Fachkräftemangel?

  • Warum bildet man Fachkräfte nicht einfach aus? Sind doch genug Schüler und Studenten da.

  • Es sind sogar genug Fachkräfte da! Nur nicht genug Arbeitgeber, die diese Fachkräfte gemessen an ihrer Qualifikation zu bezahlen bereit wären.
    Da gilt nämlich: Je jünger desto billiger, Berufseinsteiger geben sich auch gerne mal mit einem Praktikum zufrieden.

  • Das Problem kenne ich hier aus Ö auch, man will fix fertige Facharbeiter kriegen, selber ausbilden will man sie nicht, die arbeit sollen andere übernehmen....

  • Warum bildet man Fachkräfte nicht einfach aus? Sind doch genug Schüler und Studenten da.



    ..dass so ein verwegener Anstatz eventuell Geld kostet, und zwar nicht das der Arbeitnehmer, sondern das der Anleger!

  • Es sind sogar genug Fachkräfte da! Nur nicht genug Arbeitgeber, die diese Fachkräfte gemessen an ihrer Qualifikation zu bezahlen bereit wären.
    Da gilt nämlich: Je jünger desto billiger, Berufseinsteiger geben sich auch gerne mal mit einem Praktikum zufrieden.




    ...da könnte ich mich sogar auf Arbeitgeberseite stellen.

    Was bringt mir ein Fachmann für Mediengestaltung wenn ich einen Fachmann für Bodenbearbeitung brauche?

  • ... leute zu finden ist tatsächlich ein problem.
    was einem vom arbeitsamt und von den privaten agenturen geschickt wird, grenzt an zeitdiebstahl.
    der aufwand ist enorm, die ausbeute häufig über monate lausig.
    wer das noch nie erlebt hat, würde die geschichen nicht glauben, die man sich da reintun muss.
    natürlich gibt es einige gute Leute, aber um die muss sich keiner sorgen machen. das problem ist, dass die eben nicht immer dort wohnen, wo es gerade den richtigen job gibt.
    mein problem ist umgekehrt, dass ich verstehen kann, dass die nicht ihr haus für einen umzug aufgeben wollen... also haben beide ein problem...
    insgesamt sind gute leute mangelware.
    wer gut ist, bestimme in meinem fall ich.:cornut:



  • ...besagt nicht die Lehre vom freien Markt, dass sich Angebot und Nachfrage über den Preis regeln?

  • Der Fachkräftemangel ist IMO eine Lüge.
    Wenn es keine Lüge ist, dann liegt das Problem in der mangelnden Ausbildungsbereitschaft der Ausbilder, nicht aber der Auszubildenden.
    Fachkräftemangel in einem hochindustrialiserten Hochlohnland ist, wenn die Institutionen keine Verantwortung dafür anerkennen wollen, ein Eingeständnis in die Unfähigkeit der Gesellschaft.
    Und darum gibt es ihn eigentlich nicht.
    Vll ist hier Lohndrückerei das Schwungrad.

  • ...besagt nicht die Lehre vom freien Markt, dass sich Angebot und Nachfrage über den Preis regeln?



    .. problem ist, dass es zu wenige gute leute gibt.
    also nimmt "man" ggf. einen bewerber, der mit einigermaßen ausreichenden grundkenntnissen daherkommt und den eindruck macht, noch nicht "versaut "zu sein. und man hofft, dass die arbeit, die nun - anstatt zu entlasten - noch zusätzlich zu erledigen ist (ausbildung), sich auszahlt und der mitarbeiter die zusätzlichen kosten, und die durch die unplanmäßige ausbildung velorene zeit, wieder reinarbeitet. die chance ist etwa 50:50.


    wenn das ein oder zweimal floppt, ist es fraglich, ob ein betrieb, nach solchen erlebnissen, noch einen weiteren versuch mit "falsch" qualifizierten bewerbern macht.
    ich kenne mehr als einen betrieb, die nicht mehr suchen, sondern lieber auf ein handhabbares maß schrumpfen/geschrumpft sind.
    wir reden hier nicht über ungelernte kräfte, die gesucht werden, richtig?
    davon könnt ich eine ganze legion aufstellen. aber wer leitet sie an und organisiert die party?:confused:

    Einmal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • ...besagt nicht die Lehre vom freien Markt, dass sich Angebot und Nachfrage über den Preis regeln?


    In diesem Fall sehe ich das asl nicht ganz so simpel an.
    Wenn alle Firmen einer bestimmten Branche das Gehalt nur lange genug auf niedrigem Niveau halten, werden sie früher oder später die Fachleute bekommen, die entweder sich selbst unter Wert zu verkaufen bereit sind oder einfach keine Wahl haben (aus welchen Gründen auch immer).


    Nur gilt im Generellen:
    "Wenn ich mit Peanuts bezahle, muß ich mich nicht wundern, daß meine Mitarbeiter alle Affen sind."


    Ich hörte heute die Geschichte einer Ex-Postbotin. Sie hatte noch das Glück der Verbeamtung und ist seit 5 Jahren wegen körperlicher Probleme krank geschrieben gewesen und mit Mitte vierzig nun in Rente gegangen. Erst gab es mehr Briefe. Dann gab man ihnen Päckchen und Wurfsendungen dazu. Dann besetzte man wegfallende Pensionärsstellen nicht mehr. Dann vergrößerte man die Bezirke und ließ die Leute zusätzlich noch mehr Werbung austragen. Dann rationalisierte man die Postverteilerzentren und besetzte die wegfallenden Stellen nicht neu... dafür kriegten die Postzusteller auch noch die WOchenend-Superwerbebeilage und eine neue Bezirksvergrößerung...
    ...immer mehr Arbeit auf der Schulter von immer weniger Leuten. Hauptsache, die Profite stimmen.


    Und da rudert keiner mehr zurück, schliesslich sollen Gewinne ja vergrößert, nicht geschmälert werden. Ergo gibts zwar jede Menge Arbeit, aber die Besetzungen der Betriebe werden trotzdem immer kleiner.

  • ....
    ich kenne mehr als einen betrieb, die nicht mehr suchen, sondern lieber auf ein handhabbares maß schrumpfen/geschrumpft sind.
    ...


    Wegen Fachkräftemangel?


    Ich habe jetzt gerade den frisch gebackenen Gesellen (bei mir in der Ausbildung gewesen) übernommen.
    Wie sich aber das Anforderungsprofil in meinem Handwerk nur im Verlauf dieser drei Jahre verändert hat, kann er lt Berufsbild und Rahmenlehrplan nach HWO gar nicht mithalten. Das hinkt hinter den gewachsenen Anforderungen hinterher so wie die Ausbilder in den überbetrieblichen Werkstätten und Schulen. Er muß in meinem Betrieb mithalten.
    Und das tut er.
    Er ist eine Fachkraft und muß als solche bezahlt werden.

  • Wegen Fachkräftemangel?


    Ich habe jetzt gerade den frisch gebackenen Gesellen (bei mir in der Ausbildung gewesen) übernommen.
    Wie sich aber das Anforderungsprofil in meinem Handwerk nur im Verlauf dieser drei Jahre verändert hat, kann er lt Berufsbild und Rahmenlehrplan nach HWO gar nicht mithalten. Das hinkt hinter den gewachsenen Anforderungen hinterher so wie die Ausbilder in den überbetrieblichen Werkstätten und Schulen. Er muß in meinem Betrieb mithalten.
    Und das tut er.
    Er ist eine Fachkraft und muß als solche bezahlt werden.



    ... wenn das so klappt.:thumbsup:



  • Funktioniert das nicht nur dann, wenn die Zahl der Arbeitssuchenden auchreicht um einen gewissen Druck auf dieselbern auszuüben?

  • Funktioniert das nicht nur dann, wenn die Zahl der Arbeitssuchenden auchreicht um einen gewissen Druck auf dieselbern auszuüben?


    Was erleben wir denn in D seit ca 35 Jahren?

  • ...persönlich kann ich das ganze erst seit ca. 15 Jahren als Problem erkennen.


    Man muß es gar nicht persönlich erleben. Es gibt ja immerhin so etwas wie zeitgeschichtliche Betrachtung. Darin wird auch und zum Beispiel Massenarbeitslosigkeit als Phänomen behandelt!