Wie kam es zu Hartz IV?


  • Datenschutz light für Hartz IV Betroffene?
    ... Datenschutz sieht anders aus.


    In jeder Arztpraxis steht am Empfang bisweilen eine Schlange und die können dann ALLES hören, KREISCH, Panik, Diskretionsabstand, schalldichte Schleusen. Ãœberhaupt ist der Empfang ja oft im Durchgangsbereich - skandalös. Wie soll man da als Querul -äh- Betroffener schon bei der Terminvereinbarung seinem Unmut angemessen Ausdruck verleihen, ohne von anderen Personen unberechtigt in die Schublade "Wellemacher" gestopft zu werden.


    Das Menschenrecht auf ein diskretes viertelstündliches Gespräch mit dem Empfang muss durchgesetzt werden.


    Gruß
    Verbalwalze

  • In jeder Arztpraxis steht am Empfang bisweilen eine Schlange und die können dann ALLES hören, KREISCH, Panik, Diskretionsabstand, schalldichte Schleusen. Ãœberhaupt ist der Empfang ja oft im Durchgangsbereich - skandalös. Wie soll man da als Querul -äh- Betroffener schon bei der Terminvereinbarung seinem Unmut angemessen Ausdruck verleihen, ohne von anderen Personen unberechtigt in die Schublade "Wellemacher" gestopft zu werden.


    Das Menschenrecht auf ein diskretes viertelstündliches Gespräch mit dem Empfang muss durchgesetzt werden.


    Gruß
    Verbalwalze


    Peinlich, wirklich peinlich.
    Beim Arzt am Empfang unterhalte ich mich mit der Arzthelferin über den Folgetermin, frage sie, ob Ãœberweisung oder Rezept bereit liegen, die ich abholen möchte - kaum Dinge, bei denen es mich stört, wenn andere mithören.
    Du wirst wohl auch kaum mit der Sprechstundenhilfe über die Therapie für deinen Pickel auf dem Hals quaken wollen, wenn die ganze Schlange mithört, oder?


    Ich möchte jedoch nicht vor einem Dutzend Zuhörer mit einem der subalternen Sesselpfurzer im Jobcenter über Kontoverbindungen, Sperrgründe oder sonstigen Quark plaudern - das geht die Umstehenden nämlich einen feuchten Kehricht an.

    Einmal editiert, zuletzt von Diogenes2100 ()

  • Peinlich, wirklich peinlich.
    Beim Arzt am Empfang unterhalte ich mich mit der Arzthelferin über den Folgetermin, frage sie, ob Ãœberweisung oder Rezept bereit liegen, die ich abholen möchte - kaum Dinge, bei denen es mich stört, wenn andere mithören.
    Ich möchte jedoch nicht vor einem Dutzend Zuhörer mit einem der subalternen Sesselpfurzer im Jobcenter über Kontoverbindungen, Sperrgründe oder sonstigen Quark plaudern - das geht die Umstehenden nämlich einen feuchten Kehricht an.


    Das ist vollkommen richtig und soll auch so sein. Aber ist dem nicht so? Ich kenne 3 verschiedene Arbeitsagenturen/Arbeitslosenämter. Meine erste Erfahrung in Göttingen war so, dass man wegen jedem Krims und Krams zum Sachbearbeiter musste => Nummer ziehen + lange warten.


    Irgendwann wurde das mal geändert in:
    - KrimsKrams kann am Schalter schnell und unbürokratisch erledigt werden
    - Wichtige Dinge werden mit Termin mit dem Sachbearbeiter besprochen


    Natürlich sollte in Schalter so gestaltet sein, dass ein Mindestabstand gewährt ist. Aber wegen jedem Kack und Piss mit Termin zum Sachbearbeiter ins Büro? => Nein Danke!

    Einmal editiert, zuletzt von jack000 ()

  • Peinlich, wirklich peinlich.
    Beim Arzt am Empfang unterhalte ich mich mit der Arzthelferin über den Folgetermin, frage sie, ob Ãœberweisung oder Rezept bereit liegen, die ich abholen möchte - kaum Dinge, bei denen es mich stört, wenn andere mithören.
    Du wirst wohl auch kaum mit der Sprechstundenhilfe über die Therapie für deinen Pickel auf dem Hals quaken wollen, wenn die ganze Schlange mithört, oder?


    Wenn Du beim Arzt "wichtiges" nicht am Empfang besprichst, warum dann ...


    Zitat von Diogenes2100

    Ich möchte jedoch nicht vor einem Dutzend Zuhörer mit einem der subalternen Sesselpfurzer im Jobcenter über Kontoverbindungen, Sperrgründe oder sonstigen Quark plaudern - das geht die Umstehenden nämlich einen feuchten Kehricht an.


    ... willst Du im Jobcenter Kontosperrungen dortselbst besprechen.
    Das verstehe ich nämlich überhaupt nicht, die Person am Empfang kann das wahrscheinlich nicht klären und die anderen warten. Aber so kann man natürlich wunderbar Blitze ableiten, beim Empfangsheini, bei den restlichen Wartenden und dann kann man sich auch noch aufregen, dass der Datenschutz nicht gewahrt ist.


    Gruß
    Verbalwalze


    Gruß
    Verbalwalze

  • das lässt sich in einem satz sagen :
    die idee, dass es günstiger ist ein gemeinsames amt für beide leistungen ( sozialhilfe + arbeitslosenhilfe ) anstatt von zwei behörden zu haben.


    das war die große zeit der idee des synergieeffekts.
    im nachhinein hat sich das aber als falsch herausgestellt aus mehreren gründen ...


    gruß baku

    Ich denke, dass es im Rahmen der neoliberalen Umgestaltung des Arbeitsmarktes ging und geht, denn mit der Arbeitslosengeld II Regelung trat für die Arbeitslosen eine deutliche Verschlechterung der Leistungen ein, Absinken auf das ALG II - Niveau schon nach 12 Monaten, anstatt vorher zeitlich befristet durch die Dauer der vorherigen Beschäftigungszeit. Durch die unseligen "Ein - Eurojobs", die inzwischen als regelmäßige billige Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen Bereich genutzt werden, ohne die dort Beschäftigten wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern,wurde mit ereicht, den Arbeitsmarkt, die errungenen Tarifrechte langsam aber sicher aufzulösen. Ãœbrigens werden die meisten Hart IV Gelder nicht als Vollunterstützung gezahlt, sondern als Zusatz zur Entlohnung in prekären Arbeitsverhältnissen. Hartz IV, Minijobs, Leiharbeit und inzwischen der frontale Angriff auf Arbeitszeiten und Gehälter bilden eine Einheit, zur Schaffung von Arbeitsbedingungen wie in der sogenannten dritten Welt auch hier in Deutschland. Pflaumenweiche Gewerkschaftsführungen, die den Unternehmern in den Arsch kriechen, helfen dabei kräftig mit.

    Einmal editiert, zuletzt von el spartaco ()

  • Peinlich, wirklich peinlich.
    Beim Arzt am Empfang unterhalte ich mich mit der Arzthelferin über den Folgetermin, frage sie, ob Ãœberweisung oder Rezept bereit liegen, die ich abholen möchte - kaum Dinge, bei denen es mich stört, wenn andere mithören.
    Du wirst wohl auch kaum mit der Sprechstundenhilfe über die Therapie für deinen Pickel auf dem Hals quaken wollen, wenn die ganze Schlange mithört, oder?

    Ich möchte jedoch nicht vor einem Dutzend Zuhörer mit einem der subalternen Sesselpfurzer im Jobcenter über Kontoverbindungen, Sperrgründe oder sonstigen Quark plaudern - das geht die Umstehenden nämlich einen feuchten Kehricht an.


    Die Praxis eines Orthopäden in einer badischen Kleinstadt.


    Es gibt kein Wartezimmer, Sitzgelegenheiten sind einzeln in dem U-förmigen Flur verteilt. Ich ergatterte eine Sitzmöglichkeit vor dem Empfang. Zwei Sprechstundenhelferinnen mit Headset nehmen dort Gespräche entgegen und tippten die Infos, nachdem sie diese laut wiederholten, sofort ins System.


    Etwa so: "Praxis Dr. xxxxxxxx, Sie möchten einen Termin........was haben Sie für Beschwerden, wie ist ihr Name und Geburtsdatum sowie genaue Adresse?


    Anrufer schilderte ausführlich pers. Daten undWehwechen, die penibel wiederholt und eingetippt wurden.



    " Wer ist ihr Hausarzt, was haben Sie für Erkrankungen, welche Medikamente nehmen Sie?"


    Anrufer gibt genaue Auskunft, Name usw.


    "Sind Sie zZ arbeitsunfähig?"


    Anrufer bekommt seinen Termin und ich, ich weiß jetzt alles über den Gesundheitszustand meines Nachbarn.


    Ehrlich, ich schwankte zwischen Ungläubigkeit, Empörung und Belustigung.

    Einmal editiert, zuletzt von susenn () aus folgendem Grund: fehlendes Wort ergänzt

  • Was ihr euch alle "aufregt" so was postet man doch heute schon auf Facebook! Hat doch mit Datenschutz nix zu tun! ;)

  • Was ihr euch alle "aufregt" so was postet man doch heute schon auf Facebook! Hat doch mit Datenschutz nix zu tun! ;)


    nomalerweise gibt es doch einen user der in solchen situationen immer von "lutschergerechtigkeit" spricht. :sifone:

  • Wer steckt hinter Hartz IV ? - Die Ghostwriter der Hartz Kommission Helga Spindler


    Hassel schreibt in dem Kapitel „Stunde der Reformer“, dass es Anfang 2002 bereits „einen Kern verantwortlicher Politiker und Beamter“ gegeben habe, „die die Probleme am Arbeitsmarkt in ähnlicher Weise interpretierten und den Vermittlungsskandal nutzen wollten, um ihre Reformvorschläge durchzusetzen“. „Tragende Akteure“ dieses Prozesses seien im Bundeskanzleramt Frank Walter Steinmeier und im BMA Staatssekretär Gerd Andres gewesen. Walter Riester erinnert sich nach dem Vermittlungsskandal an ein Gespräch mit Steinmeier:.....


    Denn man baute nichtöffentlich mit der Bertelsmann Stiftung einen Arbeitskreis: „Reform der Arbeitslosen- und Sozialhilfe“ auf, der dann an zentraler Stelle an der Politikformulierung beteiligt wurde. Ich selbst war dem breiten Akteursgeflecht, das die Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen hatte, nur mit viel Mühe auf der Spur gekommen, als ich den Aktivitäten der Bertelsmann Stiftung und der von ihr beauftragten Mitarbeiter ( Frank Frick, Werner Eichhorst, Helga Hackenberg ) nachging, deren Dokumente nur teilweise zugänglich und dann plötzlich auch im Netz verschwunden waren.
    ..Vertreter des BMA und des Kanzleramtes waren darin, aber auch Vertreter aus Länderministerien, vor allem aus dem federführenden Bundesland NRW, Vertreter von Kommunalverwaltungen, Heinrich Alt von der BA , Martin Kannegießer von Gesamtmetall und sogar Wilhelm Adamy vom DGB.


    weiter lesen