Solarstrom vs. Windkraft; welche regenerative Energie ist besser ?

  • Mach mal, bin ganz gespannt.


    Dio, Du weißt doch, was jetzt kommt... :D


    Ich beziehe mich übrigens auf die Langfassung der Studie. Hier zu finden. Aber zum Thema:


    Grundlage aller Betrachtungen können doch nur die heutigen Stromgestehungspreise sein. Die stehen fest, ganz ohne Steuern, Abgaben, externe Kosten etc. zu betrachten. Und da kommen wir zu folgenden Werten, alle in Euro pro MWh und bezogen auf ein 2010neu errichtetes Kraftwerk:


    Braunkohle - Dampf: 29
    Steinkohle - Dampf: 33
    Druckwasserreaktor (EPR): 35
    Erdgas (GUD): 42
    Laufwasser: 102
    Wind onshore: 120
    Wind offshore: 145
    PV Freiland: 520
    PV Dach: 620


    An diesen Werten ist erst mal nicht zu rütteln. Das sind die Mindestpreise, die man für eine MWh erzielen muß. Und dabei hat man noch keinen Cent Gewinn gemacht. Nun muß doch eigentlich jedem einleuchten: Wenn in der Herstellung billiger Strom durch teuren ersetzt wird, muß der Preis für Strom steigen. Da hilft kein Voodo, keine Grenzkostenrechnungen und kein merit order. Es ist einfach so.


    Jetzt kommen Ökos und Soziologen und sagen: Moment mal, Brennstoffkosten, Kapitalkosten und Betriebskosten sind aber nicht alles. Erstens hat die Gesellschaft direkte Vergünstigungen gewährt, die schlußendlich jeder Steuerzahler tragen muß (in der Studie reale Förderwerte). Und zweitens entstehen Folgekosten, z.B. beim Braunkohleabbau, die sich auch nicht im Preis abbilden (in der Studie: externe Kosten). Was natürlich auch richtig ist. Diese Kosten entstehen.


    Im Bereich der realen Förderwerte bringt die Studie auf Grund ihres weit gefaßten Förderbegriffes Kosten zu Tage, über die man nicht nur streiten kann, sondern auch muß. Nachzulesen beispielsweise auf Seite 33. F/E- Kosten sind in den meisten Fällen eben nicht der Atomenergie zuzuordnen. Genau das wird aber getan. Grundlagenforschung ist Sache des Staates. Methodisch bietet sich hier natürlich die Möglichkeit, Kosten zu generieren. Wird methodisch der PV auch die Halbleiter- Grundlagenforschung zugeschrieben?? Asse ist das Produkt staatlicher Dummheit. Die Zuordnung von Bürgschaften ist völlig sinnfrei. Richtig wäre, die tatsächliche Inanspruchnahme zu berücksichtigen. Die Teilnahme an Euratom ist eine rein staatliche Entscheidung. Stilllegung Ost, Wismut und Morsleben sind Vereinigungskosten. Die Endlager- Suche ist bereits Bestandteil der F/E- Kosten, wird aber hier noch mal genannt. Tschenobyl hat mit der deutschen Stromerzeugung ja wohl erkennbar nix zu tun. Die Anrechnung angeblicher Steuervorteile beim Emissionshandel ist ein schlecht gespielter Witz. Kein CO2, keine Steuer... Rückstellungen sind nun mal steuerfrei. Ãœberall und fast immer. Die Sicherung von Atomtransporten sind Demokratiekosten, die Transporte politisch indiziert. Die Kosten für internationale Organisationen nur durch staatliches Handeln entstanden. Wieso, aus welchem Grund, sind die Dämlichkeitskosten anderer einer Energieerzeugungsgruppe zuzuordnen? So weit ganz kurz über dieses Teilthema.


    Ãœber die angeblichen oder tatsächlichen externen Kosten können wir ja später streiten.


  • Entscheidend sind die gesellschaftlichen Gesamtkosten von Energie und da fallen die externen Kosten eben an! Ein Betreiber eines Kernkraftwerkes müßte eben auch für die Folgen eines GAU, wie in Tshernobyl oder Fukushima, voll haften! Es übernimmt aber keine Versicherung der Erde solche Risiken! Zudem ist es keinesfalls einzusehen, wenn bei einem Strommix, den wir in Deutschland und Europa haben, an der Strombörse die KWh zwischen 3,5 bis 5,5 Cent kostet, der private Verbraucher mit 28 Cent zur Kasse gebeten wird, weil die Energiepolitik dilletantisch ist und die monopolisierten Stromkonzerne einen Freibrief zum Geld drucken bekommen haben, wo sogar die versäumten Investitionen nun den Stromkunden aufgedrückt werden!

  • Entscheidend sind die gesellschaftlichen Gesamtkosten von Energie und da fallen die externen Kosten eben an! Ein Betreiber eines Kernkraftwerkes müßte eben auch für die Folgen eines GAU, wie in Tshernobyl oder Fukushima, voll haften! Es übernimmt aber keine Versicherung der Erde solche Risiken! Zudem ist es keinesfalls einzusehen, wenn bei einem Strommix, den wir in Deutschland und Europa haben, an der Strombörse die KWh zwischen 3,5 bis 5,5 Cent kostet, der private Verbraucher mit 28 Cent zur Kasse gebeten wird, weil die Energiepolitik dilletantisch ist und die monopolisierten Stromkonzerne einen Freibrief zum Geld drucken bekommen haben, wo sogar die versäumten Investitionen nun den Stromkunden aufgedrückt werden!


    Das (gefettete) ist absolut richtig und man sollte mal überlegen, ob man dieses Vorgehen nicht gerichtlich prüfen lassen sollte. Irgendwann ist der Tatbestand des Wuchers erfüllt.

  • Entscheidend sind die gesellschaftlichen Gesamtkosten von Energie und da fallen die externen Kosten eben an! Ein Betreiber eines Kernkraftwerkes müßte eben auch für die Folgen eines GAU, wie in Tshernobyl oder Fukushima, voll haften! Es übernimmt aber keine Versicherung der Erde solche Risiken! Zudem ist es keinesfalls einzusehen, wenn bei einem Strommix, den wir in Deutschland und Europa haben, an der Strombörse die KWh zwischen 3,5 bis 5,5 Cent kostet, der private Verbraucher mit 28 Cent zur Kasse gebeten wird, weil die Energiepolitik dilletantisch ist und die monopolisierten Stromkonzerne einen Freibrief zum Geld drucken bekommen haben, wo sogar die versäumten Investitionen nun den Stromkunden aufgedrückt werden!


    Die Kraftwerksbetreiberlobby ( konkret Kernkraft ) ist bestens aufgestellt. Sämtliche Verträge etc. sind stets so, dass alle"außerplanmäßigen" Kosten inkl. Entsorgungskosten" immer vom Staat bzw. den Stromkunden zu tragen sind. In keinem Fall sind die KKW - Betreiber später oder aktuell Rechnungsadressat. Jüngstes passendes Beispiel: Die Ablehnung der Kosten in Sachen Realisierung des Endlagersuchgesetzes der KKW - Betreiber. Egal, wie dem auch sei, die tatsächlichen Stromerzeugungspreise sind noch nicht einmal ein Indikator für den zu zahlenden Endpreis. Ganz maßgeblich ist dieser durch rein "staatliche" Einflußnahme aus bewussten Gründen exorbitant in die Höhe geschraubt, wohl kaum jemand hat ein wirkliches Interesse an höchsten Energiepreisen wie die Regierung. Und vergiß nicht die Verzahnung der entscheidenden Personen Stromindustrie - Politik. Nur mal ein ganz kleines Detail hierzu: In den 70 er Jahren beabsichtigte RWE das AKW Mülheim - Kärlich zu errichten. Dieses stets umstrittene AKW war mehr als ein "Flop", lief es nur ein paar Monate zur Probe. Genehmigungsbehörde für die wichtigsten Bauabschnitte ist immer der Regierungspräsident der Örtlichkeit der Errichtung. Rein zufällig war Regierungspräsident ( in Koblenz) jemand, der zugleich im Aufsichtsrat der RWE saß. Nur ein Narr hätte geglaubt, dass dieses Milliardengrab dort nie gebaut würde. Es ging sogar so weit, dass das zuständige Verwaltungsgericht der gegen das KKW klagenden unmittelbar gegenüberliegenden Stadt Neuwied beschied, dass " eine Stadt" diesbezüglich überhaupt nicht klageberechtigt sei.

  • letzte woche habe ich die messe windenergie 2014 in hamburg besucht. es hat mich ziemlich beeindruckt, was dort alles ausgestellt worden war. ich bin in den vorzug einer durch einen brancheninsider fachlich begleiteten einzelführung durch die hallen gekommen und habe dadurch viele nicht jedem zugängliche informationen aufschnappen können.


    das ist eine technologisch absolut höchstwertige industrie geworden und die ideen gehen den leuten garantiert nicht aus. einige ingenieur-büros sind dem rest schon wieder ein jahrzehnt voraus. seit die bigplayer auf den zug aufgesprungen sind, wird viel kapital in den markt gepumpt, was heute nicht unbedingt ein vorteil zu sein scheint, da die pioniere und eigentlichen ideenschmieden der branche damit eher aus dem wettbewerb gedrückt werden, als dass es zu synergien führt.


    wenn wir schon vor zwanzig jahren in dem heutigen ausmaß der kapitalisierung der schlüsseltechnologien voran gegangen wären, wären viele probleme, die heute diskutiert werden müssen, längst beseitigter schnee von gestern.

    immerhin entwickelt sich die regenerative energie unaufhaltsam weiter.


    2 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()


  • wenn wir schon vor zwanzig jahren in dem heutige ausmaß der kapitalisierung der schlüsseltechnologien voran gegangen wären, wären viele probleme, die heute diskutiert werden müssen, längst beseitigter schnee von gestern.


    Ja, absolut richtig. Bezüglich Windkraft geht es voran. Leider haben "wir" in Europa es im Bereich der Photovoltaik (vorübergehend) ziemlich versemmelt. Das folgende Interview zeigt, was schiefgelaufen ist:
    http://www.solarserver.de/sola…direktor-fuer-europa.html
    Es bleibt anzumerken, dass der Interviewte natürlich nicht neutral ist, sondern als Direktor einer Firma eigene Interessen verfolgt. Dennoch teile ich seine Kritik. Ein entscheidender Satz lautet: "Einige wenige europäische Modulhersteller werden temporär am Leben gehalten, während Tausende von Installateuren, EPC-Unternehmen und Großhändlern europaweit gezwungen sind, ihre Geschäftstätigkeit einzustellen, weil das künstlich hochgehaltene Mindestpreisniveau eine wirtschaftliche Realisierung von Projekten nicht mehr zulässt und eine Netzparität, wie sie in vielen Ländern außerhalb Europas erreicht ist, in weite Ferne rücken lässt."



    immerhin entwickelt sich die regenerative energie unaufhaltsam weiter.


    Davon bin ich fest überzeugt - wir stehen doch erst ganz am Anfang umwälzender Veränderungen. Schau dir einfach mal an (Graphik), wie wenig Solarstrom noch vor wenigen Jahren weltweit produziert wurde, wie viel jetzt... und wie es wohl weiter geht:
    http://www.heise.de/tp/news/So…tion-beendet-2301279.html

  • Davon bin ich fest überzeugt - wir stehen doch erst ganz am Anfang umwälzender Veränderungen. Schau dir einfach mal an (Graphik), wie wenig Solarstrom noch vor wenigen Jahren weltweit produziert wurde, wie viel jetzt... und wie es wohl weiter geht:
    http://www.heise.de/tp/news/So…tion-beendet-2301279.html


    Auffallend, in Europa ist die Produktion von Solarstrom rückläufig. Der Höhepunkt war 2011, 2013 war man unter dem Niveau von 2010.

  • Auffallend, in Europa ist die Produktion von Solarstrom rückläufig. Der Höhepunkt war 2011, 2013 war man unter dem Niveau von 2010.


    Das ist kein Wunder bei der völlig falschen Politik, den erzeugten Strom zu subventionieren anstatt Souventionen nur über revolvierende Fonds solange zu gewähren, wie die stromerzeugenden Anlagen noch nicht konkurrenzfähig sind. Das EEG ist ein bürokratisches Monster und völlig kontraproduktiv, wie die gesamte Subventionspolitik!

  • letzte woche habe ich die messe windenergie 2014 in hamburg besucht. es hat mich ziemlich beeindruckt, was dort alles ausgestellt worden war. ich bin in den vorzug einer durch einen brancheninsider fachlich begleiteten einzelführung durch die hallen gekommen und habe dadurch viele nicht jedem zugängliche informationen aufschnappen können.


    das ist eine technologisch absolut höchstwertige industrie geworden und die ideen gehen den leuten garantiert nicht aus. einige ingenieur-büros sind dem rest schon wieder ein jahrzehnt voraus. seit die bigplayer auf den zug aufgesprungen sind, wird viel kapital in den markt gepumpt, was heute nicht unbedingt ein vorteil zu sein scheint, da die pioniere und eigentlichen ideenschmieden der branche damit eher aus dem wettbewerb gedrückt werden, als dass es zu synergien führt.


    wenn wir schon vor zwanzig jahren in dem heutigen ausmaß der kapitalisierung der schlüsseltechnologien voran gegangen wären, wären viele probleme, die heute diskutiert werden müssen, längst beseitigter schnee von gestern.

    immerhin entwickelt sich die regenerative energie unaufhaltsam weiter.


    Danke für deinen Bericht von der Präsentations- und Verkaufsveranstaltung. :angel:

  • Wenigstens hier scheint es zu funktionieren. Recht teuer, hat aber viele Vorteile.


    http://www.welt.de/wirtschaft/…kt-Gigawatt-Schwelle.html


    An dem "Deutschlandkabel" nach Norwegen arbeitet man auch, Ãœberschuss wird dann genutzt um die Wasserspeicher zu füllen und Energie zwischen zu lagern. Die Gesellschaften haben da die Möglichkeiten Speicherkapazität zu mieten, oder halt Strom zu kaufen.

  • ich bin heute an hunderten stillstehender windenergianlagen vorbei gefahren. die stehen trotz idealer windbedingungen still, weil der produzierte strom nicht abgenommen wird. angeblich keine trassenkapazität, einige wenige (vllt. jede 50.) drehen sich, die produzierte energie wird lokal genutzt.
    so können sinnvolle aktivitäten auch gegen die wand gefahren werden. hier wird strom z.t. sogar verschenkt, und die verbraucher im land bezahlen noch immer höchstpreise.
    wenn man will, dass eine idee an einem planungsengpass scheitert, muss man nur 'die richtigen' leute machen lassen.

    3 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Bei uns wird der Strompreis in den nächsten Stunden auf 3 Øre/kwh fallen. Bleibt der Preis für`s Netz und die Grundgebühr.
    Ãœberkapazität durch Niederschläge und einen milden Winter. Das Land weiss nicht mehr wohin mit alternativer Energie. Verrückte Welt.


    (Umgerechnet ca. 0,33 Cent, so billig war Strom noch nie)