt werden, das von einem schweizer Ökonomen entwickelt worden war und nicht nur Transferzahlungen von der arbeitenden Bevölkerung an die Rentner, sondern ebenso Transferzahlungen an Familien vorsah, um so die Reproduktion der Versicherungsnehmerbasis zu unterstützen (hört sich fürchterlich technokratisch an...). Dieser Teil des Systems wurde von Adenauer jedoch mit dem berühmt gewordenen Satz "Kinder bekommen die Leute sowieso..." gekappt und die dafür vorgesehenen Mittel genutzt, um die Rentenerhöhungen noch höher ausfallen zu lassen...:mad2:

    Besonders geärgert habe ich mich übrigens, als ich vor fünf Jahren spät nachts auf 3Sat einmal ein Programm gesehen habe, auf der die Nachrichtensendung von vor 30 Jahren (also aus dem Jahr 1975) gezeigt wurde. In dieser Nachrichtensendung wurden die damals bereits im Sinken begriffenen Geburtenzahlen thematisiert und man interviewte einen Statistiker zu den möglichen Konsequenzen. Seine extrem klare und jedermann verständliche Antwort war, dass - ein Verfestigung des Trends der sinkenden Geburtenzahlen vorausgesetzt - die Renten- und Sozialsicherungssysteme ab ca. 1990 in Schwierigkeiten geraten, die dann ab ca. dem Jahr 2000 massiv werden, wenn keine grundlegenden Änderungen am Rentensystem vorgenommen werden. Das war 1975, in einer Nachrichtensendung, die zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde. Gleichzeitig möcht uns der hessische Wadenbeißer Blüm bis heute das Märchen verkaufen, dass zu seiner Amtszeit niemand über die Folgen der sich verändernden Demographie Bescheid gewusst hätte!:mad2: Diese Chuzpe und Dreistigkeit ist aber typisch für schlichtweg jeden Politiker, wie sich nun ja auch wieder an den bei Wikileaks aufgetauchten Dokumenten zum Afghanistan-Krieg zeigt...

  • Hach, du bist ein Träumer. Eine Partei gründen, die sich wirklich die radikale Änderung der Verhältnisse auf die Fahnen schreibt - schwupps, wird man dich als Verfassungsfeind benennen und so lange durch den Kakao ziehen, bis dich keiner wählt, weil er Angst hat, als Radikalinski geoutet zu werden.


    Und die vorhandenen Parteien... die änderst du nicht, in dem du Mitglied wirst. Da kommst du nämlich gar nicht nach oben, wenn du nicht durch die richtigen Därme gekrochen bist.


    Lösungsvorschlag ?

  • Hach, du bist ein Träumer. Eine Partei gründen, die sich wirklich die radikale Änderung der Verhältnisse auf die Fahnen schreibt - schwupps, wird man dich als Verfassungsfeind benennen und so lange durch den Kakao ziehen, bis dich keiner wählt, weil er Angst hat, als Radikalinski geoutet zu werden.

    Und die vorhandenen Parteien... die änderst du nicht, in dem du Mitglied wirst. Da kommst du nämlich gar nicht nach oben, wenn du nicht durch die richtigen Därme gekrochen bist.



    Sehe ich auch so... Wir haben dieselben Probleme wie die meisten westlichen Demokratien und Japan auch: Die Parteien sollen die zentralen Mediatoren sein zwischen den Interessen der Bevölkerung und der Exekutive/Legislative. Leider sorgen bestehende Machtseilschaften in allen etablierten Parteien dafür, dass lediglich noch individuelle Machtinteressen und diese Machtinteressen befördernde Partikularinteressen von bestimmten Gruppen, die diese mit Geld durchsetzen können, Berücksichtigung finden. Diese bilden den eigentlichen Kern der Motivation eines jeden erfolgreichen Politikers. Denn das ist ja die schlichte Wahrheit, am besten Verkörpert durch unsere Kanzlerindarstellerin: ein erfolgreicher Politiker betreibt Machtpolitik, keine Sachpolitik. Je mehr und besser er Machtpolitik betreibt, desto mächtiger wird er. Ist man darin wirklich gut - so gut z.B. wie unsere Kanzlerindarstellerin - kann man sich sogar in den höchsten Machtpositionen halten, ohne einen Funken einer Idee, einer Inspiration, von Charisma, eines Konzeptes etc. pp.
    Sachpolitik wird allenfalls von den Hinterbänklern betrieben und meist auch nur insoweit und so lange, wie es dem Machterhalt dient - ist dies nicht mehr der Fall, weil sich das Interesse der Öffentlichkeit verschiebt, werden halbfertige Reformen wie heiße Kartoffeln fallen gelassen - siehe z.B. die "Schulreform" G8. Das soll nicht heißen, dass Politiker keinen Sachverstand hätten. Leider ist es jedoch so, dass unter den gegebenen Umständen eben nicht die reale Leistung eines Politikers oder gar dessen Gewissen und sein moralisches Handeln über sein Fortkommen entscheiden, sondern in allererster Linie seine Fähigkeit, Seilschaften zu bilden und Konkurrenten um die Macht mit allen Mitteln aus dem Weg zu räumen. Denn das sagte schon Max Weber: "Politik ist der Kampf um Macht." Punkt.

    Natürlich war das alles schon in der Antike so und sich darüber zu beklagen ist in ungefähr so hilfreich wie eine Klage darüber, dass die Pest zu so häßlichen Beulen unter den Armen führt... Problematisch und gefährlich wird es jedoch, wenn diese "natürlichen" Strukturen der Machtarena Politik so erstarrt sind, dass es nicht mehr möglich ist, diese zumindest hin und wieder zu überwinden und zu durchbrechen, wie dies z.B. dem Quereinsteiger Obama in den USA jüngst gelang.
    Bei uns und in den meisten anderen Demokratien, die schon zumindest einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben, sind hauptsächlich die verkrusteten und undurchlässigen Parteistrukturen (und das zugehörige System zahlungskräftiger und organisierter Lobbygruppen), die nur noch Arschkriecher und Speichellecker nach einer 25-jährigen Ochsentour auf Spitzenposten der Politik hieven, für die bekannten Probleme verantwortlich. Ich kann nicht erkennen, dass die Parteien noch genügend Dynamik und Selbstheilungskräfte hätten, um diese Entwicklung radikal umzukehren.

    Am wahrscheinlichsten halte ich es deshalb, dass der Bürger in Zukunft in zunehmendem Maße durch die Nutzung neuer Kommunikationstechnologien wie dem Internet - in dessen Nutzung der durchschnittliche Bürger dem durchschnittlichen deutschen Politiker ungefähr eine Trillion Lichtjahre voraus ist - zunehmend eine neue Form der Anarchie durchsetzen wird, indem sich Interessengemeinschaften zusammenfinden, die ihre Anliegen durch Volksentscheide durchsetzen, wie es jüngst in Bayern mit dem Rauchergesetz geschehen ist. Ob diese Entwicklung, die ihrerseits wieder starke Ungleichheiten mit sich bringen wird, zu begrüßen ist oder nicht, bleibt abzuwarten. Ich persönlich bin ein überzeugter Verfechter von Volksentscheiden, zumindest wenn sie über Fragen entscheiden, die ohnehin unser tägliches Leben berühren - allerdings bin ich auch überzeugt, dass unsere Politiker es schon zu verhindern wissen werden, dass es allzuviele Volksentscheide geben wird... Langfristig heißt das dann wohl: Wir sehen uns auf den Barrikaden!:mad2:

  • Lösungsvorschlag ?


    Tja-haaa... momentan leider nicht viele. Höchstens vielleicht, eine eigene politische Organisation ins Leben zu rufen, zu trommeln, zu hoffen und zuzusehen, daß man nicht genauso verkrustet. Dummerweise bleibt mir für so etwas keine Zeit, weil sonst nix zu beissen im Kühlschrank steht.


    Zitat von rapunzel

    schickt die alten bei rot über die ampel


    Tja... keine Lösung, sorry. Wie z.B. Kaliber der Marke Mißfelder deutlich zeigen (bedauerlicherweise ist der sogar jünger als ich), ist die Erkenntnisresistenz etwas, daß sich offensichtlich durch die Generationen zu schleppen scheint. Wenn der mit Mitte bis Ende 50 ins kanzlerfähige Alter kommt, wird man sehen, daß diese Generation genau den selben Schrott weiterführt, wie die Merkelgeneration oder die Müntefehringgeneration.


    So gesehen müßte man JEDEN vor den Lkw schubsen, der älter als 14 und in einer politischen Jugendorganisation der üblichen 4 ist... keine Lösung.


    Zitat von tautologe

    allerdings bin ich auch überzeugt, dass unsere Politiker es schon zu verhindern wissen werden, dass es allzuviele Volksentscheide geben wird... Langfristig heißt das dann wohl: Wir sehen uns auf den Barrikaden!


    Irgendwie befürchte ich das auch... die Frage ist, wie lange der Michel sich noch quälen lässt. Andererseits gibt unser System ja auch nicht viele Möglichkeiten, aktiv einzugreifen. Vielleicht besorge ich mir eine gute Rechtsschutzversicherung und dann verklage ich die Bundesregierung bei jeder Gelegenheit und für jeden Mist...


  • Don Quichotte ist ja gegen dich gar nichts! Einerseits behauptet man das die Welt überbevölkert und schon heute nicht ausreichend Nahrung verfügbar ist. Und andereseits willst du mehr Kinder, die logischerweise in der nächsten Generation wieder mehr Kinder haben müssen um dein beknacktes System aufrecht zu erhalten. Damit ist der Zusammenbruch erneut zwingend vorprogrammiert. Und das nennst du intelligente Wirtschafts und Sozialpolitik! Offensichtlich verstehtst du von Logik und Mathematik ebenso viel wie dein Vorbild Brüderle.
    Mit derart "hochqualifizierten" Fachleuten in der Politik können wir uns da ja gleich eine Strick kaufen und das Problem in deren Sinne lösen!
    Guten Tag, Herr Preil und alle anderen Komiker!


    MfG Icabaru

  • Komm mal lieber runter von Deinen 'empörten' Verbalrundumschlägen, das klingt nur unreif. Wenn das alles für Dich und uns so altbekannt ist, wie Du es schreibst, wozu dann überhaupt der Ursprungspost? War ja dann wohl Zeitverschwendung, uns allen ein Thema aufzutragen, über das ja an sich schon jeder "Bescheid" weiß. Bzgl. der Wahlzyklen, der Politikerversprechen usw. - alles klar, wußten wir alles bereits und Du auch, dann solltest Du den Post konsequenterweise widerrufen. Oder meinst Du, jetzt hast Du uns 'die Augen geöffnet'?
    Ich kann meine Aussagen (bzw. die Intention dahinter) auch etwas präzisieren: Wer so blöd ist, sich nicht selbst zu informieren und eigene Schlußfolgerungen zu ziehen, anstatt den Versprechungen anderer Menschen blind zu vertrauen, ist selbst dran schuld, wenn dann mal das böse Erwachen kommt. Es wundert mich als bisweilen zynischen Menschen andererseits nicht, wenn die meisten drauf reinfallen - Pech gehabt. Wird mir nicht passieren, denn ich erwarte nicht viel. Einstellungssache.
    Daß es bei der Lösung unserer Probleme bisweilen Widersprüche gibt (Ãœberbevölkerung vs. Umweltschutz vs. Wirtschaftswachstum etc.), habe ich ja gar nicht bestritten, ich glaube ja auch gar nicht an einen funktionierenden Ausweg - habe ich nie behauptet. Die Menscheit an sich ist halt einfach zu blöd, wenngleich im Einzelnen bisweilen durchaus unterhaltsam (war nicht persönlich gemeint :-)).
    Gruß,



  • Aber auch nur "Quasi unmöglich".


    Da aber der Konsum eigentlich überall irgendwie besteuert wird...


    Wenn ich in der Nähe von irgendwelchen Grenzen wohnen würde, z.B. Luxemburg, Holland, Tschechien oder Polen, würde ich meine Einkäufe dorthin verlagern, damit die Wegelagerer hier in Deutschland leer ausgingen, Steuermäßig betrachtet.


    Und was Lohn- und Einkommensteuer angeht, gibt es sicherlich ganz findige, die auch schon Ideen haben, das zu umgehen.....:reddevil: