Warum verzichten Moslems heutzutage auf Schweinefleisch?

  • Ein Ritual, das auch nach den heutigen hygienischen Erkenntnissen sinnvoll ist:
    "Nach dem Sch....., vor dem Essen,
    Händewaschen nicht vergessen!"

    Daß Jesus ausrastet, weil ihm die Pharisäer immer und überall Vorschriften für den alltäglichen Lebensvollzug machen wollen, macht ihn überaus aktuell, auch wenn der Anlaß dafür falsch ist. Seine Aussage geht über den Anlaß hinaus und wendet sich ganz allgemein gegen Speisevorschriften. Eindeutiger geht es nun wirklich nicht.


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  • Ein Ritual, das auch nach den heutigen hygienischen Erkenntnissen sinnvoll ist:
    "Nach dem Sch....., vor dem Essen,
    Händewaschen nicht vergessen!"

    Daß Jesus ausrastet, weil ihm die Pharisäer immer und überall Vorschriften für den alltäglichen Lebensvollzug machen wollen, macht ihn überaus aktuell, auch wenn der Anlaß dafür falsch ist. Seine Aussage geht über den Anlaß hinaus und wendet sich ganz allgemein gegen Speisevorschriften. Eindeutiger geht es nun wirklich nicht.


    Ähem - warum wundert es mich absolut nicht, daß du nicht das geringste Rückgrat besitzt um zuzugeben, daß du dich schlicht und einfach geirrt hast?


    Eindeutiger geht es ja wohl wirklich nicht: der Aufhänger in Matt.15 ist das Händewaschen, nicht die globalen Speisevorschriften an sich. Da ist eindeutig nichts davon zu lesen, daß koschere Zubereitung Blödsinn ist.
    Das wäre reine, von dir erdachte und zwischen die Zeilen gelegte, aber durch nichts belegte Theorie.



  • Zur Grippe habe ich weiter unten geantwortet und was die Adipositas angeht habe ich auch nicht gesagt, dass diese ausschliesslich auf den Genuss von Schweinefleisch zurückzuführen ist. Natürlich ist auch der Ãœberfluss an Kohlehydraten in Betracht zu ziehen.

  • Ähem - warum wundert es mich absolut nicht, daß du nicht das geringste Rückgrat besitzt um zuzugeben, daß du dich schlicht und einfach geirrt hast?
    Eindeutiger geht es ja wohl wirklich nicht: der Aufhänger in Matt.15 ist das Händewaschen, nicht die globalen Speisevorschriften an sich. Da ist eindeutig nichts davon zu lesen, daß koschere Zubereitung Blödsinn ist.
    Das wäre reine, von dir erdachte und zwischen die Zeilen gelegte, aber durch nichts belegte Theorie.



    Wenn seine Jünger und die Urchristen ihn so verstanden hätte, hätten sie nicht die jüdischen Speisevorschriften für ungültig erklärt.


  • warte mal, nächstenliebe wird von dir so definiert dass man seine meinung nicht mehr sagen darf, da man jemandem sonst auf den ,,schlips" treten könnte?komische definition..


    Leider nicht ganz richtig gelesen, oder Du verwechselst womöglich was. "Christliche Nächstenliebe" bezeichnete nur die Tatsache, dass ich Dir überhaupt geantwortet habe. Nun sogar schon zum dritten Mal. Ganz ehrlich, ich finde, damit stehe ich kurz vor der Seligsprechung. Und Deinen absehbaren Widerspruch nehme ich gerne im POTT entgegen, kommentarlos - ich schwörrr! :cornut:


    :focus::welcome:

  • Wenn seine Jünger und die Urchristen ihn so verstanden hätte, hätten sie nicht die jüdischen Speisevorschriften für ungültig erklärt.


    Nun - hast du noch mehr Stellen aus dem NT, in denen es darum geht, daß keine jüdischen Speiseregeln mehr zu befolgen seien?


    Wer weiß schon, ob sie ihn nicht gar falsch verstanden haben. Ich denke aber eher, da Jesu Lehre eine GEISTESlehre war und kein KULINARISCHER EXKURS, wird man sich um den Aspekt Essen und Trinken überhaupt nicht gekümmert, sondern einfach jeder für sich die lokalen Gebräuchlichkeiten weiter fortgeführt haben.


    Mit anderen Worten: die Jünger zogen aus, das Wort Jesu zu verbreiten. Die jüdische Kultur aber nicht.

  • Du führst SCHNITZER als ernstzunehmende Quelle an und behauptest dann auch noch, du hättest einen medizinischen Background??? :yikes:



    Wenn ich ehrlich bin, ich habe mir den link nicht einmal durchgelesen.

  • Schweinefleisch ist toxisch?
    Letztlich sind sehr viele Nahrungsmittel schädlich, wenn man sie falsch zubereitet, sie vergammelt sind oder man zu viel davon isst. Kocht man Gemüse (wie z.B. Spinat) ein zweites Mal, entsteht hochgiftige Blausäure, ernährt man sich ausschließlich von Äpfeln, bekommt man Mangelerscheinungen und isst man vergammelte Eier wird´s übel. Ist Schweinefleisch da wirklich eine Ausnahme? Ich denke nicht.


    Dass es in alten Zeiten häufiger Erkrankungen durch Schweineverzehr gab liegt wahrscheinlich auschließlich daran, dass nicht lange genug durchgegart wurde und das Fleisch recht schnell verdarb.
    Damals haben die Leute bloß 1-2 Mal die Woche Fleisch gegessen und die Lebenserwartung lag bei unter 50 Jahren, so dass nicht von übermäßigem Verzehr die Rede sein kann und viele Krankheiten, die für gewöhnlich erst im fortgeschrittenen Alter auftreten gar keine große Rolle gespielt haben dürften.

  • Ich würde vorsichtig sein mit dem Verlinken von im Internet "dank" Google gefundener "islamischer" Seiten. Und schon sind diese Seiten wieder ein wenig höher im Ranking gerutscht. Problem: Sie sind oft mit salafitischem Background. D.h., es wird die Sicht der wahhabitischen Saudi-Araber vermittelt, die ihre Frauen nicht mal Auto fahren lassen!

    Das wäre so, als würde man über das Christentum nur über Evangelikale Netz-Seiten etwas lernen, und all die ganzen mühsamen theologischen Erkenntnisse der letzten 150 Jahre in den Wind schlagen.

    Wenn ihr was lernen oder wissen wollt, dann verlinkt am besten zu googlebooks, dort steht vieles nicht selten genauso kompakt wie auf diversen radikalen Internetseiten.
    Hier seriöse Bücherlinks:
    http://www.politopia.de/literatur-kunst-und-bildung/1729-seriöse-bücher-zur-geschichte-des-islamischen-kulturraumes.html

    (Damit will ich nicht behaupten, dass auf diesen Seiten nicht korrektes stehen mag, aber ich schlage über deutsche Geschichte eben ungern auf Nazi-Seiten nach, um es mal krass auszudrücken. Es kann auch gut sein, dass einige dieser Seitenbetreiber selber nicht immer so genau wissen, welchen (durch Petrodollars aufgewertete) Scheichs sie hinterherrennen.)

    Nur mal einige Sätze zu Schweinefleischverbot, morgen zitiere ich vielleicht nochmal die Encyclopaedia of Islam, obwohl,... MOMENT! Das kann ich mir eigentlich auch ersparen, wenn ich mir anschaue, wieviele oder besser gesagt, wie wenige meine Attachment runtergeladen haben, um das Alkoholverbot mal genauer zu betrachten (Und dabei vorher noch gelabert, es wird so wenig über den Koran berichtet, und kritisch erst recht nicht, und überhaupt, ...). Offensichtlich besteht doch kein Informationsbedürfnis, oder jedenfalls keines, welches drei Minuten länger dauert... :reddevil:

    aus:
    http://othes.univie.ac.at/1220/1/2008-09-02_8874004.pdf

    "Ökologische und naturräumliche Faktoren spielten bei der Verbreitung bzw.
    Nutzung oder Meidung von Nahrungsmitteln eine wesentliche Rolle, standen
    jedoch auch mit kulturellen Komponenten in Wechselbeziehung, welche auf diese
    Weise Einfluss auf die Landwirtschaft ausübten. Ein Beispiel stellt das
    Schweinefleischtabu dar, das im Judentum und Islam Anwendung fand, während
    das Christentum, obwohl es seine Wurzeln im Judentum hatte, nichts gegen den
    Schweinefleischkonsum einzuwenden hatte. Der Prophet Mohammed, der vom
    jüdischen Recht beeinflusst gewesen war bzw. jüdische Essensregeln imitiert
    haben mag, verbot das Essen von Schweinefleisch, wie es im Koran auch
    mehrmals erwähnt wird. Vom 7. Jahrhundert an wurde das Verbot von den
    Muslimen von der Arabischen Halbinsel in Regionen in Asien, Afrika und
    Südeuropa verbreitet, wo die Schweinezucht ursprünglich praktiziert wurde. Der
    Ursprung dieses Tabus ist in Wirklichkeit umstritten. Eine These besagt, dass
    Schweinefleisch aus hygienischen Gründen abgelehnt wurde. Es verdarb schnell
    bei hohen Temperaturen, außerdem fraß das Schwein alle möglichen Abfälle.
    Daneben gab es ökologische Erklärungsansätze, die besagten, dass der Anstieg
    der Bevölkerung in den südlichen und östlichen Mittelmeerländern in früheren
    Zeiten zu einer Veränderung der Umwelt geführt hatte, sodass die Eichen- und
    Buchenwälder – Nahrungsgrundlage der Schweine – zu Gunsten der Kultivierung
    von Olivenbäumen abgeholzt wurden. In Europa waren genügend Wälder
    vorhanden, in denen Schweine Futter finden und entfernt von menschlichen
    Behausungen gehalten werden konnten. Der Hygienefaktor hatte hier nicht so
    eine große Rolle gespielt. In Ländern hingegen, wo den Schweinen die Wälder als
    Nahrungsgrundlage fehlten, waren sie darauf angewiesen, sich vom Abfall,
    mitunter auch von Exkrementen und Kadavern, zu ernähren, wodurch der
    Eindruck ihrer Unreinheit entstanden sein mag. In den Wüstengebieten Afrikas
    und des Nahen Ostens kam außerdem hinzu, dass die Schweinezucht mit dem
    Pastoralismus bzw. dem Nomadentum nicht vereinbar war. Im Gegensatz zu
    Rindern, Schafen und Ziegen bekam Schweinen die Ernährung von Gras,
    Stoppeln, Buschwerk oder Blättern, wie man sie in den Steppen- bzw.
    Halbwüstengebieten vorfand, nicht besonders gut. Schweine sind auch schlecht an das Klima des Nahen und Mittleren Osten angepasst. Während Rinder, Schafe
    und Ziegen längere Zeiträume ohne Wasser überstehen können und durch
    Schwitzen überschüssige Körperhitze abbauen, können Schweine nicht
    schwitzen. Sie sind zur Abkühlung auf Feuchtigkeit von außen angewiesen, zum
    Beispiel indem sie sich in einem Schlammloch wälzen. Schweinezucht war daher
    in heißen Gebieten kostspielig, da Schweine Schatten und Wasser benötigten.
    Außerdem standen sie bei der Ernährung in Konkurrenz zu den Menschen, da
    sie, obwohl Allesfresser, als Futter Getreide und andere für den Menschen
    geeignete Pflanzen bevorzugten, und im Gegensatz zu den Wiederkäuern keine
    Milchprodukte, Leder oder Wolle lieferten und als Zugtiere unbrauchbar waren. Ihr
    einziger Nutzen bestand somit darin, Fleisch zu liefern.
    291
    Nach Marvin Harris lag
    die Funktion des Eßtabus darin, dafür zu sorgen, dass der begrenzte
    Nahrungsspielraum optimal ausgenutzt und eine ausreichende Nahrungs-
    versorgung garantiert wurde: „Bei Nahrungsmitteln, die man bevorzugt (die gut zu
    essen sind), ist die Bilanz zwischen dem praktischen Nutzen und den Kosten
    günstiger als bei solchen, um die man einen Bogen macht (die schlecht zu essen
    sind).“
    292
    Letztendlich ging es um das Verhältnis zwischen der Nützlichkeit der
    Lebensmittel im Sinne der in ihnen enthaltenen Nährstoffe und der zu ihrer
    Beschaffung notwendigen Arbeit.
    293
    Somit lagen religiös bedingten Eßtabus wie
    dem Schweinefleischtabu letztendlich ökologische Faktoren zugrunde. In
    Regionen, in denen die Schweinezucht eine der Hauptelemente der Ernährung
    darstellte, konnte sich der Islam nicht ausbreiten. In China beispielsweise musste
    sich der Islam auf einige Enklaven in den Wüsten und Steppen beschränken.
    Nach Harris stößt der Islam bis heute an „eine geographische Schranke, die
    zusammenfällt mit den ökologischen Ãœbergangszonen zwischen bewaldeten
    Regionen, die für die Schweinehaltung gut geeignet sind, und Gegenden, wo
    zuviel Sonne und trockene Hitze die Schweinehaltung zu einem riskanten und
    aufwendigen Unternehmen machen“.
    294
    Wenn religiösen Eßtabus letztendlich auf
    ökologische Gründe zurückzuführen sind, so können umgekehrt religiös bedingte
    Eßgewohnheiten ihrerseits auf ökologische und (land-)wirtschaftliche Faktoren rückwirken. ..."

    Dieses ist nun vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, da ich die Literatur nicht kenne und keine Lust habe deren Relevanz festzustellen, bietet aber einen zumindest erweiterten Blick. Ob die Speisevorschriften aus dem Judentum nun kommen oder nicht, zeigt uns eher ein anderes Werk:

    Was ich hingegen ohne weitere Seriositätsrecherche zitieren kann, ist die Encyclopaedia of the Qur'an:

    "The difference between wine and pork in
    qurÄnic food taboos was the progressive
    series of prescription against the former
    and the initial and absolute prohibition of
    the latter. In the present state of knowledge
    about early Islam it is difï¬ cult to determine
    whether this also refl ected differing social
    attitudes during the formative period of
    the Islamic community. Possibly the prohi-
    bition of pork was more easily adopted
    than that of wine. For example, evidence
    suggests that whereas medical opinion
    accepted the curative properties of alcohol
    until at least the early fourthâ„tenth century,
    three centuries later even medical attitudes
    had hardened against its use. Of course,
    the pious, devout Muslim would have
    avoided alcoholic drink as a matter of reli-
    gious principle from the beginning (see
    Waines, Medieval controversy).
    Oneï¬ nal observation to conclude this
    section concerns Mary Douglas’ well
    known analysis of dietary rules in the
    Hebrew Bible and her conclusion that they
    could not be sustained in the Islamic con-
    text. For Douglas, the Jewish dietary laws
    were like signs which inspired meditation
    on the oneness, purity and completeness of
    God and by avoidance “holiness was given
    a physical expression in every encounter
    with the animal kingdom and at every
    meal†(Douglas, Abominations, 57). For
    Muslims, on the other hand, whose food
    taboos were far less exclusive in intent than
    the Jewish, the object of avoidance was
    more simply and directly piety (q.v.) to-
    wards and obedience (q.v.) of God.
    ..."

    Ich breche hier mal ab...