Rentengarantie? Ja oder nein?

  • ..... damit hab ich überhaupt kein Problem.

    Vielleicht ist Dir schon mal aufgefallen, dass Großunternehmen, z.B. der Automobilindustrie bei Bilanzen Gewinne vor und nach Steuern vorlegen und dass sich diese Zahlen auch erheblich unterscheiden.


    Zum Beispiel bitte? Solche Bilanzen sind ja zu veröffentlichen. Ein paar Links dazu reichen aus.
    Und auch bitte unterscheiden ob die betreffenden Grossunternehmen in privaten Besitz oder nur privatrechtlich organisiert sind.

    Zitat

    Umsatzrenditen unter 10% sind für mich auch nicht irgendwie obszön und deshalb habe ich kein Problem damit, dass Dividenden, die von solchen Unternehmen erwirtschaftet werden, auch von Aktionären eingeschoben werden.


    Da sieht auch sonst niemand ein Problem in einer wahrhaft sozialen Marktwirtschaft.

    Zitat

    Jawohl, es gibt auch Betrüger, aber ich sehe kein Ausmaß, hier systemisch eine Riesenwelle zu schieben.


    Doch den Anlass dazu gibt es! Denn die grössten Betrüger sitzen ganz weit oben in der Wirtschaft und Politik!


    Zitat

    Und wenn Du dreimal Deinen Kopf gegen eine Wand geschlagen hast und es hat sich nach Beton angefühlt, dann machst Du das noch einmal, aber an einer anderen Stelle, Du bist ja nicht dumm ...
    (1) :mad2: (2) :mad2: (3) :mad2: (4) :mad2:


    Danke für das Kompliment!

    Zitat

    Wollte da nicht wer 3,5% Zinsen haben? Wo kommen die wohl her ...


    Ja sicher wollte ich z.B. die. Es ist aber immer noch ein wesentlicher Unterschied wer die wofür bezahlt, wohin die fliessen und wozu sie verwendet werden!

    Zitat

    Investitionen deren Rentabilität schwer, aber nicht unmöglich zu realisieren ist, lehne ich prinzipiell ab.


    Nachhaltige Wirkung bzw. bzw. langfristige Stabilität aufzubauen, ist eben schwieriger als Investitionen mit schnellen aber eben nicht nachhaltigen Gewinnen. Schon gleich gar nicht von Zugewinnen für die Gesllschaft im allgemeinem.

    Zitat

    Wobei Schwimmbäder und ÖPNV tatsächlich schlimmer sind als zusätzliche Startbahnen und verbuddelte Bahnhöfe. Bei diesen "Investitionen" ist garantiert, dass sie Minus machen. Bei Tiefbahnhöfen und Startbahnen hat man wenigstens eine Chance ...


    Darüber kann man geteilter Meinung sein und allein dazu können wir vermutlich beide seitenlange Pamphlete mit sehr conträren Argumenten schreiben.

    Zitat

    Nach Deinem Modell gibt es diese Trennung überhaupt rein gar nicht. Was glaubst Du wohl was mit Staatsanleihen im Falle einer Staatspleite passiert?


    Na was wohl, die sind simpel weg wie alle anderen auch. Aber die mit diesen Staatsanleihen finanzierten Sachwerte sind noch da! Und in wessen Besitz sind die wenn sie privat finanziert wurden?


    MfG Icabaru

  • [QUOTE=Icabaru;167763Na was wohl, die sind simpel weg wie alle anderen auch. Aber die mit diesen Staatsanleihen finanzierten Sachwerte sind noch da! Und in wessen Besitz sind die wenn sie privat finanziert wurden?
    MfG Icabaru[/QUOTE]

    Das erinnert ein wenig an die Bereicherung EinigerWeniger an der angeblich total bankrotten östlichen Hälfte des Solidarstaates.
    Treuhand verwaltete ein Minus und EinigeWenige landeten ein sattes Plus.

    Nun, das wird auch unser Freund verbalwalze nachvollziehen können.
    Hoffe ich.
    :brazil:

  • ..... damit hab ich überhaupt kein Problem.


    Zum Beispiel bitte? Solche Bilanzen sind ja zu veröffentlichen. Ein paar Links dazu reichen aus.


    Versuche es mal mit diesem Google und
    "Ergebnis vor Steuern <Unternehmen>"
    wobei Du unter <Unternehmen> einfach eingeben kannst, wer Dich interessiert, also Daimler, EON, ...


    Zitat von Icabaru

    Darüber kann man geteilter Meinung sein und allein dazu können wir vermutlich beide seitenlange Pamphlete mit sehr conträren Argumenten schreiben.


    Nein, kann man nicht, Du nennst mir einfach ein einziges Unternehmen des ÖPNV, das Gewinne abwirft - beliebige Stadtwerke und wir können diskutieren, ansonsten würde ich mich mal diskret von dieser naiven Vorstellung verabschieden. Dito Schwimmbäder.
    Es gibt zwar Spaßbäder, die soweit ich weiß privatwirtschaftlich und auch mit Gewinn betrieben werden, die Eintrittspreise unterscheiden sich aber deutlich vom üblichen kommunalen Bad in naher Entfernung. Darüberhinaus gibt es diese Spaßbäder schon und eine kapitalgedeckte Finanzierung weiterer Bäder würde wahrscheinlich die Rentabilität der bestehenden gefährden, und die neuen gleich nie in diese Zone vorstoßen lassen.
    Auf eine Investition zu setzen, die noch NIE jemand in die Profitabilität geführt hat, finde ich mehr als nur ein wenig gewagt.


    Zitat von Icabaru

    Na was wohl, die sind simpel weg wie alle anderen auch. Aber die mit diesen Staatsanleihen finanzierten Sachwerte sind noch da! Und in wessen Besitz sind die wenn sie privat finanziert wurden?


    Da liegt schon wieder ein Denkfehler vor, der Staat hat die Schulden gemacht, demzufolge gehören ihm auch die Sachwerte. Die Probleme liegen bei den Staatschulden aber woanders.
    (1) werden Schulden gemacht, denen gar keine Investitionen zugrundeliegen, z.B. um die eingangs erwähnte Rentengarantie zu finanzieren
    (2) werden Schulden gemacht, um betriebswirtschaftlich nicht tragende Investitionen zu tätigen, z.B. die besagten "Infrastrukturmaßnahmen". Die vorher und nachher keinen Gewinn abwerfen, sondern Verluste auflaufen lassen. Der Sinn einer Währungsreform ist Vermögensvernichtung, dito ein Haircut bei den Staatschulden., weil Vermögen oder Staatsschuld inflationiert sind. Das Kapital von Rentenversicherungen ist diesen Ereignissen voll ausgesetzt und das muss auch so sein, wenn die Reform berechtigt ist. Eine kapitalgedeckte Rentenversicherung begünstigt derartige Ereignisse, da sie Vermögensinflation befeuert und ist in besonderem Maße diesen Ereignissen ausgeliefert.



    Gruß
    Verbalwalze

  • (1) werden Schulden gemacht, denen gar keine Investitionen zugrundeliegen, z.B. um die eingangs erwähnte Rentengarantie zu finanzieren
    (2) werden Schulden gemacht, um betriebswirtschaftlich nicht tragende Investitionen zu tätigen, z.B. die besagten "Infrastrukturmaßnahmen". Die vorher und nachher keinen Gewinn abwerfen, sondern Verluste auflaufen lassen. Der Sinn einer Währungsreform ist Vermögensvernichtung, dito ein Haircut bei den Staatschulden., weil Vermögen oder Staatsschuld inflationiert sind. Das Kapital von Rentenversicherungen ist diesen Ereignissen voll ausgesetzt und das muss auch so sein, wenn die Reform berechtigt ist. Eine kapitalgedeckte Rentenversicherung begünstigt derartige Ereignisse, da sie Vermögensinflation befeuert und ist in besonderem Maße diesen Ereignissen ausgeliefert.

    Gruß
    Verbalwalze



    Ich nehme zur Kenntnis, dass du hier nichts verteidigst sondern sachlich feststellst.
    Danke.

  • Ach so? Folglich müssten dann alle privaten kapitalgedeckten(!) Rentenversicherungen (PRV) incl. der Riester-Rente und Kapitallebensversicherungen etc. verboten werden, denn die heizen ja auch die Vermögensinflation an. :lol:
    Folglich macht der Staat mit seiner Propaganda zur "privaten Altersvorsorge" massiv Werbung in der Absicht die Vermögengsinflation voranzutreiben?:lol:
    Erkläre das mal bitte allen, die in private Rentenversicherungen bzw. Kapitallebensversicherungen einzahlen. Denn die werden alle und ausschliesslich von privaten Assekuranzen angeboten! Merkste da was von dem direkten Zusammenhang zur Finanzkrise und Bankenrettung und vor allen den damit verbundenen milliardenschweren Investitionen ohne jede Rendite?? Zitat Verbalwalze von oben:


    #Auf eine Investition zu setzen, die noch NIE jemand in die Profitabilität geführt hat, finde ich mehr als nur ein wenig gewagt.
    Exakt das zeichnet die aktuelle Finanzpolitik nämlich aus!
    Frage: Wer hat jemals eine Investition zur Bankenrettung in die Profitabilität geführt? Und wer bitte hat behauptet, dass dies alternativlos ist und damit glatt gelogen?


    MfG Icabaru

    5 Mal editiert, zuletzt von Icabaru ()


  • Da bin ich schon von ganz allein drauf gekommen, oder traust du mir das nicht zu?
    Ich schrieb ja, dass dabei in die Unternehmen im privaten Besitz und die lediglich privatrechtlich organisierten zu unterscheiden ist. Hast du dieses Detail übersehen? Denn genau wird es einigermassen problematisch.
    Und das fängt schon bei den Energiekonzernen an! Die sind nämlich fast alle in von der Politik beherrscht (Aktien mit mehrfachen bis zu 60fachen Stimmrecht, verwaltet von den Landesbanken!) und da sind die teils mehrheitlich im privaten Streubesitz befindlichen Aktien bei Unternehmensentscheidungen unwichtig! So und nun geh erstmal ins Handelsregister und versuche das mal nachzuvollziehen. Bis 2001 war das noch gut möglich, aber seit die Handelsregister (in jedem Bundesland eines) digitalisiert sind findest du da bei Aktiengesellschaften generell eine Sperre. Warum denn? Bitte korrigiere mich wenn ich da falsch liegen sollte.


    Interessiert mich alles nicht sonderlich, Großunternehmen zahlen Steuern, sogar eine ganze Menge.



    Zitat von Icabaru

    Wir diskutieren und suchen hier nach möglichen Alternativen!! Das heisst wie man exakt das ändern könnte! Denn Fakt ist auch, dass die privaten Betreiber Gewinne erwirtschaften und wenn die das können, ergibt sich die Frage warum das staatliche Betreiber nicht können??


    Hervorragende Frage, dazu gibt es auch mehrere Theorien, die Tatsache steht aber nun einmal, auch von Dir bestätigt. Deshalb solltest Du verstehen, dass ich es bis auf weiteres ablehne meine Rente darauf zu wetten.


    Zitat von Icabaru

    Hier liegen die Ursachen in der wirtschaftspolitischen Ausrichtung der Politik und den von ihr gestalteten gesetzlichen Rahmenbedingungen!


    Aha, sehr hilfreich, diese exakte Aussage.
    Im konkreten Beispiel des ÖPNV liegt die Profitabilität von privaten Betreibern oft darin, dass sie Subventionen kassieren, niedrigere Löhne zahlen, höhere Ticketpreise verlangen und unrentable Routen gnadenlos aussieben. Kannst Dir ja aussuchen, welche Strategie Dir am besten gefällt.



    Zitat von Icabaru

    Woher nimmst du denn die absolute Sicherheit, dass diese Rahmenbedingungen auf ewig so bleiben müssen? Die können demokratisch und intelligent auch umgestaltet werden!


    Da hätte ich ja gerne mal konkrete Vorschläge. Nur durch Ändern kann man sich Verbessern, aber Änderung ist noch keine Verbesserung.


    Zitat von Icabaru

    Wieder sehr korrekt, aber auch nur unter den gegebenen Bedingungen! Diese Feststellung ist aber kein Naturgesetz, sondern das Produkt einer realen Wirtschaftspolitik und genau die kann geändert werden! Leider nur mit massiven Mehrheiten und die wieder sind sehr schwer zu erreichen, weil den meisten Wählern dazu das Wissen und das Bewusstsein fehlt!


    Die Massivität der Mehrheiten ist in diesem Fall irrelevant, Du musst schon den intelligenten Teil Deiner Aussage ziehen. Ich frage mich gerade, ob Du schon weisst, wie man den ÖPNV profitabel bewirtschaften könnte, oder ob Du nur diffus hoffst, dass das schon irgendwie gehen muss.


    Zitat von Icabaru

    Eben, eben!! Und wenn sie von der Rentenversicherung finanziert sin, gehören sie nicht dem Staat sondern den Einzahlern des Privatkapitals der kapitalgedeckten Rente!
    Deshalb ist ja die strikte Trennung von Staatskasse (Steuermittel) und Rentenkasse (Privatkapital der Beitragszahler) so wichtig!


    Wie z.B. durch den Kauf von Staatsanleihen, die bekanntlich durch Steuermittel bedient werden - ups


    Zitat von Icabaru

    Exakt und damit sind wir bei der Frage warum der Staat vorher die Ãœberschüsse der Rentenversichrung für Fremdausgaben entnommen hat und nun ohne Rendite in eben diese Renteversichrung investieren muss? Man redet soviel über Nachhaltigkeit. Wo bitte war denn diese Erkenntniss von Nachhaltigkeit bzw. nachhaltigen wirtschaften in allen staatlichen Verwaltungsebenen in den letzten 50 Jahren? Da war es bei weitem leichter immer neue Schulden aufzutürmen, anstatt nachhaltig zu wirtschaften!


    Die Frage stelle ich mir auch, aber ich wünsche mir, dass die Staatsverschuldung auf ca. 40% vom BIP reduziert wird und diese 40% reichen nicht für kapitalgedeckte RV.


    Zitat von Icabaru

    Trifft auf die Umlage ebenso zu! Wäre gar nicht so nachteilig, da könnte man bei einem Neustart wenigstens etwas vernünftigeres aufbauen!


    Das hatten wir doch schon X-mal, wenn die Wirtschaft wieder tritt fasst, können bei der Umlage auch die Rentner sofort profitieren, bei der Kapitaldeckung hingegen muss erstmal angespart werden und da man nun einmal Geld nicht zweimal ausgeben kann, bedeutet das entweder, dass die Renten niedrig bleiben, dass mehr Beiträge gezahlt werden müssen, oder dass man auf die Kapitaldeckung verzichtet.


    Zitat von Icabaru

    Ach so? Folglich müssten dann alle privaten kapitalgedeckten(!) Rentenversicherungen (PRV) incl. der Riester-Rente und Kapitallebensversicherungen etc. verboten werden, denn die heizen ja auch die Vermögensinflation an. :lol:


    Verbieten würde ich das nicht, jeder darf doch sparen, nur will ich keine kapitalgedeckte Pflichtrente. Im Ãœbrigen sollte die Riesterförderung aber komplett eingestellt werden.



    Zitat von Icabaru

    Folglich macht der Staat mit seiner Propaganda zur "privaten Altersvorsorge" massiv Werbung in der Absicht die Vermögengsinflation voranzutreiben?:lol:


    Verstehe nicht, warum Du gerade hier den Politikern vertraust.


    Zitat von Icabaru

    Erkläre das mal bitte allen, die in private Rentenversicherungen bzw. Kapitallebensversicherungen einzahlen. Denn die werden alle und ausschliesslich von privaten Assekuranzen angeboten! Merkste da was von dem direkten Zusammenhang zur Finanzkrise und Bankenrettung und vor allen den damit verbundenen milliardenschweren Investitionen ohne jede Rendite?? Zitat Verbalwalze von oben:


    #Auf eine Investition zu setzen, die noch NIE jemand in die Profitabilität geführt hat, finde ich mehr als nur ein wenig gewagt.
    Exakt das zeichnet die aktuelle Finanzpolitik nämlich aus!


    Nein da merke ich nichts, im Zusammenhang mit dem Gebahren von Lebensversicherungen in D, oder nur sehr wenig. In USA, die ein vor allem kapitalgedecktes System haben, ist da schon mehr zu merken, aber man muss ja nicht jeden Blödsinn nachmachen, oder?


    Zitat von Icabaru

    Frage: Wer hat jemals eine Investition zur Bankenrettung in die Profitabilität geführt? Und wer bitte hat behauptet, dass dies alternativlos ist und damit glatt gelogen?


    Antwort: Zumindest einige Banken haben die Hilfen bereits mit Zinsen zurückgezahlt -> profitabel
    Das mit dem alternativlos ist ein Standardspruch der Politiker um dem eigenen Vorhaben Deckungsfeuer zu schießen. Die Verwendung dieser Aussage lässt keine Rückschlussfolgerung auf die Sinnhaftigkeit des Vorhabens zu.


    Gruß
    Verbalwalze

  • .... können wir die Diskussion beenden.


    Ich habe eine sehr interessante Seite gefunden, die erstens Hinweise enthält das ich mit meiner Meinung leider nur teilweise richtig liege. Nun aber deine Argumente erscheinen da auch etwas wacklig.
    Ist zwar ein sehr langer Text, aber nach meinem Eindruck von einem respektablen Fachmann verfasst. Ich bin noch nicht durch, empfehle ihn aber dennoch weiter


    Die Schuldenfalle, eine Untersuchung der Staatsverschuldung ab 1965 bis 2025


    MfG Icabaru