Die Bahn wird 175. Und wie geht es weiter?

  • ...da ist es Zeit für einen Blick zurück und einen Blick in die Zukunft.


    Starten möchte ich den Strang mit ein paar Links zu Pressemeldungen zum Ereignis:


    Party-Stimmung bei der Bahn - Nachrichten Print - WELT KOMPAKT - Wirtschaft - WELT ONLINE


    [url=http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,733124,00.html]175 Jahre Eisenbahn: Wie Dickköpfe Geschichte schrieben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise[/url]


    175 Jahre Zugverkehr: Das Stahltier lebt. Hauptsache, es schneit nicht - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE


    07.12.2010: Von der Dampflok zum ICE (Tageszeitung Neues Deutschland)


    Vor 175 Jahren war der Lokführer als gefragte, rare, ausländische Fachkraft übrigends der bestbezahlteste Mitarbeiter - er verdiente mehr als die Direktoren!


    Unserer Eisenbahn trotz aller derzeitigen Krisen, Pannen und Ärgernisse alles Gute zum 175.


    Aber hat sie Zukunft? Und wenn ja: Wie wird die aussehen, wie kann die aussehen und vor allem: Wie soll die aussehen?


    Eine angeregte Diskussion über Zustand und vor allem Perspektive der Bahn hoffe ich mit diesem Strang anzuregen.

  • Die Bahn ist zu teuer. Ca. 350 KM muss man ca. 70 euro zahlen nur für Hinfahrt. Die Bahn-Monopol brechend sollte man in vielen Städten zwischen Buslininen einführen und diese privatisieren. Die Bahn braucht Konkurrenz. Die öffentlichen Nahverkehrssysteme sind ebenfalls überteuert. Kleinbusse, Metrobusse, die privat betrieben müssen sollte man ermöglichen. Fahrradfreundlichkeit und Elektrofahrräder.


    Die Reichsbahn war eine grosse Erfolgsgeschichte. Schon ca. 1860 waren schon die meisten deutschen Städte vernetzt. Bis 1880 kamen viele zahllose Kleinorte hinzu. Die Deutschen konnten logistisch excellent in den Weltkriegen durch Deutschland Mensch und Material fördern. Diese gute Infrastruktur ermutigte den Kriegsbeginn.


    Zwei Gedanken die ich mit euch teilen wollte.

  • Die Bahn ist zu teuer. Ca. 350 KM muss man ca. 70 euro zahlen nur für Hinfahrt. Die Bahn-Monopol brechend sollte man in vielen Städten zwischen Buslininen einführen und diese privatisieren. Die Bahn braucht Konkurrenz. Die öffentlichen Nahverkehrssysteme sind ebenfalls überteuert. Kleinbusse, Metrobusse, die privat betrieben müssen sollte man ermöglichen. Fahrradfreundlichkeit und Elektrofahrräder.

    Die Reichsbahn war eine grosse Erfolgsgeschichte. Schon ca. 1860 waren schon die meisten deutschen Städte vernetzt. Bis 1880 kamen viele zahllose Kleinorte hinzu. Die Deutschen konnten logistisch excellent in den Weltkriegen durch Deutschland Mensch und Material fördern. Diese gute Infrastruktur ermutigte den Kriegsbeginn.

    Zwei Gedanken die ich mit euch teilen wollte.


    vom berliner busbahnhof kannst in alle länder und städte fahren mit dem Bus

  • Die Bahn ist zu teuer. Ca. 350 KM muss man ca. 70 euro zahlen nur für Hinfahrt.


    Das gilt aber nur für den Standardtarif - und für die Fahrt mit einem durchschnittlichen Auto fallen bei 350km ehrlich gerechnet etwa 105,- EUR an Kosten an.
    Ohne Dinge wie mögl. noch anfallende Parkgebühren.



    Die Bahn-Monopol brechend sollte man in vielen Städten zwischen Buslininen einführen und diese privatisieren. Die Bahn braucht Konkurrenz. Die öffentlichen Nahverkehrssysteme sind ebenfalls überteuert. Kleinbusse, Metrobusse, die privat betrieben müssen sollte man ermöglichen. Fahrradfreundlichkeit und Elektrofahrräder.


    Der ÖPNV arbeitet nicht wirklich kostendeckend (zumindest betriebswirtschaftlich betrachtet...). Wie sollen da Private etwas ändern? In dem sie die profitablen Linien abgrasen und die anderen der öffentlichen Hand verbleiben? Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren???
    Und was die Buslinien angeht: Rate mal wer der grösste Busbetreiber im Lnad ist und sofort den Fernbusmarkt dominieren würde wenn der eine echte Konkurrenz zur Bahn werden würde.



    Die Reichsbahn war eine grosse Erfolgsgeschichte. Schon ca. 1860 waren schon die meisten deutschen Städte vernetzt. Bis 1880 kamen viele zahllose Kleinorte hinzu. Die Deutschen konnten logistisch excellent in den Weltkriegen durch Deutschland Mensch und Material fördern. Diese gute Infrastruktur ermutigte den Kriegsbeginn.


    Zwei Gedanken die ich mit euch teilen wollte.


    Die Reichsbahn gab es erst ab 1921. Bis 1880 dominierten in Deutschland private Bahngesellschaften, danach die Staatsbahnen der einzelnen Länder.

  • Mein Vater, also eigentlich mein Stiefvater, da mein Erzeuger kurz nach meiner Geburt verstarb, der war 50 Jahre Meister und Ausbilder bei der Reichsbahn. Vor 15 Jahren hat ihn der Krebs geholt, aber das ist eine andere Sache. Auf jeden Fall hatte ich so lange einen guten Bezug zur Bahn und habe den halben Ostblock damit bereist. Ich habe 2005 in Ägypten ein paar Eisenbahnwagen der Reichsbahn erlebt und mir fast die Knochen gebrochen in dem Schlafwagen und der besten Freundin von allen ging es ähnlich. Einen ICE Großraumwagen bin ich mit einer Bekannten 1991 nach FF/M auch mal gefahren und die Erfüllung war auch das nicht...:)

  • Mein Vater, also eigentlich mein Stiefvater, da mein Erzeuger kurz nach meiner Geburt verstarb, der war 50 Jahre Meister und Ausbilder bei der Reichsbahn. Vor 15 Jahren hat ihn der Krebs geholt, aber das ist eine andere Sache. Auf jeden Fall hatte ich so lange einen guten Bezug zur Bahn und habe den halben Ostblock damit bereist. Ich habe 2005 in Ägypten ein paar Eisenbahnwagen der Reichsbahn erlebt und mir fast die Knochen gebrochen in dem Schlafwagen und der besten Freundin von allen ging es ähnlich. Einen ICE Großraumwagen bin ich mit einer Bekannten 1991 nach FF/M auch mal gefahren und die Erfüllung war auch das nicht...:)


    Nein, mit dem Tempo bliebt leider der Komfort etwas auf der Strecke.
    Andererseits: Wieviele Insassen eines ICEs hätten sich vor 60 oder 80 Jahren einen CIWL-Luxuszug leisten können? (Ja die hiessen wirklich Luxuszug, im Fahrplan mit L abgekürzt...). Verglichen mit der dritten Klasse D-Zug ist die 2. Klasse ICE durchaus vorzeigbar.,.
    (Wer jetzt wegen der Klassen meckert: 1956 wurde die 3. zur 2., die 2. zur 1. und die damalige 1. Klasse entfiel weitestgehend, nur wenige Bahnen haben noch eine Luxusklasse über der heutigen 1. Klasse beibehalten).

  • Mein Vater, also eigentlich mein Stiefvater, da mein Erzeuger kurz nach meiner Geburt verstarb, der war 50 Jahre Meister und Ausbilder bei der Reichsbahn. Vor 15 Jahren hat ihn der Krebs geholt, aber das ist eine andere Sache. Auf jeden Fall hatte ich so lange einen guten Bezug zur Bahn und habe den halben Ostblock damit bereist. Ich habe 2005 in Ägypten ein paar Eisenbahnwagen der Reichsbahn erlebt und mir fast die Knochen gebrochen in dem Schlafwagen und der besten Freundin von allen ging es ähnlich. Einen ICE Großraumwagen bin ich mit einer Bekannten 1991 nach FF/M auch mal gefahren und die Erfüllung war auch das nicht...:)


    meine mutter hat bei der reichsbahn gearbeitet s-bahnhof tiergarten ,die invalidenrente zahlte die reichsbahn auch nach einen starkstromschlag. .

  • Die Bahn ist zu teuer. Ca. 350 KM muss man ca. 70 euro zahlen nur für Hinfahrt.


    Mit 70 Euro kommst Du mit dem Auto nicht weit. Ich mag Zugfahren. Kein Stress, Lesen, erzählen u.s.w.
    Was mich von der Bahn in Deutschland abgehalten hat war der weite Weg an den Bahnhof und schlechte Verbindungen. Beim Militär wäre ich für 190 Km 10 Std. unterwegs gewesen.
    Mit dem Motorrad schaffte ich das Sonntagsabends in einer guten Stunde. Volltanken, Augen zu, Blinker links und durch.

  • Aber hat sie Zukunft?


    Na klar hat sie Potential für die Zukunft. Die recht hohen Wartungskosten und die räumliche Unflexibilität (gegenüber LKWs und Bussen) sind zwar Nachteile, aber dafür können Eisenbahnen elektrisch betrieben werden und etliche Tonnen transportieren. Sie kommen somit weitgehend ohne Öl aus und die Wagen und Loks können ewig betrieben werden. Zudem ist es ein relativ sicheres Verkehrsmittel.


    Und wenn ja: Wie wird die aussehen, wie kann die aussehen und vor allem: Wie soll die aussehen?


    Leider wird die Bahn im Moment in einem unerträglichen Maße kaputtgespart. Wartungsarbeiten werden aus Kostengründen vernachlässigt, was sich in defekten Klimaanlagen/Heizungen, Langsamfahrstellen und vielem anderen äußert. Gleichzeitig werden ständig die Ticketpreise erhöht, die inzwischen (bereits im Regionalverkehr) deutlich oberhalb dessen liegen, was eine Autofahrt als Einzelperson kosten würde. So kann es jedenfalls nicht weitergehen.


    Wenn es nicht möglich ist die Bahn unter vernünftiger Wartung und bei fairen Fahrpreisen rentabel zu betreiben, dann gehört sie zurück in staatliche Verwaltung und Finanzierung. Ich halte es durchaus für möglich, dass dies auch eines Tages geschehen wird, spätestens wenn es zu schweren Unfallserien und Fahrgastwegbleiben kommt.

  • Die Bahn wird 175. Und wie geht es weiter?
    ...da ist es Zeit für einen Blick zurück und einen Blick in die Zukunft.


    [...]


    Aber hat sie Zukunft? Und wenn ja: Wie wird die aussehen, wie kann die aussehen und vor allem: Wie soll die aussehen?


    Hallo Bahn,


    auch von mir alles gute, und mögest du uns noch 2-3 Jahrzehnte erhalten bleiben, und dich dann langsam in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden.


    Ich fahre längere Strecken am liebsten mit schienengebundenen Fahrzeugen: man wird gefahren (kann also was anderes machen), kann herumlaufen, je nach Laune kann man andere Menschen kennenlernen oder seine Ruhe geniesen, beim Lesen während der Fahrt wird mir nicht gleich schlecht, wie im Auto oder Bus.
    Aber die Bahn hat eben auch Nachteile: Riesiger Flächenverbrauch, sehr unflexibel, man kommt nur schnell von Hbf zu Hbf., insbesondere Gleiskurven (aber auch Geraden, über die Nachts ein Güterzug nach dem anderen brettern) sind im Moment die Hölle für Anwohner, leere Züge außerhalb der Stoßzeiten sind nicht gerade umweltfreundlich,...


    Vor allem wegen der riesigen zusätzlichen Fläche die das Schienennetz als Ergänzung zum Straßennetz verbraucht und wegen der vielen Unflexibilitäten (gibt es das Wort überhaupt?) denke ich, dass die Bahn ein Auslaufmodell ist.


    Ersetzt wird die Bahn im Personenverkehr durch intelligente Fahrzeuge (nicht nur Autos, auch ÖPNV-Fahrzeuge in verschiedenen Größen: vom Bus bis zum elektrischen Ruftaximotorrad).


    Beim Güterverkehr werden noch einige Nischen für die Bahn bleiben, bei denen Flexibilität und JIT keine Rollen spielen.


  • Zwischen den Metropolen wird die Bahn noch ein paar Jahrzehnte das ideale Verkehrsmittel
    bleiben. Ich würde in Mitteleuropa die Bahn jedenfalls dem Flugzeug vorziehen, weil`s einfacher ist.

  • Eine grosse erfolgsgeschichte ist sie hoffen wir das sie weiter erhalten bleibt.



    Die Bahn ist zu teuer. Ca. 350 KM muss man ca. 70 euro zahlen nur für Hinfahrt. Die Bahn-Monopol brechend sollte man in vielen Städten zwischen Buslininen einführen und diese privatisieren. Die Bahn braucht Konkurrenz. Die öffentlichen Nahverkehrssysteme sind ebenfalls überteuert. Kleinbusse, Metrobusse, die privat betrieben müssen sollte man ermöglichen. Fahrradfreundlichkeit und Elektrofahrräder.


    Sehe ich anders.
    Das grosse Problem der Bahn (ich kann da nur für Ö sprechen, denke aber das ist bei euch ähnlich) ist das sie von der Politik dazu angehalten wird in jeden Winkel des Landes und zu jedem bergdorf zu fahren auch wenns absolut unrentabel ist und das kostet eben.
    Wenn es konkurrenz gibt, ist es für die Konkurrenzunternehmen sehr einfach, die Fahren dann einfach nur die wichtigen Strecken (z.B. München-Berlin) und obgneising im Hinterbayrischen nach hintertupfingen (30km weiter) darf dann die DB machen.



    Diese gute Infrastruktur ermutigte den Kriegsbeginn.


    Die Russen hatten die nicht und waren trotzdem zum krieg bereit, halte ich für eine doch sehr wagemutige Idee.


  • [...]
    Aber die Bahn hat eben auch Nachteile: Riesiger Flächenverbrauch,


    Im Vergleich zu was? Zum Strassenverkehr? Sicher nicht. Eine zweigleisige Bahnstrecke nimmt eine Breite von 9,50m ein. Eine vierspurige Autobahn kommt ohne Standspuren schon auf 16,50m.
    Und im Vergleich zum Flugverkehr? Nun hätte der die Beförderungsleistung der Bahn wäre das Land wohl mit Landebahnen zugepflastert...



    sehr unflexibel, man kommt nur schnell von Hbf zu Hbf., insbesondere Gleiskurven (aber auch Geraden, über die Nachts ein Güterzug nach dem anderen brettern) sind im Moment die Hölle für Anwohner,


    Na ja - an einer befahrenen Strasse oder einem Flughafen zu wohnen soll auch nicht besser sein.
    Bahnlinien aber lassen sich auch gut unter die Erde verlegen, Autotunnel hingegen sind eher problematisch.
    Und nur schnell von Hbf zu Hbf? Mal versucht in der Rush-Hour von Porz in die Kölner Innenstadt zu kommen? Da schlägt die S-Bahn jeden Porsche um Längen.




    leere Züge außerhalb der Stoßzeiten sind nicht gerade umweltfreundlich,...,


    Immer noch besser als 1,2 Insassen pro Pkw...
    Bei einem guten Angebot im ÖPNV sind die Züge außerhalb der Stoßzeiten auch rasch zwar leerer aber nie leer (siehe Schweiz, Niederlande, Belgien) und sogar nachts ist plötzlich eine Nachfrage da.




    Vor allem wegen der riesigen zusätzlichen Fläche die das Schienennetz als Ergänzung zum Straßennetz verbraucht und wegen der vielen Unflexibilitäten (gibt es das Wort überhaupt?) denke ich, dass die Bahn ein Auslaufmodell ist.


    Und was soll an deren Stelle treten? Transportiert du dann 5000t Erz vom Hafen nach Salzgitter mit Lkws?
    Und was die Fläche angeht: Nur ein kleiner Teil davon ist letztendlich in interessantem Gebiet. Und da kann man die Gleise (anders als Autobahnen) problemlos überbauen. Spanische Städte (Cordoba z.B.) zeigen wie es geht.
    Gerade wenn es um Flächenverbrauch geht ist die Bahn im Vorteil.
    Man kann sie problemlos auch auf langen Strecken in Tunnel bringen.





    Ersetzt wird die Bahn im Personenverkehr durch intelligente Fahrzeuge (nicht nur Autos, auch ÖPNV-Fahrzeuge in verschiedenen Größen: vom Bus bis zum elektrischen Ruftaximotorrad).


    Ich denke ein elektrisch getreibenes Fahrzeug mit autarker Versorgung das die Tempi UND Reichweiten der Bahn erreicht wird noch auf lange Sicht ein Traum bleiben.
    Und die Strassen in Innenstädten die alle die "intelligenten Fahrzeuge" aufnehmen die nötig sind um zur Rush-Hour auch noch S- und U-Bahn zu ersetzen möchte ich nie erleben.




    Beim Güterverkehr werden noch einige Nischen für die Bahn bleiben, bei denen Flexibilität und JIT keine Rollen spielen.


    Beim Güterverkehr wird auch die Bahn in Europa mehr auf Tempo setzen.
    Güterzüge (die Chinesen und Amerikaner zeigen es) können heute schon problemlos 120km/h und mehr erreichen.
    Ein 160km/h-Containerzug (die DB AG hat ja einige davon auch schon im Betrieb) ist jedem Lkw überlegen (auch jedem intelligenten, denn auch der kann nicht die Physik aufheben) - da wird dann sogar der zusätzliche Umladevorgang zur Feinverteilung am Ziel egalisiert.


    Nicht ohne Grund kommt die Bahn in den USA auf Anteile von je nach Region 40 bis 60% am Güterverkehr.


  • Es ist richtig, trotz teilweise wirklich hoher Fahrpreise arbeitet der ÖNPV defizitär. Die eingefahrenen Verluste werden in den Kommunen fast immer durch die sog. "Quersubventionierung" aufgefangen. Das ist einer der Gründe, warum Wassergebühren etc. so exorbitant hoch sind. Nicht verständlich ist für mich, dass die Vorstandsebene der OPNV - Betriebe unagemessen fürstlich alimentiert wird.

  • Das grosse Problem der Bahn (ich kann da nur für Ö sprechen, denke aber das ist bei euch ähnlich) ist das sie von der Politik dazu angehalten wird in jeden Winkel des Landes und zu jedem bergdorf zu fahren auch wenns absolut unrentabel ist und das kostet eben.



    Da vertrete ich eine andere These. Das große Problem der Bahn ist gerade die Vernachlässigung der Fläche. Man hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten darauf spezialisiert, die großen Metropolen zu verbinden. Klar, das war rentabel. Aber es blieb nicht ohne Folgen. Die Anbindung der Fläche hat extrem gelitten. Wer früher gut (also Preis und Zeitaufwand) mit der Bahn zur Arbeit kam, muß heute auf Auto oder Bus ausweichen. Hat er aber mal ein Auto, fährt er auch damit, denn es verursacht ja auch Kosten, wenn es steht. Es entsteht ein Kreislauf: Zug fährt ausgedünnt, weil wenig Auslastung - verbliebener Nutzer weicht aufs Auto aus - Zugfolge wird weiter ausgedünnt, da nicht ausgelastet...

    Auch mit den Kosten ist das so eine Sache. Man neigt in solchen Diskussionen immer dazu, Zeit und Kosten nur für die Strecke Ausgangs- und Zielbahnhof zu betrachten. Das ist ja aber nur die halbe Wahrheit. Ich muß erst mal zum Bahnhof kommen und vom Endbahnhof zum eigentlichen Ziel.

  • Das gilt aber nur für den Standardtarif - und für die Fahrt mit einem durchschnittlichen Auto fallen bei 350km ehrlich gerechnet etwa 105,- EUR an Kosten an.




    Der Standardtarif ist der Standardtarif und wie der Name so sagt damit eine relevante Bezugsgröße. Diesen Tarif zu unterlaufen ist nämlich nur bedingt möglich und in bestimmten (häufigen!) Situationen quasi unmöglich, z.B. wenn man alleine spontan fahren will. Bei Entfernungen unter 100 km ist das Sparpotential zudem meist lächerlich gering oder gar nicht vorhanden.

    Deshalb gilt was Abendstern schrieb: Die Bahn ist zu teuer.

    Das das Auto auch teuer ist und in deinem Vergleich für eine allein reisende Person teurer kommt, kann das alles nicht relativieren, denn im Vergleich zur Bahn ist das Auto ein gewisser Luxus und ermöglicht in doch recht vielen Fällen ein spontanes und individuelles Reisen, das so mit der Bahn nicht möglich ist. Es macht schon einen Unterschied, ob ich mein Lebendgewicht in einer Tonne Auto eigenverantwortlich in Bewegung setzte (und damit eine Menge Energie und Ressourcen verbrauche) oder ob ich mich mit einer möglicherweise dreistelligen Zahl von anderen Fahrgästen in einem Schienenfahrzeug arrangiere.

    Die Extrawurst im Speuialitätenrestaurant kommt immer teurer, als das Standardmenue in der Kantine.

    Luxus ist teuer, darf auch gemäß dem Verursacherprinzip gerne teuer sein.
    Da die Bahn in der 2. Klasse in einem Großteil ihrer Züge aber keinen solchen Luxus bietet, sondern von ihren Fahrgästen verlangt, dass sich diese nach den Fahrplänen und dem Betriebsgeschehen richten müssen, Auskünfte eigenverantwortlich einholenm und zur Bushaltestelle oder Bahnhof laufen müssen sowie ihr Gepäck selber schleppen müssen, darf der Normaltarif der Bahn angesichts dieser Eigenleistungen der Kunden als maßlos überteuert und nicht marktgerecht gelten. Die mangelnde Akzeptanz der Bahn gibt dieser Einschätzung vermutlich Recht: Mit popeligen knapp 11 % Marktanteil ist das Massenverkehrsmittel Bahn eigentlich gar keines.

    Das soll diese Kastratenbahn in diesem Autoland Deutschland auch gar nicht sein, je weniger Menschen die Bahn nützen umso mehr freut das die automobile Konkurrenz, der die schwindenden Erdölressourcen, der Klimawandel und immer noch mehr als 5000 Verkehrstote per anno sowas von piepschnurzegal sind.

    Wenn man dann noch bedenkt, wie sehr dieser Sauladen Bahn staatlich subventioniert wird, dessen Angebot sich Niedrigverdiener gar nicht leisten können, dann zeigt sich nur mal wieder die unsoziale und unökologische Fratze des Bahnvorstandes und dieser kaputten Bundesregierung (wobei deren Vorgänger allesamt auch nichts in dieser Hinsicht taugten).

    Im 175. Jahr ihrer Existenz hat die deutrsche Bahn fast nur negative Schlazeilen gemacht, Klimaanlagen in hochexklusiven ICE-Zügen fielen aus, als sie wirklich in der Sommerhitze gebraucht wurden (währed zur Dampflokzeit einfach das Fenster aufgemacht wurde) und wenn einige Schneeflocken fallen gilt bei einer dann ofr lahmgelegten lahmen Bahn die Devise:

    Andere reden über das Wetter, uns macht es fertig!

    Der Service ist Mangelware da Kunden wie das Personal nur als lästige Störgrößen auf dem Weg an die Börse betrachtet werden.

    Lieber sollen da die Milliarden nach dem Willen der DB-Bonzen für Gro0kotzprojekte aller Art wie z.B. den S21-Wahnsinn rausgeschmissen werden, auch wenn die oft wenig bis gar nichts dem Normalbürger bringen (ausser satten Schulden). Und genau dieses Geld fehlt dann meist um Sinnvolleres zu finanzen.

    In der autolobbyhörigen kapitalistischen BRD galt und in dem noch kapitalistischeren und noch autolobbyhörigeren "wiedervereinigten" Deutschland gilt für die Bahn:

    Nur eine schlechte Bahn ist eine gute Bahn.

    Und in der Hinsicht machen DB-Vorstand und
    das Bundesverkehrministerium keine halben Sachen.


    .

    2 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Es ist richtig, trotz teilweise wirklich hoher Fahrpreise arbeitet der ÖNPV defizitär.



    Das sehe ich anders:


    Gerade wegen wirklich hoher Fahrpreise arbeitet der ÖNPV defizitär.

  • Das sehe ich anders:


    Gerade wegen wirklich hoher Fahrpreise arbeitet der ÖNPV defizitär.



    Es scheint, wie bei der DB ( außer den oft überbesetzten Regio - Zügen ) das gleiche Problem: Derzeit zu hohe Fahrpreise. Wären die Fahrpreise kundenfreundlicher, wären die Einheiten besser ausgelastet, so dass möglicherweise Gewinn eingefahren werden könnte.

  • Das sehe ich anders:


    Gerade wegen wirklich hoher Fahrpreise arbeitet der ÖNPV defizitär.


    Wobei gerade die Deutschen auch eine sehr ausgeprägte Tendenz haben sich die Nutzung ihres Autos schönzurechnen.


    Und gerade in Ballungsräumen würde eine deutliche Preissenkung den ÖPNV kollabieren lassen. Der ist da nämlich schon gut ausgelastet.


    Eine Preissenkung würde also auch massive Investitionen nötig machen - und für die fehlt hierzulande der politische Wille.

  • Der Standardtarif ist der Standardtarif und wie der Name so sagt damit eine relevante Bezugsgröße. Diesen Tarif zu unterlaufen ist nämlich nur bedingt möglich und in bestimmten (häufigen!) Situationen quasi unmöglich, z.B. wenn man alleine spontan fahren will. Bei Entfernungen unter 100 km ist das Sparpotential zudem meist lächerlich gering oder gar nicht vorhanden.

    Deshalb gilt was Abendstern schrieb: Die Bahn ist zu teuer.

    Das das Auto auch teuer ist und in deinem Vergleich für eine allein reisende Person teurer kommt, kann das alles nicht relativieren, denn im Vergleich zur Bahn ist das Auto ein gewisser Luxus und ermöglicht in doch recht vielen Fällen ein spontanes und individuelles Reisen, das so mit der Bahn nicht möglich ist. Es macht schon einen Unterschied, ob ich mein Lebendgewicht in einer Tonne Auto eigenverantwortlich in Bewegung setzte (und damit eine Menge Energie und Ressourcen verbrauche) oder ob ich mich mit einer möglicherweise dreistelligen Zahl von anderen Fahrgästen in einem Schienenfahrzeug arrangiere


    Das ist richtig, aber wer empfindet hierzulande ein Auto noch als Luxus? Und außer auf einigen Destinationen den Flieger (und für den gelten die genannten Einschränkungen noch vermehr) gibt es ja nunmal kaum echte Alternativen.





    Da kann ich dir leider nur zustimmen. Wobei ich mich frage was das mit Kapitalismus zu tun hat. Dass die Schweiz oder die Niederlande weniger kapitalistisch sind als Deutschland kann ich nun nicht erkennen.