GEZ bezahlte Meinungsmacher polemisieren gegen ALG II Leistungsempfänger

  • Wenn die methoden Schrott sind, wieso werden die dann überhaupt veröffentlicht?



    Nicht die Methoden, mit denen man schon erfaßt, was hier und jetzt überhaupt erfaßbar ist.

    Zitat

    Sag bloß ihr habt auch Veröffentlichung Druck..



    Den größten überhaupt vorstellbaren. In wenigen Wochen kann ja jede Prognose überholt sein und die dafür aufgebrachte Arbeit für die Katz. Deswegen halte ich von der ganzen, vorgeblich genauen Prognostiziererei nichts. Man sollte sich darauf beschränken, allgemeine wahrscheinliche Entwicklungslinien aufzuzeigen.

    Zitat

    Euren Typen, mit ihren Reformen, und ihrer "Wirtschaftlichkeit" in Forschung/Wissenschaft, versauen die uns grade.
    Keine Vernüftige Arbeitsbedinungen, wegen zu kurzer Befristungen (wir sollen ja, wie eure theologen sagen, Mobil, Flexible sein) zu starker veröffentlichungsdruck, so das mittlerweile die Qualität der Publikation leidet. usw usf
    Alles Typen aus euren Wirtschaftswissenschaften zu verdanken..
    Haltet euch mit euren Pseudoideen aus den anderen Wissenschaften raus..



    Kann ich dir nachfühlen. Dafür sind aber keine Wirtschaftswissenschaftler verantwortlich zu machen. Viel mehr schlägt der allgemeine Sparzwang zu. Es ist eines, die Knappheit zu fühlen, ein anderes darüber nachzudenken.

    Zitat

    Auch Wirtschaftsjournalisten haben, wenn Wirtschaftswissenschaften eine Wissenschaft ist, auch sorgfaltspflicht..
    Und sowas darf nicht passieren..



    Journalisten sind keine Wissenschaftler.

    Zitat

    Tut mir leid, aber das ist der Witz des Tages..
    Die wenigstens treffen eine Rationale Entscheidung, weder in wirtschaftlichen Entscheidungen, noch sonst irgendwo.
    Sieht man allein bei den Schnäppchenjägern..
    Preise unten = Hirn fällt aus.
    Der naturwissenschaftler lacht bei dem Verhalten nur, da die meisten vermeintlichen Schnäppchen, bei genauerer betrachtung, wenn man das Hirn einschalten würde, keine sind. Da kommt der niedere Trieb hoch.. mehr aber nicht..



    Ein ernstzunehmender Einwand! Je fühlbarer die Knappheit, je größer die Not, umso größer der Zwang, den Cent zweimal vor dem Ausgeben herumzudrehen. Die Knappheit erzwingt einen Zug hin zur Unsinnsvermeidung. Dennoch ist der Mensch kein durchgängig rationales Wesen. Er muß dazu gezwungen werden, die einen mehr , die anderen weniger.
    Außerdem kann ein Außenstehender die Rationalität einer Entscheidung schlecht beurteilen. Er müßte über alle Informationen (auch Informationsdefizite) des Entscheidenden verfügen, alle Stärken und Schwächen teilen und die gleichen Vorlieben und Abneigungen besitzen. Aus der Sicht der Entscheidungsinstanz erscheinen alle Entscheidungen rational, auch wenn sie sich hinterher im Besitz besserer Informationen als fragwürdig herausstellen.
    Die Rationalitätsannahme ist in letzter Zeit stark unter Beschuß gekommen, weil einmal mehr die Folgen eines ausgeprägten Herdenverhaltens auszubaden waren. Wir beobachten eine Tendenz zur Homogenisierung der Zukunftserwartungen, die eine Zeitlang als selffullfilling prophecy ihr Eintreten selbst herbeiführt. Es stellt sich die Frage, ob damit nicht die Rationalitätsannahme widerlegt wird.
    Und wenn sie es wäre (ich glaube nicht ), die weitere Frage, wodurch man sie ersetzen könnte.

    Zitat

    Bill gates sagte auch mal, dass das Internet nie ein massenprodukt wird..
    Also daher..
    Und so ähnlich sehe ich das auch mit den Aussagen eurer Zunft..
    Quatscht ihr nur, die Realität sieht dann wieder ganz anders aus..



    Das habe ich nie anders gesehen. Die schöpferische Zerstörung, die zu einem funktionierendem Wettbewerb gehört, schafft unentwegt neue Umständetableaus.

    Zitat

    Du gibt ja zu, dass eure Annahme fehlerhaft sind..
    Den Dag notier ich mir mal..



    Nicht fehlerhaft, sondern nur annähernd gültig in dem immerhin nicht unwichtigen Teilsystem Wirtschaft der condition humana.

  • In soweit teile ich ja in tendenzen deine Auffassung.
    Wo ihr da schwierigkeiten habt, dass sind Motiviation und förderung der Kreativität.
    Mit euren Ansätzen, habt ihr sie bis jetzt ehr Unterdrückt als gefördert..
    Menschen brauchen doch keine Negativen, sondern positive Anreize..
    Man muss ihre Kreativität fördern..



    Kreativität ist in jedem Menschen angelegt, mehr oder weniger ausgeprägt. Sie hat leider die Tendenz im Folge von Alterungs- und Zurichtungsprozessen verloren zu gehen. Das war schon immer so, schon lange bevor es überhaupt systematisches Nachdenken über die Bedingungen der Volkswohlfahrt (Nationalökonomie) gab. Besonders schlecht für schöpferisches, unkonventionelles Verhalten sind bedrückende Lebensbedingungen. Wer Tag und Nacht schuften muß, nur um eben so über die Runden zu kommen, wird nicht dazu kommen auch nur Zeit für's Lesen zu erübrigen. Deshalb kann eine Hebung des Wohlstandes, eine Zunahme der frei verfügbaren Zeit vor allem sich prinzipiell nur günstig auswirken.
    Ich glaube mit deinen Einwänden hast du vor allem die betriebswirtschaftlichen Optimierer und Leuteschinder im Auge, die über allen ihren kurzfristig wirkenden Rationalisierungsmaßnahmen die langfristige Motivationslage vergessen, mit verheerenden Folgen.
    Als Volkswirt fühle ich mich dadurch nicht getroffen. Was du aber möglicherweise gar nicht im Blick hast, ist, daß Kreativität und ihre Folgen unvorhersehbar sind, deshalb geeignet jedes Modell zu zerstören und jede Prognose irrelevant werden zu lassen.

    Zitat

    sowas müßten Junge Leute Nachmittag in der Schule beigebracht werden..
    Und dafür muss der Staat eben investieren, und nicht Sparen.



    Kreativität kann, anders als konkrete Fertigkeiten, nicht erlernt werden. Sie kann sich an jedem Gegenstand erproben. Mit Geld ist gerade hier nichts zu erzwingen. Zu verhindern, daß Kreativität verschüttet wird, ist alles, was man anstreben kann.

    Zitat

    Prekäre, und Flexible Arbeitsverhältnisse machen auch keine Sinn, da der Mensch auch Soziale Kontakte brauch, stabiität.
    Eine Junge Generation, die nur von Befristung zu befristung hechelt, hat auch probleme, nicht nur mit der parthnersuche, sondern auch mit Kindern.
    Ich und mein Schatz können da derzeit ein Lied singen.
    Und nebenbei sind nur befristet Jobs, auch Kontroproduktiv, da man mehr Zeit damit verbringt, sich in neue Team einzufinden, als mit der eigentlichen Arbeit.
    Sei es nun Forschung, oder auch normale Arbeiten..



    Natürlich kann ich dir hier nur zustimmen. Was aber läßt die Firmen davor zurückschrecken, sich langfristig zu binden?
    Das ist hier die eigentliche Frage. Mit Empörung und moralischer Aufwallung ist nichts an Erkenntnis verbunden

    3 Mal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • Nicht die Methoden, mit denen man schon erfaßt, was hier und jetzt überhaupt erfaßbar ist.


    Also habt ihr es schlicht auch mit dem Laplaceschen Dämon
    Wider dem Determinismus
    Aber anstelle das zu zugeben, tun eure Experten immer noch so, als das ihre prognosen, und Index stimmen, wohl wissend, dass man so chaotische Systeme eben nicht berechnen kann..



    Zitat

    Den größten überhaupt vorstellbaren. In wenigen Wochen kann ja jede Prognose überholt sein und die dafür aufgebrachte Arbeit für die Katz. Deswegen halte ich von der ganzen, vorgeblich genauen Prognostiziererei nichts. Man sollte sich darauf beschränken, allgemeine wahrscheinliche Entwicklungslinien aufzuzeigen.


    Sobetrachtet seid ihr Arm dran..
    Aber auch indirekt selbst Schuld..
    Ironisch ist das ganze nur, dass eure Veröffentlichungen, wiederrum die Menschen zu dingen beeinflussen, die auf der Annahme beruhen, dass ihr den Durchblickt habt..





    Zitat

    Kann ich dir nachfühlen. Dafür sind aber keine Wirtschaftswissenschaftler verantwortlich zu machen. Viel mehr schlägt der allgemeine Sparzwang zu. Es ist eines, die Knappheit zu fühlen, ein anderes darüber nachzudenken.


    Richtig.
    Eure Zunft betet es vor, nur wir müssen damit Leben..
    Und das ist das Problem..



    Zitat

    Journalisten sind keine Wissenschaftler.


    Journalisten sind idr garnichts..
    grade Onlinejournalismus verkommt zu Copy&paste bei Reuters..
    Aber das wäre nun wirklich zu Off-Topic..



    Zitat

    Ein ernstzunehmender Einwand! Je fühlbarer die Knappheit, je größer die Not, umso größer der Zwang, den Cent zweimal vor dem Ausgeben herumzudrehen. Die Knappheit erzwingt einen Zug hin zur Unsinnsvermeidung. Dennoch ist der Mensch kein durchgängig rationales Wesen. Er muß dazu gezwungen werden, die einen mehr , die anderen weniger.
    Außerdem kann ein Außenstehender die Rationalität einer Entscheidung schlecht beurteilen. Er müßte über alle Informationen (auch Informationsdefizite) des Entscheidenden verfügen, alle Stärken und Schwächen teilen und die gleichen Vorlieben und Abneigungen besitzen. Aus der Sicht der Entscheidungsinstanz erscheinen alle Entscheidungen rational, auch wenn sie sich hinterher im Besitz besserer Informationen als fragwürdig herausstellen.
    Die Rationalitätsannahme ist in letzter Zeit stark unter Beschuß gekommen, weil einmal mehr die Folgen eines ausgeprägten Herdenverhaltens auszubaden waren. Wir beobachten eine Tendenz zur Homogenisierung der Zukunftserwartungen, die eine Zeitlang als selffullfilling prophecy ihr Eintreten selbst herbeiführt. Es stellt sich die Frage, ob damit nicht die Rationalitätsannahme widerlegt wird.
    Und wenn sie es wäre (ich glaube nicht ), die weitere Frage, wodurch man sie ersetzen könnte.


    Die rationalität Annahme könnt ihr eigentlich ein Motten..
    Sorry, ist so..
    kleines Bsp:
    Ich hab immer auf den niedrigsten preis geachtet, bei meinem Tabak.
    Er kostet nur 2,80 euro und ich kam damit 2-3 Tage aus.
    Nur war es eine Rationale Entscheidung?
    Nein, den pro 100 g, ist er deutlich teuerer, als wenn ich den für 13,50 kaufe, der sogar 2 Wochen hält.
    2,80 a 30 g
    13,50 a 175g
    Warum hab ich aber jahrelang den teueren in euro/g gekauft?
    Weil ich es immer so gemacht habe, und nicht drüber nach dachte.
    Rationale Entscheidung war das nicht, sondern Reizreflex und Bauch.
    Und in dem Kontext kommen die meisten Kaufentscheidungen zustanden.
    Mit rationalität hat das nichts zu tun, sondern sind noch überbleibsel der Jäger und Sammler.
    Beobachte dich mal selbst beim Einkaufen, es stimmt wirdlich..



    Zitat

    Das habe ich nie anders gesehen. Die schöpferische Zerstörung, die zu einem funktionierendem Wettbewerb gehört, schafft unentwegt neue Umständetableaus.



    Nicht fehlerhaft, sondern nur annähernd gültig in dem immerhin nicht unwichtigen Teilsystem Wirtschaft der condition humana.


    naja..

  • Ich bin das beste Beispiel dafür, daß das nicht zwangsläufig der Fall ist. Wer freilich in der Mehrung irdischer Güter sein Ein und Alles sieht, dem geht es wie dem Verdurstenden, der seinen Durst mit Meerwasser löschen will.


    Es geht doch nicht darum, ob es als sein Ein und Alles sieht oder nicht, wenn Wirtschaften an sich sinnlos ist. Wenn ich beispielsweise neben meinen sonstigen, sinnvollen Aktivitäten jeden Tag versuchen würde mit einer Bratpfanne Schmetterlinge zu fangen, dann würde das Schmetterlingsfangen nicht weniger sinnlos sein als wäre es meine einzige Beschäftigung.:wink5:


    Auf den gemeinsamen Nenner KNAPPHEIT. Was ist an sauberem Denken ekelhaft?
    Honi soit qui mal ypense.


    Au contraire mon frere, die Knappheit der Berufstätigen ist eine andere als die der Leistungsempfänger. Erstere leben im freien Markt unter der beschriebenen Spannung zwischen Angebot und Bedürfnis, zweitere leben in einem künstlichen Markt mit künstlicher Knappheit. Egal, was sie machen, sie bekommen jeden Monat den gleichen Betrag, der allerdings so gering ist, dass ein Großteil durch lebensnotwendige Bedürfnisse aufgezehrt wird und kaum Spielräume für Investitionen bleiben. Sie haben somit nicht die Chance, auf die Knappheit zu reagieren.


    Insofern als eine gut funktionierende freie Wettbewerbswirtschaft erst die Mittel heranschafft, durch die ein starkes Sozialsystem finanziert werden kann.


    Die Prioritäten müssen dabei richtig gesetzt werden. Zuerst muss die Sicherstellung eines würdigen Lebens für jeden erfolgen, wobei Eingriffe des Staates in den Markt oder gar die Verstaatlichung ganzer Zweige notwendig sind. Den Rest kann man dann gerne sich selbst überlassen.:wink5:

  • Au contraire mon frere, die Knappheit der Berufstätigen ist eine andere als die der Leistungsempfänger. Erstere leben im freien Markt unter der beschriebenen Spannung zwischen Angebot und Bedürfnis, zweitere leben in einem künstlichen Markt mit künstlicher Knappheit. Egal, was sie machen, sie bekommen jeden Monat den gleichen Betrag, der allerdings so gering ist, dass ein Großteil durch lebensnotwendige Bedürfnisse aufgezehrt wird und kaum Spielräume für Investitionen bleiben. Sie haben somit nicht die Chance, auf die Knappheit zu reagieren.



    In dem einen Fall ist sie weniger fühlbar als in dem anderen. Es gibt aber keinen prinzipiellen Unterschied. Und Spielraum zum Reagieren und Handeln gibt es immer.

    Zitat

    Die Prioritäten müssen dabei richtig gesetzt werden. Zuerst muss die Sicherstellung eines würdigen Lebens für jeden erfolgen, wobei Eingriffe des Staates in den Markt oder gar die Verstaatlichung ganzer Zweige notwendig sind. Den Rest kann man dann gerne sich selbst überlassen.:wink5:



    Ein Verelendungsrezept!

  • Also habt ihr es schlicht auch mit dem Laplaceschen Dämon
    Wider dem Determinismus
    Aber anstelle das zu zugeben, tun eure Experten immer noch so, als das ihre prognosen, und Index stimmen, wohl wissend, dass man so chaotische Systeme eben nicht berechnen kann..



    Die Experten, die ich im Laufe meines Lebens kennenlernen durfte, sind sich dessen wohl bewußt.

    Zitat

    Sobetrachtet seid ihr Arm dran..
    Aber auch indirekt selbst Schuld..
    Ironisch ist das ganze nur, dass eure Veröffentlichungen, wiederrum die Menschen zu dingen beeinflussen, die auf der Annahme beruhen, dass ihr den Durchblickt habt..



    Wer gibt denn hier vor, daß er aus Stroh Gold spinnen kann?
    Die Öffentlichkeit erwartet einfach zuviel. So wird denn auch der eine oder ander schwach und verleiht seinem Stroh einen Goldglanz.



    Jetzt bist du immerhin dahinter gekommen. Also siegt am Ende die Rationalität. Bei knapperem Budget hättest du schon früher schärfer gerechnet oder das Rauchen aufgegeben. Letzteres wäre noch rationaler.

    Zitat

    Beobachte dich mal selbst beim Einkaufen, es stimmt wirdlich..



    Du mußt bedenken, daß der Verzicht auf den Aufwand des Suchens und Vergleichens auch Ergebnis eines rationalen Kalküls, zumal bei knapper Zeit für's Einkaufen, ist.

  • In dem einen Fall ist sie weniger fühlbar als in dem anderen. Es gibt aber keinen prinzipiellen Unterschied. Und Spielraum zum Reagieren und Handeln gibt es immer.


    Ja, ganz ganz ganz prinzipiell gibt es keinen Unterschied. Ansonsten ist es eine schwierige Debatte.
    Warst Du jemals temporär richtig pleite und musstest von der Hand in den Mund leben, um überhaupt noch am Ende auf +/-0 zu kommen? Ich schon einige Monate lang, daher weiß ich, dass es eine wirklich belastende Angelegenheit ist. Vor allem psychisch. Es hemmt und demotiviert einen stärker als es zum Reagieren animiert. So war es zumindest bei mir.


    Ein Verelendungsrezept!


    Knurrend zur Kenntnis genommen. :wink5:
    Ist eigentlich eine andere Diskussion, die wir irgendwann irgendwo anders führen sollten. Das gehört nämlich noch weniger in diesen Thread, als Obenstehendes. :wink5:

  • Ja, ganz ganz ganz prinzipiell gibt es keinen Unterschied. Ansonsten ist es eine schwierige Debatte.
    Warst Du jemals temporär richtig pleite und musstest von der Hand in den Mund leben, um überhaupt noch am Ende auf +/-0 zu kommen?



    Ja, als Student war ich eigentlich permanent mehr oder weniger pleite, was mich nicht sonderlich gejuckt hat.
    Der Ärger mit den Frauen war viel schlimmer.:thinking-020:

    Einmal editiert, zuletzt von Stillicho ()