Schwarzarbeit

  • Solche Möglichkeiten hat der "Normalverdiener" auch. Vielleicht nicht bei der Kapitalsteuer, sondern bei der Einkommensteuer.


    Vielleicht in Schweden. In DE kann niemand wählen, wofür seine Steuern verwendet werden sollen. Womöglich verstehen wir uns miss.


    Zur Klarstellung, weil das in meinem Link- mangels genauem Kontext- nicht so klar rüber kommt, was ich meinte. Sorry!


    Leider ist das hier strengenommen ein bisschen OT. Es sei denn man sieht das Thema weit gefasst und bezieht auch Steuervermeidung und -flucht als eine Art Schwarzarbeit an ;) (Kommt letztlich ja auf das Selbe heraus, da dem Staat Steuern vorenthalten werden)


    Meine Ideen habe ich die letzten Jahre nie ganz ausgereift und zu Ende geführt. Es sind nur Ansätze und grobe Ideen gewesen!


    Eines meiner Grundmodelle in Sachen Steuern ist, dass man diverse zweckgebundene Steuertöpfe, sowie einen Ausgleichstopf schafft. (Das gibt m. W. aber die Verfassung nicht her)


    Jeder Steuerzahler darf dann für einen gewissen %-Anteil seiner zu leistenden Steuern wählen, in welchen Topf diese Steuern wandern sollen. (Gesundheit, Bildung, Soziales, Umwelt, Infrastruktur, Kultur, Forschung.. um nur ein paar zu nennen)
    Wählen zu viele Bürger den selben Topf, werden diese Defizite dann aus dem Ausgleichstopf ausgeglichen, damit jeder Steuertopf den notwendigen Etat erhält. Bzw. wenn ein Topf voll ist, wird der Ãœberschus prozentual auf die anderen Töpfe verteilt um sie aufzufüllen.


    Davon verspreche ich mir, dass die Zufriedenheit und vor allem Bereitschaft Steuern zu zahlen steigen würde.
    Bei besonders Reichen Leuten könnte man zusätzlich einführen, dass sie bestimmte Steuerlasten mindern können, (z. B. diejenigen, die ihnen am meisten missfallen, wie z. B. sehr sehr hohe Kapitalertragssteuern, die es in meinem Modell gäbe) indem sie etwas mehr als den normalen "Wahl-%-Anteil" in einen Topf abgeben.


    Davon verspreche ich mir, dass die das Geld dann nicht so sehr ins Ausland schaffen, oder hinterziehen. Ich gehe nämlich davon aus, dass sehr viele der Reichen Leute freiwillig mehr Steuern zahlen würden, wenn sie zu einem Teil bestimmen könnten, wofür ihr Geld verwendet wird.


    TM, die doch zu sehr ans Gute in jedem (reichen) Menschen glaubt? :thinking-020:

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    Ich gehe nämlich davon aus, dass sehr viele der Reichen Leute freiwillig mehr Steuern zahlen würden, wenn sie zu einem Teil bestimmen könnten, wofür ihr Geld verwendet wird.
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    Da wäre ich entschiedener Gegner, weil das dazu führen würde, daß nicht die Parlamente darüber befinden, welche Projekte in die Tat umgesetzt werden, sondern ein Teil der Bevölkerung, dessen Kompetenz in hoheitlichen Fragen vom Vermögen abgeleitet würde.
    Darum: Besser nicht!

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    Davon verspreche ich mir, dass die das Geld dann nicht so sehr ins Ausland schaffen, oder hinterziehen. Ich gehe nämlich davon aus, dass sehr viele der Reichen Leute freiwillig mehr Steuern zahlen würden, wenn sie zu einem Teil bestimmen könnten, wofür ihr Geld verwendet wird.


    TM, die doch zu sehr ans Gute in jedem (reichen) Menschen glaubt? :thinking-020:


    *hüstel* ... das liest sich ein bisschen wie der glaube an den guten alten adel, den feudalherren, der schon ganz genau weiss, was gut für's einfache volk ist... ... :wink5:

  • Da wäre ich entschiedener Gegner, weil das dazu führen würde, daß nicht die Parlamente darüber befinden, welche Projekte in die Tat umgesetzt werden, sondern ein Teil der Bevölkerung, dessen Kompetenz in hoheitlichen Fragen vom Vermögen abgeleitet würde.
    Darum: Besser nicht!


    Nö. Wieso welche Projekte? Es geht ja nur darum, dass jeder Bürger für einen bestimmten kleinen Anteil bestimmen darf, für welchen übergeordneten Zweck der Staat das Geld verwenden soll. Als Option. Er muss das nicht tun, wenn es ihm egal ist.


    Z. B. Bildung. Da tut der Staat zu wenig. Das Volk möchte aber anscheinend, dass da mehr Geld investiert wird.
    Wenn nun im Steuertopf Bildung viel Geld zusammenkommt, ist das ein Indiz des Volkeswillen. Der Etat wird dann erhöht. Wie man das dann "berechnet", um wie viel erhöht wird, könnte man ja überlegen.


    Wenn hingegen der Topf Rüstung und Militär sehr wenig erhält, können da halt keine Etaterhöhungen eingeplant werden und der Staat muss mit dem Grundetat auskommen, oder ihn evtl. sogar reduzieren und die Gelder umschichten in die Bereiche, die seitens des Volkes Priorität genießen.


    Jeder zweckgebundene Steuertopf bekommt ja trotzdem einen Mindestetat. ( Fixkosten müssen ja gedeckt werden und Rücklagen für Unvorhergesehenes braucht man auch). Es gibt ja auch noch ein Ausgleichstopf und einen Notfalltopf.


    Welche Projekte und Maßnahmen im Topf Bildung getroffen werden, entscheidet ja weiterhin das Parlament.
    Wenn das Parlament der Meinung ist, dass Rüstung wichtig ist, obwohl das Volk meint, man könne das zurückschrauben, muss er halt Werbung dafür machen und Begründen, warum man dafür mehr Steuern braucht.
    Wenn er Glück hat, lassen sich einige Bürger überzeugen und geben ihm von ihrem %-Anteil was ab.


    Der Staat müsste für jedes Ressort darlegen, welche Projekte/Maßnahmen er für wichtig hält und plant und was er finanziell dafür veranschlagt. Dann können sich die Bürger ein grobes Bild machen.
    Z.B. Bildung - Mehr Fachpersonal und Weiterbildung Erzieher und Lehrer, Erhöhung Bafög, Ausstattung für Schulen und Unis.
    Z. B. Militär - Anschaffung weiterer Drohnen und flugtauglicher Hubschrauber.


    Aber stimmt schon. Das ist nicht wirklich praktikabel. Zumal es den Staat evtl. sehr unflexibel macht und seine Handlungsfähigkeit stark einschränken kann.


    Ist halt eine meiner Phantasien und Utopien. Ich will halt nicht aufgeben, immer mal wieder welche zu haben, auch wenn einige davon unpraktikabel scheinen oder sind. Das hält meinen Geist rege und meine Phantasie und Kreativität ein bisschen fit.


    TM, eine "hoffnungslose" Idealistin

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  • Nö. Wieso welche Projekte? Es geht ja nur darum, dass jeder Bürger für einen bestimmten kleinen Anteil bestimmen darf, für welchen übergeordneten Zweck der Staat das Geld verwenden soll. Als Option. Er muss das nicht tun, wenn es ihm egal ist.


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    Wie willst du das im Falle der Mehrwertsteuer berechnen, wieviel Steuergeld aus der Tasche eines Transferleistungsempfängers für welchen Bedarf eingesetzt wird?
    Einkommenssteuer gibt es da nicht.
    Zumal das dennoch eine Abstimmung nach Vermögen wird, denn die mehrheitlich von Reichen angeschobenen Notwendigkeiten kommen zur Ausführung, die von weniger Begüterten nicht, weil da schon wegen der breiteren Streuung der einzelnen Vorstellungen und Wünsche proportional nicht soviel zusammenkommt.
    Und daß vornehmlich Reiche für eine Mittelaufstockung im Bereich der Bildung votieren, halte ich für Wunschdenken.
    Die schicken ihre lieben Kleinen mehrheitlich auf eine Privatschule.

  • Wie willst du das im Falle der Mehrwertsteuer berechnen, wieviel Steuergeld aus der Tasche eines Transferleistungsempfängers für welchen Bedarf eingesetzt wird?

    Die Mwst. bliebe ja außen vor.


    Zitat

    Einkommenssteuer gibt es da nicht.

    Stimmt! Daran habe ich nicht gedacht. Wie gesagt, das war mal ein Brainstorming und eine spontane Idee, die längst in der Schublade verschwunden war und nicht weiter gedacht wurde. Fehlt mir aktuell auch die Zeit und Motivation dazu.


    Zitat

    Zumal das dennoch eine Abstimmung nach Vermögen wird, denn die mehrheitlich von Reichen angeschobenen Notwendigkeiten kommen zur Ausführung, die von weniger Begüterten nicht, weil da schon wegen der breiteren Streuung der einzelnen Vorstellungen und Wünsche proportional nicht soviel zusammenkommt.

    Das verstehe ich nicht. Die Anzahl der nicht Reichen ist ja viel höher, als die Anzahl der Reichen.


    Jeder Steuerzahler hat ja den selben % Anteil, den er in ein oder mehrere Töpfe verteilen/zuweisen darf. Ausgewertet wird das nicht nach der Höhe des Steueranteils, sondern nach Wahl des Topfes. Insgesamt kommt dann durch diesen %-Anteil jeder Steuereinnahme ein gewisser Betrag zusammen, den der jeweilige Topf zusätzlich zum Grundetat erhalten muss.


    Wir haben z. B. 10 Töpfe. 60 % der Bürger stecken das in Bildung, 5% in Infrastruktur, 15% in Gesundheit...u.s.w.


    Durch die Wunsch-Anteil-% kommen z. B. 500 Mio. zusammen, die auf diese 10 Töpfe verteilt werden müssen. Bildung erhält 60 % = 300 Mio. zusätzlich, Rüstung erhält 1 % = 5 Mio. zusätzlich, etc.
    Das sind ja nur Gelder, die dem Grundetat zugeschlagen werden und nach Wunsch des Volkes verteilt werden müssen. Das muss bei der Haushaltsplanung also grob einkaluliert werden, da die ja vorher nicht wissen, wie das Volk entscheidet. Aber sie wissen, dass sie x% der erwarteten Steuereinnahmen nicht verplanen dürfen.


    Zitat

    Und daß vornehmlich Reiche für eine Mittelaufstockung im Bereich der Bildung votieren, halte ich für Wunschdenken.


    Ich rede ja nicht nur von den Reichen, sondern vom gesamten Volk. Und da meine ich immer wieder zu hören, dass die Mehrheit für mehr Investitionen in der Bildung ist. Du bist anscheinend fixiert auf den geringen Anteil von Steuerzahlern die extrem reich sind. Das ist aber nur ein Bruchteil und die gehen in der Masse unter. Selbst wenn alle Superreichen (600 Familien?) für den Topf Rüstung votieren, haben die keine Chance, wenn 60 % der restlichen Steuerzahler (40 Mio.?) für Bildung votieren und nur 1% für Rüstung. Die Reichen sind ja Anteil der Gesamtbbevölkerung und respräsentieren auch nur einen minimalen Teil davon.


    Zitat

    Die schicken ihre lieben Kleinen mehrheitlich auf eine Privatschule.

    Das hemmt ja aber nicht die Investitionen in staatliche Schulen und Unis.


    Aber anyway. Wäre meine Intention intensiv an diesem "Modell" zu arbeiten und es auszufeilen und zu durchdenken, sind Einwände natürlich sehr kostbar. Aber es ist kein Projekt, an dem ich gerade arbeite.
    Obschon es mich immer wieder reizt, in einer Art Arbeitsgruppe verschiedene neue Steuer- und Gesellschaftsmodelle zu erarbeiten. Die Erfahrung zeigt aber, dass dies in Foren i.d.R. nicht klappt.

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  • interessanter vorschlag. (ich bin auf jeden fall, wenn ..., dafür, dass das nur für einen teil des einkommens möglich ist)

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